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Aktuell: Aktienmärkte mit Gewinnen nach China-Aussagen

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte Europas und die US-Futures springen nach Aussagen des chinesischen Handelsministeriums (MOFCOM) nach oben: man sei in Gesprächen mit den USA und diskutiere, ob eine chinesische Delegation im September in die USA reisen würde. Entscheidend sei, dass beide Seiten die Bedingungen für eine Fortsetzung der Gespräche schafffen würden. Man hoffe, dass die USA die Zoll-Erhöhungen nicht umsetzen würden.

Das bedeuet: wenn die Zoll-Erhöhungen nicht kommen, reist die chinesische Delegation nach Washington. Wenn sie kommen, dann nicht. Jetzt also kommt es auf Trump an! China hat die Bedingungen klar benannt – also muß Trump die Erhöhung der Zölle aussetzen, sonst sind die Gespräche vorerst beendet!

Die Aktienmärkte springen auf diese vagen Aussagen hin nach oben..

18 Kommentare

18 Comments

  1. Avatar

    BrettonWood

    29. August 2019 09:34 at 09:34

    Also eigentlich ist das ja die Bestätigung das es aktuell keine Grundlage gibt das China kommt, nähmlich wegen dem Zöllen! China will das Donald seine Versprechen, nähmlich das vorläufig Aussetzen von weiteren Zöllen einhält, wird die Einführung als aufgehoben (ich denke nicht das eine Verschiebung akzeptiert wird) kommen die Chinesen, werden die Zölle kommen, sind die Gespräche beendet.

    Wird Donald sein Gesicht so verlieren können und das alles abblasen? Das scheint die alles Entscheidende Frage zu sein….

    Donald kann dan heute wieder sagen, seht ihr wie dringend die Chinesen eine Deal wollen!

  2. Avatar

    Ranzentier

    29. August 2019 09:53 at 09:53

    …spannend wird auch sein, ob er seinserseits die Chinesen auffordert ihre Zölle ebenfalls nicht einzuführen…oder ob er den weiteren Fortgang der Gespräche so nötig braucht, dass er dieses Thema nicht anspricht und die Chinesen die Zölle einführen ab 01.09…die Chinesen machen das schon irgendwie clever…man muss dabei bedenken um was es hier geht…es geht nur um das weiterführen von Gesprächen…also im Endeffekt nichts was wirklich von Substanz ist…sondern nur Verzögerungstaktik bedeutet…

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    Roberto

    29. August 2019 10:25 at 10:25

    Dem US Präsidenten ist sein Wort von gestern völlig egal, wenn er seinen Vorteil sieht. Das wissen die Märkte sehr gut und steigen deshalb schon im Vorfeld. Denn das was jetzt von den Chinesen kam ist eine ausgestreckte Hand und Trump wird nach der Erfahrung vom letzten Freitag diese Hand sehr gerne annehmen. Damit ist aus meiner Sicht diesmal der Aktienmarkt schlauer. Oder eben die Algos. Diese Woche heilt somit den letzten Freitag und die Charttechnik dreht wieder auf positiv. Bis zum nächsten tweet, den keiner kennt. Es bleibt wie immer spannend. Mindestens bis zur nächsten Wahl in den Staaten.

    • Avatar

      Ranzentier

      29. August 2019 11:06 at 11:06

      ich denke auch das Trump dieses Geschenk der Chinesen annimmt…natürlich mit dem Hinweis, dass die Chinesen eingeknickt sind und er jetzt Milde walten lässt…das kuriose bleibt wirklich, dass jede Mitteilung immer positiv gedeutet wird…es hätte ja auch andersherum sein können, dass die Märkte nach unten gehen, weil dass jetzt die allerletzte Chance ist, um weiter voranzukommen und damit erstmal Unsicherheit eintritt…

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    BrettonWood

    29. August 2019 10:34 at 10:34

    Die Märkte spinne auch, der Fear Index steht auf 18 und trotzdem
    Springt der Markt bei allem Blödsinn nach oben, jeder Hoffnungstrahl blindes Vertrauem das es gut geht und trotzdem steht der Fear Index vei 18 das passt doch vorne und hinten nicht zusammen!

