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Oooops, das konnten wir nicht finden. Aber vielleicht interessiert Sie das:

US-Arbeitsmarktdaten extrem stark – negative Reaktion auf positive Nachrichten

Die US-Arbeitsmarktdaten (Februar) sind mit 465.000 Stellen deutlich besser ausgefallen als erwartet (Prognose war 182.000 Stellen; Vormonat war 49.000 Stellen, nun auf 90.000 nach oben revidiert).

Der Dollasr legt weiter zu, die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe steigt weiter auf 1,617%! Daher reagieren die Aktienmärkte negativ auf die positiven Nachrichten.

Die US-Stundenlöhne liegen mit +0,2% zum Vormonat und bei +5,3% zum Vorjahresmonat er als erwartet (Prognose war +0,2% zum Vormonat und +5,3% zum Vorjahresmonat; Vormonat war +0,1% und +5,3%).

Die US-Arbeitslosenquote liegt bei 6,2% (Prognose war 6,3%; Vormonat war 6,3%). Die Beteiligungsquote (participation rate) liegt bei 61,4% (Vormonat war 61,4%).

Wir werden die Daten in einem Folgeartikel genauer unter die Lupe nehmen..

Achtung: Schreibroboter führen Privatanleger hinters Licht

Lieber Börsianer,

im Folgenden habe ich Ihnen eine Nachricht oder eine Analyse zur Aktie der Nordex mitgebracht. Die Analyse wurde heute auf der Börsenplattform finanzen.net eingestellt. Die Auswahl der Nachricht und der Aktie ist willkürlich. Aber lesen Sie selbst!

Das Papier von Nordex gab in der XETRA-Sitzung ab. Zuletzt ging es um 0,2 Prozent auf 20,04 EUR abwärts. Die Nordex-Aktie wertet zwischenzeitlich bis auf 19,70 EUR ab. Zum Start in den Handelstag hatte das Papier einen Wert von 20,40 EUR. Der Tagesumsatz der Nordex-Aktie belief sich zuletzt auf 172.136 Aktien.

Am 08.01.2021 steigerte sich der Kurs des Anteilsscheins auf bis zu 27,44 EUR und damit auf den höchsten Stand der vergangenen 52 Wochen. Der Anteilsschein verbuchte am 23.03.2020 Kursverluste bis auf 5,55 EUR und erreichte damit den tiefsten Stand seit 52 Wochen.

Im Mittel gehen Analysten von einem Kursziel von 20,11 EUR aus. Experten taxieren den Nordex-Gewinn für das Jahr 2022 auf 0,827 EUR je Aktie.

Die Nordex SE zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Windenergieanlagen. Unter dem Markennamen Nordex führt das Unternehmen leistungsstarke Onshore-Anlagen, vor allem im Megawatt-Bereich. Die Kernkompetenz der Nordex-Gruppe liegt in der Planung und dem Engineering großer Windkraftanlagen für Stark-, Mittel- und Schwachwindstandorte, der Entwicklung und Fertigung von Steuerungen dieser Einrichtungen einschließlich des Netzanschlusses sowie der Fertigung von Rotorblättern für Windkraftanlagen der Megawatt-Klasse. Außerdem ist das Unternehmen auch an der Projektentwicklung von Windparks beteiligt. Nordex übernimmt neben der Produktion außerdem die Errichtung und Instandhaltung von Windturbinen. Für den Betrieb von Windenergieanlagen bietet Nordex die webbasierte Steuerungs- und Visualisierungs-Software Nordex Control. Das Programm ermöglicht die Steuerung und Regelung einer gesamten Windkraftanlage oder eines Windparks sowie die Datenerfassung und ihre Visualisierung. Die gesamte Produktpalette der Nordex-Gruppe … (Zitat Ende)

Wer erstellte eigentlich diese Analyse?

Wie empfinden Sie diesen Text? Hat er Sie als Anleger weitergebracht? In der Tat ist diese „Analyse“ völlig inhaltsleer und für uns ohne jeden Nutzen. Zunächst hat man die Kursentwicklung nachgebetet und anschließend eine Beschreibung des Geschäftsmodells des Unternehmens aus einer Datenbank herauskopiert.

