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Warum Putin uns das Gas nicht abdreht! Videoausblick

German Angst und die Energie-Krise

Da ist sie wieder, die „german angst“: man fürchtet sich in Deutschland, dass nach den Wartungsarbeiten an Nord Stream 1  (11. bis 21. Juli) Putin kein Gas mehr liefern wird – und damit die deutsche Wirtschaft in schwere Turbulenzen stürzt. Aber wie wahrscheinlich ist dieses Szenario? Aus spieltheoretischer Sicht doch eher unwahrscheinlich: neun von zehn Pipelines aus Russland führen nach Europa (inklusive Nord Stream 2), nur eine nach China. Putin muß also sein Gas weitgehend in Europa verkaufen, weil die einzige bestehende Leitung nach China schon voll ausgelastet ist und der Energieträger nur unter immensen Kosten umgeleitet werden könnte. Wahrscheinlicher ist, dass Putin wie bisher schlicht weniger liefert und so den Preis für das Gas hoch hält..
Danke an unseren Autor Wolfgang Müller für die Inspiration für dieses Video!

Hinweise aus Video:

1. Deutschlands Geschäftsmodell ist am Ende!

2. Welche Gasspeicher in Deutschland sind wie voll? Ein Überblick

3. Stopp von Gas aus Russland soll 193 Milliarden Euro kosten

4. Experten über Reform von Karl Lauterbach – „Großer Schaden und kein Nutzen“ (Vorlese-Artikel auf Youtube)



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19 Kommentare

  1. N1 und N2 haben ungefähr eine Kapazität von 720 LNG-Tanker im Jahr.
    Also etwa 2 Tanker am Tag.
    2 Tanker am Tag wird Russland spielend in Asien los, und verdient sich noch eine goldene Nase dabei.
    Ich möchte wetten, dass die Fundamente für Verflüssigungsanlagen schon gegossen sind, um das Gas von N1 u. N2 zu verflüssigen.
    Das Gas geht dann nach Asien, und dann können die Amis Europa ausreichend mit dem umweltfreundlichen Frackinggas versorgen. Oder kauft es aus Asien zurück.
    So haben doch alle was davon.
    Es wird nur sehr, sehr teuer.
    Bis irgendwann doch Wasserstoff ausreichend zur Verfügung steht, dann wird es noch teurer.

    Energiemarkt: Auch Russland setzt auf Flüssiggas

    https://www.nd-aktuell.de/amp/artikel/1147190.energiemarkt-auch-russland-setzt-auf-fluessiggas.amp.html

  2. Ich würde sehr volatil agieren. Mal mehr mal sehr wenig Gas. Ziel: die Nerven der Europäer so strapazieren, dass sie zeitnah klein bei geben

  3. Ganz Europa vielleicht nicht, aber nur NS1? Ich denke rechnerisch wäre das für Russland ein kleines Ding, da wie Sie selber zeigen Gas im Vergleich zu Öl sowieso nur 20% im Export ausmacht. Und von diesem kleinen Teil würde nur der NS1-Anteil wegfallen. Die Preise stiegen aufgrund der Panik definitiv, so wäre es ggf. sogar ein Geschäft für Russland.

    Ich denke aber auch Russland würde DE erst dann Gas vorenthalten, wenn es zu einer militärischen Eskalation käme, also BW kämpft mit. Russlands Strategie ist, dass die deutsche Gesellschaftsmeinung kippt, und damit könnten sie spätestens im Spätherbst erfolgreich sein.

    1. Super Gedanken, Pokern, was kann man den schon anderes machen?
      Wir werden noch einige Überraschungen erleben.

      1. Mitnichten. Hoffe das Beste, erwarte das Schlimmste. Natürlich müsste DE sich dennoch für einen Gas-Stopp vorbereiten. Wir z.B leben in einem EFH auf dem Dorf. Selbst wenn im Winter 2 Wochen lang Strom, Gas, Supermärkte ausfallen, sind wir vorbereitet. Nicht nur was Wärme angeht, auch Nahrung und andere „Dinge“ die in so einer Situation wichtig werden könnten… Sie auch? Ich schätze 95% der deutschen Bevölkerung ist das nicht. Deswegen wäre ein Gas-Stopp ja so verhehrend für den Vollkasko-Deutschen.

