Folgen Sie uns

Aktien

Zieht euch warm an! Warum es ab jetzt mit der globalen Konjunktur abwärts gehen wird – China und der Kreditimpuls

Warum Sie nicht erstaunt sein sollten, wenn es in den nächsten Monaten deutlich bergab geht mit der Konjunktur – und die aktuell vermeldeten schwachen Konjunkturdaten aus China nur ein Vorläufer waren..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Heute Nacht kamen Konjunkturdaten aus China, die allesamt deutlich unter der Erwartung lagen: Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion und Bauinvestitionen. Ist das Zufall? Nein. Denn Konjunkturdaten von heute sind in der Vergangenheit „gemacht“ worden – sie sind eine Folge des sogenannten Kreditimpulses, der mit Verzögerung von neun bis 12 Monaten auf die Realwirtschaft durchschlägt.

Was ist der „Kreditimpuls“? Der Begriff stammt aus dem Jahr 2008 von dem damals für die Deutsche Bank arbeitenden Michael Briggs. Der Begriff bemisst die neue Kreditvergabe in Relation zum BIP eines Landes. Kurz gefasst: je höher die Vergabe neuer Kredite in Relation zum BIP eines Landes, umso stärker wird absehbar die Nachfrage der Privatwirtschaft nach Gütern und Dienstleistungen steigen – es entsteht also Wachstum durch vermehrte Nachfrage, weil mehr Geld zirkuliert, die Firmen und Einzelmenschen mehr Geld in der Tasche haben. Firmen, die leicht Kredit bekommen, bauen neue Fabriken, stellen mehr Mitarbeiter ein, diese Mitarbeiter haben mehr Geld zur Verfügung, konsumieren daher mehr etc.

Dass die globale Wirtschaft durch die Finanzkrise nicht kollabierte, liegt zu einem nicht unerheblichen Teil an China. Peking fürchtete im Jahr 2008 die Folgewirkungen der Finanzkrise und „drückte auf die Tube“, sprich: man lockerte die Praxis der Kreditvergabe, ermunterte die staatlichen Banken, Kredite zu vergeben, der Staat selbst investierte große Summen in die Infrastruktur (Straßen, Brücken etc.). So entstand neue Nachfrage, etwa nach Rohstoffen (was den Emerging Markets half), man kaufte neue Maschinen (was vor allem der deutschen Exportindustrie half) etc. Man kann sagen: China half wesentlich dabei, dass sich die Weltwirtschaft nach dem Fast-Kollaps 2008/2009 gewissermaßen mit dem eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen konnte.

Nach einigen Jahren realisierten die Machthaber in Peking aber schließlich, dass die exzessive Kreditvergabe zu Fehlallokationen von Kapital, zu Zombie-Firmen und vor allem auch zu einem zu schnellen Anstieg der Immobilienpreise führte – also drückte man wieder auf die Bremse. Die Folge: in den Jahren 2014 und 2015 sanken die globalen Inflationszahlen deutlich, ein Beleg dafür, wie stark China die globale Entwicklung beeinflusst.

Im Gefolge der strengeren Kreditvergabe kühlte die chinesische Wirtschaft ab, Peking sah sich im August 2015 zu einem großen Abwertungsschritt des Yuan veranlasst, der die Finanzmärkte weltweit schockte. Also beschlossen Chinas Machthaber, erneut auf die „Tube zu drücken“: die Kreditvergabe stieg wieder stark an, mit der Folge, dass der Welthandel anzog, auch die Inflation zeigte global wieder nach oben.

