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Aktien, Rohstoffe, Zinsen: Wie kann man die Rezession traden? Marktgeflüster (Video)

Der sicherste Hinweis dafür, dass die Rezession bald kommt, sind die Aussagen von Notenabankern wie Lagarde und Powell, wonach sie keine Rezession erwarteten. Was aber passiert dann mit Aktien, Zinsen und Rohstoffen, wenn also das doch Wahrscheinliche eintritt? Die wahrscheinlichste Variante ist: sobald die Rezession beginnt, steigen Aktien wieder, da Notenbanken wie die Fed erkennen, dass sie die Zinsen doch nicht so stark anheben können wie postuliert. Dadurch dürften dann die Renditen (Zinsen) für Staatsanleihen wieder fallen, während Rohstoffe zu Beginn der Rezession im Preis zunächst wieder dynamisch steigen (nach dem vorherigen Abverkauf aus Sorge vor der Rezession, wie wir es kürzlich gesehen haben). Schlaglicher, wie man die Rezession traden kann..

Hinweise aus Video:

1. Kupfer, Gold, Junk Bonds: Rezession, Zinsen und Aktienmärkte

2. Gaspreise: im 2. Halbjahr werden Rechnungen für Verbraucher explodieren

3. Gas: Reicht es für Bürger nur für 30 Tage – Triage voraus?

4. Live-Link Boom & Bust: „Energie, Ernährung: Wie (un)sicher ist Deutschland?“

Gaspreise: im 2. Halbjahr werden Rechnungen für Verbraucher explodieren

Gaspreise Rechnungen für Verbraucher

Trotz sich füllender Gasspeicher in Deutschland warnt die Bundesnetzagentur vor Lieferengpässen während der kommenden Heizperiode:  Die explodierenden Gaspreise seien bei den Verbrauchern noch gar nicht richtig angekommen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich diese verdreifacht. Zudem wird ab Juli die Gas-Durchleitung via Nord Stream 1 wegen Wartungsarbeiten vorerst komplett eingestellt.

Vervielfachung der Gaspreise wird dramatische Folgen haben

Eigentlich sollte der Blick auf die aktuellen Füllstände der Gasspeicher in Deutschland für Gelassenheit sorgen. Diese sind bereits auf über 60 Prozent angestiegen. Ende Juni letzten Jahres waren es knapp über 40 Prozent. Aber die Nachfrage war vor Jahresfrist pandemiebedingt geringer und der Winter recht milde. Vor zwei Jahren lagen die Füllstände deutschlandweit um diese Zeit bei über 88 Prozent.

Gasspeicher Deutschland aktueller Füllstand

Und in den Vorjahren standen die Gasflüsse aus Russland auch nicht zur Disposition.

Die Gasspeicher in Deutschland verfügen über eine Gesamtkapazität gemessen in Energiegehalt von zusammen ca. 255 Terawattstunden. Damit können bei 100 Prozent Füllstand gleichwohl nur 25 Prozent des jährlichen Gasverbrauchs sichergestellt werden. Daher ist Deutschland auf den permanenten Zufluss von Gas angewiesen.

Mit dem Verweis auf technische Probleme begründet der russische Energieriese Gazprom die seit Wochen stark sinkende Durchleitungsmenge via Nord Stream 1. Aktuell sind es nur noch knapp 40 Prozent der Normalkapazität. Deutschland erhält einen Großteil seiner Gaslieferungen über diese Ostsee-Pipeline.

Der Betreiber macht die Sanktionen des Westens für die wegbrechenden Gaslieferungen verantwortlich, da in Kanada gewartete Gasturbinen für Nord-Steam 1 nicht wieder zurück nach Russland gelangen. Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck hält dies für einen Vorwand, um die Liefermengen künstlich zu reduzieren und die Gaspreise weiter hochzutreiben.

