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Aktienmärkte nach dem Crash: Zwischen Hoffen und Bangen

Die letzten Wochen brachten einen Absturz an der Aktienmärkte, der in seiner Dimension an die Finanzkrise von 2008 erinnert. Was ist nun zu erwarten?

Wolfgang Müller

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Die letzten Wochen brachten einen Absturz an der Aktienmärkte, der in seiner Dimension an die Finanzkrise von 2008 erinnert. Die Kapitalmärkte sind auf dem Weg zur schlechtesten Performance eines Börsenmonats seit dieser Zeit. Dennoch konnte man letzte Woche so etwas wie einen temporären Stabilisierungsversuch feststellen. Aber was werden die stark gestiegenen Infektionszahlen vom Wochenende an den Märkten auslösen?

Aktienmärkte schwanken zwischen Panik und Hoffnung

Die Wochenübersicht über den Verlauf beim weltgrößten Index, dem S&P 500, zeigt die aktuelle Börsenverfassung: Montag bis Freitag: Minus 12 Prozent, plus 6 Prozent, minus 5,2 Prozent, plus 0,5 Prozent, minus 4,4 Prozent. Nach dem durch das Coronavirus ausgelösten Absturz aus einem absoluten Modus der Sorglosigkeit in den Zustand der Panik, scheint sich derzeit eine Zweikampf an den Märkten zu entwickeln.

Da gibt es die ersten Langfristinvestoren, die bereits zugreifen, im Vertrauen auf die größten staatlichen Maßnahmen seit Menschengedenken in punkto Geld- und Fiskalpolitik.

Und es gibt diejenigen, die in Panik alles versilbern müssen, weil ihnen der Margin Call im Nacken sitzt. Man verkauft Aktien, Anleihen, Rohstoffe und sogar das Krisenmetall Gold, um das „Deleveraging“ zu betreiben, das eine Marktbereinigung zwangsläufig mit sich bringt. Es sind die Gesetze der Finanzmathematik, die überhebelte Investoren in einer Baisse dazu zwingt, einen höheren Prozentsatz zu verkaufen, als sie mit ihren Anlagen unter Wasser stehen. Zwangsliquidierungen und automatisierte Verkaufsprogramne (Stopploss-Orders) führen regelmäßig zu den Tagen mit Verkaufsorgien der Aktienmärkte. Da niemand einen Überblick haben kann über die Depotstruktur von spekulativen Kleinanleger bis zu den großen Fonds, ist es im Falle eines großen Einbruchs niemals möglich (auch nicht mit allen mathematischen Modellen) zu erahnen, wo sich der Boden für den Bärenmarkt bilden wird.

Aktienmärkte und Covid-19, der „Schwarze Schwan“

Das Unvorsehbare potenziert eine absehbare Entwicklung, die auch ohne diesen externen Schockauslöser zum Tragen gekommen wäre. In den Wochen um und nach der Jahreswende herrschte eine unglaubliche Sorglosigkeit an den Märkten, allen voran in den USA, mit Werten im US-Stimmungsbarometer Fear&Greed von 97, die in der Vergangenheit noch immer zu heftigen Korrekturen dert Aktienmärkte geführt hatten. Es war nur die Frage, welcher Anlass zur Marktbereinigung führen würde.

Mit dem Coronavirus hatte noch im Dezember/Anfang Januar niemand gerechnet und dieser erfüllte die Definition des „Schwarzen Schwans“ von Nassim Taleb, eine Metapher, die sonst fast schon in inflationärerer Weise verwendet wird: Ein seltenes und höchst unwahrscheinliches Ereignis, was aber zu extremen Konsequenzen führen wird:  Nach der Erfahrung des Autors oft zur Pleite von zuvor höchst erfolgreichen, aber spekulativ orientierten Händlern an der Wall Street. Wie sicher sie sich mit ihrem Money Management vorher auch gefühlt hatten.

Genau so etwas ist mit Covid-19 gekommen, und alle Welt hatte auf den Fed-Put vertraut und darauf, dass Donald Trump selbst bei der Korrektur bis zum Bärenmarkt alle finanziellen und fiskalpolitischen Hebel in Bewegung gesetzt hätte, damit die Börse und sein geliebter Dow Jones bis zur Wahl im November 2019 nicht extrem abgefallen. Pech gehabt –  die wirtschaftliche Vernichtungskraft einer Pandemie in einer globalisierten Welt übertrifft alles, was sich außerhalb den Zeiten der Weltkriege in der neuen Wirtschaftsgeschichte zugetragen hat.

Verlierer und Gewinner

Wie in jeder Krise gibt es erst einmal Verlierer und zwar in fast allen Sparten, denn im Bärenmarkt müssen auch die substanzstarken Titel abverkauft werden. Wegen der erzwungenen Liquiditätsbeschaffung zur Erfüllung der vielfach zugestellten Margin Calls, aber auch aufgrund der Stopploss-Orders zur Verlustbegrenzung. Aber gleichzeitig gibt es Gewinneraktien, die von der Sondersituation profitieren, weil sie aus der Not heraus Gewinne generieren, die vorher bei weitem nicht in den Kursen eingepreist waren.

