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Zieht euch warm an! Warum es ab jetzt mit der globalen Konjunktur abwärts gehen wird – China und der Kreditimpuls

Warum Sie nicht erstaunt sein sollten, wenn es in den nächsten Monaten deutlich bergab geht mit der Konjunktur – und die aktuell vermeldeten schwachen Konjunkturdaten aus China nur ein Vorläufer waren..

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Von Markus Fugmann

Heute Nacht kamen Konjunkturdaten aus China, die allesamt deutlich unter der Erwartung lagen: Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion und Bauinvestitionen. Ist das Zufall? Nein. Denn Konjunkturdaten von heute sind in der Vergangenheit „gemacht“ worden – sie sind eine Folge des sogenannten Kreditimpulses, der mit Verzögerung von neun bis 12 Monaten auf die Realwirtschaft durchschlägt.

Was ist der „Kreditimpuls“? Der Begriff stammt aus dem Jahr 2008 von dem damals für die Deutsche Bank arbeitenden Michael Briggs. Der Begriff bemisst die neue Kreditvergabe in Relation zum BIP eines Landes. Kurz gefasst: je höher die Vergabe neuer Kredite in Relation zum BIP eines Landes, umso stärker wird absehbar die Nachfrage der Privatwirtschaft nach Gütern und Dienstleistungen steigen – es entsteht also Wachstum durch vermehrte Nachfrage, weil mehr Geld zirkuliert, die Firmen und Einzelmenschen mehr Geld in der Tasche haben. Firmen, die leicht Kredit bekommen, bauen neue Fabriken, stellen mehr Mitarbeiter ein, diese Mitarbeiter haben mehr Geld zur Verfügung, konsumieren daher mehr etc.

Dass die globale Wirtschaft durch die Finanzkrise nicht kollabierte, liegt zu einem nicht unerheblichen Teil an China. Peking fürchtete im Jahr 2008 die Folgewirkungen der Finanzkrise und „drückte auf die Tube“, sprich: man lockerte die Praxis der Kreditvergabe, ermunterte die staatlichen Banken, Kredite zu vergeben, der Staat selbst investierte große Summen in die Infrastruktur (Straßen, Brücken etc.). So entstand neue Nachfrage, etwa nach Rohstoffen (was den Emerging Markets half), man kaufte neue Maschinen (was vor allem der deutschen Exportindustrie half) etc. Man kann sagen: China half wesentlich dabei, dass sich die Weltwirtschaft nach dem Fast-Kollaps 2008/2009 gewissermaßen mit dem eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen konnte.

Nach einigen Jahren realisierten die Machthaber in Peking aber schließlich, dass die exzessive Kreditvergabe zu Fehlallokationen von Kapital, zu Zombie-Firmen und vor allem auch zu einem zu schnellen Anstieg der Immobilienpreise führte – also drückte man wieder auf die Bremse. Die Folge: in den Jahren 2014 und 2015 sanken die globalen Inflationszahlen deutlich, ein Beleg dafür, wie stark China die globale Entwicklung beeinflusst.

Im Gefolge der strengeren Kreditvergabe kühlte die chinesische Wirtschaft ab, Peking sah sich im August 2015 zu einem großen Abwertungsschritt des Yuan veranlasst, der die Finanzmärkte weltweit schockte. Also beschlossen Chinas Machthaber, erneut auf die „Tube zu drücken“: die Kreditvergabe stieg wieder stark an, mit der Folge, dass der Welthandel anzog, auch die Inflation zeigte global wieder nach oben.

Anfang 2017 aber war die Party vorbei: Staatschef Xi Xinping beschloss, die Risiken, die mit der exzessiven Kreditvergabe verbunden sind, zu deckeln, um die krasse Verschuldung vor allem chinesischer Staatskonzerne nicht noch weiter ausufern zu lassen und Spekulationsblasen einzudämmen. Also wurden die zuvor geduldeten Finanzierungen durch Schattenbanken quasi verboten, die (ausserbilanziellen) Vermögensverwaltungsprodukte der offiziellen Banken (wealth management products, WMPs) wurden streng reguliert. Treibende Kraft dieser Maßnahmen ist einer wichtigsten Finanzentscheider der Welt, der im Westen kaum bekannt ist, aber vermutlich so einflussreich ist wie Mario Draghi: Guo Shuqing, der Chef der China Banking Regulatory Commission. Er macht die Vorschläge, Staatschef Xi Xinping nickt diese ab.