Die beiden anderen Gas-Pipelines aus Russland nach Deutschland, „Jamal“ und „Transgas“, führen durch das Kriegsgebiet in der Ukraine und sind permanent dem Risiko von Beschädigungen und vollständigen Lieferunterbrechungen ausgesetzt.

Die Alternative Gasversorgung mit LNG (Liquefied Natural Gas) für Europa stockt jedoch und die Preise liegen wegen der aufwendigeren Gewinnung und des teuren Transports ca. 40 Prozent über denen für russisches Gas.

LNG Deliveries to Europe Gaspreise

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, äußerte sich am Dienstag sehr besorgt, da den Verbrauchern der eigentliche Schock noch bevorstehe. Seit der letzten Heizperiode haben sich die Gaspreise vervielfacht. Er rechnet mit tragischen Schicksalen von Verbrauchern, die mit der Höhe ihrer Gasrechnung ab Herbst finanziell überfordert sein werden. Daran ändert auch die vom Bund verabschiedete Energiepauschale in Höhe einer einmaligen Bruttozahlung von 300 Euro für Arbeitnehmer nichts, da viele Verbraucher jetzt schon für Strom und Gas deutlich mehr bezahlen müssen. Zudem soll es Versorgern zukünftig gestattet werden, Kostensteigerungen beim Einkauf von Strom und Gas direkt an ihre Kunden durchzureichen.

Ab Juli vorerst gar kein Gas mehr via Nord Stream 1

Der russische Gazprom-Konzern will ab dem 11. Juli im Rahmen der alljährlichen Inspektion Nord Stream 1 komplett stilllegen. In dieser Zeit strömt kein Kubikmeter Gas mehr durch die Ostseeröhre.

Da Deutschland weiterhin von der leitungsgebundenen Infrastruktur abhängig ist, sieht Müller die Gasversorgung als gefährdet an. Die Bundesregierung hatte bereits am 23. Juni die zweithöchste Alarmstufe für den „Notfallplan Gas“ ausgerufen. Lieferengpässe seien für das zweite Halbjahr nun sehr wahrscheinlich.

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Eigentlich soll die Gasversorgung via Nord Stream 1 nach den Wartungsarbeiten Ende Juli wieder aufgenommen werden. Da die Durchleitungsmenge aber bereits im Vorfeld der Leitungsinspektion dramatisch abfällt, befürchten Gashändler, dass die Wartung ein Vorwand sein könnte, um den Stopp der Lieferungen in die Länge zu ziehen. Das würde die Gaspreise weiter anheizen und die weitere Befüllung der Speicher bremsen. Das bisherige Tempo der Wiederauffüllung ließe sich dann nicht mehr halten.

Damit würde das Szenario von Versorgungsengpässen im Winterhalbjahr plötzlich sehr real werden, wenn bis dahin die deutsche Konjunktur und mit ihr die Gasnachfrage nicht stark eingebrochen sind.

Am europäischen Referenzmarkt für Gaspreise (TTF) reagieren die Notierungen für eine Megawattstunde (MWh) für kurzfristig lieferbares Gas bereits heftig: Der Future-Kontrakt (TTF) ist seit Anfang des Monats parallel zur schrumpfenden Durchleitungsmenge durch Nord Stream 1 um knapp zwei Drittel auf 130 Euro pro MWh teurer geworden. Das entspricht umgerechnet 13 Cent je Kilowattstunde.

Im Vergleich zum Vorjahr 2021 sind die Gaspreise (TTF) um 312 Prozent angestiegen.

Gaspreis-Future TTF Gaspreise - schwere Zeiten für Verbraucher
„Gaspreis-Future TTF“ (TradingView.com)

Schweizer Franken überschreitet Parität zum Euro – die Gründe

Schweizer Berge

Der Schweizer Franken wertet weiter auf und hat heute die Parität zum Euro sogar überschritten. Euro vs Franken notiert derzeit ziemlich genau bei 0,9977 – heute früh sah man noch Kurse um 1,0070. Noch am 16. Juni lag der EURCHF-Wechselkurs bei 1,0390. Seitdem hat sich einiges getan.

