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Dax-Konzern Linde vor Großfusion? Erneut ist eine Branche fertig-fusioniert

Eine weitere Fusion, und dann noch eine wo der Name Linde involviert ist, würden EU-Kommission und US-Behörden wie gesagt wohl nur unter großen Auflagen zulassen. Mit der Fusion von Linde und Praxair...

FMW-Redaktion

In der Saatgutbranche ist fusionstechnisch demnächst wohl nichts mehr zu holen, bei Social Media-Konzernen bleibt auch nur noch Twitter als Übernahmekandidat übrig. Da kann man demnächst wohl sagen auch im globalen Markt für Industriegase scheint man an einem Punkt angekommen zu sein, wo kartellrechtlich nichts mehr geht. Haben irgendwann alle bedeutenden Unternehmen einer Branche fusioniert oder sich gegenseitig aufgekauft, ist die nächste große Übernahme durch Kartellbehörden nicht mehr genehmigungsfähig. Und genau an diesem Punkt ist möglicherweise der Dax-Konzern Linde jetzt angekommen.

Denn Linde (25 Milliarden Marktwert) spricht derzeit angeblich mit dem US-Konkurrenten Praxair (33 Milliarden Dollar Marktwert). Laut WSJ spreche man über eine „Fusion unter Gleichen“. Schaut man sich die aktuellen Kursverläufe an, geht die Börse wohl eher davon aus, dass es eine „Fusion unter Gleichen“ wird, bei der Linde als Teil von Praxair aufgeht, und sozusagen deutsche Außenstelle der Amerikaner wird. Das erkennt man nämlich immer daran, dass der Fusionspartner, der gefühlt eher einverleibt wird, bei Bekanntwerden der Gerüchte den größeren Kurssprung hinlegt. Praxair notiert heute kurz nach US-Eröffnung mit einem Kursplus von 4,4% gegenüber gestern Abend. Die Linde-Aktie notiert heute aber mit einem Plus von über 8,6%.

Die Kartellbehörden in den USA und der EU dürften so einem Zusammenschluss wohl im Wege stehen. Denn der französische Konkurrent Air Liquide war schneller, und kaufte bereits im Frühjahr den US-Konkurrenten Airgas. Deshalb ist der Markt jetzt derart stark unter wenigen Großen aufgeteilt (das nennt man wohl Oligopol), dass bei der Fusion Linde/Praxair Teile des Geschäfts verkauft werden müssten! Die größten vier Unternehmen für Industriegase kontrollieren nämlich 70% des globalen Marktes. Teilweise liegt der Anteil je nach Region noch höher. In Europa machen Air Liquide und Linde das Geschäft quasi unter sich auf und haben zu zweit einen Marktanteil von 70%.

Eine weitere Fusion, und dann noch eine wo der Name Linde involviert ist, würden EU-Kommission und US-Behörden wie gesagt wohl nur unter großen Auflagen zulassen. Mit der Fusion von Linde und Praxair würde man wieder an der kurzzeitigen weltweiten Nummer 1 Air Liquide vorbeiziehen. Die hätte 23 Milliarden Dollar Umsatz, der neue Riese aus Linde und Praxair gut 30 Milliarden. Final noch unser Hinweis: Liebens Linde-Management: Wenn aus der Fusion doch ein Kauf von Praxair durch Linde werden sollte, ist ein überteuerter Kaufpreis kein Problem – denn die EZB stellt ja derzeit jede Menge Gratiskredite für Unternehmenskäufe zur Verfügung!

Linde
Die Linde-Aktie seit Anfang des Jahres, heute mit dem kräftigen Ausbruch nach oben.



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1 Kommentar

  1. Mal unabhängig von den massiven kartellrechtlichen Problemen die ohne Zweifel vorhanden sind: Warum will Linde so eine Übernahme tätigen ? Denen wird es genauso ergehen wie Bayer/Monsanto. Massiv überteuerter Kauf gepaart mit Vernichtung von Aktionärsvermögen.

    Linde will mit der Übernahme doch nur von den eigenen Unzulänglichkeiten ablenken die die letzten Quartale offen gelegt haben. Wolfgang Büchele kann man nicht rausschmeißen, da würde sich der große Zampano Reitzle selbst beschädigen da er ihn ja ausgewählt hat. Also versucht man die Probleme mit dem Kauf von Praxair zu übertünchen.

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