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Konjunkturdaten

Das dürfte Donald Trump sogar helfen: US-Leistungsbilanzdefizit +3,9% bei 481,2 Milliarden Dollar – interessante Details!

Genau das dürfte Donald Trump wenig freuen. Oder halt… dürfte es ihn ganz im Gegenteil sogar freuen, dass die Ungleichgewichte im US-Außenhandel und somit die Geldabflüsse aus den USA bis zum Beginn…

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FMW-Redaktion

Genau das dürfte Donald Trump wenig freuen. Oder halt… dürfte es ihn ganz im Gegenteil sogar freuen, dass die Ungleichgewichte im US-Außenhandel und somit die Geldabflüsse aus den USA bis zum Beginn seiner Amtszeit nochmal zugelegt haben? Das dürfte nämlich seine Argumentationsgrundlage verstärken. Schaut her, so viel Geld ist nur im letzten Jahr netto aus den USA abgeflossen, um so viel Geld werden wir ärmer!?

Letztes Jahr lag das US-Leistungsbilanzdefizit bei 481,2 Milliarden Dollar. Das ist ein Zuwachs des Defizits von 3,9% gegenüber 2015. Die Leistungsbilanz darf man nicht verwechseln mit der „Handelsbilanz“. Die Zahlen ähneln sich immer stark, und verlaufen in der Regel relativ parallel. Zusätzlich zur Handelsbilanz gibt es auch noch in jeder offen erfassten Volkswirtschaft die Dienstleistungsbilanz sowie Erwerbs- und Vermögenseinkommen. Alles wird sozusagen mit eingerechnet.

Daraus entsteht am Ende im Rahmen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung die Leistungsbilanz, eine Art Gesamtsaldo im Außenhandel mit anderen Ländern. Unterm Strich kann man also sagen, gab es für die gesamte US-Volkswsirtschaft letzes Jahr Netto-Abflüsse von 481,2 Milliarden Dollar, die natürlich irgendwie gegenfinanziert werden müssen. Dies läuft standardmäßig über Kredite, die Staat, Unternehmen und Verbraucher aufnehmen. Dieses Leistungsbilanzdefizit entspricht 2,6% der US-Wirtschaftsleistung, die selbe Relation wie im Jahr 2015.

Aber geht man etwas zurück, sieht man zum Beispiel im Jahr 2005 eine Relation von 6,3% Defizit zum BIP. Der Rückgang auf jetzt „nur noch“ 2,6% rührt her von der inzwischen deutlich angestiegenen Ölproduktion der USA (Fracking). In 2016 gingen die Warenexporte um 50,6 Milliarden Dollar zurück auf 1,459 Billionen Dollar. Diese Exportschwäche betraf hauptsächlich Industrieprodukte, die weniger ins Ausland exportiert wurden. Gleichzeitig aber fielen die Warenimporte noch stärker, nämlich um 63,3 Milliarden auf 2,20 Billionen Dollar.

Die sogenannten „Primäreinkommen“ legten um 19 Milliarden auf 802 Milliarden Dollar zu. Dies sind die vorhin schon erwähnten Erwerbs- und Vermögenseinkommen, die aus dem Ausland in die USA fließen. Die Netto-Käufe von Finanzgütern (exklusive Derivate) stieg um 105,6 Milliarden auf 331 Milliarden Dollar. Weitere Details im Originalwortlaut:

Net U.S. borrowing measured by financial-account transactions was $406.5 billion in 2016, an
increase from net borrowing of $195.2 billion in 2015. An increase in net U.S. incurrence of
liabilities excluding financial derivatives was partly offset by an increase in net U.S.
acquisition of financial assets excluding financial derivatives and a shift to net lending from
net borrowing in financial derivatives other than reserves.

Liabilities

Net U.S. incurrence of liabilities excluding financial derivatives increased $364.1 billion to
$759.4 billion.

* Transactions in other investment liabilities shifted to net incurrence of $63.2 billion
from net repayment of $235.1 billion, primarily reflecting a shift to net incurrence of
loans from foreigners.

* Net incurrence of direct investment liabilities increased $45.8 billion to $425.3 billion,
primarily reflecting an increase in net incurrence of equity liabilities.

