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Energiekrise Aktuell: Strompreise in Deutschland und Frankreich mit Rekord – Gaspreis mit Rally

Der Strompreis in Frankreich und Deutschland erreicht heute ein Rekordhoch. Der Gaspreis läuft in einer Rally ebenfalls nach oben.

Kohlekraftwerk

In Frankreich sind viele Atomkraftwerke wegen Wartungen und Mängeln derzeit abgeschaltet. Ersatz-Strom muss bei Nachbarn eingekauft werden. Dazu kommt noch die Gaskrise. Russland halbiert morgen die Gasflüsse über Nord Stream 1 von 40 auf 20 Prozent der Kapazität. Das ist der Ausgang der aktuellen Verknappungspanik. Am Gasmarkt und am Strommarkt steigt die Nervosität. Und so sehen wir, wie aktuell die Strompreise in Frankreich und Deutschland auf ein Rekordhoch steigen.

Der Strompreis in Deutschland (1 Jahr Forward-Kontrakt an der Strombörse) erreicht heute ein Rekordhoch mit 376 Euro. Der Experte Javier Blas zieht aktuell den Vergleich der durchschnittlichen Preise zwischen den Jahren 2010 und 2020, die bei gerade mal 41 Euro lagen! In Frankreich sieht man aktuell sogar einen Strompreis von 495 Euro, auch ein Rekordhoch!

Und der europäische Großhandels-Gaspreis Dutch TTF kratzt aktuell mit 199,50 Euro an der großen runden Marke von 200 Euro, und notiert damit auf dem höchsten Stand seit Anfang März. Damals sah man Kurse über 300 Euro wegen dem erst kürzlich ausgebrochenen Ukraine-Krieg. Der Verlauf ist gut sichtbar im folgenden Chart. Der Energieexperte Stephen Stapczynski formuliert es heute so: „Russlands jüngste Maßnahme zur Kürzung der Erdgaslieferungen löst eine weltweite Preisrallye bei Gas aus“.

Aber nicht nur in Europa, auch in den USA zieht der Gaspreis am Terminmarkt an, jetzt auf ein 14-Jahreshoch. Die logische Denkweise: Wenn der Drang der Europäer nach Gas aus den USA immer größer wird, und sie bereit sind sehr viel Geld zu bezahlen, wird den Amerikanern mehr Gas entzogen, was zu einer Verknappungstendenz führen könnte – somit sieht man ein globales Phänomen. Schnappt der eine dem anderen Brennstoffe wie Kohle, Gas oder Öl weg, wird es für beide letztlich teurer – denn der Nachfragedruck treibt die Preise. Im Fall von Frankreich kommt wie gesagt noch hinzu, dass das Land voll auf Atomkraft setzt. Wenn wie jetzt sehr viele Kraftwerke vom Netz sind, muss man anderweitig Strom beschaffen, was den Strompreis hoch treibt.

Chart zeigt Dutch TTF Gaspreis im Kursverlauf seit Januar



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4 Kommentare

  1. Das Gesetzt von Angebot und Nachfrage kann so einfach erklärt werden. Einfach schön!

  2. Die europäischen Sanktionen versuchen Russlands Wirtschaft zu zerstören.
    Warum sollte Russland daher nicht auch Sanktionen gegen die EU einsetzen, die das gleiche bewirken sollen?
    Wer Wind sät wird Sturm ernten.
    Der Rubel ist zur stärksten Währung der Welt geworden.
    Die Einmahmen sprudeln, und werden erst richtig sprudeln, wenn die Handelswege von russischen Rohstoffen nach Asien und den Rest der Welt richtig eingefahren sind.
    Jeder von uns muss nun die Folgen der Sanktionen und Gegensanktionen in der Form von den gestiegenen Energiekosten, und Verteuerung von Waren mittragen; vielleicht auch mit kalten Wohnungen, Stromabschaltungen, Nahrungsmittelknappheit, Firmenpleiten und Jobverlust.
    Wer das für richtig hält, bitte, dann weiter so.
    Nur nicht jammern, weil der Stein zurückgeworfen wird.
    Es wäre sehr verwunderlich, wenn Russland das Gas, was durch N1 und N2 geleitet werden könnte (und etwa 2 LNG Tankern am Tag entspricht) nicht verflüssigt und am Weltmarkt verkauft.
    Und ich würde mich auch sehr wundern, wenn dafür nicht schon heute Kaufoptionen über Jahrzehnte vorliegen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Ich denke auch, wie sollten endlich N2 eröffnen, da N1 entsprechend dem üblichen Russenschrott nicht mehr funktioniert. N1 wird dafür endgültig begraben und geschlossen. Der Einfachheit halber benennen wir N2 in N1 und N1 in N2 um. Am besten über Nacht, damit niemand etwas davon mitbekommt.
      Morgen läuft dann die neue N1 und die N2 als alte Schrottpipeline bleibt tief in der Ostsee begraben. So hat jeder was davon und es wird auch nicht so teuer werden.

  3. @Dirk B: Das hat nichts mit Angebot und Nachfrage zu tun. Der Preissetzungsmechanismus in Europa beruht eben nicht auf Angebot und Nachfrage sondern auf dem sogenannten Merrit Order Prinzip wonach der teuerste Energieerzeuger, im aktuellen Fall (Gas), den Preis bestimmt. Somit kommt es aktuell zu der absurden Situation, das die Gaskraftwerke welche nur für ca. 13% der Stromerzeug in Deutschland stehen den Strompreis in die Höhe treiben und den Betreibern von andern Kraftwerken märchenhafte Zusatzgewinne bescheren (siehe RWE und andere).

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