Anfang 2017 aber war die Party vorbei: Staatschef Xi Xinping beschloss, die Risiken, die mit der exzessiven Kreditvergabe verbunden sind, zu deckeln, um die krasse Verschuldung vor allem chinesischer Staatskonzerne nicht noch weiter ausufern zu lassen und Spekulationsblasen einzudämmen. Also wurden die zuvor geduldeten Finanzierungen durch Schattenbanken quasi verboten, die (ausserbilanziellen) Vermögensverwaltungsprodukte der offiziellen Banken (wealth management products, WMPs) wurden streng reguliert. Treibende Kraft dieser Maßnahmen ist einer wichtigsten Finanzentscheider der Welt, der im Westen kaum bekannt ist, aber vermutlich so einflussreich ist wie Mario Draghi: Guo Shuqing, der Chef der China Banking Regulatory Commission. Er macht die Vorschläge, Staatschef Xi Xinping nickt diese ab.

Die Folge der Maßnahmen? Der Kreditimpuls in China sank deutlich ab:

Dabei ist auffällig, wie stark der globale Kreditimpuls mit dem Kreditimpuls Chinas korrespondiert:


(Grafik: Saxo Bank)

Die heute Nacht vermeldeten Daten aus China sind also der Auftakt für schwache Konjunkturdaten nicht nur in China. Der massive Rückgang der Kreditvergabe in China seit Anfang 2017 wird auch die Wirtschaftsdaten in Europa und anderswo massiv beeinflussen!

Dazu kommt, dass die Fed vermutlich schon in diesem Monat beginnen wird, ihre Bilanzsumme zu reduzieren, faktisch geht also der Trend in Richtung weniger Liquidität. Auch die EZB kann gar nicht mehr anders, als ihre Anleihekäufe zunächst zu reduzieren und dann ganz einzustellen, weil es nicht mehr genügend kaufbare Staatsanleihen gibt. Mithin wird die Geldpolitik der beiden großen westlichen Notenbanken tendenziell rigider, während gleichzeitig die Konjunkturdaten ihren Hochpunkt schon überschritten haben, weil der seit Anfang 2017 stark rückläufige Kreditimpuls mit Verzögerung von neun bis 12 Monaten negativ in die Realwirtschaft hineinwirkt. Also: warm anziehen, der (konjunkturelle) Herbst macht sich schon bemerkbar..

Aber im Übrigen sind wir natürlich der Meinung: Aktienkurse können nur steigen, weil sie sonst ja fallen würden, was sie seit Jahren nicht getan haben, woraus man schließen muß, dass sie nie fallen, weil sie während der letzten hundert Jahre ja immer gestiegen sind, und deswegen auch die nächsten hundert Jahre steigen werden..

27 Kommentare

27 Comments

  1. Avatar

    Masud79

    14. September 2017 13:03 at 13:03

    fmw mit seit einem jahr völlig vom markt ignorierten bärennews, unverbesserlich

    • Avatar

      Columbo

      14. September 2017 13:12 at 13:12

      Genau, du meinst den Markt, der ist unverbesserlich!

      • Avatar

        Masud79

        14. September 2017 13:39 at 13:39

        nein ich meine FMW, mag sein dass alle Infos hier fundamental begründet sind , aber FMW scheint nicht die Tatsache akzeptieren zu wollen dass sich Aktienkurse von und realwirtschaftliche Daten und Fakten komplett abgekoppelt haben. man flüchtet sich in mega zynischen Kommentaren und einseitiger Berichterstattung. Ich hab das Bärenfell entgültig eingemottet nach über einem Jahr sämtlicher Ignoranz jedes realwirtschaftlichen Warnsignals seitens der Märkte

        • Avatar

          berti

          14. September 2017 14:16 at 14:16

          Masud,irgendwie glaub ich dir das nicht. Aber ich bin nicht besser :-)

          Und das hatte Columbo schon verstanden ;-)

    • Avatar

      Flyingwilli

      14. September 2017 14:01 at 14:01

      ……..wer zuletzt brummt, brummt am besten!

  2. Avatar

    Feldmaen

    14. September 2017 13:13 at 13:13

    Und was nun Herr Fugmann? Sie Predigen uns ja nun schon seit einiger Zeit den weltweit bevorstehenden Abschwung. Ich denke auch das er früher oder später kommen wird, da bin ich mit Ihnen d’accord. Aber wie sollte man sich denn nun als Normalo darauf vorbereiten? Gold kaufen bis zum Abwinken wie @bauer und auswandern? Aktien generell meiden? Cash halten? Schulden vermeiden da uns ein deflationäres Zeitalter bevorsteht. Wie ist den hier ihre Meinung? Und bitte jetzt nicht auf Gastbeiträge oder Florian Homm verweisen.

