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Zieht euch warm an! Warum es ab jetzt mit der globalen Konjunktur abwärts gehen wird – China und der Kreditimpuls

Warum Sie nicht erstaunt sein sollten, wenn es in den nächsten Monaten deutlich bergab geht mit der Konjunktur – und die aktuell vermeldeten schwachen Konjunkturdaten aus China nur ein Vorläufer waren..

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Von Markus Fugmann

Heute Nacht kamen Konjunkturdaten aus China, die allesamt deutlich unter der Erwartung lagen: Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion und Bauinvestitionen. Ist das Zufall? Nein. Denn Konjunkturdaten von heute sind in der Vergangenheit „gemacht“ worden – sie sind eine Folge des sogenannten Kreditimpulses, der mit Verzögerung von neun bis 12 Monaten auf die Realwirtschaft durchschlägt.

Was ist der „Kreditimpuls“? Der Begriff stammt aus dem Jahr 2008 von dem damals für die Deutsche Bank arbeitenden Michael Briggs. Der Begriff bemisst die neue Kreditvergabe in Relation zum BIP eines Landes. Kurz gefasst: je höher die Vergabe neuer Kredite in Relation zum BIP eines Landes, umso stärker wird absehbar die Nachfrage der Privatwirtschaft nach Gütern und Dienstleistungen steigen – es entsteht also Wachstum durch vermehrte Nachfrage, weil mehr Geld zirkuliert, die Firmen und Einzelmenschen mehr Geld in der Tasche haben. Firmen, die leicht Kredit bekommen, bauen neue Fabriken, stellen mehr Mitarbeiter ein, diese Mitarbeiter haben mehr Geld zur Verfügung, konsumieren daher mehr etc.

Dass die globale Wirtschaft durch die Finanzkrise nicht kollabierte, liegt zu einem nicht unerheblichen Teil an China. Peking fürchtete im Jahr 2008 die Folgewirkungen der Finanzkrise und „drückte auf die Tube“, sprich: man lockerte die Praxis der Kreditvergabe, ermunterte die staatlichen Banken, Kredite zu vergeben, der Staat selbst investierte große Summen in die Infrastruktur (Straßen, Brücken etc.). So entstand neue Nachfrage, etwa nach Rohstoffen (was den Emerging Markets half), man kaufte neue Maschinen (was vor allem der deutschen Exportindustrie half) etc. Man kann sagen: China half wesentlich dabei, dass sich die Weltwirtschaft nach dem Fast-Kollaps 2008/2009 gewissermaßen mit dem eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen konnte.

Nach einigen Jahren realisierten die Machthaber in Peking aber schließlich, dass die exzessive Kreditvergabe zu Fehlallokationen von Kapital, zu Zombie-Firmen und vor allem auch zu einem zu schnellen Anstieg der Immobilienpreise führte – also drückte man wieder auf die Bremse. Die Folge: in den Jahren 2014 und 2015 sanken die globalen Inflationszahlen deutlich, ein Beleg dafür, wie stark China die globale Entwicklung beeinflusst.

Im Gefolge der strengeren Kreditvergabe kühlte die chinesische Wirtschaft ab, Peking sah sich im August 2015 zu einem großen Abwertungsschritt des Yuan veranlasst, der die Finanzmärkte weltweit schockte. Also beschlossen Chinas Machthaber, erneut auf die „Tube zu drücken“: die Kreditvergabe stieg wieder stark an, mit der Folge, dass der Welthandel anzog, auch die Inflation zeigte global wieder nach oben.

Anfang 2017 aber war die Party vorbei: Staatschef Xi Xinping beschloss, die Risiken, die mit der exzessiven Kreditvergabe verbunden sind, zu deckeln, um die krasse Verschuldung vor allem chinesischer Staatskonzerne nicht noch weiter ausufern zu lassen und Spekulationsblasen einzudämmen. Also wurden die zuvor geduldeten Finanzierungen durch Schattenbanken quasi verboten, die (ausserbilanziellen) Vermögensverwaltungsprodukte der offiziellen Banken (wealth management products, WMPs) wurden streng reguliert. Treibende Kraft dieser Maßnahmen ist einer wichtigsten Finanzentscheider der Welt, der im Westen kaum bekannt ist, aber vermutlich so einflussreich ist wie Mario Draghi: Guo Shuqing, der Chef der China Banking Regulatory Commission. Er macht die Vorschläge, Staatschef Xi Xinping nickt diese ab.