Financial derivatives

Transactions in financial derivatives other than reserves shifted to net lending of $22.0
billion in 2016 from net borrowing of $25.4 billion in 2015.

Quelle: US BEA

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Europa

Volkswirtschaft ignoriert Industrie-Rezession – Boom bei Bau und Dienstleistungen in Zahlen!

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Deutschland Flagge

Die Faustformel lautet eigentlich: Steckt die Industrie in einer Rezession, werden auch alle anderen Branchen früher oder später mit nach unten gezogen, und ein Boom ist eigentlich nicht möglich. Gerade für ein Industrieland wie Deutschland gilt das. Denn ein Arbeiter im Maschinenbau oder bei einem Autozulieferer, der gerade auf Kurzarbeit ist oder seinen Job ganz verloren hat, wird erst einmal wohl kaum ins Kino gehen, groß Weihnachtsgeschenke einkaufen, und wohl auch keine neuen Häuser bauen etc. Und ein in der Krise steckender Autozulieferer wird weniger Aufträge an Werbeagenturen vergeben, Ausgaben für Kongresse und Dienstreisen streichen etc. So würden normalerweise Bau und Dienstleistungen auch unter einer Rezession der Industrie leiden.

Dienstleistungen legen gut zu

Aber derzeit ist dem überhaupt nicht so. Bei Bau und Dienstleistungen läuft der Boom auf Hochtouren weiter, obwohl gerade erst im Oktober die deutsche Industrieproduktion im Jahresvergleich übelst eingebrochen ist mit -5,3%. Heute hat das Statistische Bundesamt Daten für das 3. Quartal veröffentlicht im Vergleich zum 3. Quartal 2018. Die Dienstleistungsindustrie ist kalender- und saisonbereinigt um 2,7% gewachsen! Das ist der höchste Stand seit Beginn der Erfassung dieser Daten im Jahr 2003. Die saisonbereinigte Beschäftigtenzahl bei Dienstleistungen nahm im Vergleich zum 3. Quartal 2018 um 0,5 % zu. Alle Detailbereiche legen beim Umsatz zu. Hier einige Detailaussagen der Statistiker:

Einen deutlichen Umsatzanstieg im 3. Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnete – kalender- und saisonbereinigt – der Wirtschaftsbereich Film, TV-Programme, Kinos, Tonstudios, Musikverlag mit +21,7 %. Die bereinigten Umsätze des diesem Wirtschaftsbereich übergeordneten Bereichs Information und Kommunikation sind gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,2 % gestiegen. Einen Umsatzrückgang gab es dagegen bei den Messe-, Ausstellungs- und Kongressveranstaltern: Dort hat sich der bereinigte Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 14,7 % vermindert.

Dienstleistungen Detaildaten

Boom beim Bau weiter volle Fahrt voraus!

Auch gibt es heute offizielle Daten zum deutschen Handwerk. Im 3. Quartal wächst der Umsatz im Jahresvergleich um 5,2%. Das Handwerk im Bauhauptgewerbe legt beim Umsatz um 5,5% zu, das Ausbaugewerbe um 4,6%. Auch alle anderen Detailbereiche im Handwerk liegen deutlich im Plus. Der Boom geht also weiter. Die Industrie scheint das Handwerk einfach nicht runterziehen zu können. Das liegt natürlich auch auch Bauboom und am gigantischen Investitionsstau, der immer noch abgearbeitet werden muss, und wo immer noch immenser Nachholbedarf herrscht. Die Branche ist voll ausgelastet, und ein Ende scheint nicht in Sicht zu sein. Das kann man auch daran erkennen, dass sich der sogenannte „Bauüberhang“ dramatisch ausgeweitet hat. Dabei geht es um Aufträge im Wohnungsbau, die zwar erteilt sind, aber noch nicht ausgeführt werden konnten. Zwischen 2008 und 2018 hat sich der Bauüberhang bundesweit von rund 320.000 auf 693.000 genehmigte und noch nicht fertiggestellte Wohnungen mehr als verdoppelt, so die amtlichen Statistiker erst letzte Woche. Also, der Boom geht erst einmal weiter, und Bau + Dienstleistungen retten die Volkswirtschaft weiterhin davor, von der Industrie-Rezession ganz runtergezogen zu werden?