Dieser Text wurde nicht von einem Analysten oder Redakteur aus Fleisch und Blut erstellt, sondern von einem mäßig intelligenten Schreibroboter. Derzeit stürmen diese Schreibroboter das Internet vor allem in den USA, aber zunehmend auch im deutschsprachigen Raum. Mittlerweile produzieren diese Maschinen jeden Tag weltweit wahrscheinlich tausende von Nachrichten, oder sagen wir besser, Meldungen.

Der hier abgedruckte Text ist dabei eher harmlos. Zunehmend verbreiten diese Schreibprogramme allerdings auch Kaufempfehlungen. Und spätestens hier werden die Algo-Anwendungen besonders für unerfahrene Privatanleger gefährlich. Denn nicht selten finden Sie in diesen…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

Ölpreis legt deutlich zu – OPEC hat die Märkte überrascht

Öl-Pumpe

Der Ölpreis kann seit gestern Mittag deutlich zulegen. WTI-Öl steigt seit gestern 13 Uhr von 61,50 Dollar auf jetzt 65,17 Dollar. Dies liegt an der gestrigen Sitzung der OPEC+ – also der OPEC und ihren Partnern wie Russland. Wir hatten diese Woche mehrmals darüber im Vorfeld berichtet. Eigentlich waren Beobachter davon ausgegangen, dass es nur noch um die Frage geht, um wie viel die OPEC+ ab April die Fördermenge für Öl erhöhen würde.

Ölpreis steigt dank stringenter OPEC-Haltung

Denn nach umfangreichen Kürzungsmaßnahmen bei der Fördermenge war der Ölpreis seit Monaten richtig kräftig angestiegen. Das Ziel war also schon erreicht worden? Daher waren Größenordnungen von +500.000 oder sogar +1,5 Millionen Barrels mehr Öl-Förderung pro Tag ab April als vorab im Umlauf. Aber dann wurde gestern Nachmittag klar, dass sich immer mehr OPEC-Mitglieder auf die Seite von Saudi-Arabien stellten. Man will einfach die Fördermenge noch etwas weiter im Keller halten. Selbst die Saudis mit ihrer eigenmächtigen Kürzung von 1 Mio Barrels pro Tag bleiben im April auf dem reduzierten Level (hier die Details der gestrigen Sitzung, und hier die offizielle OPEC-Verlautbarung).

Dem Weltmarkt wird also im April erst einmal nicht mehr Öl zugeführt. Das nimmt den Druck vom Ölpreis. Und siehe da, er konnte gestern Abend weiter ansteigen. Nur Russland und Kasachstan als externe Partner der OPEC konnten gestern in den Diskussionen erreichen, dass sie insgesamt ab April 150.000 Barrels pro Tag mehr Öl fördern können. Diese Menge ist wohl für den Weltmarkt locker verkraftbar. Der Ölpreis zeigt wohl deswegen Euphorie – keine große Mengenausweitung des Kartells, und gleichzeitig mutmaßlich täglich mehr weltweite Öl-Nachfrage, weil sich im Zuge der weltweiten Impf-Erfolge die Konjunktur erholt, und damit auch die Öl-Nachfrage anspringt.

Tanz auf dem Vulkan

Es wirkt so, als könnte den Ölpreis derzeit nichts auf dem Weg nach oben aufhalten. Man bedenke: Seit letzter Woche Donnerstag steigt der US-Dollar spürbar an. Der Dollar-Index klettert von 89,73 auf jetzt 91,97 Indexpunkte. Dies wirkt deutlich negativ gegen alles, was in US-Dollar notiert, so eigentlich auch gegen Öl. Aber diesen Faktor ignoriert der Ölpreis – vor allem dank der gestrigen OPEC-Entscheidung. Denn der Markt sieht: Die Golfstaaten wollen unbedingt ihr „Projekt“ durchziehen.

In der Coronakrise sollen Angebot und Nachfrage im Einklang bleiben, und der Ölpreis soll die „Gelegenheit“ bekommen weiter kräftig zu steigen. Wird der Markt auf dieser Euphorie-Welle weiter nach oben getragen? Das ist gut möglich. Aber wir können an dieser Stelle wie schon in den letzten Tagen nur daran erinnern, dass die Fallhöhe inzwischen ganz schön hoch ist. Der Ölpreis notiert inzwischen spürbar höher als vor Ausbruch der Coronakrise. Die Konjunkturerholung ist also eigentlich schon eingepreist. Der Chart zeigt WTI-Öl im Kursverlauf seit Herbst 2019.

Kursverlauf im Ölpreis seit Oktober 2019

Börsen Jäger: Dax mit Schwächeanfall nach Rekordhoch – und jetzt?