Die Folge der Maßnahmen? Der Kreditimpuls in China sank deutlich ab:

Dabei ist auffällig, wie stark der globale Kreditimpuls mit dem Kreditimpuls Chinas korrespondiert:


(Grafik: Saxo Bank)

Die heute Nacht vermeldeten Daten aus China sind also der Auftakt für schwache Konjunkturdaten nicht nur in China. Der massive Rückgang der Kreditvergabe in China seit Anfang 2017 wird auch die Wirtschaftsdaten in Europa und anderswo massiv beeinflussen!

Dazu kommt, dass die Fed vermutlich schon in diesem Monat beginnen wird, ihre Bilanzsumme zu reduzieren, faktisch geht also der Trend in Richtung weniger Liquidität. Auch die EZB kann gar nicht mehr anders, als ihre Anleihekäufe zunächst zu reduzieren und dann ganz einzustellen, weil es nicht mehr genügend kaufbare Staatsanleihen gibt. Mithin wird die Geldpolitik der beiden großen westlichen Notenbanken tendenziell rigider, während gleichzeitig die Konjunkturdaten ihren Hochpunkt schon überschritten haben, weil der seit Anfang 2017 stark rückläufige Kreditimpuls mit Verzögerung von neun bis 12 Monaten negativ in die Realwirtschaft hineinwirkt. Also: warm anziehen, der (konjunkturelle) Herbst macht sich schon bemerkbar..

Aber im Übrigen sind wir natürlich der Meinung: Aktienkurse können nur steigen, weil sie sonst ja fallen würden, was sie seit Jahren nicht getan haben, woraus man schließen muß, dass sie nie fallen, weil sie während der letzten hundert Jahre ja immer gestiegen sind, und deswegen auch die nächsten hundert Jahre steigen werden..

27 Kommentare

27 Comments

  1. Avatar

    Masud79

    14. September 2017 13:03 at 13:03

    fmw mit seit einem jahr völlig vom markt ignorierten bärennews, unverbesserlich

    • Avatar

      Columbo

      14. September 2017 13:12 at 13:12

      Genau, du meinst den Markt, der ist unverbesserlich!

      • Avatar

        Masud79

        14. September 2017 13:39 at 13:39

        nein ich meine FMW, mag sein dass alle Infos hier fundamental begründet sind , aber FMW scheint nicht die Tatsache akzeptieren zu wollen dass sich Aktienkurse von und realwirtschaftliche Daten und Fakten komplett abgekoppelt haben. man flüchtet sich in mega zynischen Kommentaren und einseitiger Berichterstattung. Ich hab das Bärenfell entgültig eingemottet nach über einem Jahr sämtlicher Ignoranz jedes realwirtschaftlichen Warnsignals seitens der Märkte

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          berti

          14. September 2017 14:16 at 14:16

          Masud,irgendwie glaub ich dir das nicht. Aber ich bin nicht besser 🙂

          Und das hatte Columbo schon verstanden 😉

    • Avatar

      Flyingwilli

      14. September 2017 14:01 at 14:01

      ……..wer zuletzt brummt, brummt am besten!

  2. Avatar

    Feldmaen

    14. September 2017 13:13 at 13:13

    Und was nun Herr Fugmann? Sie Predigen uns ja nun schon seit einiger Zeit den weltweit bevorstehenden Abschwung. Ich denke auch das er früher oder später kommen wird, da bin ich mit Ihnen d’accord. Aber wie sollte man sich denn nun als Normalo darauf vorbereiten? Gold kaufen bis zum Abwinken wie @bauer und auswandern? Aktien generell meiden? Cash halten? Schulden vermeiden da uns ein deflationäres Zeitalter bevorsteht. Wie ist den hier ihre Meinung? Und bitte jetzt nicht auf Gastbeiträge oder Florian Homm verweisen.