Schweizer Franken zeigt deutliche Aufwertung – die Gründe

Am 16. Juni gab es das große überraschende Ereignis, das den Run auf den Schweizer Franken ausgelöst hat. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte plötzlich den Leitzins um 50 Basispunkte angehoben von -0,75 auf -0,25 Prozent – das war die erste Zinsanhebung in der Schweiz seit dem Jahr 2007. Damit wurde der Franken gegenüber dem Euro attraktiver. Die SNB begründete ihre Entscheidung damit, dass die Inflation in der Schweiz über ihr Ziel von 0 bis 2 Prozent gestiegen sei. Man folgte damit auch den anderen Zentralbanken, die ihre Politik weiter verschärft haben, da die Inflation weiter steigt. Die SNB signalisierte am 16. Juni auch, dass weitere Zinserhöhungen nicht auszuschließen sind, was dem Schweizer Franken weiter Auftrieb verleihen könnte.

Als Begründung für den aktuellen Auftrieb im Franken kann man auch eine zunehmende Rezessionsangst für die Eurozone anführen. In so einem Fall flieht man lieber vom Euro in einen sicheren Hafen. Und was liegt da näher als der gute alte Schweizer Franken? Dieser Hintergedanke dürfte derzeit ebenfalls die Franken-Aufwertung unterstützen, wie auch charttechnische Aspekte.

Vorsicht ist geboten bei Franken-Long-Trades

Man sollte vorsichtig sein, wenn man jetzt auf diesem Kursniveau auf eine weitere Aufwertung des Schweizer Franken spekulieren möchte. Abhalten will ich natürlich niemanden von einer Spekulation, Gott bewahre! Jeder entscheide selbst über sein Glück. Aber man lese doch bitte hier und jetzt nochmal folgenden Analystenkommentar von Ipek Ozkardeskaya vom Broker Swissquote, Zitat vom 17. Juni (da stand EURCHF bei 1,0189):

Und da das Ziel der SNB-Maßnahmen darin besteht, die Inflation durch eine stärkere Währung zu zähmen, werde der Franken mittelfristig wahrscheinlich aufwerten. Die Frage sei nur, um wie viel? 90 Prozent der Gewinne der im Schweizer SMI-Index enthaltenen Unternehmen werden laut Aussage von Ipek Ozkardeskaya im Ausland erwirtschaftet, und der starke Schweizer Franken wirke sich eindeutig negativ auf die Gewinne der Schweizer Unternehmen aus. Daher werde die Politik der SNB die heimische Währung aufwerten lassen, aber nicht zu stark.

Infolgedessen habe der Schweizer Franken sicherlich ein begrenztes Aufwärtspotenzial, selbst bei einer hawkishen Zentralbankpolitik. In dieser Hinsicht werde ein Fall unter die Euro-Franken-Parität die SNB wahrscheinlich dazu veranlassen Schweizer Franken zu verkaufen, um zu verhindern, dass die Währung zu stark wird, und um die Volatilität niedrig zu halten. Und die SNB habe unbegrenzte Macht, wenn es um Devisengeschäfte geht, da die Zentralbank so viel Franken drucken und verkaufen kann wie nötig.

Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 14. Juni Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 14. Juni.

Inflation: USA und Eurozone vor wichtigen Daten

Brennende Dollar-Scheine als Symbol für Inflation

In dieser Woche wird die Inflation wieder in den Fokus rücken. Sowohl in den USA als auch in der Eurozone werden wichtige Daten gemeldet. Gehen wir in die Details.

PCE-Kernrate in den USA

Am Donnerstag wird vom US-Handelsministerium der PCE-Preisindex gemeldet. Er gilt als das von der Fed bevorzugte Instrument zur Messung der Inflation. Ein Nachteil dieser Erhebung ist, dass es sich um historische Daten aus dem Mai handelt. Welchen Einfluss die Zinserhöhungen der Fed bereits hatten, wird kaum ablesbar sein. Trotzdem werden die Zahlen interessante Details zeigen.