Der deutsche Leitindex erreicht ein neues Allzeithoch, um im Anschluss wieder abzustürzen – das war mal wieder typisch. Zwar belasten Zinsängste die Aktienmärkte, dennoch könnte sich in der kleinen Zeiteinheit ein interessanter Long-Trade ergeben…

Disclaimer / Haftungsausschluss: 

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Liebe Trader und Traderinnen,

herzlich willkommen zum Börsen-Jäger, dem Börsenbrief gesponsert von der trading-house Börsenakademie.

Der Dax im kurzfristigen Zeitfenster

Vor zwei Tagen hat der Dax bei 14.197 Punkten ein neues Allzeithoch erreicht. Seitdem ging es jedoch wieder stetig abwärts. Was ist da los? Der Hauptgrund sind die steigenden US-Anleiherenditen. Die erhöhten Kapitalmarktzinsen haben besonders die US-Indizes unter Druck gebracht, was wiederum auch den Dax belastet hat. Im Gegensatz zu den US-Indizes hält sich der Dax allerdings sehr stabil.

Zum Beispiel ist der Nasdaq bereits knapp 10% von seinem Hoch runtergekommen, auch der S&P500 musste aufgrund des hohen Anteils an BigTech-Aktien kräftig Federn lassen. Der Dax hat den Vorteil, dass er hauptsächlich aus Zyklikern und Value-Werten zusammengesetzt ist. Folglich konnte der deutsche Leitindex noch ein Rekordhoch markieren, während die US-Indizes bereits korrigierten. Im kurzfristigen Zeitfenster könnte aber auch an den US-Börsen ein Rebound einsetzen. Der Nasdaq und S&P haben markante Unterstützungsbereiche erreicht. Somit sollte sich auch der Dax kurzfristig erholen und die 14.000er Marke zurückerobern.

DAX: Volatile Seitwärtsphase

Im Stundenchart (H1) kann man eine ABC-Korrektur vom jüngsten Allzeithoch erkennen. Für das übergeordnete Bild war der Anstieg auf ein neues Rekordhoch ein bullisches Signal. Der Aufwärtstrend wurde bestätigt und könnte sich erst einmal fortsetzen, natürlich wird es dabei immer wieder Korrekturen geben. Aber solange das Tief bei 13.644 nicht unterschritten wird, bleibt der Trend aktiv. Erst ein Rutsch darunter würde ein Top im Tageschart etablieren.

Wer einen Blick auf das Euwax-Sentiment wirft, wird feststellen, dass der Wert aktuell bei 40 liegt. Das deutet auf einen großen Überhang von Long-Positionen hin, daher wäre ein Rücklauf in Richtung der Unterstützung bei 13.850 möglich. Die ABC-Korrektur wäre im Idealfall im Unterstützungsbereich bei 13.850 abgeschlossen (A = C). Zudem verläuft die 50-Tagelinie an der 13.860 und sorgt für zusätzlichen Halt. Von dort könnte also eine Gegenreaktion starten, die den Dax bis mindestens zum gestrigen Schlusskurs bei 14.056 führen sollte, um das Gap zu schließen.  Dennoch sehe ich noch kein neues Allzeithoch in Sicht, die nächsten Wochen dürften aufgrund der Zinsangst volatil bleiben. In einer Spanne zwischen 14.200 und 13.600 ist alles möglich.

DBJ - ABC-Korrektur im Dax - Long-Set-Up für ein Gap-Close

DAX: Gap-Close – Long Set-Up

Mit der Eröffnung der US-Börsen könnte es zu einem erneuten Rücklauf im Dax kommen. Erreicht der Rücksetzer die Unterstützungszone bei 13.850, dann könnte dort der Einstieg erfolgen. Der Stopp kann in diesem Fall ruhig eng platziert werden. Entweder unter die Marke bei 13.800 oder an die Unterstützungszone bei 13.750. Die Gewinne sollten am Widerstand bei 14.040 oder am Gap-Close bei 14.056 mitgenommen werden.

Einstieg Long: 13.855

Stop-Loss: 13.755

Take Profit: TP1 = 14.056

Chance-Risiko-Verhältnis (CRV): 2:1

Zeiteinheit: Stundenchart (H1)

Anmerkungen: Die Positionsgröße sollte an die entsprechende Depotgröße angepasst werden. Die Stopps und Gewinnziele sind als Orientierungspunkte zu verstehen und hängen maßgeblich vom eigenen Risiko- und Geldmanagement sowie der jeweiligen Entwicklung im Tageshandel ab.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und good Trades.