    Ich würde mich freuen!

    • Avatar

      Markus Fugmann

      14. September 2017 13:20 at 13:20

      @Feldmaen, sehr komplexes Thema, das ich jetzt gerade aus Zeitmangel nicht ausführen kann. Aber grundsätzlich: FMW versteht sich eher als Nachrichtenseite, nicht als (konkrete) Anlageberatung…

      • Avatar

        berti

        14. September 2017 13:29 at 13:29

        🙂

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        Feldmaen

        14. September 2017 13:39 at 13:39

        Vielleicht finden Sie ja mal die Zeit für eine Darstellung ihrer Sichtweise. Ich denke da bin ich mit meinem Wunsch nicht der einzige. Und mir geht es da nicht um eine konkrete Anlageberatung, sondern eher um ihre Einschätzung, welche Vorbereitungen sich, in Bezug auf historische Ereignisse, in Zukunft als nützlich erweisen könnten.

    • Avatar

      bauer

      14. September 2017 13:29 at 13:29

      @Feldmaen,
      genau so isses,Auswandern und auf den hoffentlich bald eintretenden Crash warten….und in der Zwischenzeit die Fuesse hochlegen.
      Nebenbei kann man sich ja FMW reinziehen!
      Aber buckeln bis zum Abwinken und hoffen dass der DAX auf 20000 steigt,dass ueberlassen wir doch den Lemmi ngen,oder…?
      Wer/was, ist eigentlich ein NORMALO?
      Etwa die Mehrheit,die sich step by step ueber den Senkel ziehen laesst?

      • Avatar

        Feldmaen

        14. September 2017 13:55 at 13:55

        Er ist Ingenieur, Sie Kauffrau, ein Kind, Eigenheim auf (teilweise Pumg)Hund, beide Ende 30, von Versicherungen und Bankern die Schnauze voll. Ein bisschen Gold, ein bisschen Silber, ein paar Aktien, ein bisschen Cash, Kegelclub zum klarkommen und eigentlich zu zufrieden wenn alles so bleiben würde wie es ist und man mit 60 nicht mehr arbeiten muss sondern es nur noch aus Spaß daran macht…

        So könnte ein Normaloleben aussehen

        P.s. Füße hoch legen mehrt auf die Dauer auch nicht das Wohlbefinden!

        • Avatar

          Columbo

          14. September 2017 15:21 at 15:21

          @Feldmaen, du hast deine Frage nach der „Normalovorbereitung“ wohl selbst beantwortet. Aktien, Edelmetalle, Cash und Eigenheim, was will man mehr?

          • Avatar

            Feldmaen

            14. September 2017 15:44 at 15:44

            Gesund bleiben ;-)!

          • Avatar

            Lausi

            15. September 2017 07:27 at 07:27

            die Sau rauslassen 🙂

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    Beobachter

    14. September 2017 14:54 at 14:54

    @Masud 79, Wenn die Märkte total vermanipuliert sind u.nicht so laufen wie man denkt sollte man nicht den Frust an FMW auslassen.Fugmann wurde bei seinen DAX-Ansichten auch oft als Bär kritisiert,schliesslich ist die Korrektur von ca.10% doch gekommen,leider habe ich sie auch verpasst.

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    Gerd

    14. September 2017 15:52 at 15:52

    So ein schöner langer und gut ausgearbeiteter Bericht, der nicht ohne viel Arbeit zustande kam. Aber who cares? Wie in den Vorkommentaren ja schon
    rauskam.

    „Was ist der „Kreditimpuls“? Der Begriff stammt aus dem Jahr 2008…“
    Was gestern (womöglich) noch richtig und wichtig war, ist heute (ebenso womöglich) schon ohne maßgebenden Einfluss.