Die Folge der Maßnahmen? Der Kreditimpuls in China sank deutlich ab:

Dabei ist auffällig, wie stark der globale Kreditimpuls mit dem Kreditimpuls Chinas korrespondiert:


(Grafik: Saxo Bank)

Die heute Nacht vermeldeten Daten aus China sind also der Auftakt für schwache Konjunkturdaten nicht nur in China. Der massive Rückgang der Kreditvergabe in China seit Anfang 2017 wird auch die Wirtschaftsdaten in Europa und anderswo massiv beeinflussen!

Dazu kommt, dass die Fed vermutlich schon in diesem Monat beginnen wird, ihre Bilanzsumme zu reduzieren, faktisch geht also der Trend in Richtung weniger Liquidität. Auch die EZB kann gar nicht mehr anders, als ihre Anleihekäufe zunächst zu reduzieren und dann ganz einzustellen, weil es nicht mehr genügend kaufbare Staatsanleihen gibt. Mithin wird die Geldpolitik der beiden großen westlichen Notenbanken tendenziell rigider, während gleichzeitig die Konjunkturdaten ihren Hochpunkt schon überschritten haben, weil der seit Anfang 2017 stark rückläufige Kreditimpuls mit Verzögerung von neun bis 12 Monaten negativ in die Realwirtschaft hineinwirkt. Also: warm anziehen, der (konjunkturelle) Herbst macht sich schon bemerkbar..

Aber im Übrigen sind wir natürlich der Meinung: Aktienkurse können nur steigen, weil sie sonst ja fallen würden, was sie seit Jahren nicht getan haben, woraus man schließen muß, dass sie nie fallen, weil sie während der letzten hundert Jahre ja immer gestiegen sind, und deswegen auch die nächsten hundert Jahre steigen werden..

27 Kommentare

27 Comments

  1. Masud79

    14. September 2017 13:03 at 13:03

    fmw mit seit einem jahr völlig vom markt ignorierten bärennews, unverbesserlich

    • Columbo

      14. September 2017 13:12 at 13:12

      Genau, du meinst den Markt, der ist unverbesserlich!

      • Masud79

        14. September 2017 13:39 at 13:39

        nein ich meine FMW, mag sein dass alle Infos hier fundamental begründet sind , aber FMW scheint nicht die Tatsache akzeptieren zu wollen dass sich Aktienkurse von und realwirtschaftliche Daten und Fakten komplett abgekoppelt haben. man flüchtet sich in mega zynischen Kommentaren und einseitiger Berichterstattung. Ich hab das Bärenfell entgültig eingemottet nach über einem Jahr sämtlicher Ignoranz jedes realwirtschaftlichen Warnsignals seitens der Märkte

        • berti

          14. September 2017 14:16 at 14:16

          Masud,irgendwie glaub ich dir das nicht. Aber ich bin nicht besser 🙂

          Und das hatte Columbo schon verstanden 😉

    • Flyingwilli

      14. September 2017 14:01 at 14:01

      ……..wer zuletzt brummt, brummt am besten!

  2. Feldmaen

    14. September 2017 13:13 at 13:13

    Und was nun Herr Fugmann? Sie Predigen uns ja nun schon seit einiger Zeit den weltweit bevorstehenden Abschwung. Ich denke auch das er früher oder später kommen wird, da bin ich mit Ihnen d’accord. Aber wie sollte man sich denn nun als Normalo darauf vorbereiten? Gold kaufen bis zum Abwinken wie @bauer und auswandern? Aktien generell meiden? Cash halten? Schulden vermeiden da uns ein deflationäres Zeitalter bevorsteht. Wie ist den hier ihre Meinung? Und bitte jetzt nicht auf Gastbeiträge oder Florian Homm verweisen.

    Ich würde mich freuen!

    • Markus Fugmann

      14. September 2017 13:20 at 13:20

      @Feldmaen, sehr komplexes Thema, das ich jetzt gerade aus Zeitmangel nicht ausführen kann. Aber grundsätzlich: FMW versteht sich eher als Nachrichtenseite, nicht als (konkrete) Anlageberatung…

      • berti

        14. September 2017 13:29 at 13:29

        🙂

      • Feldmaen

        14. September 2017 13:39 at 13:39

        Vielleicht finden Sie ja mal die Zeit für eine Darstellung ihrer Sichtweise. Ich denke da bin ich mit meinem Wunsch nicht der einzige. Und mir geht es da nicht um eine konkrete Anlageberatung, sondern eher um ihre Einschätzung, welche Vorbereitungen sich, in Bezug auf historische Ereignisse, in Zukunft als nützlich erweisen könnten.