Stefan Jäger „Der Börsen Jäger“

Goldpreis rutscht unter 1.700 Dollar – Powell, US-Rendite und US-Dollar

Der Goldpreis ist gestern Abend unter die Marke von 1.700 Dollar gefallen. Von Mittwoch Mittag bis gestern Abend pendelte Gold ruhig herum um die Marke von 1.715 Dollar, um dann plötzlich abzurutschen auf 1.684 Dollar im Tief. Aktuell sehen wir den Goldpreis bei 1.694. Dollar.

Powell bringt weitere Schwäche in den Goldpreis

Diesen Rutsch im Goldpreis kann man ganz klar der gestrigen Rede von Fed-Chef Jerome Powell zuordnen (hier dazu der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann). Denn er sagte nichts, um dem Anstieg der Rendite bei US-Staatsanleihen entgegenzuwirken. Im Umkehrschluss bedeutet dies für die Anleihe-Trader: Weiterer Abverkauf, und damit weiter rauf mit den Renditen. Für die zehnjährige US-Staatsanleihe bedeutete das gestern Abend einen weiteren Sprung nach oben, nämlich von 1,47 Prozent auf 1,55 Prozent!

Somit werden US-Anleihen für Anleger immer attraktiver im Vergleich zum zinslosen Gold. Und da die Renditen für US-Staatsanleihen seit einigen Wochen kräftig ansteigen (Anfang des Jahres noch unter 1 Prozent), fällt der Goldpreis immer weiter. Im folgenden Chart sehen wir Gold im Vergleich zur 10-Jahres-Anleiherendite seit Oktober 2020. Vor allem seit Anfang des Jahres hat diese negative Korrelation an Fahrt aufgenommen. Seit Donnerstag letzter Woche steigt der US-Dollar auch spürbar an, was zusätzlich gegen alles drückt, was in US-Dollar notiert.

Chart zeigt Vergleich von US-Anleiherendite zum Goldpreis
Chart: Tradingview.

Die Wichtigkeit der US-Anleiherendite für den Goldpreis bespricht Manuel Koch im folgenden Video auch mit einem Experten von XTB.

Auftragseingänge der Industrie: Glänzende Lage dank Auslandsnachfrage

Industrieanlagen rauchen

Das Statistische Bundesamt hat heute früh für den Monat Januar Daten für die Auftragseingänge der Industrie (Verarbeitendes Gewerbe) veröffentlicht. Sie steigen im Monatsvergleich um 1,4 Prozent, und im Vergleich zu Januar 2020 um 2,5 Prozent. Der Chart zeigt es deutlich. Der Indexwert der Auftragseingänge von 106,2 liegt deutlich über dem Wert von 102,4 im Februar 2020, dem letzten „normalen“ Monat vor Ausbruch der Coronakrise. Der Chart zeigt klar, dass für die Industrie das Corona-Tal längst überwunden wurde. Dabei ist klar, dass die Aufträge aus dem Ausland  den Gesamtschnitt hochziehen, und nicht die aus dem Inland.

Chart zeigt Verlauf der Auftragseingänge der Industrie seit 2013

Hier weitere Details von den Statistikern im Wortlaut:

Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Auftragseingang im Januar 2021 saison- und kalenderbereinigt um 3,7 % höher.

Im Vergleich zum Vormonat fielen die Aufträge aus dem Inland um 2,6 %, die Auslandsaufträge erhöhten sich dagegen um 4,2 %. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 3,9 % zu. Die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland stiegen um 4,4 %.

Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragseingang im Januar 2021 um 0,2 % über dem Vormonatsniveau. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es einen Anstieg um 3,3 %. Im Bereich der Konsumgüter fielen die Aufträge um 5,8 %.

Inflation, Zinsanstieg und Aktienmärkte: Unlösbare Aufgabe für Jerome Powell

Die Börsenwelt fokussiert sich einmal mehr auf die USA: Dort hat sich, wie andernorts, ein Schub bei Inflation und Kapitalmarktzinsen ergeben. Was die Sache aber so schwer beherrschbar machen sollte, sind die unglaublichen Summen, die durch Stimuluspakete in die Märkte geflossen sind und auch noch fließen werden. Kann hier die Entwicklung einer Inflation einfach so totgeschwiegen werden, wie es Fed-Chef Powell bisher getan hat – und werden dies die Märkte akzeptieren? Sicherlich nicht. Die Vergangenheit zeigt, dass es bei einer Zinswende sehr auf die Kommunikation der Notenbank ankommt.