    2008 konnte sich auch der größte Fantast noch nicht vorstellen, dass es jemals wirklich zu einem Nullzinsniveau oder sogar Minuszinsen kommen würde. Alle damals womöglich korrekten Annahmen sind heutzutage was für zum in die Tonne kloppen.

    Und zudem wurde im Bericht obendrein auch noch das das ständige Hin -und Her der mehr oder weniger starken „Impulsgebung“ aufgezeigt.
    Falls die „Kreditimpuls“-Wirkung auch heute wirklich immer noch wichtig wäre, dann schaltet Herr Guo Shuqing demnächst eben wieder von „Brrr“ auf „Hühhott“ und dann läuft der Gaul wieder. Wenn sowas denn überhaupt nötig sein müsste.

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    joah

    15. September 2017 00:19 at 00:19

    »China half wesentlich dabei, dass sich die Weltwirtschaft nach dem Fast-Kollaps 2008/2009 gewissermaßen mit dem eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen konnte.«

    Das ist korrekt. Preisfrage: Wer springt beim nächsten Kollaps ein? Antwort: Niemand (…denn es ist kein potenter Spieler mehr übrig).

  6. Avatar

    DD

    15. September 2017 08:20 at 08:20

    Wenn ein entsprechend massiver Abschwung kommt wird das nächste QE gestartet, mit noch mehr Geld wird man alles tun um die Inflation anzuheizen. Der Sparer wird am meisten bluten dürfen, da ist noch für Jahre genug zu holen.
    Die Sau die momentan durchs Dorf getrieben wird ist die Elektromobilität, in den Medien wird Autowerbung gemacht wie zu Zeiten der Abwrackprämie. 10.000€ für Ihren alten Diesel, beim Kauf eines neuen….
    Alles natürlich auf Kredit.

  7. Avatar

    PK

    15. September 2017 09:25 at 09:25

    sollte man die Chinesische Zentralbank dafür kritisieren, daß sie mit aller Macht versucht die Blasen einzudämmen, die dort am Immomarkt entstanden sind ?
    Die Chinesen haben im März die Zinsen zusätzlich zu den oben beschriebenen Massnahmen angehoben, momentan liegt der Diskont bei 4.35%. Es ist klar und vor allem auch beabsichtigt, daß der Kreditimpuls dadurch zurück geht.
    Zusätzlich sind teils drakonische Massnahmen ergriffen worden um die Spekulation mit Immos in den Städten zu verhindern. So darf man z.B. keine 2-Wohnung mehr kaufen, was dort teils zu Scheidungen geführt hat.

    Also ist die Planung einfach nur aufgegangen.
    Soll man das jetzt auch als Warnsignal sehen ?

    Seit Jahren wird von den Crashpropheten auf das Risiko des Platzens der Blase hin:
    „Die Chinesen sind auf dem Weg in die Hölle. Die Blase wird eher früher als später platzen“, behauptete James Chanos bereits im Jahr 2010.

    Also wird im Grund alles negativ interpretiert, was China betrifft.
    Sowohl starkes BIP wird negativ interpretiert weil es Blasen wirft.
    Vorgehen dagegen seitens der Zentralbank wird ebenfalls negativ interpretiert.
    Was wäre denn dann überhaupt positiv ?

    Ich finde es bemerkenswert, daß die Chinesen als eine der ganz wenigen Zentralbanken überhaupt noch Feuerkraft hat (was den Zinssatz etc. betrifft). Die anderen stehen ja alle mit dem Rücken zur Wand.
    Die Chinese können jederzeit das Feuer eröffnen, sollte die Kreditvergabe schneller fallen als beabsichtigt. Ich frage mich eher, welche Möglichkeiten die FED und EZB noch haben.
    Was richtig ist, die Häuserpreise sind in den Städten dort zu hoch, wenn man es mit dem mittleren Einkommen und anderen Ländern vergleicht. In China muss man das 41-fache des mittleren Jahreseinkommens bezahlen ! In München gerade mal 13.
    Man muss aber hier unbedingt berücksichtigen, daß in China der Einkommensspread einfach extrem ist (dadurch wird das mittlere Einkommen deutlich nach unten gezogen) und wenn man die Wohnungspreise betrachtet bezogen auf das mittleren Einkommen der „Städter“ ist es nicht viel anders als in anderen Ländern.