Boom im Handwerk geht weiter

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Konjunkturdaten

Konjunktur: Verwirrende Nachrichten aus der Chipbranche

Über widersprüchliche Signale für die Konjunktur aus der Chip-Branche

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Wie steht es wirklich um die Konjunktur? Da soll jemand schlau daraus werden: Während der deutsche Branchenverband der Chip-Industrie das Jahr 2019 als schlechtestes des letzten Jahrzehnts einschätzt, mit einem Rückgang der weltweiten Umsätze um 12 Prozent, steht der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) auf Rekordniveau.

Dabei sind Daten aus diesem Bereich doch sehr wegweisend für die Zukunft der Konjunktur, weil Chips in vielen Produkten verbaut werden, die künftig mehr denn je gebraucht werden, vom einfachsten Elektroartikel bis zum Elektromobil.

Konjunktur: Die verwirrenden Zahlen des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektroindustrie ZVEI

Die Zahlen, die der Vorsitzende des ZVEI-Gruppe Halbleiter, Stephan zur Verth, letzten Donnerstag präsentierte, nährten einmal mehr die Sorgen im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland und das in einer Zukunftsbranche.

Nach Schätzungen des ZVEI ist der Umsatz 2019 weltweit um zwölf Prozent auf 413 Milliarden Dollar (373 Milliarden Euro) eingebrochen, ein gleicher Rückgang sei auch für Deutschland zu erwarten. Dies nach einem Anstieg von 20 beziehungsweise 14 Prozent in den Jahren 2017 und 2018. Die Ursache hierfür ist sicherlich dem Handelsstreit geschuldet, der auch zu einer geringeren Nachfrage nach Tablets, PCs und Kfz geführt hat.

Eine weitere Sorge des Verbandes ist der geringe Anteil Europas und auch Deutschlands an der zukunftsträchtigen Chipindustrie. Sie betrage gerade neun bzw. drei Prozent am Weltmarkt, dabei stammen 95 Prozent der Innovationen im Kfz aus dem Chipbereich. Hier bestünde eine gewaltige Abhängigkeit Deutschlands vom Ausland, denn fast die Hälfte der benötigten Halbleiter kommen aus den USA (Intel, Qualcomm, Texas Instruments, Nvidia), eine weiteres Viertel aus Südkorea (Samsung, Hynix) und nur vier Prozent aus China.

Auch ein kleiner Hinweis, warum China im Handelsstreit mit den USA nicht so in die Vollen gehen kann. Die einzige heimische Firma mit Weltgeltung im Chipsektor ist Infineon, zu wenig für die Ansprüche einer Hightech-Nation.

Für das nächste Jahr zeichnet der Verband bereits wieder ein besseres Bild, denn dann sollen die Erlöse weltweit wieder um vier Prozent auf 429 Milliarden Dollar steigen. Gründe dafür sind der neue Mobilfunkstandard 5G und die Nachfrage nach Elektroautos, die in China schon fünf Prozent der Neuzulassungen ausmachen – und da wären wir schon bei den anderen Zahlen des Chipindex SOX.

Die Signale des Philadelphia Semiconductor Index SOX

Über 45 Prozent beträgt das Plus des Kursbarometers SOX 2019 bisher in den USA – der Index übertrifft damit die Performance des S&P 500 deutlich. Somit hat sich der SOX deutlich abgekoppelt von den Erwartungen der allgemeinen Industrie in diesem Jahr. Blickt der als Frühindikator geltende Index damit schon weiter in die Zukunft? Anscheinend sieht es für die Unternehmen in der Branche fundamental ganz gut aus. Analysten rechnen für die US-Börsenindizes Philadelphia Semiconductor und Bloomberg World Semiconductor mit einer Gewinnsteigerung von 12 Prozent für das kommende Jahr. Dabei sei das Kurs-Gewinn-Verhältnis der darin enthaltenen Chipfirmen mit 16 trotz des Anstiegs sogar noch niedriger bewertet, als jenes im großen Index S&P. Irgendwie war so etwas bei den Q3-Zahlen von Intel und Nvidia (Grafikchips) schon zu erwarten: die Wachstumsstory im Cloudgeschäft beim Betrieb großer Rechenzentren für Alphabet, Amazon, Facebook und Co ist voll intakt.

