Gold/Silber

Warum Gold derzeit nicht glänzt!

Von Naeem Aslam, chief market strategist bei ThinkMarkets

Gold hatte bisher für die Mehrheit des Jahres „Pech“. Die bisherige Jahresperformance des Edelmetalls liegt bei -0,46 Prozent, und das trotz der Tatsache, dass die US-Notenbank einen kompromisslosen Kurs in Bezug auf ihre Geldpolitik eingeschlagen hat und es ernsthafte Bedenken wegen des anhaltenden Handelskrieges zwischen den Vereinigten Staaten und China gibt.

Tatsächlich haben die chinesischen Mainstream-Medien einen sehr aggressiven Ton gegenüber den USA angenommen, wobei die chinesischen Medien eine klare Warnung aussenden, dass der Konflikt die US-Unternehmen wegen ihrer Präsenz in China am meisten verletzen wird. Laut dem „Treaty damage to the U.S. Hinterland“ wird sich eine 25%-ige Tariferhöhung auf chinesische Importe auf eine Millionen US-Arbeitsplätze auswirken und zu Finanzmarktturbulenzen führen.

Trotz dieser großen Unsicherheit gibt es jedoch keine große Neiguuung unter den Händlern, den sicheren Hafen – Gold – zu halten. So hat das maßgebliche SPDR Gold ETF den größten Abfluss seit 2016 erlebt, mit einem Abfluss von über 926 Millionen US-Dollar allein in der ersten Maiwoche. Zwar gab es in der letzten Woche einen Zufluss von 120 Millionen Dollar betrug, in der Woche davor flossen jedoch 303 Millionen Dollar aus dem SPDR Gold ETF ab.

Das Verhältnis des Dollar-Index zum Goldpreis ist immer interessant, das eine steigt und das andere fällt meist. So hat der Goldpreis aufgrund der Stärke des Dollar-Index an Wert verloren hat – und dieser Trend ist weiterhin robust.

Die Frage, die mir in den Sinn kommt, ist: Warum ist der Dollar-Index immer noch stark, wenn die Fed ihre Geldpolitik nicht ändern will?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich die US-Wirtschaftsdaten ansehen und abgleichen, wie sie sich gegenüber den vorherigen Prognose entwickelt haben. Denken Sie daran, dass die Fed in der Regel hinter der Kurve zurückbleibt und die Marktteilnehmer die Lage meist besser sehen. Daher ist der Bloomberg US Economic Surprise Index in dieser Situation hilfreich – Um die obige Frage zu beantworten, muss man sich die US-Wirtschaftsdaten ansehen und sehen, wie sie sich gegenüber der Prognose entwickelt haben. Denken Sie daran, dass die Fed in der Regel hinter der Kurve zurückbleibt und die Marktteilnehmer es meistens richtig haben.

Daher ist der Bloomberg US Economic Surprise Index in dieser Situation hilfreich – und hier zeigt sich, dass sich die Wirtschaftsdaten seit März sehr gut entwickelt haben. Obwohl die aktuelle Zahl mit -0,18 immer noch im negativen Bereich notiert, hat es eine deutliche Verbesserung des Index gegeben. Denn bereits im März lag der Index deutlich unter dem Wert von -0,50. Auch die Korrelation zwischen dem Goldpreis und dem Economic Surprise Index seit Oktober 2018 ist negativ – der eine steigt und der andere sinkt.

Das heutige FOMC-Protokoll wird von besonderer Bedeutung sein, da die Händler zwei Dinge im Auge behalten werden: Erstens, wann die Fed zugeben wird, dass der Handelskrieg eine Katastrophe ist. Und zweitens, wann sie sich auf die die wirtschaftliche Verlangsamung des globalen Wachstums fokussierz. Wenn das Protokoll keine Bedenken zu diesen beiden wichtigen Fragen aufwirft, würde meiner Meinung nach der Weg des geringsten Widerstands für den Dollar der Weg nach oben sein.

Insgesamt denke ich, dass der Dollar-Index seinen Aufwärtstrend fortsetzen wird. Wir werden den Dollar erst dann fallen sehen, wenn die Fed anfängt, auf das zu achten, was Donald Trump will. Denn eines ist sicher: wenn die US-Wirtschaftsdaten nicht „von der Klippe fallen“, wird das Aufwärtspotential des Goldpreises begrenzt bleiben.


Naeem Aslam



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