    Also, wie fast immer kann man es so oder so betrachten.

  8. Avatar

    Beobachter

    15. September 2017 10:15 at 10:15

    @Joah,bin gleicher Meinung, noch lustiger wird es dann wenn die nächste Krise wie viele meinen sogar von China ausgelöst würde.

  9. Avatar

    Gerd

    15. September 2017 11:27 at 11:27

    Joah: „Wer springt beim nächsten Kollaps ein? Antwort: Niemand (…denn es ist kein potenter Spieler mehr übrig“.
    Das wäre nicht so schön, aber woraus kann man schließen, dass China nicht erneut einspringt?
    Beobachter: „…wenn die nächste Krise wie viele meinen von China ausgelöst würde.“ Ja, wenn! Und wie viele meinen das denn wirklich?

    Macht mal einen Selbstversuch. Lest im obigen Bericht den Nachrichtenteil, nicht die Meinung. Das heißt, die Überschrift weglassen.
    Anfangen mit „Heute Nacht…“ und lesen bis die erste Grafik kommt.
    Ist das innere Gefühl danach nicht ein anderes?

  10. Avatar

    Beobachter

    15. September 2017 12:49 at 12:49

    @Gerd, ich u.viele andere vielleicht falsch „meinende „meinen dass die Situation in China grosse Ähnlichkeit mit Japan Ende der 80-er hat.Was daraus geworden ist wissen wir alle.Ob die Chinesen das besser meistern können werden wir sehen.

    • Avatar

      Gerd

      15. September 2017 15:42 at 15:42

      Da haben Sie natürlich recht. Ich bin der Letzte, der weiß OB die das besser meistern können. Wollte lediglich sagen, aus den nackten Fakten im obigen Bericht kann man noch keinesfalls schließen, dass sie es NICHT können.

      • Avatar

        joah

        15. September 2017 21:27 at 21:27

        Das lese ich nicht aus obigen Bericht heraus, sondern aus der Gesamtheit aller anderen Fakten die mir bekannt sind.

  11. Avatar

    Lutz Winter

    15. September 2017 17:35 at 17:35

    Mal eine andere Sichtweise dazu: wenn alle Blasen platzen hilft auch kein Gelddrucken mehr. Denn das Vertrauen in das Papier/Fiatgeld ist dahin.
    Vielleicht kommt es dann zu einer neuen Währung? Vielleicht wieder an den Goldpreis gebunden? Vielleicht eine Weltwährung?
    Schäuble sagte schon: krisen muss man nutzen.
    Und vielleicht will man eine Krise um diese zu nutzen?
    Eure Meinung dazu?

    • Avatar

      Feldmaen

      15. September 2017 19:30 at 19:30

      Blockchain. Ich denke da rollt eine Lawine auf und zu…

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Markus Koch LIVE zum Start an der Wall Street – schlechte Nachrichten aus China

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Markus Koch meldet sich aktuell zum Handelsstart an der Wall Street. Es gibt ganz frisch schlechte Nachrichten aus China in Sachen Handelskrieg (Details hier). Darauf reagiert der Markt aktuell.

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Milliardengrab Kapitalexport – die dummen deutschen Auslandsinvestitionen

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Friedhof als Symbol - grottige Rendite auf den deutschen Kapitalexport

Das ifo-Institut ist auch nach dem Ausscheiden von Hans-Werner Sinn bekannt für seine klaren Worte in Sachen Ökonomie. Aktuell äußert man sich zum „Milliardengrab Kapitalexport“. Wie man ja weiß – Deutschland als Volkswirtschaft produziert Jahr für Jahr gigantische Milliardenüberschüsse im Außenhandel. Man exportiert also viel mehr, als dass man importiert. Netto fließt daher ständig Geld aus dem Ausland nach Deutschland. Was macht man in Deutschland? Fließt das Geld etwas in Dax- und MDax-Werte? Nein, da sind ausländische Eigentümer zu großen Teilen die Halter der Aktien. Deutschland schickt seine Überschüsse lieber raus in die Welt, und lässt sie dort arbeiten.