Die US-Wirtschaft wirft den Wachstumsmotor an – kommt die Inflation?

1,9 Billionen Dollar für das kommende Stimuluspaket – viele fragen sich, ob das in der kommenden Erholungsphase überhaupt notwendig ist? Erst recht, seit US-Präsident Biden die vollständige Impfung der bereitwilligen Bürger schon auf Ende Mai versprochen hat.

Verwaiste und leer stehende Hotels sowie Restaurants und Freizeitparks warten auf den Teil der Bevölkerung, der im Zeitraum der Corona-Maßnahmen ein bis eineinhalb Billionen Dollar auf die hohe Kante gelegt hat. Was wird nach Beendigung aller Lockdown-Maßnahmen passieren, wenn ein Teil dieses Kapitals zusätzlich in die Wirtschaft fließt? Wird allein dies nicht schon zu Preisanhebungen (also zu Inflation) führen, absolut verständlich aus Sicht der Unternehmen, die ihre Ausfälle zu kompensieren versuchen? Zusätzlich zu den höheren Kosten, die sich aus den Preissteigerungen im Energie- und Rohstoffsektor bereits ergeben haben.

Außerdem: Werden nicht viele Unternehmen aus dem Markt ausscheiden oder sich gesundgeschrumpft haben – sprich: trifft eine erhöhte Nachfrage nicht auf ein reduziertes Angebot? Diese Gemengelage soll sich nicht weiter in der Inflation bemerkbar machen? Auch wenn ein wirtschaftlicher „Sugar Rush“ nur ein paar Monate anhalten sollte. Es wird eine harte Zeit speziell für die US-Notenbank kommen, sollte die Arbeitslosigkeit stark zurückgehen, bei zugleich steigender Inflationsrate.

Die Reaktionen der Notenbank

Wie war es bei früheren Zinswenden? Ob im schlechtesten Anleihejahr 1994, wo die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe in fünf Wochen von 6 auf 7 Prozent stieg, im Jahr 2003 mit dem Anstieg von 3,1 auf 4,6 Prozent, 2004 von 3,7 auf 4,8 Prozent, alles in nur wenigen Wochen! Oder beim legendären Taper Tantrum durch Ben Bernanke im Jahr 2013, beim mehrmonatigen Anstieg von 1,7 auf 3,0 Prozent, weil der Fed-Chef es gewagt hatte, von einem Zurückfahren des Anleihekaufprgramms (QE) zu reden.

Jedes Mal reagierten die Aktienmärkte. Aber das Erstaunliche daran war, dass die Reaktionen nur im Bereich von bis zu 10 Prozent gelegen hatten und kein Crash ausgelöst wurde. Wie schon oft dargestellt: es waren fast immer die Leitzinsanhebungen infolge der Inflation, die einen Markteinbruch oder ein Zyklusende einleiteten. So geschehen vor 2000 (8 Anhebungen), vor 2007 (17) und vor 2018 (insgesamt 9).

Deshalb auch die große Warnung an durch einen ehemaligen Chief Advisor der Bush-Regierung an Jerome Powell: „Die US Notenbank hat die letzten drei Rezessionen durch aggressive Leitzinsanhebungen verursacht. Wenn dies ein weiteres Mal geschieht, so wird die Fed ihre Unabhängigkeit verlieren!“ Eine Langzeituntersuchung von Allianz Global Investors zeigt, dass die US-Notenbank in den letzten vier Dekaden eher auf eine verbesserte Arbeitsmarktlage als auf eine gestiegene Inflationsrate reagiert hat. Soviel zu den Leitzinsen, deren Anhebung noch nicht ansteht.

Interessant ist auch, dass die Anstiege der Kapitalmarktzinsen stets im Frühjahr begannen, mit den Marktreaktionen im Sommer.

Was die jetzige Situation aber besonders kritisch macht, ist die Höhe der Verschuldung der Wirtschaftssubjekte. Wie sonst nur nach großen Kriegen und bei einem jetzigen weiteren Zinsanstieg in Richtung 2 Prozent würde vieles leiden: Hypothekendarlehen und weitere Privatkredite, Wachstums- und Versorgeraktien, alles was mit Fremdkapital finanziert wird, ist betroffen.