    • bauer

      14. September 2017 13:29 at 13:29

      @Feldmaen,
      genau so isses,Auswandern und auf den hoffentlich bald eintretenden Crash warten….und in der Zwischenzeit die Fuesse hochlegen.
      Nebenbei kann man sich ja FMW reinziehen!
      Aber buckeln bis zum Abwinken und hoffen dass der DAX auf 20000 steigt,dass ueberlassen wir doch den Lemmi ngen,oder…?
      Wer/was, ist eigentlich ein NORMALO?
      Etwa die Mehrheit,die sich step by step ueber den Senkel ziehen laesst?

      • Feldmaen

        14. September 2017 13:55 at 13:55

        Er ist Ingenieur, Sie Kauffrau, ein Kind, Eigenheim auf (teilweise Pumg)Hund, beide Ende 30, von Versicherungen und Bankern die Schnauze voll. Ein bisschen Gold, ein bisschen Silber, ein paar Aktien, ein bisschen Cash, Kegelclub zum klarkommen und eigentlich zu zufrieden wenn alles so bleiben würde wie es ist und man mit 60 nicht mehr arbeiten muss sondern es nur noch aus Spaß daran macht…

        So könnte ein Normaloleben aussehen

        P.s. Füße hoch legen mehrt auf die Dauer auch nicht das Wohlbefinden!

        • Columbo

          14. September 2017 15:21 at 15:21

          @Feldmaen, du hast deine Frage nach der „Normalovorbereitung“ wohl selbst beantwortet. Aktien, Edelmetalle, Cash und Eigenheim, was will man mehr?

          • Feldmaen

            14. September 2017 15:44 at 15:44

            Gesund bleiben ;-)!

          • Lausi

            15. September 2017 07:27 at 07:27

            die Sau rauslassen 🙂

  3. Beobachter

    14. September 2017 14:54 at 14:54

    @Masud 79, Wenn die Märkte total vermanipuliert sind u.nicht so laufen wie man denkt sollte man nicht den Frust an FMW auslassen.Fugmann wurde bei seinen DAX-Ansichten auch oft als Bär kritisiert,schliesslich ist die Korrektur von ca.10% doch gekommen,leider habe ich sie auch verpasst.

  4. Gerd

    14. September 2017 15:52 at 15:52

    So ein schöner langer und gut ausgearbeiteter Bericht, der nicht ohne viel Arbeit zustande kam. Aber who cares? Wie in den Vorkommentaren ja schon
    rauskam.

    „Was ist der „Kreditimpuls“? Der Begriff stammt aus dem Jahr 2008…“
    Was gestern (womöglich) noch richtig und wichtig war, ist heute (ebenso womöglich) schon ohne maßgebenden Einfluss.

    2008 konnte sich auch der größte Fantast noch nicht vorstellen, dass es jemals wirklich zu einem Nullzinsniveau oder sogar Minuszinsen kommen würde. Alle damals womöglich korrekten Annahmen sind heutzutage was für zum in die Tonne kloppen.

    Und zudem wurde im Bericht obendrein auch noch das das ständige Hin -und Her der mehr oder weniger starken „Impulsgebung“ aufgezeigt.
    Falls die „Kreditimpuls“-Wirkung auch heute wirklich immer noch wichtig wäre, dann schaltet Herr Guo Shuqing demnächst eben wieder von „Brrr“ auf „Hühhott“ und dann läuft der Gaul wieder. Wenn sowas denn überhaupt nötig sein müsste.

  5. joah

    15. September 2017 00:19 at 00:19

    »China half wesentlich dabei, dass sich die Weltwirtschaft nach dem Fast-Kollaps 2008/2009 gewissermaßen mit dem eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen konnte.«

    Das ist korrekt. Preisfrage: Wer springt beim nächsten Kollaps ein? Antwort: Niemand (…denn es ist kein potenter Spieler mehr übrig).

  6. DD

    15. September 2017 08:20 at 08:20

    Wenn ein entsprechend massiver Abschwung kommt wird das nächste QE gestartet, mit noch mehr Geld wird man alles tun um die Inflation anzuheizen. Der Sparer wird am meisten bluten dürfen, da ist noch für Jahre genug zu holen.
    Die Sau die momentan durchs Dorf getrieben wird ist die Elektromobilität, in den Medien wird Autowerbung gemacht wie zu Zeiten der Abwrackprämie. 10.000€ für Ihren alten Diesel, beim Kauf eines neuen….
    Alles natürlich auf Kredit.