  4. In Putins Kopf:

    Russland liefert einfach weniger Erdgas nach Europa, um Europa weiter politisch zu spalten und ökonomisch zu schädigen.

    Den Rest des Gases fackelt Russland einfach ab, um den Klimawandel anzuheizen.

    So kann man die Nordostpassage Eisfrei halten und nutzbar machen und als Nebeneffekt saufen vielleicht einige große Städte im Westen bald ab.

    Im Norden Russlands wird es wärmer und die nördlichen Landesteile werden voraussichtlich bessere Bedingungen für eine landwirtschaftliche Nutzungen bieten. Der Süden (Schwarzerderegion) wird zwar leiden und eine Umsiedlung erforderlich machen, aber der Norden wird dafür nutzbarer.

    https://www.bpb.de/themen/europa/russland-analysen/nr-409/343598/analyse-wird-die-russische-landwirtschaft-vom-klimawandel-profitieren/

    Durch den Klimawandel werden andere Erdteile weniger gut Bewohnbar und die schwachen bzw. moralischen europäischen Gutmenschen werden von Flüchtlingsströmen (vor allem aus Afrika und dem nahen Osten) überrannt und dadurch ökonomisch und politisch geschwächt.

    So in etwa stelle ich mir die Gedankengänge von Putin vor.

    1. Interresante Theorie, der Möglichkeiten.

    2. Ich denke nicht, dass Putin auf die Klimahysterie reinfällt, das wäre aber Vorraussetzung für diesen Gedankengang.

      1. better dontspeak

        @dontspeak
        Dieser Kommentar lässt nur einen Schluss zu: In Ihrer Denke ist ebenfalls schon ein Großteil im Schlamm versunken, Flächenbränden zum Opfer gefallen, verdorrt, überflutet oder von Gletscherbrüchen verschüttet.
        Unfassbar!

        1. Ich schreibe wenigstens immer unter dem selben Namen und bin nicht zu feige dazu.

    3. @Krankes Hirn, richtig ist, die Landwirtschaft wird sich vom 50 in Richtung 60 Breitengrad N verschieben. Das würde ich eher als die mittleren Landesteile bezeichnen. Darüber hinaus wird es katastrophal werden.
      Einmal abgesehen von schon heute katastrophalen Waldbränden in Jakutien und anderen Teilen Sibiriens und all den Gräueln, die im Permafrost schlummern, werden auch in Nordrussland Migrationsbewegungen entstehen, weil die gesamte Infrastruktur im Schlamm versinken wird. Dazu gehören auch Pipelines und Förderplattformen. Da betreibt niemand Landwirtschaft, weil der Tauprozess ständig tiefer gehen wird. Was in einem Jahr befestigt oder langwirtschaftlich genutzt wird, ist im nächsten Jahr verschwunden. Es gibt schon heute quadratkilometergroße, bis zu 100 Meter tiefe Schlammlöcher namens Thermokrater.
      Putin ist sich dieser Probleme sehr wohl bewusst, alleine es interessiert dieses kranke Hirn nur peripher. Noch…

      Ein paar interessante kurze Artikel für alle, die das Offensichtliche nicht als „Klimahysterie“ abtun, weil das Wichtigste auf der Welt für diese Ignoranten N1 und N2 sind.

      https://www.planet-wissen.de/kultur/asien/sibirien/sibirien-permafrost-100.html
      https://www.reuters.com/business/environment/putin-says-russias-greenhouse-gas-emissions-should-be-lower-than-eus-2021-04-21/
      https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-11/russland-un-klimakonferenz-wladimir-putin-fossile-brennstoffe?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.startpage.com%2F
      https://www.nzz.ch/panorama/tauender-permafrostboden-putin-ordnet-bessere-ueberwachung-an-ld.1639168
      https://www.solarify.eu/2022/03/06/717-verbindung-zwischen-putin-und-klimawandel/