Kapitalexport grottig schlecht angelegt

Gewinnbringend? Ja, mag sein. Aber die Renditen sind doch ziemlich mau. Nicht nur, dass Deutschland (als Ganzes betrachtet) mit seinen Geldanlagen daheim schlechter fährt als ausländische Anleger in ihren Heimatländern. Laut aktueller Aussage des ifo-Instituts (siehe folgendes Video) sind auch die gigantischen Auslandsinvestitionen der deutschen Handelsbilanzüberschüsse ziemlich erfolglos angelegtes Geld! Deutschland als Land mit Demografieproblemen lege zum Beispiel sein Geld vor allem in Ländern an, die ebenfalls ein Demografieproblem hätten. Nur 12% seien in Schwellenländern (mit Bevölkerungswachstum) investiert.

Deutsche Auslandsinvestments würden auch nach Anlageklassen sortiert (Aktien, Anleihen) schlechter abschneiden als die Investments andere Anleger. Außenhandelsüberschüsse finden sich auch in Gewinnen deutscher Konzerne wieder, mit denen dann im Ausland Übernahmen finanziert werden. ifo nennt hier zum Beispiel die Übernahmen von Monsanto durch Bayer, oder die von Chrysler durch Daimler als gescheiterte Beispiele von deutschem Kapitalexport. Auch denke man bitte an die Landesbanken-Investitionen in US-Immobilien auf dem absoluten Hoch kurz vor dem Crash im Jahr 2008.

Abschreibungen senken die Gesamtrendite

Nur drei Beispiele, die allesamt zu Wertberichtigungen auf diese Geldanlagen führten. Daher wohl auch unterm Strich eine so schwache Rendite bei deutschen Auslandsinvestitionen. Deutsche Konzerne und große Geldsammelstellen (und auch Landesbanken) haben offenbar ein Talent im Ausland auf dem Höhepunkt von Trends einzusteigen, kurz bevor der Markt einbricht. Und auch hat man offenbar das Talent große Übernahmen zu stemmen, die sich als überteuert oder gleich ganz als Debakel erweisen. Kapitalexport sei vielleicht nicht die beste Idee um die deutschen Überschüsse anzulegen, so ifo im folgenden Video. Es sei vielleicht sinnvoll eine gesellschaftliche Debatte zu starten, ob man die Überschüsse sinnvoller im Inland investiert. Den kompletten hochinteressanten Vortrag über 90 Minuten finden Sie beim Klick an dieser Stelle. Oder schauen Sie kurz zusammengefasst hier das vierminütige Video.

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Tesla Fabrik in Deutschland? Mehr Schein als Sein!

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Tesla ist das Thema der Woche mit der Ankündigung von Elon Musk, dass man die erste Gigafactory in Europa nahe Berlin errichten will. Sissi Hajtmanek und Manuel Koch besprechen diese Nachricht im folgenden Video. Die beiden beleuchten das Thema kritisch, vor allem in Sachen möglicher EU-Subventionen. Lesen Sie bitte unseren Text unter dem Video weiter – wir äußern uns detailliert zu dem Thema!

Auch die hohen Kosten für die E-Autos von Tesla sind für den Massenmarkt ein Problem. Auf der Tesla-Aktie liegen hohe Short-Positionen. Es gibt also einiges zu beachten rund um die Aktie. Die Aktien von Tesla und Daimler werden im obigen Video übrigens auch mit aktuellen Handelsempfehlungen der Trading House Börsenakademie besprochen. Aber nun zu  unserer Analyse.