Fazit

Wer hat nun recht: der ZVEI mit seiner schwachen Prognose oder der SOX, der auf einen weiteren Aufschwung hinweist? Damit entdeckt man einmal mehr den Widerspruch zwischen den aktuellen Daten der Konjunktur und der Indikation der Börsen, die allseits beschriebene Schere.

Aber in der Zukunftsbranche ChipIndustrie entsteht rasend schnell Neubedarf. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, in der das Prinzip der geplanten Obsoleszenz mehr Gültigkeit hat, denn je. Beispiel: Wie viele Jahre/Jahrzehnte hatte denn ein Röhrenfernseher im vergangenen Jahrhundert gehalten – und wie lange ist der Lebenszyklus bei einem LED-Gerät der Gegenwart, von Handys gar nicht erst zu reden? Will sagen: Desto tiefer ein Umsatzeinbruch in diesen Branchen ist, desto stärker baut sich Ersatzbedarf auf. Analysten schreiben Entwicklungen gerne linear in die Zukunft fort, im negativen wie im positiven. Und werden regelmäßig überrascht. Wie lange haben die sechs Rezessionen in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg im Schnitt gedauert?

Wenn sich die Elektrifizierung im Verkehrssektor wie geplant fortgesetzt, mit Autos voller Chips und dem Elektroantrieb, der Tausende von Ladestationen benötigt sowie der 5G Technik, die unzählig viele Geräte in den Fabriken in der Zukunft vernetzt. Wie kann man hier erwarten, dass es eine lange Baissephase in der Chipindustrie geben könnte?

Die Signale aus der Chip-Branche ergeben einen widersprüchlichen Mix für die Konjunktur

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Europa

Exporte im Oktober höher als im Vorjahr – ein erstaunliches Lagebild

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Eine erstaunliche Lage zeichnet zeigt sich im September und Oktober im deutschen Außenhandel. Die deutsche Industrie, die extrem exportlastig ist, steckt derzeit in einer massiven Rezession. Die Auftragseingänge und die tatsächlichen Umsätze liegen dramatisch unter den Niveaus des Vorjahres, wie auch jüngste offizielle Daten zeigen. Daher müssten eigentlich auch die deutschen Exporte für den Monat Oktober niedriger sein als im Monat Oktober 2018? Aber nein. Wie das Statistische Bundesamt heute früh meldet, liegen die Exporte um 1,9% höher als im Oktober 2018 (schon im September gab es ein erstaunliches Plus von 4,6%). Die Importe fallen um 0,6%.

Die deutsche Außenhandelsbilanz schloss im Oktober 2019 mit einem Überschuss von 21,5 Milliarden Euro ab. Im Oktober 2018 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz +18,7 Milliarden Euro betragen. Ganz eindeutig zeigt sich aus den Details: Der Anstieg der Exporte rührt her aus besseren Geschäften mit Handelspartnern außerhalb der EU! Zitat Statistisches Bundesamt:

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Oktober 2019 Waren im Wert von 70,0 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 55,2 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Oktober 2018 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 0,1 %, die Importe aus diesen Ländern nahmen um 0,2 % ab. In die Länder der Eurozone wurden im Oktober 2019 Waren im Wert von 43,8 Milliarden Euro (-0,9 %) exportiert und Waren im Wert von 35,5 Milliarden Euro (+0,1 %) aus diesen Ländern importiert. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Oktober 2019 Waren im Wert von 26,2 Milliarden Euro (+1,7 %) exportiert und Waren im Wert von 19,6 Milliarden Euro (-0,7 %) von dort importiert.

In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im Oktober 2019 Waren im Wert von 49,5 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 42,8 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Oktober 2018 nahmen die Exporte in die Drittländer um 4,6 % zu, die Importe von dort sanken um 1,0 %.

Exporte und Importe im Oktober

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