Zum einen könnten die Zahlen bestätigen, dass die Inflation in den USA ihren Höhepunkt überschritten hat. Nach 6,6 Prozent im März stieg der Gesamtindex (PCE-Deflator) im April um nur noch 6,3 Prozent. Sollte die Teuerung weiter sinken, dürfte dies an den Märkten eine freundliche Reaktion hervorrufen. Die Wette, dass die Fed bald die Straffung der Geldpolitik beenden könnte, würde neue Nahrung bekommen.

Binneninflation gegen importierte Inflation

Ein Blick auf die für Notenbanken wichtigere Kernrate zeigt, warum dies so ist. Sie misst die Teuerung ohne Lebensmittel und Energie. Der Wert lag im April mit 4,9 Prozent nicht wahnsinnig weit von der Gesamtinflation entfernt. In den USA handelt es sich weitgehend um eine nachfragebedingte Inflation, welche die Fed mit entsprechenden geldpolitischen Instrumenten bekämpfen kann.

In der Eurozone liegt die Situation anders. Am Freitag erfolgt bereits die Vorveröffentlichung des Verbraucherpreisindex für Juni. Ökonomen erwarten erneut eine Rekordteuerung von diesmal 8,3 Prozent (8,1 Prozent im Mai). Viele Beobachter werden nach beherzten Maßnahmen der EZB rufen, was auch nicht falsch ist. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Die Kernrate des VPI in der Eurozone wird voraussichtlich um vier Prozent liegen. Dies ist auch zu hoch. Während jedoch der Spread in den USA bei 1,4 Prozent liegt, sind es in der Eurozone über vier. Deshalb sprechen Ökonomen gern von einer importierten Inflation.

Es gibt viele Ursachen

Es gibt viele Gründe für die augenblickliche Situation. Die EZB ist daran nicht unschuldig. Denn dass die Preise anziehen, ist seit dem letzten Sommer sichtbar. Seit August 2021 steigt die Inflation unaufhörlich, seit November liegt auch die Kernrate über zwei Prozent. Die Notenbank hat durch ihre zögerliche Haltung fast ein Jahr verschenkt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass die von der EZB befürchtete Deflation nicht kommen wird. Eine Normalisierung der Geldpolitik war seither berechtigt.

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Stattdessen laviert die Notenbank bis heute herum, wenn es um die Frage geht, wo denn der neutrale Zinssatz liegt. Für die Fed hat dies Chairman Jerome Powell mit zwei bis drei Prozent beantwortet. EZB-Chefvolkswirt Philip Lane weicht solchen Fragen ebenso aus wie seine Chefin Christine Lagarde. Dies hat fatale Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit der Notenbank, was sich seit einiger Zeit in der Schwäche des Euro bemerkbar macht.

Ein schwacher Euro hat nicht nur positive Seiten. Er facht die Inflation weiter an, etwa durch teurere Vorprodukte und Rohstoffe. Reallohnverluste lassen die Nachfrage sinken. Ob dies über mehr den Export ausgeglichen werden kann, ist nicht sicher. Auch die Politik ist nicht ganz unbeteiligt, denn die ökologische Transformation der Volkswirtschaften ist sehr teuer. Dies treibt die Preise zusätzlich an und wird die Nachfrage dämpfen. Die europäischen Unternehmen und Märkte stehen vor einem herausfordernden zweiten Halbjahr.

Aktuell: Öl-Lagerbestände -2,8 Mio Barrels (jetzt 415,6 Mio)

Öl-Tanks

Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 415,6 Millionen Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 2,8 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei -0,6 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +2,6 Mio Barrels veröffentlicht.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit -3,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (-0,1 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung mit -29 Cents auf 113,36 Dollar.


source: tradingeconomics.com

Dax und US-Indizes – die aktuelle Lage direkt am Chart erläutert

Schauen wir aktuell im folgenden Video auf den Dax und die US-Indizes direkt zur Markteröffnung. Geht es aufwärts?