    Wäre wirklich Fear da, würde der Markt doch wegen sowas nicht 150 Punkte machen.

    Da kommenich wieder zu meiner Frage wer hat den Angst und wer hat die Aktien.

    Ich sehe mich immer mehr in meiner These bestätigt das die die Aktien halten (Notenbanken und Funds) auf soviel cash sitzen das Sie jeden Dip kaufen und die haben weder Angst noch sind Sie gierig.

    Der Privatmann der hat Angst aber der ist al Markt offensichtlich zu einer unbedeutenden grösse geworden.

    Weiss jemand von anderen Notenbanken wieviel Aktienassets sie haben, ich würde das gerne mal zusammentragen.

    Ist es möglich das sich 50, 60 oder sogar schon 70% vom Market in deren Händem befindet?

    Gibt es noch einen Markt oder ist das Planwirtschaft?

    • Avatar

      Ranzentier

      29. August 2019 11:10 at 11:10

      …ich hatte diese Vermutung auch schon mal angesprochen, wurde von der Community aber darauf hingewiesen, dass die Märkte einfach zu groß sind, um manipuliert zu werden…aber bei den Betrachtungen auf die Märkte bleibe ich dennoch skeptisch…angeblich sind alle Großen Investoren draußen und sitzen auf Cash, Insider steigen aus, etc…aber die Kurse sind dennoch in Amerika nur wenige Prozent unter dem Allzeithoch…

      • Avatar

        Faktist

        29. August 2019 11:30 at 11:30

        Es werden überall nur Lügen verbreitet, damit die normalos short gehen und die sogenannten insider durch grosse Käufe einfach mal die Kurse bewegen… jetzt im Sommer braucht man dazu nicht viel. Gestriges Volumen spricht Bände… der Dow ging ohne Rücksetzer einfach hoch…. klar, die Insider haben alles verkauft! lol
        Betrugsmaschine Börse!

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          29. August 2019 11:32 at 11:32

          @Faktist, das Schema läuft eher so: die Insider (also CEOs etc.) verkaufen privat ihre eigenen Aktien, aber für ihre Firma kaufen sie massiv ihre eigenen Aktien zurück!

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      Wolfgang M.

      29. August 2019 11:12 at 11:12

      @BrettonWood. Hallo. Ich denke, sie machen sich hier falsche Vorstellungen von den US-Aktienmärkten. Man spricht davon, dass sich 70 Prozent der US-Aktien in den Händen von mittel- oder langfristigen Anlegern befinden. Von aktiven und passiven Aktienfonds (Blackrock, Vanguard, Fidelity und Co, die sich in den Händen von Privaten befinden, denken Sie nur an den 4 Billionen schweren Markt von ETFs), von staatlichen Pensionsfonds (ein nicht unerheblicher Anteil wird für die Altersvorsorge der Amerikaner verwendet, in dem die Fonds die quartalsmäßigen Dividendenzahlungen für Auszahlungen verwenden), von Staatsfonds (allein der 1 Bio. $ Dollar schwere norwegische SF besitzt 1,4 Prozent aller Aktien weltweit und da gibt es noch eine Menge anderer aus Asien, dem nahen Osten und anderen Regionen), den Stiftungen und den reichen Privatanlegern. Zum Beispiel Warren Buffet, der seine Aktien im Schnitt 11 Jahre hält oder Jeff Bezos der allein mit seiner Ex-Gattin 17 Prozent an Amazon besitzt. Nie und nimmer könnten Notenbanken hier eine große Position aufbauen. Die Schweizer Notenbank besitzt natürlich eine gewisse Anzahl an US-Aktien und die Bank of Japan, aber vorwiegend heimische ETFs. Natürlich könnte man mit einer Milliarde Dollar schon etwas bewegen, aber diese Orders würden auffallen und der S&P 500 hat eine Marktkapitalisierung von 22 000 Milliarden Dollar. Hier ist eine „große“ Manipulation kaum möglich, bei dem gigantischen Streubesitz. Meine Meinung
      Grüße