    Ich würde mich freuen!

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      14. September 2017 13:20 at 13:20

      @Feldmaen, sehr komplexes Thema, das ich jetzt gerade aus Zeitmangel nicht ausführen kann. Aber grundsätzlich: FMW versteht sich eher als Nachrichtenseite, nicht als (konkrete) Anlageberatung…

      • Avatar

        berti

        14. September 2017 13:29 at 13:29

        :-)

      • Avatar

        Feldmaen

        14. September 2017 13:39 at 13:39

        Vielleicht finden Sie ja mal die Zeit für eine Darstellung ihrer Sichtweise. Ich denke da bin ich mit meinem Wunsch nicht der einzige. Und mir geht es da nicht um eine konkrete Anlageberatung, sondern eher um ihre Einschätzung, welche Vorbereitungen sich, in Bezug auf historische Ereignisse, in Zukunft als nützlich erweisen könnten.

    • Avatar

      bauer

      14. September 2017 13:29 at 13:29

      @Feldmaen,
      genau so isses,Auswandern und auf den hoffentlich bald eintretenden Crash warten….und in der Zwischenzeit die Fuesse hochlegen.
      Nebenbei kann man sich ja FMW reinziehen!
      Aber buckeln bis zum Abwinken und hoffen dass der DAX auf 20000 steigt,dass ueberlassen wir doch den Lemmi ngen,oder…?
      Wer/was, ist eigentlich ein NORMALO?
      Etwa die Mehrheit,die sich step by step ueber den Senkel ziehen laesst?

      • Avatar

        Feldmaen

        14. September 2017 13:55 at 13:55

        Er ist Ingenieur, Sie Kauffrau, ein Kind, Eigenheim auf (teilweise Pumg)Hund, beide Ende 30, von Versicherungen und Bankern die Schnauze voll. Ein bisschen Gold, ein bisschen Silber, ein paar Aktien, ein bisschen Cash, Kegelclub zum klarkommen und eigentlich zu zufrieden wenn alles so bleiben würde wie es ist und man mit 60 nicht mehr arbeiten muss sondern es nur noch aus Spaß daran macht…

        So könnte ein Normaloleben aussehen

        P.s. Füße hoch legen mehrt auf die Dauer auch nicht das Wohlbefinden!

        • Avatar

          Columbo

          14. September 2017 15:21 at 15:21

          @Feldmaen, du hast deine Frage nach der „Normalovorbereitung“ wohl selbst beantwortet. Aktien, Edelmetalle, Cash und Eigenheim, was will man mehr?

          • Avatar

            Feldmaen

            14. September 2017 15:44 at 15:44

            Gesund bleiben ;-)!

          • Avatar

            Lausi

            15. September 2017 07:27 at 07:27

            die Sau rauslassen :-)

  3. Avatar

    Beobachter

    14. September 2017 14:54 at 14:54

    @Masud 79, Wenn die Märkte total vermanipuliert sind u.nicht so laufen wie man denkt sollte man nicht den Frust an FMW auslassen.Fugmann wurde bei seinen DAX-Ansichten auch oft als Bär kritisiert,schliesslich ist die Korrektur von ca.10% doch gekommen,leider habe ich sie auch verpasst.

  4. Avatar

    Gerd

    14. September 2017 15:52 at 15:52

    So ein schöner langer und gut ausgearbeiteter Bericht, der nicht ohne viel Arbeit zustande kam. Aber who cares? Wie in den Vorkommentaren ja schon
    rauskam.

    „Was ist der „Kreditimpuls“? Der Begriff stammt aus dem Jahr 2008…“
    Was gestern (womöglich) noch richtig und wichtig war, ist heute (ebenso womöglich) schon ohne maßgebenden Einfluss.