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Inflation Juni „nur“ 7,6 Prozent – optische Täuschung – Experte erläutert

Tankstelle

Um 14 Uhr hat das Statistische Bundesamt die Inflation für Juni mit „nur“ 7,6 Prozent Steigerung veröffentlicht nach 7,9 Prozent im Mai. Das war schon überraschend bei Erwartungen von 8,0 Prozent Steigerung. Was ist passiert? War das der Höhepunkt der Steigerung der Verbraucherpreise? Wohl kaum. Es geht wohl eher um eine optische Täuschung, die nur kurzfristig anhalten wird.

Tankrabatt dämpft Energiepreise – optische Täuschung für die Inflation

Die staatlichen Statistiker hatten es bereits um 14 Uhr mit angesprochen, und dazu geschrieben, dass man erst bei der Veröffentlichung der ausführlichen Daten am 13. Juli näher ins Detail gehen kann. Aber sie schrieben, dass die preisdämpfenden Faktoren 9 Euro-Ticket und Tankrabatt in diesen heutigen Daten zur Inflation enthalten waren.

Die Ökonomen der Commerzbank haben sich vor wenigen Minuten zu diesen Daten geäußert. Natürlich ist dabei erwähnenswert, dass die Lebensmittelpreise von +11,1 Prozent im Mai auf jetzt 12,7 Prozent im Juni steigen! Aber abseits davon wirken die staatlichen Eingriffe offenbar klar preisdämpfend, zumindest auf kurze Sicht. Denn beide Maßnahmen sind ja zeitlich befristet.

Senior Economist Dr. Marco Wagner von der Commerzbank schreibt aktuell, dass wegen der Senkung der Steuer auf Benzin- und Diesel (der Tankrabatt) der Vorjahresvergleich bei den Energiepreisen trotz steigender Öl- und Gaspreise mit 38 Prozent ähnlich hoch ist wie im Vormonat (38,3 Prozent). Maßgeblich verantwortlich für den merklichen Rückgang der gesamten Inflation sei somit die Kernteuerungsrate, die nach Berechnung der Commerzbank von 3,8 Prozent auf 3,2 Prozent zurückgegangen ist.

9 Euro-Ticket im Fokus

Laut Dr. Marco Wagner hat bei der Kerninflation die Einführung des 9 Euro-Tickets im Regionalverkehr anscheinend stärker durchgeschlagen als erwartet. Dass die Kernteuerung nicht noch weiter gefallen ist, liege alleine an einem saisonalen Effekt bei den Pauschalreisen, deren Preise im Juni ungewöhnlich stark gestiegen sind. Ohne die kräftige Preiserhöhung bei Pauschalreisen wäre die Kerninflation seiner Aussage nach wohl unter 3 Prozent gefallen. Der deutliche Rückgang der Kernteuerungsrate im Juni sei aber wohl kaum ein Signal dafür, dass die Zeit der kräftigen Teuerung allmählich zu Ende geht. Denn das 9 Euro-Ticket werde es nur für eine begrenzte Zeit geben.

Das große Bild

Wichtiger ist aber laut Dr. Marco Wagner, dass sich an den Material- und Lieferengpässen bis zuletzt nichts geändert hat. Nach den heute vom ifo-Institut veröffentlichten Umfrageergebnissen würden sich nach wie vor drei von vier Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe durch Lieferengpässe in ihrer Produktion behindert fühlen. Dies werde die Verbraucherpreise insbesondere von Waren weiter antreiben. An dieser Situation dürfte sich seiner Aussage nach so schnell nichts ändern. Solange China an seiner Null-Covid-Strategie festhält – was noch einige Zeit andauern dürfte  – und Millionenstädte abriegelt, werde es immer wieder zu Produktionsstilllegungen und einer lahmgelegten Infrastruktur kommen, was die Material- und Lieferengpässe verschärft und die Kosten treibt.