Als erste Verliererbranche konnte die Luftfahrtbranche identifiziert werden, die bereits im Januar mit Flugverboten nach China auf die Virusinfektion reagieren musste. In Deutschland fliegt die Lufthansa inzwischen nur noch mit fünf Prozent ihres Programms und hat bereits nach Staatshilfe gerufen. In den USA geraten United Airlines und Co unter Wasser und der eigentlich unzerstörbar gehaltene Flugzeug- und Rüstungskonzern Boeing stürzt immer weiter in die Tiefe und braucht Rettungsgelder. Insgesamt erwartet die Branche schon einen Verlust von über 110 Milliarden Dollar im Jahr 2020.

Damit ist die zweite Verlustbranche schon ausgemacht, der Tourismus. Für die Weltwirtschaft eine wichtige Stütze, denn das Volumen des weltweiten Reise – und Transportgeschäfts wird auf 6,6 Billionen Dollar geschätzt, immerhin fast 10 Prozent des Weltsozialprodukts. Davon betroffen nicht nur Touristikunternehmen und Kreuzfahrtgesellschaften sondern eine Unzahl an weiteren betroffenen Sparten wie Konzertveranstalter, Theater, Kinos, Restaurants, Museen, Freizeitparks, und, und und! Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hatte vor einer Woche von Einbußen in Höhe von 80 Prozent gesprochen und das war noch vor dem neuesten Shutdown.

Wenn Großveranstaltungen abgesagt werden, sind auch die Messeveranstalter betroffen, bis Ende Februar waren es bereits 230 große Messen. Und erst der Sport. Absage alle Weltmeisterschaften, Weltcups, Europameisterschaften, – Profiligen stellten den Betrieb ein und in Bälde steht eine ganz wichtige Entscheidung an: Absage oder Verschiebung der XXXII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo, auch ein wirtschaftliches Weltereignis, bei Kosten von 27 Milliarden Euro. Ein weiterer Einbruch für den japanischen Aktienmärkte?

Ein weiterer Absturz ereignet sich im Bereich der Ölbranche, die großen Ölkonzerne fallen bei Ölpreisen von 20 Dollar ins Bodenlose. Über die mannigfaltigen Gründe und die betroffenen Firmen informiert Claudio Kummerfeld täglich mit seinen Artikeln. Natürlich sind extrem viele Aktienmärkte und Aktien von der aktuellen Krise betroffen, die von der Störung der internationalen Liegerketten betroffen sind. An erster Stelle die Werksstillegungen von Automobilkonzernen diesseits und jenseits des Atlantiks (GM, Chrysler, Ford, BMW, Daimler, Vw und weitere). Das wird heftige Spuren in den Bruttoinlandsprodukten hinterlassen.

Und erst der Einbruch bei den Banken. Die Nullzinsen ruinieren die Einnahmen aufgrund der Fristentransformation – und die Angebots- und Nachfragekrise muss zum Ausfall von Krediten führen. Jetzt trifft es aber nicht nur europäische Kreditinstitute, sondern auch die als unverwüstlich geglaubten US-Banken.

Was bleibt da an Gewinnern, wenn die so wichtigen Dienstleistungs- und Versorgungsbranchen unisono in die Knie gehen?

Natürlich der Konsumsektor, denn in einer Krise, die in Hausarrest ähnelnden Maßnahmen gipfelt, ist die Versorgung der Grundbedürfnisse das A und O. Hamsterkäufe, so unsinnig diese teilweise auch sein mögen, führen zu unerwarteten Umsatzsprüngen. Der Konsumriese Walmart ist nicht umsonst einer der wenigen Gewinner der amerikanischen Aktienmärkte. Eine weltweite Infektionswelle führt zwangsläufig auch zu einer extremen Nachfrage an Desinfektionsmitteln.

Reckitt Benckiser (Sagrotan) oder Clorox kommen mit der Produktion nicht hinterher. Ebenso wie die Hersteller von Schutzbekleidung und Atemmasken: Drägerwerk, Dupont oder die kanadische Firma Alpha Tech Pro sind hier Profiteure. In Deutschland gibt es derzeit 25.000 einsatzfähige Beatmungsgeräte und die Bundesregierung hat erst vor Kurzem 10.000 Geräte bei dem deutschen Hersteller geordert.

Von den Quarantänemaßnahmen müssten in der weiteren Folge Internetfirmen aus verschiedenen Bereichen gefragt sein, wie zum Beispiel Streamingdienste. In China hatte sich das Datenvolumen während der Abschottungsmaßnahmen im Februar verzweiundzwanzigfacht.

Der wichtigste Kampf gegen Corona findet derzeit in der Pharma- und Biotechindustrie statt. Welche Firma entwickelt den Impfstoff, für den es bald die größte Nachfrage in der Menschheitsgeschichte geben sollte, zumindest bezogen auf die kurzfristige Nachfrage (siehe Artikel von Dirk Schuhmanns)?

Noch nie wurde Tag und Nacht in Pharmakreisen vermutlich so intensiv geforscht, wie heute.

Von bereits wochenlangen Kurskapriolen mit extrem gestiegenen Handelsvolumina dürfte auch die Finanzbranche profitieren, die Handelshäuser, deren Systeme beim Ansturm der Order an ihre Grenzen gerieten.

Zwischenfazit:

Betrachtet man sich die Dimensionen des Stillstands der Weltwirtschaft infolge Corona, so fragt man sich schon, ob diese 2020 überhaupt noch ein Wachstum generieren kann. Eine globale Rezession ist äußerst selten, schließlich wächst die Weltbevölkerung auch in diesem Jahr um etwa 90 Millionen Menschen.

Neue Erdenbürger, die auch versorgt werden müssen.

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Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

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Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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