  7. PK

    15. September 2017 09:25 at 09:25

    sollte man die Chinesische Zentralbank dafür kritisieren, daß sie mit aller Macht versucht die Blasen einzudämmen, die dort am Immomarkt entstanden sind ?
    Die Chinesen haben im März die Zinsen zusätzlich zu den oben beschriebenen Massnahmen angehoben, momentan liegt der Diskont bei 4.35%. Es ist klar und vor allem auch beabsichtigt, daß der Kreditimpuls dadurch zurück geht.
    Zusätzlich sind teils drakonische Massnahmen ergriffen worden um die Spekulation mit Immos in den Städten zu verhindern. So darf man z.B. keine 2-Wohnung mehr kaufen, was dort teils zu Scheidungen geführt hat.

    Also ist die Planung einfach nur aufgegangen.
    Soll man das jetzt auch als Warnsignal sehen ?

    Seit Jahren wird von den Crashpropheten auf das Risiko des Platzens der Blase hin:
    „Die Chinesen sind auf dem Weg in die Hölle. Die Blase wird eher früher als später platzen“, behauptete James Chanos bereits im Jahr 2010.

    Also wird im Grund alles negativ interpretiert, was China betrifft.
    Sowohl starkes BIP wird negativ interpretiert weil es Blasen wirft.
    Vorgehen dagegen seitens der Zentralbank wird ebenfalls negativ interpretiert.
    Was wäre denn dann überhaupt positiv ?

    Ich finde es bemerkenswert, daß die Chinesen als eine der ganz wenigen Zentralbanken überhaupt noch Feuerkraft hat (was den Zinssatz etc. betrifft). Die anderen stehen ja alle mit dem Rücken zur Wand.
    Die Chinese können jederzeit das Feuer eröffnen, sollte die Kreditvergabe schneller fallen als beabsichtigt. Ich frage mich eher, welche Möglichkeiten die FED und EZB noch haben.
    Was richtig ist, die Häuserpreise sind in den Städten dort zu hoch, wenn man es mit dem mittleren Einkommen und anderen Ländern vergleicht. In China muss man das 41-fache des mittleren Jahreseinkommens bezahlen ! In München gerade mal 13.
    Man muss aber hier unbedingt berücksichtigen, daß in China der Einkommensspread einfach extrem ist (dadurch wird das mittlere Einkommen deutlich nach unten gezogen) und wenn man die Wohnungspreise betrachtet bezogen auf das mittleren Einkommen der „Städter“ ist es nicht viel anders als in anderen Ländern.

    Also, wie fast immer kann man es so oder so betrachten.

  8. Beobachter

    15. September 2017 10:15 at 10:15

    @Joah,bin gleicher Meinung, noch lustiger wird es dann wenn die nächste Krise wie viele meinen sogar von China ausgelöst würde.

  9. Gerd

    15. September 2017 11:27 at 11:27

    Joah: „Wer springt beim nächsten Kollaps ein? Antwort: Niemand (…denn es ist kein potenter Spieler mehr übrig“.
    Das wäre nicht so schön, aber woraus kann man schließen, dass China nicht erneut einspringt?
    Beobachter: „…wenn die nächste Krise wie viele meinen von China ausgelöst würde.“ Ja, wenn! Und wie viele meinen das denn wirklich?

    Macht mal einen Selbstversuch. Lest im obigen Bericht den Nachrichtenteil, nicht die Meinung. Das heißt, die Überschrift weglassen.
    Anfangen mit „Heute Nacht…“ und lesen bis die erste Grafik kommt.
    Ist das innere Gefühl danach nicht ein anderes?

  10. Beobachter

    15. September 2017 12:49 at 12:49

    @Gerd, ich u.viele andere vielleicht falsch „meinende „meinen dass die Situation in China grosse Ähnlichkeit mit Japan Ende der 80-er hat.Was daraus geworden ist wissen wir alle.Ob die Chinesen das besser meistern können werden wir sehen.

    • Gerd

      15. September 2017 15:42 at 15:42

      Da haben Sie natürlich recht. Ich bin der Letzte, der weiß OB die das besser meistern können. Wollte lediglich sagen, aus den nackten Fakten im obigen Bericht kann man noch keinesfalls schließen, dass sie es NICHT können.

      • joah

        15. September 2017 21:27 at 21:27

        Das lese ich nicht aus obigen Bericht heraus, sondern aus der Gesamtheit aller anderen Fakten die mir bekannt sind.

