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Devisen

Aktuell: Dow ist nicht zu halten, Dax zögert, das große Pfund-Debakel

Claudio Kummerfeld

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am

Downtown Manhattan in New York - Dow immer tiefer, Dax überlegt noch

Die aktuelle Lage bei Dax, Dow 30 und dem britische Pfund wollen wir hier kurz besprechen. Trotz aller Injektionen der Fed sowie jüngster Versprechen der US-Regierung über Konjunkturhilfen und angekündigter Scheck-Zusendungen per Post an die Bürger – der US-Aktienmarkt ist nicht zu halten. In hoher Volatilität geht es weiter abwärts. Der Dow 30 steht heute vor allem unter Druck, weil neben der allgemeinen Unsicherheit am Markt die Boeing-Aktie 16 Prozent verliert. Die Aktie ist im Dow 30 für die Index-Kursberechnung das Schwergewicht Nummer 1. Beim Unternehmen geht es drunter und drüber. Erst gestern forderte das Unternehmen von der US-Regierung für die gesamte Flugzeugindustrie Unterstützung in Höhe von 60 Milliarden Dollar. Zurück zum Dow. Sah es heute Nacht in den Futures noch besser aus, so rauscht er heute weiter nach unten. Mit aktuell 19.787 Punkten ist man aktuell am tiefsten Punkt seit 2017.

Der Dax „ziert sich“ aktuell noch den Weg nach unten zusammen mit dem Dow fortzusetzen. Seit zwei Tagen kann er sich grob gesagt seitwärts halten um die Marke von 8.500 Punkten herum, bei hoher Volatilität. Das Tief lag am Montag gut 250 Punkte tiefer als heute. Schwenkt er gleich noch mit ein auf dem Weg gen Süden? Es ist eine wacklige Nummer!

Dow als CFD seit dem 6. März
Der Dow seit dem 6. März auf CFD-Basis.

Großes Debakel für das britische Pfund

Während der Dax noch überlegt und der Dow weiter fällt, spielt sich am Devisenmarkt relativ unbemerkt von der Öffentlichkeit ein Debakel ab. Das britische Pfund fällt, und fällt, und fällt. Und das seit Tagen. Das britische Pfund ist gegen den US-Dollar (GBPUSD) seit dem 9. März von 1,31 auf jetzt 1,1751 gefallen. Ein brutaler Absturz, der das Pfund auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 1985 schickt! Hier sehen wir Pfund vs US-Dollar seit 2017. Man könnte es so formulieren: Das Pfund verliert derzeit in einem brutalen Run nach Dollar-Cash! Die Welt will Cash haben in diesen Horrorzeiten rund um das Coronavirus – und damit ist wie gesagt nicht Pfund-Cash gemeint, sondern US-Dollar. Auch der Euro hat gegen das Pfund zugelegt – seit dem 9. März von 0,87 auf 0,92.

Zurück zum Pfund vs US-Dollar. Das Pound Sterling scheint in echten großen Krisen kein Fels in der Brandung zu sein. Schon 2008 in der großen Finanzkrise verlor Pfund vs USD binnen weniger Monate von 2,00 auf 1,35. Und dieser Tage kommt der Brexit verschärfend hinzu, der Großbritannien als einzelne Nation noch schwächer da stehen lässt. Die Trader hauen derzeit voll drauf gegen das Pfund. Wenn die Investoren Angst haben, leidet das Pfund. Großbritannien importiert konstant viel mehr, als dass es exportiert. Das Leistungsbilanzdefizit wird jedoch durch einen stetigen Fluss von Investorenkapital überdeckt, welches auf die Insel fließt. Dies hält eigentlich den Wert des Pfund über dem Wert, der sich ergeben würde, wenn es nur Importe und Exporte widerspiegeln würde. Im Fall der Coronavirus-Krise kann der Kapitalzufluss Richtung UK absterben. Und dieses Problem sehen wir derzeit im Pfund-Kurs, zusammen mit reichlich Zockerei, und Wunsch nach Dollar-Cash.

Pfund vs US-Dollar seit 2017

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Devisen

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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