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Aktienmärkte: Ist das schon wieder ein Bullenmarkt?

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Die letzte Umfrage bei Fondsmanagern durch die Bank auf Amerika zeigt, dass die Mehrheit der Befragten davon ausgeht, dass für die Aktienmärkte ein neuer Bullenmarkt begonnen hat – der auf die historische Rally seit dem Märztiefs folgt. Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 3. zum 10. September unter 224 Geldverwaltern durchgeführt, die insgesamt eine Summe von 646 Milliarden Dollar betreuen. Dennoch ergeben sich aus der Umfrage ein paar Widersprüche.

Die Aktienmärkte und die Umfrage der Bank of America

Hierzu die Ergebnisse, zusammengefasst von Michael Hartnett, dem Chefstrategen der BofA:

  • 58 Prozent der Investoren sind der Meinung, dass ein neuer Bullenmarkt für die Aktienmärkte gestartet ist, verglichen zu mit 25 Prozent im Monat Mai.
  • Zum ersten Mal seit Mai Februar glauben mehr Investoren (49 Prozent), dass man sich in der frühen Phase eines Aufschwung befindet als in einer Rezession (37 Prozent ).
  • 84 Prozent der Befragten glauben, dass das globale Wachstum in den nächsten zwölf Monaten nach oben gehen wird.
  • 61 Prozent sehen eine U- oder W-förmige Erholung der Wirtschaft voraus, 20 Prozent glauben an ein V.
  • 51 Prozent der Befragten bevorzugen Disziplin bei der Ausweitung der Bilanz der Federal Reserve, während 37 Prozent mehr Engagement sehen wollen (gg. 13 Prozent im April).

Hartnett deutet dies so, dass die Fondsmanager an der Nachhaltigkeit des Aufschwungs Zweifel haben.
Die Cashquote der Fonds stieg im Vergleich zur letzten Umfrage von 4,6 auf 4,8 Prozent. Eine euphorische Stimmung wird unter vier Prozent gesehen, Angst über fünf Prozent – das ist also für die Aktienmärkte ein eher neutraler Wert!

80 Prozent der Befragten sehen die extreme Longpositionierung auf die US-Techwerte als die größte Massenspekulation „most crowded trade“ in der Geschichte an. Man bewertet diese „Bubble“ als das zweitgrößte Risiko für die Aktienmärkte der USA – nach einer zweiten Covid-19-Welle. Seltsamerweise ist dieser Sektor (Tech) aber immer noch der am meisten bevorzugte der Aktienmärkte. Glauben die Fondsmanager rechtzeitig und gleichzeitig aus großen Positionen aussteigen zu können?

Aber dennoch vollzieht man in den Portfolios auch eine Rotation zu anderen Aktienklassen, zu Small Caps und Value. Die Positionierung in Industriewerte hat den höchsten Stand seit Januar 2018 erreicht. Untergewichtet werden weiterhin Versorger, Banken und der Energiesektor.
41 Prozent der Manager glauben, dass eine glaubwürdige Aussicht auf einen Corona-Impfstoff der Auslöser für höhere Anleiherenditen wäre, noch vor einer Inflation (37 Prozent).
Der Zeitpunkt für die Verfügbarkeit eines Vakzins ist für die meisten Befragten das erste Quartal 2021.

Fazit

In früheren Zeiten war diese Umfrage einmal so etwas wie ein Geheimtipp. Durch die weite mediale Verbreitung ist die Werthaltigkeit der Umfrage jedoch gesunken – aber dennoch gibt sie einen gewissen Einblick in die Strategie sowie die Positionierung von Geldverwaltern, die immerhin über 600 Milliarden Dollar bewegen. Zweifel sind aktuell auf kurze Sicht angebracht, über die Strategie der Manager – was sie sagen und wie sie sich positionieren. Man glaubt an einen neuen Bullenmarkt für die Aktienmärkte, fährt aber gleichzeitig die Cashquote nach oben und die Investitionsquote nach unten. Kombiniert mit der Erwartung einer U-oder W-förmigen Erholung scheint man eher mit Rückschlägen zu rechnen. Der Herbst, die Wahlen, die Überspekulation am Terminmarkt – man höre also besser nicht auf das, was sie sagen, sondern auf das, was sie tun!

Viele Fondsmanager glauben, dass für die Aktienmärkte ein neuer Bullenmarkt begonnen hat

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