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Was ist die größte Blase aller Zeiten?

Markus Fugmann

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am

Von Markus Fugmann

Sind die Aktienmärkte eine Blase? Kann man so sehen. Sind die (Staats-)Anleihemärkte eine Blase? Ziemlich sicher, mit Negativrenditen und Risikoprämien etwa Spaniens und Italiens, die nur noch wenig über 1% für die 10-jährigen Staatsanleihen dieser Länder liegen – Mario Draghi sei Dank. Aber die allergrößte Blase, darauf hat der Blogger John Mauldin in einem sehr lesenwerten Interview mit der schweizer „Finanz und Wirtschaft“ hingewiesen.

Auf die Frage, wo er die größte Blase sehe, antwortete Mauldin:

„In der Staatsverschuldung und in staatlichen Leistungsversprechen. Letztere ist die grösste Blase aller Zeiten. Sie wird böse enden. Regierungen werden nicht in der Lage sein, das zu zahlen, was sie versprochen haben.“

Das trifft genau den Punkt. In den Bilanzen der Staaten lauern Ansprüche von Bürgern für Rentenzahlungen etc., die angesichts der demografischen Entwicklung faktisch nicht nedient werden können. Dieser Punkt jedoch ist kaum im öffentlichen Bewußtsein verankert. Allein der Blick auf die USA zeigt, worum es geht:

„Die USA müssen die in den staatlichen Leistungsversprechen enthaltene implizite Verschuldung angehen. Professor Larry Kotlikoff von der Universität Boston schätzt die nicht gedeckten Verpflichtungen auf 220 Bio. $. Das ist eine unglaubliche Zahl. Wir werden in dieser Dekade – lange bevor wir die 220 Bio. $ erreichen – eine Budgetkrise erleben, die uns zwingen wird, unser Gesundheits-, Renten- und Sozialwesen zu reformieren.“

Mauldin prognostizierzt darüber hinaus das Auftreten von fünf Krisen:

„Ich sorge mich über die hohe weltweite Verschuldung, die fünf rollende Krisen zur Folge hat. Es wäre weniger dramatisch, wenn eine nach der anderen auftreten würde, doch leider dürften mehrere gleichzeitig ausbrechen. Die Krisenherde sind China, Japan, Europa, die USA und die Schwellenländer, die wegen ihrer hohen Dollarverschuldung unter dem stärker werdenden Greenback leiden werden.“

Einen wesentlichen Treiber für den Ausbruch der Krisen sieht Mauldin in China:

„China hat seine Gesamtverschuldung in sieben Jahren von 17 auf 27 Bio. $ erhöht. Wie schafft man das? Nun, man finanziert jedes Projekt, koste es, was es wolle. Gegenwärtig kühlt sich die chinesische Konjunktur spürbar ab. Die Zinsausgaben sind schneller gewachsen als die Wirtschaft. Irgendwann geht die Rechnung einfach nicht mehr auf (..).Ich denke, China muss in den nächsten zwei Jahren eine Entscheidung treffen, wie es mit der Verschuldung umgehen will. Die klassische Vorgehensweise wäre die Abwertung der Währung nach japanischem Vorbild. So würde der chinesische Renminbi aber nicht zur Reservewährung – und China hat diesen Fetisch. Deshalb dürfte das Land noch eine Zeit lang an der Bindung zum Dollar festhalten“.

Und wie geht es mit der Eurozone weiter?

„Irgendwann wird man nicht umhinkommen, die Verschuldung zu vergemeinschaften oder den Euro aufzubrechen. Eine Gemeinschaftswährung ohne Fiskalunion funktioniert nicht. Entweder kauft die EZB alle Schulden, oder sie werden vergemeinschaftet. Oder die Währungsunion wird aufgespalten.“

Genau das könnte passieren: die EZB kauft alle vorhandenen Staatsanleihen (also deutlich mehr als derzeit im QE-Programm vorgesehen) – und streicht dann ein paar Nullen aus ihrer Bilanz. Der sehr gut in hochrangigen Kreisen vernetzte Daniel Stelter hat kürzlich auf Überlegungen dieser Art hingewiesen. Ob damit jedoch wirklich die Probleme gelöst werden, ist mehr als zweifelhaft.

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Lockdown, Märkte – und Realität! Videoausblick

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Bislang haben die Märkte den Lockdown ignoriert: man geht davon aus, dass mit den Impfungen das Problem früher oder später komplett erledigt ist. Wenn dem wirklich so wäre, dann würen die aktuellen Bewertungen vielleicht sogar Sinn machen – aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Erholung der Wirtschaft so stark ausfällt wie erhofft, ist eher gering. Vilemehr zeichnet sich ein härterer und verlängerter Lockdown ab, während zugleich die Impfungen bislang weit unter den Erwartungen bleiben. Und so entsteht eine Lücke zwischen den Erwartungen der Märkte und der Realität – und das obwohl die neuesten Zahlen einen klaren Trend zeigen: die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus sinkt..

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Aktienmärkte: Warum fallen sie denn? Marktgeflüster (Video)

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Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

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Aktienmärkte: Buy the rumor, sell the fact? Videoausblick

Die Aktienmärkte heute morgen leicht schwächer, nachdem Biden seinen Stimulus-Plan vorgstellt hat. Buy the rumor, sell the fact?

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte heute morgen leicht schwächer, nachdem der neue US-Präsident Biden seinen Stimulus-Plan vorgestellt hat. Ist die Reaktion auf Bidens Plan das klassische „buy the rumor, sell the fact“-Schema? Man kauft also die Hoffnung, und verkauft dann, wenn die Hoffnung eintritt? Heute dürfte für die Aktienmärkte auch der kleine Verfall eine Rolle spielen, denn der Bestand an Call-Optionen ist gigantisch. Die Fed hat in Gestalt von Jerome Powell klar gestellt, dass die Zinsen nur dann angehoben würden, wenn die Inflation deutlich über 2% schießen würde. Und in Deutschland drohen Verschärfungen des Lockdowns, was den Dax aber bisher nicht wirklich interessiert – obwohl damit die optimistischen Wirtschafts-Prognosen obsolet wären..

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