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        Shong09

        29. August 2019 11:49 at 11:49

        Es kommt doch lediglich darauf an, dass Sie einen signifikanten Anteil am Tagesvolumen brauchen, um den Markt einen Tag lang zu beeinflussen. Dafür dürfen Sie sogar die Intraday-Orders mehr oder weniger außen vor lassen/herausrechnen. Wenn einer anfängt zu verkaufen, folgen ihm andere. Ein selbstverstärkender Effekt. Wenn allerdings keine Nachrichten innerhalb einer gewissen Zeitspanne eintrudeln, wird die gegenhaltende Fraktion anfangen zu kaufen.
        Die 22 Billionen sagen mehr oder minder gar nichts aus

      • Avatar

        BrettonWood

        29. August 2019 16:03 at 16:03

        Eben das ist genau das was ich meine!

        Vielen Dank für diese Zusammenstellung!

        Das heisst ja nichts anderes als das 70% des Marktes sowieso nie als Verkäufer auftreten. Die sind langfristig investiert und schichten höchstens mal um gmeichzeitig sitzen Sie auf riesigen Casbeständen (also die Investmentgesellschaften wie Vanguard, Berkshire usw) jedesmal wenn etwas Panik aufkommt bei den anderen die noch 30% halten sind das wieder Kaufkurse für die die nicht Wissen wohin mit dem Geld.

        Auch wenn dann kurz Panik aufkommt, kaufen diese dann wieder zu und beruigen den Markt wieder womit der Rest gar nicht in Panik kommt.

        Und dieser Rest der sich bewegt ist nichts mehr, das sieht man ja an den Volumen….

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    Roberto

    29. August 2019 11:21 at 11:21

    @Brettonwood…ja gefühlt befindet sich der Markt schon lange in den starken Händen. Und die starken Hände haben kein Interesse das es eine starke Korrektur gibt. Also lassen sie immer ein wenig die Luft raus und steigen wieder ein. Das ist der sog. BTFD. Die kleine Anleger/Spekulanten denken das alles schon so kommen wird wie damals vor der Finanzkrise, wo es auch normale Korrekturen oder Bereinigungen gab. Das ist aber seit dem Finazcrash und der darauffolgfenden Überschwemmungen von Geld und Null/Minus Zinsen alles anders geworden. Das alte Sprichwort “ heute ist alles anders “ hat diesmal wirklich sehr viel Wahrheit. Denn wir hatten niemals Minuszinsen und eine derartige Finanzpolitik rund um den Globus wie seit 10 Jahren. Dadurch können gewisse große Adressen eine starke Korrektur niemals zulassen. Und so entsteht immer wieder ein neues ATH…da kommen wir glaube ich auch nicht mehr raus…und wenn dann muss ich ehrlich sagen hätte ich aktuell auch eher Angst wie das aussehen würde. Das ist die GROSSE unbekannte, vor der wohl alle Staaten und Notenbanke zittern. Also Musik weiterspielen und schön weiter tanzen….

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    Roberto

    29. August 2019 11:56 at 11:56

    wenn die Indizes bei solchen schlechten Nachrichten seit Wochen nur stagnieren oder leicht fallen, aber bei noch so unwichtigen oder vagen Äußerungen sofort wie die verrückten steigen, dann sollte man doch begreifen das die Märkte einfach nicht fallen wollen. Da kann man noch so viele Statistiken bringen wie man will. Die Märkte interessiert das einfach nicht. Und solche Äußerungen wie : !“ ja, ja, aber IRGENDWANN wird der Markt in die Knie gehen …“ oder so ähnlich haben null Substanz.

