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Aktuell: Brexit und Deutschland-Stimulus

Im asiatischen Handel gaben die US-Futures nach, nachdem das US-Abgeordnetenhaus eine Resolution pro Hongkong-Demokratibewegung erlassen hatte – und Chinas Aussenministerium darauf scharf reagiert hatte (Einmischung in innere Angelegenheiten; „Hongkong ist Chinas Hongkong“, Androhung von Gegenmaßnahmen etc.).

Aber dann kurz nach 08.Uhr deutscher Zeit ein altes Schema: ein Bericht über die Bereitschaft Deutschlands (genauer gesagt: der CDU), Stimulus-Maßnahmen zu ergreifen, wenn sich die Wirtschaft weiter abkühlen sollte:

Das ist eigentlich nichts Neues, sorgte aber wieder einmal für steigende Risikobereitschaft an den Märkten. Bislang aber hat sich die Bundesregierung immer wieder – trotz aller Gerüchte – zur schwarzen Null bekannt und den Abschwung mehr oder weniger geleugnet (so kürzlich das Wirtschaftsministerium mit der Aussage, keine „ausgeprägte Rezession“ zu erwarten). So lange die Fakten geleugnet werden, so lange wird es auch nichts mit den Stimulus-Hoffnungen!

Dann aber eher negative Headliens in Sachen Brexit: gestern noch totale Euphorie über eine vermeintliche Annäherung zwischen der EU und der Johnson-Regierung, heute zeigt sich: die Sache wird wohl schwieriger! Denn die Chancen auf einen Deal seien „gering“, weil sich Johnsons Koalitionspartei DUP offenkundig verweigert:

In Sachen Brexit dürften die Märkte weiter nervös agieren – zwischen Hoffnung und Enttäuschung! Wir sehen die Chancen auf einen Durchbruch derzeit eher als gering an!



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3 Kommentare

  1. Frage in die Runde:
    Warum schieben die Hoffnungsmeldungen derart massiv an?
    Trifft das Vermutete hingegen nicht ein gibt es nur minimale Rückgänge.
    Schon lange nicht mehr erklärbar für mich.
    Theorien???

  2. Vielleicht eine Erklärung, Wie schon von FMW u.Sven Heinrich beobachtet, gibt es in der Verfallswoche oft einen Rebound.Da die Aktienmärkte wegen des supergesunden Finanzsystems keine Korrektur mehr zulassen, provoziert man immer wieder Short-Squeezes um die fundamental richtig liegenden Bären auszustoppen.Dazu müssen die interessierten Kreise natürlich auch positive Nachrichten erfinden.
    Wie positiv der „Fliegenschiss- Handelsdeal „ war ,wird sich noch zeigen.Short -Squeezes sind ja keine echten Käufe, sondern erzwungene Käufe u.meistens nicht nachhaltig.
    Man kann die Realtät ignorieren, aber ………………
    Interessant wird es wenn in ca.20 Jahren das erste Long-Squeeze seit langem passiert u.der DOW Jones von 100 000 auf 10 000 fällt!
    P.S. LONG Squeeze = Crash ( für Jungbörseler u.ältere die vergessen haben, dass das hin u.wieder so ca. alle 10 Jahre passiert)

  3. Ob Griechenland, Handelskrieg, Brexit u.a.
    Die „Qualitätsmedien“ oder „Bloombergster“ packen jenen Teil, der in ihren Kram passt, unter den Titel „breaking“:
    breaking*negative = Redaktion ist short
    breaking*positive = Redaktion geht long
    Gerade schön zu sehen auf The Guardian, breaking*Barnier: Deal ist da…(aber, aber, aber)
    Ganz offenbar scheint dies an Trendttagen aber nur für Spikes zu reichen (nach oben/nach unten).
    An Up-Tagen fällt auf, dass selbst bei höchst schlechten Nachrichten spätestens nach einer halben Stunde der Trend wieder läuft.
    = Börse auf Autopilot
    Bei den wenigen Down-Tagen GLAUBE ich dass ab einer bestimmten Zahl an Negativnachrichten nichts mehr passiert. Bei eingestreuten Positivnachrichten aber oftmals massive Aufwärtsbewegungen zu beobachten sind.

    Ähnlich wie bei der täglichen Aktuellen Kamera um 20 Uhr in der ARD soll uns suggeriert werden: alles ist prima, nix Krise.
    Das hält Merkels Schäfchen bei der Stange…

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