    2008 konnte sich auch der größte Fantast noch nicht vorstellen, dass es jemals wirklich zu einem Nullzinsniveau oder sogar Minuszinsen kommen würde. Alle damals womöglich korrekten Annahmen sind heutzutage was für zum in die Tonne kloppen.

    Und zudem wurde im Bericht obendrein auch noch das das ständige Hin -und Her der mehr oder weniger starken „Impulsgebung“ aufgezeigt.
    Falls die „Kreditimpuls“-Wirkung auch heute wirklich immer noch wichtig wäre, dann schaltet Herr Guo Shuqing demnächst eben wieder von „Brrr“ auf „Hühhott“ und dann läuft der Gaul wieder. Wenn sowas denn überhaupt nötig sein müsste.

  5. Avatar

    joah

    15. September 2017 00:19 at 00:19

    »China half wesentlich dabei, dass sich die Weltwirtschaft nach dem Fast-Kollaps 2008/2009 gewissermaßen mit dem eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen konnte.«

    Das ist korrekt. Preisfrage: Wer springt beim nächsten Kollaps ein? Antwort: Niemand (…denn es ist kein potenter Spieler mehr übrig).

  6. Avatar

    DD

    15. September 2017 08:20 at 08:20

    Wenn ein entsprechend massiver Abschwung kommt wird das nächste QE gestartet, mit noch mehr Geld wird man alles tun um die Inflation anzuheizen. Der Sparer wird am meisten bluten dürfen, da ist noch für Jahre genug zu holen.
    Die Sau die momentan durchs Dorf getrieben wird ist die Elektromobilität, in den Medien wird Autowerbung gemacht wie zu Zeiten der Abwrackprämie. 10.000€ für Ihren alten Diesel, beim Kauf eines neuen….
    Alles natürlich auf Kredit.

  7. Avatar

    PK

    15. September 2017 09:25 at 09:25

    sollte man die Chinesische Zentralbank dafür kritisieren, daß sie mit aller Macht versucht die Blasen einzudämmen, die dort am Immomarkt entstanden sind ?
    Die Chinesen haben im März die Zinsen zusätzlich zu den oben beschriebenen Massnahmen angehoben, momentan liegt der Diskont bei 4.35%. Es ist klar und vor allem auch beabsichtigt, daß der Kreditimpuls dadurch zurück geht.
    Zusätzlich sind teils drakonische Massnahmen ergriffen worden um die Spekulation mit Immos in den Städten zu verhindern. So darf man z.B. keine 2-Wohnung mehr kaufen, was dort teils zu Scheidungen geführt hat.

    Also ist die Planung einfach nur aufgegangen.
    Soll man das jetzt auch als Warnsignal sehen ?

    Seit Jahren wird von den Crashpropheten auf das Risiko des Platzens der Blase hin:
    „Die Chinesen sind auf dem Weg in die Hölle. Die Blase wird eher früher als später platzen“, behauptete James Chanos bereits im Jahr 2010.

    Also wird im Grund alles negativ interpretiert, was China betrifft.
    Sowohl starkes BIP wird negativ interpretiert weil es Blasen wirft.
    Vorgehen dagegen seitens der Zentralbank wird ebenfalls negativ interpretiert.
    Was wäre denn dann überhaupt positiv ?

    Ich finde es bemerkenswert, daß die Chinesen als eine der ganz wenigen Zentralbanken überhaupt noch Feuerkraft hat (was den Zinssatz etc. betrifft). Die anderen stehen ja alle mit dem Rücken zur Wand.
    Die Chinese können jederzeit das Feuer eröffnen, sollte die Kreditvergabe schneller fallen als beabsichtigt. Ich frage mich eher, welche Möglichkeiten die FED und EZB noch haben.
    Was richtig ist, die Häuserpreise sind in den Städten dort zu hoch, wenn man es mit dem mittleren Einkommen und anderen Ländern vergleicht. In China muss man das 41-fache des mittleren Jahreseinkommens bezahlen ! In München gerade mal 13.
    Man muss aber hier unbedingt berücksichtigen, daß in China der Einkommensspread einfach extrem ist (dadurch wird das mittlere Einkommen deutlich nach unten gezogen) und wenn man die Wohnungspreise betrachtet bezogen auf das mittleren Einkommen der „Städter“ ist es nicht viel anders als in anderen Ländern.