Tesla Motors ist sich stets der Aufmerksamkeit der Medien sicher. Ganz besonders gilt das in diesen Tagen. Mit der Ankündigung, eine Autofabrik am Stadtrand von Berlin bauen zu wollen, verblüffte Unternehmens-Chef Elon Musk am Dienstag praktisch alle. Zwar kündigte Musk in den vergangenen Jahren bereits mehrfach an, eine Fabrik in Europa bauen zu wollen. Doch dass es bereits jetzt soweit ist und die Wahl ausgerechnet auf das Hochlohnland Deutschland fällt, war nicht erwartet worden.

Tesla hat kein Geld und nicht genügend Nachfrage nach den Autos

Denn Tesla mangelt es nicht nur an Kapital, sondern auch nach einer ausreichend großen Fahrzeugnachfrage, um in naher Zukunft gleich drei Fahrzeugfabriken unterhalten zu können. Es ist erst zwei Jahre her, dass Musk öffentlich verkündete, es solle keinerlei Zweifel, und er meine Null Zweifel, daran bestehen, dass er in seiner ersten Fabrik in Fremont bereits Ende 2018 10.000 Model 3 pro Woche fertigen werde. Nun, Ende 2018 waren es nicht einmal 5.000 pro Woche und auch heute liegt die Produktionsrate eher bei 7.000 als 10.000 pro Woche. Und obwohl er in Fremont seinem für vergangenes Jahr ausgegebenen Produktionsziel 30% hinterher hinkt, beträgt die Lieferzeit für ein neu bestelltes Auto in Europa nur wenige Wochen bis maximal drei Monate. Die Preise mussten seit vergangenem Jahr zudem drastisch gesenkt werden, um auch nur eine Nachfrage auf dem aktuellen Niveau zu generieren.

30% Planuntererfüllung in Fremont und gesenkte Preise zur Nachfragebelebung hielten Tesla jedoch nicht davon ab, in diesem Jahr den Bau einer Fabrik in China zu beginnen. Dort sollen bald 150.000 Fahrzeuge vom Band rollen. Bis der Maschinenpark gekauft, aufgebaut und kalibriert wurde, sollen vorerst Fahrzeuge mit Bauteilen aus Fremont zusammengeschraubt werden.

Die Investitionen in die 1. Gigafactory wurden bei 20% des Endausbaus gestoppt

Auch in der sogenannten Gigafactory 1 in Nevada ist noch Platz für zusätzliche Produktionskapazitäten. Vollmundig angekündigt wurde die Fabrik vor mehr als fünf Jahren mit einer Produktionskapazität von 35 bis 50GWh Batteriezellen pro Jahr. Wenig später revidierte Tesla diese Zahl auf bis zu 150GWh nach oben. Stand jetzt werden jedoch nur 35GWh Zellen dort produziert, der Hallenbau wurde nach wenig mehr als 50% der ursprünglich angekündigten Größe vorerst eingestellt und der Partner Panasonic, der die Batteriezellen dort für Tesla fertigt, erteilte weiteren Investitionen eine Absage.

Ob sich Tesla überhaupt den Bau und Unterhalt so vieler Fabriken leisten kann, ist zweifelhaft. Laut Bilanz sitzt Tesla zwar auf mehr als 5 Milliarden US-Dollar Barreserven. Denen stehen aber nicht nur ein beständig wachsender Berg offener Rechnungen in Milliardenhöhe entgegen. Die auffällig niedrigen Zinseinnahmen pro Quartal deuten auch noch darauf hin, dass Tesla bei der Bilanz ordentlich Window dressing betreibt und der Cashbestand nur am letzten Tag des Quartals so hoch ist. Unter Berücksichtigung der ausgewiesenen Zinseinnahmen erscheint ein weniger als halb so hoher Cashbestand im Durchschnitt eines Quartals wahrscheinlicher. Übrigens: Auch als Tesla nach Aussage von Elon Musk wenige Wochen von der Zahlungsunfähigkeit entfernt war, lag der Cashbestand laut Bilanz bei rund 3 Milliarden US-Dollar.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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