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Wie umgehen mit Putin? Christian Rieck mit spieltheoretischen Ansätzen

Die Ukraine ist für Putin das Symbol dafür, dass die Wunde durch den Kollaps des Sowjetimperiums geheilt werden kann

Christian Rieck über Putin und die Ukraine

Wie kann der Westen mit Putin nach der Invasion der Ukraine umgehen – dieser Frage widmet sich in einem Interview mit „Mission Money“ der Spieltehoretiker Christian Rieck. Anfangs, so Christian Rieck unter Verweis auf Strategeme (chinesische Kriegslisten), habe sich Putin spieltheoretisch sehr intelligent verhalten, nun allerdings häufen sich Fehler.

Christian Rieck: Wie soll sich der Westen gegenüber Putin verhalten

Putin ging offenkundig von einem schwachen Westen aus – und sieht sich nun einer geeinten Allianz gegenüber, die extrem harte Sanktionen verhängt hat. Warum sind die Sanktionen gegen Putin so hart? Weil, wie Christian Rieck überzeugend darlegt, die Amerikaner die Macht haben, die machtlosen Europäer hingegen tragen die Kosten dieser harten Sanktionen, weil Europa anders als die USA stark von den fossilen Energieträgern aus Russland abhängig ist.

Sollte der Westen nun auch komplett auf russisches Gas und Öl verzichten (sofern das überhaupt möglich ist)? Immerhin hält Russland weiter seine Lieferverpflichtungen ein – und das sei zumindest eine minimale Basis, so Christian Rieck. Vor allem Europa sollte daher nicht seine strategischen Möglichkeiten weiter einschränken durch ein komplettes Embargo von russischem Öl und Gas.

Putin kann nicht mehr zurück

Putin hingegen hat mit dem Ukraine-Krieg Fakten geschaffen – und kann nun wohl nicht mehr zurück. Die Invasion der Ukraine verläuft offenkundig viel langsamer als geplant, sodass der russische Präsident kaum mehr gesichtswahrend aus dieser Sache heraus kommen kann. Christian Rieck und viele andere hatten unterschätzt, welche Bedeutung die Ukraine für Putin zu haben scheint: die Kontrolle über das Land ist für den russischen Präsidenten offenkundig wichtiger als die harten Sanktionen des Westens. Ex-Kanzler Helmut Schmidt hingegen hatte erkannt, dass es Putin um die Wiederherstellung des russischen „Kolonialreichs“ geht. Die Ukraine ist für Putin das Symbol dafür, dass die Wunde durch den Kollaps des Sowjetimperiums geheilt werden kann.

Dafür nimmt Putin sogar einen wirtschaftlichen Kollaps in Kauf durch die harten Sanktionen des Westens. Entweder, so Rieck, hat er die Handlungsbereitschaft des Westens unterschätzt und nicht mit derart harten Maßnahmen gerechnet, oder er habe einen „Plan B“,  so der Spieltheoretiker. Aber es steht zu fürchten, dass es nur einen „Plan A“ gibt: die Beherrschung der Ukraine und damit den Wiederaufstieg des russischen Imperiums.

Aber sehen Sie hier die Aussagen von Christian Rieck über die strategischen Optionen des Westens und Russlands:

 



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2 Kommentare

  1. Ich glaube, Putin wäre schon damit zufrieden, wenn sich USA, NATO und EU aus der Ukraine endlich raushalten würden. Natürlich will er die Krim behalten und mind. eine Autonomie für den Donbas. Sein „Kolonialreich“ hat Russland 1990 verloren. Jetzt geht es Putin darum, die „Eroberung“ Russlands durch den Westen zu stoppen. Dieser Kampf wird militärisch in der Ukraine und wirtschaftlich in Westeuropa ausgetragen.

  2. Große Psychologen unserer Zeit

    Die Analyse vom Herrn Rieck sind nur akademisch interessant, weil er die „Fakten“ für die Analyse vom Mainstream Medias annimmt.

    Kann das sein, dass Russland sich durch Atomwaffen Platzierung in Polen und Undarn (15 Minuten Lieferzeit nach Moscow) bzw. Ukraine (10 Minuten) sich existenziell bedroht fühlt? Nein, kann nicht sein. Das ist Putin, der mit 70 Jahren wird jetzt wieder 15 Republiken ins UdSSR zwingen.

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