  11. Lutz Winter

    15. September 2017 17:35 at 17:35

    Mal eine andere Sichtweise dazu: wenn alle Blasen platzen hilft auch kein Gelddrucken mehr. Denn das Vertrauen in das Papier/Fiatgeld ist dahin.
    Vielleicht kommt es dann zu einer neuen Währung? Vielleicht wieder an den Goldpreis gebunden? Vielleicht eine Weltwährung?
    Schäuble sagte schon: krisen muss man nutzen.
    Und vielleicht will man eine Krise um diese zu nutzen?
    Eure Meinung dazu?

    • Feldmaen

      15. September 2017 19:30 at 19:30

      Blockchain. Ich denke da rollt eine Lawine auf und zu…

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Wirecard-Aktie fällt heute – ist das eine Kaufgelegenheit?

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Die Wirecard-Aktie befand sich seit Juni in einer Seitwärtsphase, ständig um die 150 Euro herum. Dann Anfang September kam ein Ausbruch bis auf knapp 160 Euro, dann der Rückfall. Gestern ging es rauf bis auf 158,29 Euro. Denn Wirecard hatte bekanntgegeben, dass man die schon im April angekündigte Kooperation mit Softbank nun auch vertraglich endgültig festgezurrt hat.

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Heute fällt die Wirecard-Aktie zurück auf 154,05 Euro (Kursverlauf im Chart seit 21. August). In einfacher Börsensprache ausgedrückt kann man sagen, dass heute „Sell on good news“ angesagt ist. Ein wenig Abverkaufen nach den guten Nachrichten von gestern. Die UBS hatte gestern verkündet, dass man sein Kursziel von 160 Euro für die Wirecard-Aktie bestätigt, wie auch das Buy-Rating.

Wirecard-Aktie seit 21. August

Als Teil der Kooperation mit Wirecard hatte Softbank Wandelanleihen gekauft, die in fünf Jahren zum Umtausch in Aktien von Wirecard berechtigen. Der Kaufkurs entspräche 130 Euro. Wenn die Wirecard-Aktie in fünf Jahren vermeintlich deutlich höher steht, wird Softbank einen richtig guten Schnitt gemacht haben. Wenn sie denn höher steht! Zwar wird dann die Zahl der insgesamt vorhandenen Wirecard-Aktien steigen, aber herje… man bedenke, dass Wirecard durch diese Kooperation vermutlich deutlich mehr Neugeschäft an Land ziehen dürfte. Also unterm Strich auf lange Sicht ein Mehrwert für die Aktionäre? Zurück zum Aktienkurs. Bei grob gesagt 160 Euro könnte die Aktie im großen Chartbild den monatelangen Seitwärtstrend nach oben verlassen – wenn sie sich denn mal endlich die restlichen 6 Euro nach oben bewegt. Ist die heutige kleine Schwäche von -2,68% gegenüber gestern Abend eine gute Kaufgelegenheit? Entscheiden Sie das bitte selbst! Erst am 6. November werden übrigens die Quartalszahlen verkündet. Schauen wir uns doch mal die Wirecard-Aktie im langfristigen Vergleich zum Dax an. Hier die letzten zwölf Monate (Dax in blau). Geht man danach, könnte man sagen: Die Aktie hat unterm Strich Nachholbedarf, weil der Dax besser gelaufen ist.

Wirecard-Aktie vs Dax

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Aktien

Schwarze Schwäne und wichtige Termine – geliebter Herbst

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Die noch verbleibenden 14 Handelswochen dieses Jahres versprechen Spannung pur. Allein die schon bekannten Termine bergen enormen Sprengstoff. Und dann gibt es ja noch Schwarze Schwäne, die wieder gehäuft auftauchen. Werfen wir also einen Blick voraus bis zum Jahresultimo.

Negativzinsen Inflation Quirion

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Schwarze Schwäne lieben den Herbst

Der Herbst ist historisch betrachtet die spannendste Phase an den Märkten. Nicht umsonst fanden 6 der 11 größten Crashs der Börsengeschichte im September und Oktober statt. Dafür gibt es zwei nachvollziehbare Gründe: Erstens kommt der Börsenhandel nach der Sommerpause wieder in Schwung und etliche Marktteilnehmer bilden sich zunächst ein neues Bild von der Gesamtlage und passen ihre Portfolios dem entsprechend an. Zweitens ist der Herbst ökonomisch betrachtet das Gegenstück zur Frühjahrsbelebung. Dieses Phänomen ist in einigen Bereichen signifikant ausgeprägt und gesamtwirtschaftlich spürbar, z. B. beim Tourismus und der Gastronomie, am Bau und im Immobilienmarkt und sogar bei den Automobilverkäufen. Die Konsumenten halten sich generell bis zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts Mitte November etwas zurück. Ausnahmen sind hier die „Back to School Season“ von Ende August bis Anfang September und Kleiderkäufe für die kalte Jahreszeit. In Summe ist die Zeit vom Ende der Sommerferien bis in den November hinein jedoch von saisonaler wirtschaftlicher Schwäche geprägt.

