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Wirecard: Insider-Trading, Aufklärung der FT-Vorwürfe dauert wohl noch

Seit zwei Wochen knallt es gigantisch bei der Wirecard-Aktie. Zuletzt berichteten wir am Freitag von dem Polizeibesuch in Singapur. Und zack, die Aktie krachte erneut in den Keller. Eine unglaubliche „Schlacht“ findet statt. Drei Mal hat die FT nun massiv gegen Wirecard geschossen, und das Unternehmen hält voll dagegen. Zuletzt hab man bekannt die FT verklagen zu wollen.

Gibt es heute zumindest „moralische“ Unterstützung für den Aktienkurs von Wirecard? Aktuell werden Insider Tradings bekannt. Insider sind Personen, die über firmeninterne vertrauliche Abläufe bescheid wissen, also in erster Linie die Vorstände. Sie sind verpflichtet eine zeitnahe Mitteilung an die BaFin zu machen, wenn sie binnen fünf Tagen Aktien des Unternehmens kaufen oder verkaufen, mit einem Volumen ab 5000 Euro.

Wie nun bekannt wird, haben die Vorstände Jan Marsalek und Alexander von Knoop für 110.000 Euro und 111.666 Euro Wirecard-Aktien gekauft, und zwar am letzten Donnerstag den 7. Februar. Vermutlich irgendwo zwischen 129 und 110 Euro. Schaut man sich den Chart an, dann hatten sie vermutlich im Tagesverlauf nach dem starken Abverkauf irgendwo um die 115 Euro gekauft. Vermutlich! Wissen tun wir es nicht.

Aus heutiger Sicht (nach dem Freitags-Absturz) liegen die beiden schon gut im Minus (aktueller Kurs schwankt derzeit um die 100 Euro). Aber hey, man schaue mal auf die satten Kursverluste der letzten Tage. Die Aktie stand vorletzte Woche noch bei 160 Euro. Von da aus gesehen haben die beiden günstig eingekauft. Dieser Kauf kann als Vertrauensbeweis der Vorstände in die eigene Firma gewertet werden. Oder ist es nur ein symbolischer Akt? Entscheiden Sie selbst, wie Sie diesen Trade einordnen wollen.

Kanzlei-Bericht über Wirecard in Singapur

Wirecard verweist seit Tagen auf einen Abschlussbericht der Kanzlei Rajah & Tann, welcher die FT-Vorwürfe endgültig entkräften soll. Aktuell wird bekannt, dass es wohl noch mehrere Wochen dauern soll, bis dieser Bericht fertiggestellt ist. Bis dahin dürfte am Markt eine große Unsicherheit vorherrschen. Gab es nun diese oft erwähnten Unregelmäßigkeiten bei Wirecard in Singapur, oder eben nicht? Es wäre wohl im Sinne des Unternehmens, wenn diese Kanzlei ihren Bericht zügiger „bearbeitet“.

Verlauf der Wirecard-Aktie seit dem 22. Januar
Verlauf der Wirecard-Aktie seit dem 22. Januar.



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