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Aktienmärkte: Der Lackmustest für den Fed-Put

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Downtown Manhattan in New York

Die relative Gelassenheit der Marktteilnehmer im aktuellen Umfeld hat einen entscheidenden Grund: das geldpolitische Sicherheitsnetz, das die Notenbanken weltweit unter die Aktienmärkte gespannt haben. Doch wird es halten?

Der Aufwärtstrend der Aktienmärkte gerät in Gefahr

Noch sind die Verluste beim S&P 500 in Anbetracht der heraufziehenden wirtschaftlichen Risiken äußerst moderat. Der US-Leitindex hat zwar mit dem recht dynamischen Kursrückgang am Freitag seinen kurzfristigen Aufwärtstrend nach unten gebrochen, aber mehr als Gewinnmitnahmen sind das noch nicht. Erst am 22. Januar erreichte der heimliche Weltleitindex mit in der Spitze 3.338 Punkten den höchsten Stand aller Zeiten. Seitdem korrigierten die Kurse der größten 500 US-Aktiengesellschaften lediglich um gut drei Prozent.

Lackmustest für Aktienmärkte? S&P 500 Chart

Etwas deutlicher fielen die Kursrückgänge in den letzten Tagen in Europa und Asien aus. Die Marktteilnehmer zeigten hier schon erste Anzeichen von latenter Panik. Der deutsche Leitindex DAX 30 verlor von der Spitze bei 13.640 Punkten ganze 700 Punkte, also gut fünf Prozent (hier geht es zum 1 x 1 der Geldanlage). Gleichzeitig durchbrach der Index die psychologisch relevante Marke von 13.000 Punkten. Im längerfristigen Bild sieht es nun zumindest kurzfristig nach einer Doppeltopbildung aus. Vor genau zwei Jahren hatte der DAX sein bis dahin höchstes Niveau bei in der Spitze 13.600 Punkten erreicht, das er nun wieder deutlich unterschritten hat.

Dax Chart

Aktienmärkte in den USA verlassen sich auf Uncle Sam

Noch scheint den Marktteilnehmern nicht bewusst zu sein, welch signifikante Folgen die durch die Coronavirus-Epidemie bedingte Abschottung der zweitgrößten Volkswirtschaft und „Werkbank“ der Welt für die globale Konjunktur hat. Noch ist die überwiegende Mehrheit der Marktteilnehmer für die Aktienmärkte optimistisch. Die Portfolios weisen geringe Cashbestände auf und sind kaum abgesichert. Die Bewertungen sind historisch hoch, und das, obwohl knapp 40 Prozent der US-Unternehmen Verluste produzieren. Der sehr marktbreite Wilshire 5.000 Total Market Index wird aktuell mit dem 1,5-Fachen des US-BIP bewertet. Das ist das höchste Ratio seit Beginn der Datenaufzeichnung im Jahr 1971.

Doch das Vertrauen in die im Sinne der Aktienmärkte alles kontrollierende US-Notenbank Fed ist vor allem in den USA noch voll intakt. Zumal auch der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika höchst persönlich über den Zustand des Aktienmarkts wacht und immer ein Auge auf den Stand seines Lieblingsindex Dow Jones Industrial Average hat. Sollte es in den kommenden Handelstagen zu heftigeren Kurseinbrüchen im insgesamt zweistelligen Prozentbereich kommen oder der Handel sogar an einem Tag „Limit-Down“ ausgesetzt werden, dann, so die Erwartung, würden der Präsident Donald J. Trump zusammen mit dem Fed-Chef Jerome „Jay“ Powell sofort zugunsten der Aktienmärkte intervenieren. Und ja, diese Hoffnung ist in Anbetracht der extremen Abhängigkeit des Konsumverhaltens und der gesamten US-Ökonomie von der Entwicklung der Vermögenspreise an den Aktienmärkten absolut berechtigt.

Wie schnell greift der Fed-Put?

Die Frage, die sich eigentlich stellt, ist nicht die, nach der realen Existenz des sogenannten Fed-Puts, sondern die, ab welcher Verlustschwelle der Fed-Put greift. Da die Aktienmärkte in den letzten Monaten nahezu senkrecht und vor allem in den USA auf ständig neue Höchststände angestiegen sind, ist die Gefahr eines Rückschlags ohnehin sehr groß – allein schon wegen der nun einsetzenden Gewinnmitnahmen.

Der für die Aktienmärkte sukzessive an Bedeutung gewinnende externe Schock durch die Coronavirus-Epidemie kann daher schnell in einen selbst für die US-Notenbank unkontrollierbaren Sell-Off münden. Daher ist die aktuelle Situation so brisant, weil die Marktteilnehmer schlicht nicht wissen können, wie schnell und wie effektiv der Fed-Put zum Einsatz kommt. Wobei es mit reiner Verbalakrobatik und medialen Beruhigungspillen vom Präsidentenberater Larry Kudlow, wie am Donnerstagabend, nicht getan sein dürfte. Da müssen schon Aktionen vom Kaliber Liquiditätsflutung oder Stützungskäufe via Plunge Protection Team (PPT) oder gleich Notzinssenkungen her.

Fazit und Ausblick

Die sich bereits abzeichnenden negativen ökonomischen Folgen der Coronavirus-Epidemie und die zunehmenden Gewinnmitnahmen an den Aktienmärkten können aufgrund der hohen Bewertungen schnell in Panik umschlagen. Vor allem dann, wenn nicht zeitnah Signale der Unterstützung von der US-Notenbank kommen, die den Markt stützen. In Anbetracht der Fallhöhe des Marktes und des damit einhergehenden Vernichtungspotenzials von Aktienvermögen in Billionenhöhe, wird es interessant sein zu sehen, wie schnell der Fed-Put greift und ob er ausreicht.

18 Kommentare

18 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    1. Februar 2020 17:54 at 17:54

    Aktien sollten nach 400 bis 700% Gewinn eine kleine Korrektur aushalten ,aber wer entschärft die BBB- Bomben u.
    die High Yield – Anleihen bei einem Wirtschaftsrückgamg ?
    Aktien oder Unternehmensanleihen oder beides wird kollabieren u.Staatsanleihen könnten noch mehr steigen.
    Das Märchen von TinA wäre dann auch wieder zu Ende.

    • Avatar

      Nico

      2. Februar 2020 08:58 at 08:58

      @Beobachter. Was heißt denn hier (TINA) = Märchen? Das ist doch seit Jahren Fakt. Märchen wird nur jemanden behaupten, der nicht davon profitiert hat. Auch wenn TINA irgendwann zu Ende gehen muss.

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    PK

    1. Februar 2020 18:29 at 18:29

    ein nahezu 100% Short wäre es, wenn die FED interveniert und der Markt nach einer Erholung ein neues Low markiert. Bis dahin ist es mit Short in der Tat bisserl riskant, weil völlig klar ist, daß Trump und FED mitspielen werden.

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    schwarze_pille

    1. Februar 2020 20:05 at 20:05

    Die Märkte können eigentlich nur hoffen, dass die Regierungen passiv bleiben. Die chinesische reißt bei sich gerade die Wände runter.

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    Marko

    1. Februar 2020 20:40 at 20:40

    Na ja Herr Zipfel, von Euphorie ist bei dem ganzen Kuddelmudelle nix zu sehen .

    Hier mal was zum Brexit, die Bild-Zeitung.

    https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/brexit-fans-feiern-schon-in-london-grossbritannien-verlaesst-um-mitternacht-die-68523352.bild.html

    Die große Gefahr: Es gibt keine Einigung bis Ende des Jahres. Dann kommt der harte Brexit. Bedeutet: Kein Aufenthaltsrecht für EU-Bürger in Großbritannien und umgekehrt, Zölle auf Wirtschaftsgüter, abgeschottete Grenzen.

    Bis 31. Dezember gilt aber erst einmal eine Übergangsregelung.

    Für GB würde die bedeuten : Der Sprung über die Klippe, also das wäre es dann für GB.
    Schottland würde dann sofort “rüber” gehen zur EU, und GB wäre dann “klinisch tot”.

    Und der Key ist die EZB, wenn man im September 2020 (endlich) loslege sollte…. die Amis danach sowiso…

    Da hier ist immer noch Lehman… !

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    Lausi

    1. Februar 2020 21:07 at 21:07

    Die Frage ist, in wieweit sich die Aktienmärkte von der konjunkturellen Entwicklung abkoppeln können, und in wieweit die Zentralbanken Einfluss auf die Konjunktur haben. Die berühmte Hundeleine wird sicherlich nicht unendlich lang sein…

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    Hesterberg

    2. Februar 2020 01:11 at 01:11

    Wo ist Sven? Fahnenstangen-Sven könnte hier sicher Aufklärung liefern und alle Argumente entkräften. Ich will mich einmal an seiner Stelle versuchen.

    Die Fed hat doch letztlich unbegrenzte Feuerkraft. Sie kann die Zinsen nicht nur sofort auf null, sondern auch sofort auf -2,5% senken. Sie kann alle(!) amerikanischen Aktien, die die Märkte verkaufen, sofort selbst wieder kaufen und somit jeden US-Aktiencrash verhindern. Sie kann sogar darüber hinaus noch weitere Aktien kaufen, so dass die US-Indizes monatlich um 5% steigen. Das hätte zur Folge, dass alle Marktteilnehmer wieder all in gehen müssten, weil sie sonst nicht mehr dabei wären. Und es hätte weiter zur Folge, dass alle Investoren in den US-Aktienmarkt umschichten und nur die Aktienmärkte aller anderen Länder crashen würden. Die Fed könnte dann aus allen Hilfen komplett aussteigen und ihre Bilanz zurückfahren, weil die Entwicklung zur größten Party aller Zeiten sich selbst trägt. Die Fed kann auch Gold kaufen so viel sie will und natürlich kann sie auch alle Frachtschiffe weltweit anmieten und den Baltic Dry Index innerhalb von Tagen auf Allzeithoch bringen und so weiter und so fort. Die Fed kann alles kaufen und stützen und wenn Gesetze dem entgegenstehen, werden sie eben geändert oder aufgehoben.

    China und Europa wären am Ende und die USA für mindestens weitere 100 Jahre die Nummer 1 und Donald Trump würde als erster US-Präsident auf Lebenszeit ernannt werden.

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    Beobachter

    2. Februar 2020 11:36 at 11:36

    @ Nico,ich habe mit sehr tiefen Hypozinsen sehr stark vom Notenbankzauber profitiert u.werde dies noch mindestens 10bis 15 Jahre tun. ( Festhypotheken) Für 80 bis 90% der Bevölkerung, die in 10 oder 20Jahren mit stark fallenden Altersrenten leben müssen wird das Märchen nicht mehr so märchenhaft aussehen u.sich in Wirklichkeit als grösste je dagewesene Umverteilung entpuppen.

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      Nico

      2. Februar 2020 12:11 at 12:11

      @Beobacter. Sie tun ja so, als ob es den Deutschen verboten sei, Aktien für die Altersvorsorge zu erwerben. So wie viele Staatsfonds es tun. Selbst nach einem 2020-er oder 2021-er Crash könnte man billiger einsteigen und aufbauen. Aber viele Bären halten Aktien für Teufelszeug, welche bald ins Uferlose stürzen und sich nie mehr erholen. Wenn die Weltwirtschaft so kollabiert, haben Sie mit keiner anderen Anlage Glück. Auch nicht mit Gold, denn dessen Besitz würde dann sicher verboten werden.

      • Avatar

        tomgala

        3. Februar 2020 00:03 at 00:03

        In einer stofflich begrenzten Welt ist ein unbegrenztes Wachstum absurd.
        Aus diesem Grund können Aktien nicht Gewinnbasiert unbegrenzt steigen.

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    Fetttony

    2. Februar 2020 15:46 at 15:46

    Chinesen pumpen bereits ordentlich Monetas rein

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    Torsten

    3. Februar 2020 07:08 at 07:08

    Dow Future 200 Punkte vorbörslich im Plus, Aktuell 361 Tote durch Corona Virus ( erwartet 380 ). Besser als erwartet!

    *Satire*

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    Satiri

    3. Februar 2020 10:05 at 10:05

    @ Torsten,Bei Aktienrückkäufen steigen die Aktienkurse weil sich die Gewinne auf weniger Anteile verteilen.
    LOGIK: Wenn eine Epidemie ein Teil der Bevölkerung dahinrafft steigt das Vermögen pro Kopf der Überlebenden . Somit könnte das positiv für die Aktienkurse sein. ( auch Satire))
    Tesla ist wieder einmal eine Ausnahme, bei Rückgang der Verkäufe = weniger Verlust = höhere Kurse
    ( keine Satire)

    • Avatar

      Torsten

      3. Februar 2020 10:51 at 10:51

      Tesla- also weniger Umsatz, weniger Verlust , höherer Kurs

      mathematisch bedeutet ( Limes ) das bei Null Umsatz, Null Verlust , Tesla Aktie könnte dann Unendlich viel Wert sein

      ( Satire )

      :)

  11. Avatar

    Marko

    3. Februar 2020 15:37 at 15:37

    “Noch ist die überwiegende Mehrheit der Marktteilnehmer für die Aktienmärkte optimistisch. Die Portfolios weisen geringe Cashbestände auf und sind kaum abgesichert. Die Bewertungen sind historisch hoch, und das, obwohl knapp 40 Prozent der US-Unternehmen Verluste produzieren.”

    Wenn ich das hier sage, muss (!!!) ich sagen, die Anleinemärkten sind NICHT manipuliert…

    So, Thema beendet, liebe Bären.

    BTW, . wohin soll der Bufu noch steigen, Minuszinzen um die 3 % …? vielleicht – 6 %, – 10 % … ?? , an Sie , die Wahl.. ?

    Macht Euch doch nicht lächerlich ?

    Ja…. ich weiß, das ist eine “Bärenseite”, aber : man kann es auch übertreiben.. ?

    Vg

    marko

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    DAX 15000

    3. Februar 2020 18:58 at 18:58

    @Marko, ich finde deine erfrischenden Kommentare u.kritischen Anmerkungen sehr gut.Leider hat auf dieser Bärenseite niemand den Mut u,das Wissen dir kompetente Anrworten zu geben.

  13. Avatar

    Lausi

    3. Februar 2020 19:46 at 19:46

    @ DAX 15000: Für kompetente Antworten muss man erstmal den kryptischen Schreibstil von Bufu-Marko verstehen. Ich habe da so meine Schwierigkeiten – vor allem mit seinen unendlich vielen Fragezeichen. Aber schön, dass es auf FMW auch Bullen bzw. konträre Meinungen gibt – sonst wäre es ja total langweilig. Und was den Bufu betrifft weiß ich nur eins – wenn die Konjunktur abschmiert geht der Bufu hoch. Das reicht mir für’s Long-Gehen.

  14. Avatar

    DAX 15000

    3. Februar 2020 21:02 at 21:02

    @ Lausi, ich oute mich mit meinem vorigen Kommentar,der als Witz -Kommentar gedacht war.Ich verstehe Marko auch nicht, der schreibt in einer anderen Liga.Die unermüdlichen Bullen bereichern die Plattform in dem Sinne, dass sie einige lustige Namen kreierten.
    So der Fahnenstangen Sven, der Bufu-Marko, der Betongoldi, der Wischi-Waschi Bär, lustig wird’s aber erst wenn der Zimmermann bei einem Crash endlich zum Buhmann wird.

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Corona-Krise und das dauerhaft veränderte Konsumverhalten

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Erst war es aus der Not geboren: Viele Menschen, die eigentlich viel lieber in Geschäften eingekauft hatten und nicht im Online-Handel, mussten sich durch den Lockdown in der Corona-Krise zwangsläufig umorientieren. Werden diese alle wieder ins alte Konsumverhalten zurückkehren? Neueste Studien zeigen: Davon ist nicht auszugehen.

Corona-Krise: Umfragen nicht im Sinne des stationären Handels

Bisher schob man es zum großen Teil auf die Maskenpflicht: Die gebremste Shoppinglust mit einem Utensil, welches nicht nur Kommunikation und Atmung beim lustbetonten Einkaufsbummel behindert, sondern auch so etwas wie eine psychologische Falle darstellt: Hier lauert eine Gefahr für mich, aufpassen, nicht leichtsinnig werden! Wenngleich es noch keine großen wissenschaftlichen Nachweise gibt, dass es in Geschäften zu größeren Infektionen mit Covid-19 gekommen ist, bleibt die Maskenpflicht noch eine Zeit bestehen. Spannend wird es im Hochsommer, wenn das Personal in Räumen ohne Klimatisierung den Schutz über acht Stunden am Tag tragen muss.

Auch wenn immer mehr Lockerungen im Gespräch sind, erschrecken Umfragen in Deutschland, wie auch in Europa, den stationären Einzelhandel. Viele Kunden haben sich an den Online-Handel gewöhnt und werden wohl auch nach der Corona-Krise nicht mehr so häufig zum Shoppen gehen.

Die bisherigen Verkaufsumsätze liegen unter den Erwartungen des Handels, man hofft auf die Rückkehr zu alten Gewohnheiten. Der Konsum als Ganzes wird dabei wieder auf alte Höhen klettern, sollte es nicht zu weiteren Einschränkungen wegen Corona kommen. Aber die aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal dürfte der Branche nicht gefallen:

23 Prozent der Deutschen wollen weniger in Geschäften einkaufen, mehr über online shoppen, aber insgesamt weniger ausgeben.
Auch in anderen europäischen Ländern (Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Schweiz) brachte die Studie ähnliche Ergebnisse. Im Ausland fürchtet man die Folgen der Corona-Krise stärker – Verlust des Arbeitsplatzes, Vermögenseinbußen –  so dass viele Kunden nur das Nötigste eingekauft haben. 41 Prozent der Befragten wollen auch in naher Zukunft erst einmal abwarten – auf eine Besserung der wirtschaftlichen Lage.
Die Furcht vor einer zweiten Welle ist überall zu verspüren. Kein Wunder, in der täglichen Berichterstattung ist es ständiges Thema. Verfügbarkeitsheuristik, nennt es die Psychologie, wenn Ereignisse so oft wiederholt werden, dass es im Gedächtnis fest verankert wird.

Zunahme des Online-Handels

Der Lockdown hat in vielen Bereichen die Digitalisierung angeschoben – nicht nur bei Microsoft, wo der CEO Nadella behauptet hat, die Corona-Krise hätte die Entwicklung von zwei Jahren komprimiert auf wenige Monate -, auch beim Handel. Auch eine weitere Umfrage bestätigt diese Annahme: Bei einer Befragung von 2500 Konsumenten durch den Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland, erzählten über 50 Prozent der Menschen, dass sie künftig mehr online kaufen würden, die Coronazeit habe sie überzeugt.

Beispielsweise habe die Online-Plattform der Otto-Gruppe in kurzer Zeit eine Million Kunden hinzugewonnen. Wie wollen die Geschäfte auf diese Entwicklung reagieren? Verkleinerung der Verkaufsflächen, Rationalisierungen, neue Ideen beim Verkauf der Produkte?

Fazit

Sehr oft ist derzeit die Rede davon, was die Corona-Krise für Langfristfolgen in der Gesellschaft zeitigen wird. Home Schooling, Home Office, Video-Besprechungen, Änderungen im Reiseverhalten oder auch beim Shopping. Letzteres dürfte sehr wahrscheinlich werden, zu sehr hat die Corona-Krise selbst Technikmuffel von der Bequemlichkeit der Methode überzeugt.

Wie lange wartet man schon auf einen radikalen Rationalisierungsschnitt im Einzelhandel durch automatisierte Zahlungssysteme an den Kassen? Und jetzt auch noch der Umbruch durch den Versandhandel. Was aber geschieht mit der Einzelhandelsbranche, den zahlreichen Geschäften und ihren vielen Beschäftigten?

Die Corona-Krise verändert das Konsumverhalten dauerhaft

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EZB-Bilanz +53 Milliarden Euro in einer Woche – Anleihekäufe waren nicht der größte Posten!

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Der EZB Tower in Frankfurt

Die Bilanz der EZB wird einmal pro Woche veröffentlicht. Jetzt liegt uns die Bilanz mit Stand 3. Juli vor. Sie klettert immer weiter, auf ein derzeitiges Allzeithoch von 6,289 Billionen Euro. Noch im Februar waren es 4,7 Billionen Euro. In der folgenden Originaltabelle der EZB zeigen wir die aktuellste Aktiva der Bilanz. Die Bilanzsumme stieg im Wochenvergleich um 52,8 Milliarden Euro. Wie üblich dieser Tage würde man denken, dass diese Steigerung herrührt durch die ständigen Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank, die sich aufgrund der Beschlüsse in Folge der Coronakrise um insgesamt 1,35 Billionen Euro ausweiten werden. Aber nein, diese Bilanz ist anders. Die Anleihekäufe machen nur den zweitgrößten Zuwachsposten aus mit +33,48 Milliarden Euro.

Der größte Posten war ein Plus von 38,95 Milliarden Euro beim Bilanzposten Gold. Weil der Goldpreis so gut gestiegen ist, und weil gerade Quartalsende war, wurden die Goldbestände der EZB neu bewertet. Der Wertzuwachs durch den Preisanstieg bei Gold wird in der Bilanz jetzt mit 38,95 Milliarden Euro quasi nachgebucht, wodurch die Bilanz um diesen Wert ansteigt. So trägt der steigende Goldpreis zu einem kräftigen Bilanzzuwachs bei der EZB bei. Abseits dieser beiden großen Posten gibt es noch viele kleinere Änderungen, wodurch insgesamt ein Zuwachs von 52,8 Milliarden Euro im Wochenvergleich herauskommt. Die Bilanz der EZB macht jetzt 53 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Im Vergleich dazu liegt die Bank of England bei 31 Prozent, die Fed bei 33 Prozent, und die Bank of Japan bei exorbitanten 119 Prozent.

Daten zur aktuellsten EZB-Bilanz

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Dirk Müller zum Wasserstoff-Hype: Warum man jetzt nicht einsteigen sollte

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Wir hatten erst vorgestern über die Aussagen von Dirk Müller berichtet,über die Wahnsinns-Hausse der letzten Wochen in den USA, wo teilweise Minderjährige mit den Kreditkarten ihrer Eltern die Börse stürmen, und wo Millionen von Menschen mit Kleinstbeträgen wie wahnsinnig Börsenkurse pushen. Heute spricht Dirk Müller im folgenden Video über den aktuellen Hype rund um das Thema Wasserstoff. Diese Woche wurde der Hype nochmal kräftig befeuert durch die erst gestern präsentierten großen Pläne der EU, dass man bis 2050 klimaneutral werden wolle, und das mit Wasserstoff. Gigantische Milliardenprogramme sollen von Staaten und Unternehmen in Europa aufgelegt werden.

Also, ist das nun auch der große Start für den Hype rund um Wasserstoff-Aktien? Oder läuft er schon, und Anleger, die sich hier noch nicht auskennen, kommen zu spät? Genau davor warnt Dirk Müller im folgenden Video. Er beschreibt diese jetzige Euphorie und vergleicht sie mit Themen wie 3D-Druck oder Cannabis-Aktien. Jetzt sei der Markt für Anleger schon zu teuer. Man müsse nun erst einmal auf die Marktbereinigung warten, die nach der Euphorie einsetze. Er beschreibt auch Phasen der Markteuphorie, wie es sie in anderen Bereichen schon gegeben habe, die nun auch so beim Wasserstoff ablaufen würden.

Wasserstoff Tankstelle in Belgien
Eine Wasserstofftankstelle in Zaventem Belgien. Foto: Dr. Artur Braun (Arturbraun) CC BY-SA 4.0

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