    Also, wie fast immer kann man es so oder so betrachten.

  8. Avatar

    Beobachter

    15. September 2017 10:15 at 10:15

    @Joah,bin gleicher Meinung, noch lustiger wird es dann wenn die nächste Krise wie viele meinen sogar von China ausgelöst würde.

  9. Avatar

    Gerd

    15. September 2017 11:27 at 11:27

    Joah: „Wer springt beim nächsten Kollaps ein? Antwort: Niemand (…denn es ist kein potenter Spieler mehr übrig“.
    Das wäre nicht so schön, aber woraus kann man schließen, dass China nicht erneut einspringt?
    Beobachter: „…wenn die nächste Krise wie viele meinen von China ausgelöst würde.“ Ja, wenn! Und wie viele meinen das denn wirklich?

    Macht mal einen Selbstversuch. Lest im obigen Bericht den Nachrichtenteil, nicht die Meinung. Das heißt, die Überschrift weglassen.
    Anfangen mit „Heute Nacht…“ und lesen bis die erste Grafik kommt.
    Ist das innere Gefühl danach nicht ein anderes?

  10. Avatar

    Beobachter

    15. September 2017 12:49 at 12:49

    @Gerd, ich u.viele andere vielleicht falsch „meinende „meinen dass die Situation in China grosse Ähnlichkeit mit Japan Ende der 80-er hat.Was daraus geworden ist wissen wir alle.Ob die Chinesen das besser meistern können werden wir sehen.

    • Avatar

      Gerd

      15. September 2017 15:42 at 15:42

      Da haben Sie natürlich recht. Ich bin der Letzte, der weiß OB die das besser meistern können. Wollte lediglich sagen, aus den nackten Fakten im obigen Bericht kann man noch keinesfalls schließen, dass sie es NICHT können.

      • Avatar

        joah

        15. September 2017 21:27 at 21:27

        Das lese ich nicht aus obigen Bericht heraus, sondern aus der Gesamtheit aller anderen Fakten die mir bekannt sind.

  11. Avatar

    Lutz Winter

    15. September 2017 17:35 at 17:35

    Mal eine andere Sichtweise dazu: wenn alle Blasen platzen hilft auch kein Gelddrucken mehr. Denn das Vertrauen in das Papier/Fiatgeld ist dahin.
    Vielleicht kommt es dann zu einer neuen Währung? Vielleicht wieder an den Goldpreis gebunden? Vielleicht eine Weltwährung?
    Schäuble sagte schon: krisen muss man nutzen.
    Und vielleicht will man eine Krise um diese zu nutzen?
    Eure Meinung dazu?

    • Avatar

      Feldmaen

      15. September 2017 19:30 at 19:30

      Blockchain. Ich denke da rollt eine Lawine auf und zu…

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Aktuell: Lufthansa veröffentlicht Maßnahmen für weiteren Kahlschlag

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Lufthansa A380 wird wohl nicht mehr fliegen

Die Lufthansa hatte bereits Maßnahmen zum Kahlschlag angekündigt. Aber es ist wie es ist. Die Fluggastzahlen erholen sich nicht V-förmig wie (auf den ersten Blick) die Gesamtkonjunktur. Weltweit gibt es ständig neue Corona-Restriktionen und viele Unklarheiten. Und offenkundig haben zu viele potenzielle Flugreisende wohl einfach keine Lust auf diese ganze Unsicherheit und dazu noch auf stundenlanges Maskentragen an Flughäfen und im Flugzeug. Jetzt hat die Lufthansa vor wenigen Minuten die nächsten Maßnahmen zum Kahlschlag verkündet. Weiter Runter-Schrumpfen, um nicht in den Kosten zu versinken, so könnte man es ausdrücken. Hier drucken wir die wichtigsten Infos von der Lufthansa im Wortlaut ab. Die Headline-Aussagen:

– Erholung des Luftverkehrs deutlich langsamer als noch im Sommer erwartet
– Tiefere Einschnitte bei Flottengröße und für Personal
– Langfristig geparkte sowie zur Ausflottung vorgesehene Flugzeuge werden im dritten Quartal mit bis zu 1,1 Mrd. EUR wertberichtigt
– Operative Mittelabflüsse sollen um 100 Mio. EUR pro Monat reduziert werden

Details:

Der Kapazitätsausblick für die Passagierairlines wird deutlich nach unten korrigiert; die bisherige Annahme, im vierten Quartal des Jahres ein durchschnittliches Produktionsniveau von 50 Prozent des Vorjahreswertes zu erreichen, erscheint nicht mehr realistisch. Bei Fortsetzung des aktuellen Trends werden die angebotenen Sitzkilometer im Vorjahres-vergleich voraussichtlich nur noch in einer Spanne zwischen 20 und 30 Prozent liegen.

Die mittelfristige Flottenplanung wird angepasst und sieht aktuell ab Mitte des Jahrzehnts eine dauerhafte, konzernweite Kapazitätsreduktion von 150 Flugzeugen vor .

In Ergänzung der bereits kommunizierten Flottenentscheidungen wurde folgendes beschlossen: Nachdem bereits im Frühjahr sechs Airbus A380 endgültig außer Dienst gestellt worden sind, werden die verbleibenden acht Flugzeuge vom Typ A380 sowie zehn Flugzeuge vom Typ A340-600, die bislang noch für den Flugdienst vorgesehen waren, in einen sogenannten Langzeitparkmodus (long-term storage) überführt und aus der Planung genommen.

Aus den vorgenannten Flottenentscheidungen werden sich weitere Wertberichtigungen in einer Größenordnung von bis zu 1,1 Mrd. EUR ergeben. Der Betrag soll noch im dritten Quartal des laufenden Jahres verbucht werden.

Der bisher avisierte rechnerische Personalüberhang von 22.000 Vollzeitstellen erhöht sich in Folge der Entscheidungen für das dritte Paket des Restrukturierungsprogramms. Die Anpassung der dauerhaften Personalstärke in den Flugbetrieben wird an die weitere Marktentwicklung angepasst.

Die überarbeitete Finanzplanung sieht trotz des eingetrübten Ausblicks vor, die Mittelabflüsse durch striktes Kostenmanagement weiter zu senken. Der Liquiditätsabfluss soll von aktuell rund 500 Mio. EUR pro Monat auf durchschnittlich 400 Mio. EUR pro Monat im Winter 2020/21 gesenkt werden. Das kommunizierte Konzernziel, im Jahresverlauf 2021 wieder operativ positive Mittelzuflüsse zu erwirtschaften, wird bekräftigt.

weiterlesen

Aktien

Markus Koch vor dem Handelsstart in New York – Abverkauf bei Tech geht weiter

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video vor dem Handelsstart in New York. Der Abverkauf bei Tech geht weiter, und der Value-Bereich profitiert.

weiterlesen

Aktien

Deutsche Bank: Übernahme durch UBS? Geldwäsche in Russland? Aktie dick im Minus

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Deutsche Bank Hochhäuser in Frankfurt

Die Deutsche Bank könnte heute mit einem kräftigen Plus in den Handel gehen. Würde man meinen, wenn man die Nachricht betrachtet, dass die große Schweizer UBS womöglich die Deutsche Bank kaufen will. So zumindest sagte es am Samstag die Schweizer „Sonntagszeitung“. Aber beim zweiten Blick weiß man: Die UBS wollte ja auch mit der Credit Suisse fusionieren – diese Idee sll offenbar schon gescheitert sein. Und auch die Commerzbank wie die Lloyds Banking Group sollen für die UBS interessante Kaufkandidaten sein. Also ist dies doch eher eine ziemlich unklare Lage. Außerdem wären die Hürden, die größte Bank Deutschlands kaufen zu können, wohl ziemlich groß. Aber dennoch, die Deutsche Bank-Aktie könnte heute aufgrund dieser Meldung gut im Plus eröffnen.