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    Altbär

    29. August 2019 12:39 at 12:39

    Und trotzdem haben wir in letzter Zeit oft erlebt, wenn @Roberto an nie mehr fallende Kurse glaubt, gab es oft sogleich Korrekturen.Die Korrekturen kamen immer unverhofft, das hat Betongoldi anscheinend noch nicht begriffen. Auch die Miet- u.Immopreise in Berlin wachsen anscheinend nicht in den Himmel u.wenn der Staat mit unverständlichen Mitteln eingreifen wird.
    Nichts gegen dich Roberto, aber deine wechselhaften Ansichten sind auffallend.

    • Avatar

      BrettonWood

      29. August 2019 16:09 at 16:09

      Aber es waren % keine grossem Abverkäufe in Punkten schon aber in % war es nichts daher sind wir ja auch nach dem von den Punktemässig 10 grösstem Abverkäufen 5 etwa in diesem jahr waren immer noch nahe des ATH.

      Das zeigt ja das das höchstens kurze Intermezzos waren, mit Ausnahme des Dezembers, aber auch das war noch nicht Wahnsinn obwohl die unsicherheit gross ist.

      Für mich passt einfach nicht das der Fear Index nahe an Extemer Panik ist wie aber immer noch in Sichtweite des ATH, das zeigt das die die Panik haben für den markt keime Bedeutung haben…

  8. Avatar

    Roberto

    29. August 2019 13:00 at 13:00

    @ Altbär….Deinen letzten Satz kann ich Dir nicht abnehmen, weil Dein gesamter Bericht davor komplett persönlich gemeint ist obwohl DU MICH kein Stück kennst. Denn schon der Verweis auf die Mietpreise, die hier nunmal gar nichts zu suchen haben, offenbart Deinen neidvollen Kommenatr gegen mich. Aber so ist es eben lieber Altbär. Neid muss man sich erarbeiten. Mitleid bekommt man geschenkt. ich habe gelernt damit umzugehen. Also nichts für ungut. Achs so: NICHTS GEGEN DICH ALTBÄR, aber Deine neidvollen Ansichten sind auffallend :-)

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    Altbär

    29. August 2019 13:26 at 13:26

    @Roberto, total falsche Einschätzung, Ich habe auch Immos u.ich finde was in Berlin diskutiert wird total falsch. Ich wollte nur darauf hinweisen,dass die Bäume nie in den Himmel wachsen u.aus irgendwelchen Gründen korrigieren werden.Aus mehrerer deiner Kommentare fiel auf, dass du die Situation an den Börsen wie FMW u.ich u.Viele Andere als überrissen u.eher bärisch betrachtest.
    Bei mehreren kurzen Fake- Rallys hast du aber den Eindruck erweckt ,dass das immer so weitergeht.
    So hat dich kürzlich auch eine Posterin einen Oportunisten genannt.
    Ich bin überhaupt nicht neidisch , aber mein Eindruck der Wechselhaftigkeit bleibt u.ich bin u.bleibe überzeugt, dass Spiel nicht ewig dauert.

  10. Avatar

    Roberto

    29. August 2019 13:48 at 13:48

    @Altbär…ja, ich bin wie die Börse. Denn Meinung haben und daran festhalten ist in meinem täglichen Geschäft wichtig aber an der Börse tödlich. Heute so und morgen wie anders. Das ist vollkommen richtig und notwendig an der Börse meiner Meinung nach. An Meinung festhalten ist tödlich, selbst wenn sie stimmig ist. Der Markt ist aber nunmal stärker als ich und wird mich überrollen selbst wenn meine Ansicht zu 100 % richtig ist. Klar bin ich Langfristig lieber bärisch…warum habe ich hier des öfteren schon geschrieben und will es nicht wiederholen. Aber da ich den Startpunkt nicht kenne, warte ich die irgendwann einbrechende Korrektur ab und steige dann lieber long ein. Jeder kann mich nennen wie er möchte. Aber jeder hier muss wissen, das er mich nicht persönlich kennt und somit seine Einschätzung sehr “ relativ “ ist. Und ich bin sogar gerne ein Kontraindikator, wenn es mir langfristig nutzen bringt. Warum auch nicht ?

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Von

Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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