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Wenn heisse Luft entweicht und Analysten abstufen: Starke Hände, schwache Hände..

Nachdem nach Erreichen der Medien-wirksamen 20.000er-Marke im Dow Jones die schwachen Hände beherzt bei den US-Aktien zugegriffen hatten, habe die Institutionellen ihr Ziel erreicht. Die starken Hände haben den schwachen Händen ihre Aktien verkauft – und sind nun seltsamerweise plötzlich der Meinung, dass die Bewertungen doch ein bißchen übertrieben seien..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Bekanntlich hat es gestern zwei Kandidaten erwischt, die viel heisse Luft produzieren – und dafür von den Märkten auch noch hysterisch gefeiert wurden: Tesla und Rocket Internet. Wie aus heiterem Himmel werden plötzlich Dinge in Frage gestellt, die vorher eben hingenommen worden sind – so etwa bei Tesla, als nach gefühlt 100 Jahren von Analysten erstmals die Frage gestellt wurde, wie lange Tesla wohl noch durchält angesichts der Tatsache, dass die Firma pro Tag elf Millionen Dollar verbrennt und gleichzeitig 44 Milliarden Dollar wert ist laut Marktkapitalisierung. Es entstand also auf einmal die Frage: wie kann eine Bewertung von 44 Milliarden Dollar mit einem Tagesverlust von -11 Millionen Dollar täglich in Einklang gebracht werden? Und die Antwort lautete gestern erstmals: gar nicht! Daher Tesla abverkauft, womit gut zwei Milliarden an Marktkapitalisierung auf einen Schlag verraucht sind!

Aber neben Tesla und Rocket Internet hat es gestern noch einen anderen Highflyer böse erwischt – die Rede ist von dem Herteller von Grafikchips, NVDIA. Seit Anfang 2016 hatte sich der Kurs von NVDIA vervierfacht – von 30 auf 120 Dollar:

NVDIA hat eine Marktkapitalisierung von 54 Milliarden Dollar – sportlich. Dabei hat das Unternehmen Anfang Februar Zahlen vorgelegt für das 4.Quartal 2016 mit einem Gesamtgewinn von 655 Millionen Dollar. Das bedeutet: um die Marktkapitalisierung zu rechtfertigen, müsste NVDIA knapp 100 Quartale ähnliche Gewinnzahlen vorlegen (wobei der Gewinn von 655 Millionen der beste war seit Jahren). Oder eben den Gewinn noch weiter steigern.

Und wie gestern bei Tesla und Rocket Internet war plötzlich, wie aus dem Nichts – der Zweifel da, dass das gelingen könnte. Die NVDIA-Aktie wurde über 9% abverkauft:

Und der Auslöser war winzig: zwei Analysten hatten die Aktie abgestuft. So etwa Romit Shah von Instinet, der die Aktie von „buy“ auf „reduce“ abstufte und das Kursziel auf 90 Dollar senkte – nach dem gestrigen Abverkauf weitere 10% unter dem gestrigen Schlusskurs. Dabei hatte derselbe Analyst noch vor zwei Wochen, nach Vorlage der Zahlen von NVDIA, sein Kursziel für die Aktie um 20% angehoben! Ganz ähnlich der Analyst von BMO Capital, Ambrish Srivastava: auch er stufte die Aktie ab auf „underperform“, nachdem er sein Kursziel vor knapp drei Wochen um 25% erhöht hatte!

Und was sagt uns das alles? Nachdem nun nach Erreichen der Medien-wirksamen 20.000er-Marke im Dow Jones die schwachen Hände beherzt bei den US-Aktien zugegriffen hatten, habe die Institutionellen ihr Ziel erreicht. Die starken Hände haben den schwachen Händen ihre Aktien verkauft – und sind nun seltsamerweise der Meinung, dass die Bewertungen doch ein bißchen übertrieben seien. Eine ganz plötzliche Erkenntnis! Sie ist genau ein Tag alt, what a difference a day makes! Ein Schelm wer Böses dabei denkt!


Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0)

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Walter Schmid

    24. Februar 2017 13:16 at 13:16

    „Die starken Hände haben den schwachen Händen ihre Aktien verkauft“ – wie wahr!
    Und diese schwachen Hände werden jetzt allmählich unsicher, dann kommt die Angst und dann die Panik. Das kann noch etwas dauern, es kann aber auch ganz schnell gehen.

  2. Avatar

    columbo

    24. Februar 2017 13:21 at 13:21

    Immer dasselbe, das Dumb Money kauft, wenn der Mainstream ihm das sagt,
    häufig am Hoch. War immer so und wird immer so bleiben.

    • Avatar

      joah

      24. Februar 2017 14:38 at 14:38

      Es muss sogar genauso bleiben, sonst würde die Börse gar nicht funktionieren: es benötigt „Dumme“, um den Potentialunterschied zu gewährleisten, andernfalls findet auch kein Austausch statt (Geldtransfer) – das wäre so langweilig, das es keinen mehr interessieren.

  3. Avatar

    KSchubert

    24. Februar 2017 13:41 at 13:41

    Der ganz große Abverkauf wird es (noch) nicht sein, was wir heute erleben…der DAX könnte ruhig noch 100-150 Punkte runter, wird aber dann erst mal noch hin- und herpendeln bevor er dann impulsiver hoch oder runter geht. Gehe von einer ausgedehnteren Seitwärtsrange in den nächsten Tagen aus, in welcher sich in der Regel ausgezeichnete Intradayhandelsmöglichkeiten ergeben – entscheidend wird, was er dann aus der Formation macht. By the way: Das Gap von heute Morgen lässt zudem auch auf einen nicht ganz sauberen Downmove schließen…

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Der nächste Corona-Impfstoff steht in den Startlöchern – Werbung

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Lieber Börsianer,

nach den Präparaten von Moderna und BionTech steht mit dem Wirkstoff von AstraZeneca der nächste Impfstoff vor der Zulassung in der EU. Die Freigabe durch die Gesundheitsbehörden wird Ende Januar erwartet.

Vor einem Jahr starteten innerhalb kürzester Zeit weltweit mindestens 171 Impfstoffprojekte. Noch vor wenigen Jahren hätte man für die Erforschung eines Impfstoffes mindestens 15 bis 20 Jahre angesetzt. So viel Zeit hat die Welt jetzt nicht. Neue Technologien ermöglichten eine enorme Beschleunigung der Forschung, so dass jetzt bereits mit 2 Präparaten in Deutschland geimpft werden kann.

Es kann kaum schnell genug mit der Zulassung gehen

Dennoch wird der Impfstoff von AstraZeneca sehnsüchtig erwartet. Die Produktionskapazität von Moderna und BionTech-Partner Pfizer reichen bei Weitem nicht aus, um große Teile der Bevölkerung schnell zu impfen. Zudem stehen die Lieferketten unter einem enormen Druck, weil die Impfdosen bei zweistelligen Minusgraden transportiert und gelagert werden müssen. Der neue Impfstoff von AstraZeneca kommt hingegen mit normalen Kühlschrank-Temperaturen aus.

Mehrere Staaten, darunter Österreich, Tschechien, Dänemark, Griechenland und die Balkan-Staaten forderten bereits, den Impfstoff schon vor der eigentlichen Zulassung zu verteilen.

Impfstoffproduktion führt zu Milliardeneinnahmen

Die zugelassenen Präparate werden den Herstellern derzeit förmlich aus den Händen gerissen. Die Herstellung und der Vertrieb der Impfdosen ist ein Milliardengeschäft. Die Konzerne verdienen noch mindestens so lange, bis genug Menschen geimpft sind, um die Krankheit wirksam zurückzudrängen. Doch sind die Unternehmen deshalb eine gute Geldanlage?

Machen Sie nicht jeden Trend mit

Viele Anleger investieren jetzt in Moderna. Die Aktie hat in den vergangenen Monaten mehr als tausend Prozent gewonnen. Die Story klingt ja auch zu schön. Es gibt eine Krankheit, die unsere ganze Welt in…..

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Verschärfung der Coronakrise belastet heute die Aktienmärkte.

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