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Auch auf längere Sicht würden etliche Gründe für einen hohen Druck auf die Inflation sprechen. Auch wegen der Pandemie sei in den vergangenen Jahren viel zu viel Liquidität in Umlauf kommen, was die Inflation noch einige Zeit antreiben werde. Hinzu kommen laut Dr. Marco Wagner eher strukturelle Faktoren wie der sinkende Anteil der Arbeitsbevölkerung in vielen Weltregionen, die Kosten des Kampfes gegen den Klimawandel sowie das Stocken der Globalisierung. Die deutschen Verbraucherpreise haben „zweifelsohne“ die Erwartungen der Commerzbanker nach unten enttäuscht. Gleichzeitig sei aber die Inflation in Spanien kräftiger als prognostiziert gestiegen. Daher bleibt man bei seiner Prognose für den Euroraum von 8,4 Prozent Inflation im Juni.

US-BIP 1.Quartal -1,6% – kommt die Rezession?

US-BIP

Das US-BIP (1.Quartal, letzte Veröffentlichung) ist mit -1,6% schwächer ausgefallen als erwartet (2.Veröffentlichung war -1,5%; Prognose war -1,4%, die Bank of America prognostizierte -2,0%) – wenn nun auch das 2.Quartal negativ ausfallen würde (was durchaus möglich ist nach Stand heute), dann wären die USA bereits in einer (technischen) Rezession!

Der Der von der Fed stark beachtete BIP-Deflator (Preisindex des BIP) steigt um +8,2% (Prognose war +8,1%; Vorquartal war +7,1%)

Der persönliche Konsum liegt bei nur +1,8% (Prognose war +3,1%)

Die Kernrate PCE liegt bei +5,2% (Prognose war +5,1%)

Verbraucherpreise Juni „nur“ bei 7,6 Prozent – Lebensmittel +12,7 Prozent

Brennender Geldschein als Symbol für Inflation

Die deutschen Verbraucherpreise für den Monat Juni wurden soeben vom Statistischen Bundesamt als Vorabschätzung veröffentlicht. Im Jahresvergleich steigen sie um 7,6 Prozent nach 7,9 Prozent im Mai. Für heute wurde eine Steigerung von 8,0 Prozent erwartet. Der Preisdruck bei Dienstleistungen sank von 2,9 auf 2,1 Prozent Steigerung. Bei Waren nahm der Preisdruck bei Energie leicht ab von 38,3 auf 38,0 Prozent. Aber die Verbraucherpreise für Lebensmittel steigen weiter von +11,1 Prozent im Mai auf jetzt 12,7 Prozent im Juni!

Hier weitere Aussagen der Statistiker im Wortlaut, die darauf hindeuten, dass zwei staatliche Eingriffe preisdämpfend gewirkt haben könnten:

Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind insbesondere die Preise für Energie merklich angestiegen und beeinflussen die hohe Inflationsrate erheblich. So stiegen die Energiepreise im Juni 2022 um 38,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat und damit in einem ähnlichen Ausmaß wie in den Vormonaten. Auch die Preise für Nahrungsmittel stiegen mit +12,7 % überdurchschnittlich. Deutliche Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen wirken sich dabei preiserhöhend aus. Hinzu kommen die preistreibenden Effekte unterbrochener Lieferketten infolge der Corona-Pandemie. Sondereffekte wie die Auswirkungen des 9-Euro-Tickets und des Tankrabatts sind in den Ergebnissen enthalten. In welchem Ausmaß sie sich genau ausgewirkt haben, lässt sich mit den vorläufigen Ergebnissen noch nicht darstellen. Auf diese Effekte wird das Statistische Bundesamt mit der Veröffentlichung der endgültigen Ergebnisse am 13. Juli 2022 eingehen.

Grafik zeigt Details der deutschen Verbraucherpreise