Besonders anfällig von einem Zinsanstieg ist der Elektroauto-Pionier Tesla. Es gab bereits einen Rückschlag im Aktienkurs von 30 Prozent und was ist mit den Anleihen von Tesla? Als vor nicht allzu langer Zeit eine Anleihe von Tesla emittiert wurde, musste man den Investoren 4,4 Prozent Rendite bieten, viermal so viel wie bei einer ähnlichen Anleihe von Volkswagen. Der Bondmarkt hatte also eine ziemlich divergente Einschätzung zu dem Unternehmen, anders als es der Aktienmarkt in der jüngsten Vergangenheit getan hat.

Jetzt kam das erwartete Ereignis am gestrigen Tag, mit der Fragestunde beim Wall Street Journal mit Fed-Chef Powell. Auch wenn sich Notenbanker unklar ausdrücken müssen, hat Jerome Powell die Märkte erst einmal enttäuscht. Sätze wie „The Inflation is transitory, short term“ oder „We expect as the economy picks up, we will see inflation move up“ und „We´ll communicate well in advance before tapering.“ Das alles bedeutet doch nur, dass etwas kommen wird, aber Ausmaß, Zeit und Art der Maßnahme blieben im Dunkeln. Also vielleicht doch ein Zurückführen der Stimuli, vielleicht doch wegen der Inflation? Was aber der Markt aus diesen Informationen macht, ist dennoch unsicher. Da brauchen nur die großen Arbeitsmarktdaten in naher Zukunft zu enttäuschen, eine zentrale Messlatte für Aktivitäten der US-Notenbank.

Dennoch könnte man es zusammenfassend so ausdrücken: Für einen Crash am Aktienmarkt müssten die Renditen deutlich stärker steigen als bis 1,61 Prozent, aber die gestrige Reaktion nach Jerome Powells Fragerunde beim Wall Street Journal hat gezeigt, dass die Märkte entschlossen sind, die Fed unter Druck zu bringen. Um endlich konkrete Maßnahmen zu beschließen, den Zinsanstieg zu begrenzen.

Fazit

Die kommende Konjunkturphase bringt wieder einmal eindeutig ins Bewusstsein, wie schwer es eine Notenbank hat, Geldpolitik vernünftig zu steuern. In starker Abhängigkeit von der Wirtschaftspolitik der eigenen Regierung, in Verbindung mit dem gesetzlichen Auftrag (USA: Preisstabilität und Arbeitsmarkt) und erst recht beeinflusst von der Entwicklung an den Kapitalmärkten.

Hierzu nur zwei Beispiele: Die Aktienmärkte blicken weit in die Zukunft und preisen mögliche Entwicklungen ein. Die Notenbank hingegen muss nachlaufende Indikatoren beachten, wie zum Beispiel den Arbeitsmarkt (ein lagging Indicator) – Vorausschau gegen Rückschau. Man stelle sich vor, die US Notenbank würde angesichts einer möglichen, kommenden Überhitzung der US-Konjunktur in Erwartung anziehender Inflation jetzt die Zinsen anheben, obwohl die Arbeitslosigkeit noch bei 6,3 % liegt. Was hätte dies an den Märkten für Konsequenzen (auch aber auch für die Reputation der Notenbank), sollte der Aufschwung durch externe Faktoren gebremst werden? Man hätte sofort den Schuldigen für den Wirtschaftsabschwung. Noch problematischer wäre es, wenn ein Notenbankchef Anzeichen für eine kommende Rezession offen anssprechen würde. Wahrscheinlich hätte er den Eintritt einer solchen innerhalb weniger Wochen durch eine sofortige Investitions- und Konsumbremse der handelnden Wirtschaftssubjekte.

Kurzum: Die nächsten Monate werden zu einer großen Herausforderung für die Federal Reserve, aber auch für ihre Pendants in anderen Staaten, wenn die Inflation allein aufgrund des Basiseffekts (1. Halbjahr 2020 gegen 1. Halbjahr 2021) in die Höhe schießen wird. Denn man muss die Sorge der Märkte vor stärkerer Inflation einbremsen und zugleich auf eine mögliche Übertreibung in der Wirtschaft mit geldpolitischen Maßnahmen Rücksicht nehmen. Wenn die eigene Regierung trotz der mittlerweile ständig angehobenen ökonomischen Wachstumsaussichten für 2021 weiterhin zig Milliarden Dollar an Stimulus-Geldern in die Wirtschaft pumpt. Dies alles verbal in äußerst vorsichtiger Kommunikation den Märkten nahebringen.