  5. Ich hab keine Angst, dass Putin uns das Gas abdreht, sondern unsere großartige Regierung. Wie schon erwähnt wurde, neben Northstream 1 liegt die selbe Pipeline nochmal. Fertiggestellt, befüllt, abgedrückt. Und das wochenlang vor dem Krieg. Wie sieht denn das grüne Ideal aus? Deindustriallisiert, keine Massentierhaltung, Ökolandbau. Ein Blackout und es wäre möglich und das nachhaltig.

  6. Herr Bernecker denkt an Gaspoker.
    Wer ist am Zug, wer hat die besseren Karten?

  7. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Nord Stream Eins und Zwei waren im Prinzip DDR Erfindungen, die der Westen, Anfang der Nuller Jahre einfach kopiert hat.

    Die Idee dahinter war, das das Erdgas ,über die Ostsee ,kostengünstiger transportiert werden kann, als auf dem Landweg.
    Die DDR musste nämlich ,im Rahmen der Versorgungssicherheit und im Rahmen des RGW ,Erdgastrassen von der Sowjetunion nach Mitteleuropa legen.
    Über dem Landweg, das stellte sich bald heraus, wurde das schwierig, topographische Gründe, klimatische Gründe, fachliche Gründe usw.
    Deshalb kam ein kluger Kopf, im damaligen CLG , auf die Idee die Leitung über die Ostsee zu verlegen. Aber die Wende kam dazwischen.
    Schröder und Konsorten haben die Idee einfach nur aufgegriffen.
    Jetzt ist Krieg und Krise. Erst hieß es von Seiten der Alliierten, wir wollen keine Rohstoffe mehr aus Russland, nun merkt man, huch, brauchen wir vielleicht doch , und nun bricht Panik aus.

  8. Russland will keinen Krieg mit Europa (Deutschland) sondern er möchte Deutschland als Partner.
    Dann hätte Europa frieden und Glückseligkeit.

    USA ab in den Atlantik , England in die Nordsee und Europa wird perfekt.

    Was soll das alles mit der Ukraine ? Hinterfragen sollte man sich und das was noch ans Tageslicht kommt.
    Das wird die Blinden schockieren , prost.

  9. Aha, es war doch die fehlende Turbine.
    Die Verflüssigungsanlagen für Erdgas werden ja auch noch nicht fertig sein können.

    Kanada wird wohl Turbine ausliefern
    https://www.n-tv.de/23450805

  10. Jeder Krieg endet einmal und dann gibt es Verhandlungen. Der schlaue Vladimir wird sein Trumpf- Ass erst am Schluss spielen wenn es ums Eingemachte geht. Er lässt die EU- Bürger nicht verfrieren, er wartet nur bis sie unterkühlt sind und die akademische Kaminrunde von der Wissenschaft zur Realität zurückkehrt.

  11. Ich kann Ihrer Meinung nur zustimmen. Putin wird das Gas nicht abdrehen.

    Einen Aspekt haben Sie nicht erwähnt: Politisch würde er der Welt zeigen, dass er nicht der ‚Bad guy‘ ist, sondern die westliche Berichterstattung vollkommen daneben ist und auch die German Angst schürt.

    Ich sehe 2 Optionen:
    1. Er schaltet NS1 wieder an (Volumen wie vor der Wartung oder höher)
    2. Es gibt ‚technische Probleme‘ und er schlägt vor über NS2 das zu ersetzen.

    Ich persönlich würde an seiner Stelle Option 2 ziehen.

  12. Bernecker sagt es auch,Vladimir wird das Pokerspiel nicht beenden ,sondern weiterspielen bis den Sanktionierern die Spielsucht vergeht.Es können Wetten abgeschlossen werden wer das Spiel gewinnt, der verschmähte Geheimdienstler oder der uneinge, naive Westlerhaufen.

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