Deutsche Bank mit neuem Geldwäsche-Horror in Moskau?

Aber sie geht mit minus 3,6 Prozent in den Handel. Denn gestern gab es neue konkrete Berichte zu möglichen Geldwäsche-Vorgängen in Russland. Konkrete Auswertungen (hier die Details) sollen zeigen, dass die Deutsche Bank-Filiale in Moskau wohl eine Art Wild-West-Filiale gewesen sein soll, und dass trotz Aufsehern in Sachen Geldwäsche wohl kaum Kontrolle stattfand. Man wollte wohl nicht hinsehen und ließ viel womöglich mehr zweifelhafte Transaktionen zu als bislang bekannt. Pikant dabei ist, dass im betreffenden Zeitraum auch der heutige Deutsche Bank-Chef Sewing als Chef der Revision für die Kontrolle zuständig war, aber dass trotz Prüfungen sogenannte Mirror Trades nicht entdeckt wurden. Dabei wurden für Kunden Aktien in Rubel gekauft, und danach gleich wieder in US-Dollar verkauft.

Drohen der Deutschen Bank nach diesen neuen Enthüllungen weitere Geldstrafen? Fängt auch der Stuhl vom angeblich so sauberen Herrn Sewing an zu wackeln? Auf jeden Fall könnte der geneigte Börsianer das Grausen kriegen, dass diese jahrelange Horror-Show mit nicht enden wollenden Geldstrafen, Verfahren und Prüfungen weiter geht. Die Deutsche Bank-Aktie jedenfalls, die notiert heute wie gesagt mit mit minus 3,6 Prozent bei 7,41 Euro. Die Deutsche Bank hat dazu folgendes Statement veröffentlicht. Zitat:

„Die Bekämpfung von Finanzkriminalität, Geldwäsche und Kapitalflucht hat für die Ermittlungsbehörden und Finanzinstitute gleichermaßen Priorität. Die weltweit führenden Finanzinstitute, einschließlich der Deutschen Bank, haben Milliarden von Dollar investiert, um die Behörden bei diesen Bemühungen effektiver zu unterstützen. Dies führt natürlich zu einer höheren Zahl von Feststellungen.

Wir bei der Deutschen Bank haben in den letzten Jahren massiv in die Verbesserung der Kontrollen investiert, und wir konzentrieren uns mit Nachdruck darauf, unseren Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen nachzukommen. Dazu gehört auch, dass wir Maßnahmen ergreifen, um Risiken zu minimieren, und Beziehungen zu Kunden oder Korrespondenzbanken beenden, wenn dies angezeigt ist.

Das ICIJ hat über eine Reihe historischer Themen berichtet. Soweit sie sich auf die Deutsche Bank beziehen, sind sie den Aufsichtsbehörden bekannt. Die Themen wurden bereits untersucht und führten zu Einigungen mit den Behörden, in denen die Zusammenarbeit und die Mängelbeseitigung der Bank öffentlich anerkannt wurden. Wo nötig und angemessen, haben wir Konsequenzen gezogen. Soweit die vom ICIJ verwendeten Informationen aus Verdachtsmeldungen (sogenannten SARs) stammen, wurden diese Informationen von einer Bank gemäß der gesetzlichen Regelung aktiv identifiziert und den Behörden mitgeteilt. SARs enthalten Warnungen vor möglichen Probleme, können aber nicht mit einer Tatsachenbehauptung gleichgesetzt werden.“

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen