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Aktien

Aktienmärkte fallen – Optionen die wahrscheinliche Ursache

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte sind heute Nachmittag schwer unter Druck gekommen – warum? Eigentlich gibt es keine wirklich belastbaren Gründe. Der vielleicht einleuchtendste Grund ist die Schwerkraft: was zu stark steigt, fällt irgendwann besonders hart. Das sieht man bei Aktien wie Apple, die in den letzten 24 Stunden sage und schreibe 250 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung verloren hat. Oder auch bei Tesla, die nun den dritten Tag in Folge verlieren – heute über -8%.

Ausschlaggebend ist wahrscheinlich das Geschehen an den Optionsmärkten: die Aufwärtsbewegung nährte die Aufwärtsbewegung, weil massenhafte Käufe von Call-Optionen die Broker zwangen, das jeweilige underlying (also eine Aktie wie Tesla oder einen Index wie den Nasdaq) zu kaufen, um ihr Risiko abzusichern. Je mehr Käufe von Call-Optionen, umso stärker also die sich selbst tragende Aufwärtsdynamik.

Aber das Spiel geht auch andersherum: wenn die Preise dann plötzlich aus heiterem Himmel fallen, geraten die Käufer der Calls unter Druck und verkaufen – was wiederum die Broker zu Verkäufen des jeweiligen underlyings animiert (weil ihre Käufe zur Absicherung überflüssig werden mit dem geringer werdenden Bestand von Call-Optionen).

Das erklärt die heutige Dynmik der Aktienmärkte an der Wall Street, besonders im Nasdaq 100: Sie ist das Resultat massiver Spekulationen, die nun rückabgewickelt werden müssen, es ist eine gewisse Mechanik der Aktienmärkte bedingt vor allem durch die Optionssmärkte, die nun zum Tragen kommt.

So oder so: aus heiterem Himmel kommt das nicht – der VIX springt über die Marke von 30, nachdem er trotz neuer Allzeithochs der Aktienmärkte in den USA ungewöhnlicherweise zulegen konnte. Es geht also immer so lange gut, bis es plötzlich nicht mehr gut geht. Wenn alle im selben Boot sitzen, ist das Kentern des Bootes meist ein rabiater Vorgang, bei dem jeder sich selbst der Nächste ist.

Das eigentlich Erstaunliche ist doch, dass es so lange gedauert hat, bis das überspannte Seil einmal reißt – und nicht dass das überspannte Seil reißt. Diesmal ist..nicht alles anders!

Die Aktienmärkte heute schwer unter Druck

 

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Alexander Müller

    3. September 2020 18:01 at 18:01

    Jahr 2000!!!Ich bin seit 3 Monaten Short, habe immer wieder nachgekauft. Danke für die tolle, objektive Berichte!

  2. Avatar

    Macwoiferl

    3. September 2020 18:06 at 18:06

    Erst mal abwarten @Markus Fugmann.
    Noch reißt da gar nix.
    Es knackt nur an den Seilen.
    Die Irren werden schon bald zum Gegenangriff blasen.
    Handelsdeal, Impfstoff, Hilfspakete, notfalls die Verhaftung demokratischer Wähler.
    Der Worst Businessman on Planet Earth und sein erratischer Elektroauto-Bastler brauchen Rekorde.
    Aber besten Dank für die plausible Erklärung des kleinen Dips heute.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      3. September 2020 18:09 at 18:09

      @Macwoiferl, ich habe ja nicht behauptet, dass der große Crash jetzt anstehen würde – sondern nur, dass zumindest zwischenzeitlich dass Gesetz der Schwerkraft wieder in Kraft getreten ist :)

  3. Avatar

    Roland

    3. September 2020 18:13 at 18:13

    Top Einkaufskurse. Notenbanken, Impfstoff, positiver Handelsdeal, sichere Trump-Wahl, fehlende Euphorie, Milliarden an der Seitenlinie, etc., etc. Es gibt Millionen Kaufgründe, aber kaum Risiken. Die Rally geht weiter, Ist doch gut für die Nachzügler…

  4. Avatar

    Prognosti

    3. September 2020 21:15 at 21:15

    Es gab schon grosse Diskussionen was Optionen bewirken.Der ursprüngliche Sinn der Optionen war die Absicherung von Finanzprodukten. Jetzt werden Optionen mehr und mehr als eigenständige Produkte gehandelt. Dank der Hebelwirkung ist erwiesen ,dass die in rauhen Mengen gehandelten Optionen die Ausschläge der entsprechenden Produkte vergrössert.Dadurch können auch die Märkte besser manipuliert werden.Auffallend waren doch in letzter Zeit die oft manipulierten Anstiege über Nacht mit denen man die Stillhalter ausgesqueezt hat und die Kurse in die Höhe trieb.Wie schon gesagt, wenn dann die Übertreibung nach oben nicht mehr haltbar ist, wirkt dann der gleiche Effekt nach unten. Sehr hektisch und kritisch wird es dann gegen den Verfall hin, wenn die Stillhalter mit Futures dauernd sichern und wieder glattstellen müssen.
    Sven Weisenhaus von der STOCKSTREET hat kürzlich einen guten Artikel zu diesem Thema geschrieben,
    der in etwa obigem Artikel von M.Fugmann ähnelt.

  5. Avatar

    Prognosti

    3. September 2020 21:31 at 21:31

    Zusatz: Den Artikel von Sven Weisenhaus ( nicht Sven Fahnenstange) kann man googeln unter:
    Verfallstag Traden ,ein Lehrbeispiel

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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