In diesem Jahr gehen viele Volkswirtschaften bereits geschwächt in die Herbstberuhigung und das könnte die Abschwungdynamik in den nächsten Monaten nochmals verstärken. Unvorhersehbare Ereignisse, die zu Marktturbulenzen führen, finden gehäuft in den letzten Wochen des Jahres statt. Man könnte sagen, dass das Immunsystem sowohl der Wirtschaft als auch der Märkte im Herbst angeschlagen ist. Gestern gab es bereits einen Vorgeschmack auf das, was sich jetzt wieder öfter zeigen könnte: Schwarze Schwäne. Das erste Mal seit der Finanzkrise musste die US-Notenbank den Geldmarkt mit bislang 53,15 Mrd. US-Dollar vor dem Kollaps bewahren. Der Auslöser dafür ist erschreckend banal und sollte in seiner Dimension eigentlich für einen Markt mit „gesunder Finanzmarktstabilität“ (O-Ton der Fed) ohne Weiteres verkraftbar sein. Doch mit der Stabilität scheint es nicht weit her zu sein, wenn lange absehbare Zahlungen von Unternehmenssteuern und die Emission von US-Staatsanleihen in Höhe von 78 Mrd. US-Dollar das gesamte System ins Wanken bringen und die Zentralbank zu Notmaßnahmen zwingen.

Auch auf geopolitischer Ebene drohen Überraschungen, so wie die jüngsten Attacken auf saudische Ölanlagen am vergangenen Wochenende im Zuge der anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den Regionalmächten Iran und Saudi Arabien und ihren Koalitionären (China und Russland vs. USA und Israel). Bereits in der kommenden Woche gibt es zu dieser Entwicklung einen sehr wichtigen Termin anlässlich der UN-Generaldebatte in New York. Ein weiteres politisches Großereignis ist der nach wie vor drohende harte Brexit am 31. Oktober. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte nach seinem ergebnislosen Treffen mit Premier Johnson am Montag: „Das Risiko eines harten Brexit ist nun mit Händen zu greifen“. In Deutschland könnte die SPD zum Jahresende für Turbulenzen sorgen, wenn sich die Genossen für eine neue Führungsspitze entscheiden sollten, die die große Koalition ablehnt.

Kursbeeinflussender Termine voraus

Im Folgenden finden Sie eine Liste, die ausgewählte börsenrelevante Termine in den kommenden Wochen und Monaten zeigt:

Schwarze Schwäne Terminliste

Fazit

Es brodelt gewaltig unter der Oberfläche, wie die massiven Umschichtungen und der Dollar-Liquiditätsstress zuletzt wieder gezeigt haben. Früher hätte schon allein der Kollaps der argentinischen Währungen die Alarmglocken der Marktteilnehmer schrillen lassen und sie zu mehr Risikosensibilität veranlasst. Doch diese Selbstschutzreflexe wurden den Marktteilnehmern durch Notenbank-Puts abtrainiert und auch die Algos wissen es nicht besser. Doch der Verlass auf die Zentralbanken und die Ignoranz gegenüber einer sich aufbauenden historischen Risikokulisse lassen Schwarze Schwäne nicht einfach verschwinden. Eher ist es so, dass man Ereignisse, die sich bereits als realistisches Risikoszenario seit Längerem abzeichnen ignoriert und sie dann bei ihrem Auftreten als unvorhersehbar deklariert. So gesehen sind viele Schwarze Schwäne nur eine Entschuldigung für die mangelnde Prognosequalität überbezahlter Analysten. Das gilt auch für die Kaiser der US-Fed, die sich heute wieder in ihrem Palast in Washington treffen. Sie könnten bald gänzlich ohne Kleider dastehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass dies genau im Herbst und für viele Marktteilnehmer völlig überraschend passiert. Die bis Jahresultimo anstehenden wichtigen Ereignisse sind jedenfalls diplomatisch formuliert in Summe „herausfordernd“.

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