Was für eine Gemengelage. Armer Jerome Powell, die Märkte hören immer „das Gras wachsen“.

 

Die Märkte erwarten Inflation, Powell spielt die Gefahr herunter

Aktien Daily: Rocket Companies, Nanorepro, Wasserstoff-Aktien

App Trading in Aktien

Im heutigen Aktien Daily besprechen wir die Aktien von Rocket Companies, Nanorepro, und den Verlauf von drei Wasserstoff-Aktien. Wer heute als Trader auf steigende Kurse bei Einzelaktien setzen will, hat es zumindest in diesem Augenblick schwer, nach den gestrigen Nicht-Aussagen von Fed-Chef Powell, die dem Aktienmarkt erst einmal Schwäche bringen. Die Lage kann sich heute um 14:30 Uhr ändern, wenn die US-Arbeitsmarktdaten verkündet werden.

Schnelles Glück und schnelles Desaster bei Rocket Companies

Sehen wir eine gute Parallele zu Gamestop und AMC? Schnell stieg die Aktie des US-Kreditanbieters Rocket Companies Anfang dieser Woche an von unter 24 auf knapp 42 Dollar am Dienstag. Aber bis gestern Abend fiel die Aktie schon wieder auf 26,86 Dollar. Damit ist die Euphorie verpufft. Wohl ähnlich wie Ende Januar bei Gamestop versuchten hier viele Zocker sich gegen Short-Spekulanten in dieser Aktie zu stellen. Einige die früh auf den Zug aufsprangen und rechtzeitig ausstiegen, machten wohl gutes Geld – viele andere Anleger dürften nun dank zu hoher Kaufkurse in die Röhre schauen – und hoffen, dass die Aktie irgendwann wieder anspringt.

Nanorepro

Der deutsche Anbieter medizinischer Schnelltests Nanorepro erlebte seit Anfang Februar mehrere Schübe im Aktienkurs, beginnend unter 4 Euro, bis in der Spitze diesen Mittwoch bei 22 Euro. Heute früh sehen wir Kurse von 15,50 Euro, ein Minus von 6,6 Prozent gegenüber gestern Abend. Das mag auch am Gesamtmarkt liegen. Die gestrigen Aussagen von Fed-Chef Powell (hier mehr dazu) haben dem globalen Aktienmarkt Schwäche gebracht – zumindest kurzfristig. Also Long-Trader sollte man die Aktie im Auge behalten, wenn die Gesamtstimmung für Aktien sich wieder bessert.

Wasserstoff-Aktien

Wasserstoff-Aktien wie Plug Power, Nel ASA oder Ballard Power laufen diese Woche überhaupt nicht gut. Der Chart zeigt die drei Aktien übereinander gelegt im Kursverlauf seit Dezember. Seit Mitte Februar ist hier schon die Luft raus, und diese Woche geht es weiter bergab. Dennoch sollte man solche Wert im Blick behalten, wenn die Stimmung für einzelne Hype-Branchen wieder anspringen sollte. Dann könnten die Wasserstoff-Aktien nämlich ganz plötzlich wieder gefragt sein.

Chart zeigt Kursverlauf von drei Wasserstoff-Aktien
Chart von TradingView.

Powell an Märkte: Kommt alleine klar! Videoausblick

Gestern hat Jerome Powell die Erwartungen der Märkte nicht erfüllt – aber dabei ein wichtiges Signal gesetzt: Die Fed kann nicht jedesmal, wenn die Märkte nervös sind, das nächste Geschenk verteilen! Und Powell wusste natürlich sehr genau, dass die Märkte nervös waren! Daher ist wahrscheinlich, dass der Fed-Chef eine Botschaft geben wollte: wir von der Fed haben euch geholfen, als es wirklich kritisch war – aber jetzt hat sich die Lage geändert und ihr (die Märkte) müsst mit den bisherigen Hilfen auskommen: Kommt alleine klar! Mal sehen, wie die Märkte damit umgehen werden – aber ein Blick in die Geschichte der Notenbanken zeigt, dass dieser Schritt sehr bedeutsam gewesen sein könnte!

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