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Amazon-Aktie: 5 Gründe für eine positive Prognose

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Die Amazon-Aktie ist 2020 um mehr als 60 Prozent gestiegen – und die Prognose bleibt positiv: Wegen Corona macht Amazon so viel Gewinn wie noch nie. Aber wie genau verdient das Unternehmen so viel Geld? Hier bekommt ihr es in fünf Gründen einfach erklärt.

Wäre die Wirtschaft ein Mensch, müsste man sagen: Sie hat sich mit Corona infiziert und liegt auf der Intensivstation. Viele Unternehmen machen Minus und müssen ihre Leute in Kurzarbeit schicken oder sogar entlassen, weil die Aufträge eingebrochen sind und die Produktion lange stillstand. Es gibt aber ein paar Konzerne, die von der aktuellen Krise profitieren – und ganz vorne dabei ist eines der wertvollsten Unternehmen der Welt: Amazon.

Die Firma von Jeff Bezos macht ausgerechnet jetzt so viel Gewinn wie noch nie zuvor – und ich sage mal so: Das hat nicht nur damit zu tun, dass wir in diesen Zeiten mehr Pakete bestellen. Warum Amazon aktuell so erfolgreich ist und wie die Amerikaner in den nächsten Jahren unser Leben noch stärker beeinflussen wollen – das erfahrt in diesem Artikel. Und damit herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von #WasmitWirtschaft!

Beginnen wir mal mit dem Kurs der Amazon-Aktie. Seit Beginn dieses Jahres ist der Wert des Unternehmens um fast 60 Prozent gestiegen! Mitte März, zum Höhepunkt der Coronakrise, gab es einen kleinen Einbruch – aber seitdem ging es steil nach oben.

Nur mal so zum Vergleich: An der Börse ist Amazon aktuell mehr wert als alle 30 Dax-Unternehmen zusammen. Und das ist ja immerhin die Bundesliga der deutschen Wirtschaft – mit Konzernen wie Volkswagen, Deutsche Post DHL und Siemens.

Dabei wurde Amazon gerade mal im Jahr 1994 gegründet. Wie haben sie es geschafft, in so kurzer Zeit so erfolgreich zu werden? Und warum profitiert das Unternehmen so stark von den Folgen der Pandemie? Bei meiner Recherche habe ich fünf Gründe gefunden, die ich euch jetzt mal zeigen will, um das Geschäftsmodell zu erklären. Beginnen wir mit dem Kern:

Amazon-Aktie: Die Dominanz im Onlinehandel

Amazon ist mittlerweile eher ein Technologiekonzern als ein Onlinehändler – aber das Hauptgeschäft liegt immer noch darin, Waren übers Internet zu verkaufen. Werfen mir mal einen Blick in die aktuellsten Geschäftszahlen:

Von Anfang April bis Ende Juni 2020 hat Amazon knapp 90 Milliarden Dollar eingenommen – rund 40 Prozent mehr als im Jahr davor. Damit hat das Unternehmen selbst die optimistischsten Erwartungen übertroffen. Mehr als 70 Prozent des Umsatzes macht Amazon mit seinem Onlineshop – entweder, indem es selbst Produkte liefert, oder indem es an dem Verkauf anderer Händler über „Amazon Marketplace“ mit verdient.

Wir alle wissen, dass Amazon ein Gigant ist. Aber ich vermute, dass viele die Macht noch immer unterschätzen – zumindest ging es mir so. Was glaubt ihr, wie viel Prozent der Einkäufe, die amerikanische Konsumenten im Internet erledigen, über Amazon laufen? Ein Drittel? Die Hälfte? Nein, es ist sogar noch mehr: 70 Prozent!

Heftig, oder? Gesprochen hat da übrigens ein amerikanischer Abgeordneter während einer offiziellen Anhörung Ende Juli. Die Chefs von Apple, Facebook, Google und Amazon mussten sich stundenlang Fragen zu ihrer Marktmacht gefallen lassen – und inwiefern sie diese möglicherweise ausnutzen, um Wettbewerber auszustechen. Die Antwort von Amazon-Chef Jeff Bezos zeige ich euch gleich, vorher aber noch ein paar wichtige Infos zu der Dominanz seines Unternehmens:

Nach den USA ist Deutschland der zweitwichtigste Markt für Amazon. Und fast jeder zweite Euro, den wir Deutschen für Waren aus dem Internet ausgeben, landet bei Amazon. Das zeigt ein Report des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels. Der Marketplace wird dabei immer wichtiger und gerade in Zeiten von Corona haben sich immer mehr kleinere Händler dazu entschieden, auch im Netz mit ihren Produkten präsent zu sein.

Ein Stand auf diesem Marktplatz ist natürlich nicht umsonst. Je nach Kategorie und Preis verlangt Amazon zwischen 7 und 15 Prozent Verkaufsgebühr. Um das Ganze anschaulicher zu machen, hier mal ein kleines Beispiel:

Angenommen, wir handeln mit Babyprodukten – zum Beispiel handbestickte Kissen oder hochwertiges Holzspielzeug. Wenn wir 100 Produkte mit einem durchschnittlichen Preis von 50 Euro verkauft haben, liegen unsere Einnahmen bei 5.300 Euro – inklusive Versandkosten. Davon müssen wir aber knapp 800 Euro an Amazon abgeben.

Und je mehr die Menschen von der Fußgängerzone zum Smartphone wechseln, um ihre Einkäufe zu erledigen, desto mehr profitiert Amazon – egal, ob sie die Produkte selbst verkaufen oder anderen Händlern einen Platz auf ihrer Plattform anbieten.

Jetzt kann man sich natürlich fragen, ob Amazon diese doppelte Dominanz – als Händler und als Marktplatz – nicht ausnutzt, um einfach zu schauen, welche Produkte im Onlineshop gut laufen. Um diese dann selbst herzustellen und zu einem günstigeren Preis anzubieten. Also in etwa das gleiche Prinzip wie bei den Eigenmarken von Aldi und Lidl. Bei der Anhörung vor dem US-Kongress feuerte eine demokratische Abgeordnete dazu folgende Frage ab: „Does Amazon have access and use third-party seller data when making business decisions?“

Jeff Bezos war per Videocall live zugeschaltet und lieferte dann diese Antwort: „I can’t answer that question yes or no. I can tell you we have a policy against using seller-specific data to aid our private label business but I can’t guarantee you that that policy has never been violated.“

Fakt ist, dass Amazon genau das getan hat – darüber berichtete das Wall Street Journal im April in diesem ausführlichen Report und berief sich unter anderem auf ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens.

Ihr seht also, dass diese Dominanz durchaus dazu führen kann, dass sich Amazon einen Vorteil verschafft – weil sie allein die Spielregeln auf dem weltweit größten Marktplatz bestimmen.

Ich bin gespannt, ob Amazon eines Tages tatsächlich von der Politik in seine Einzelteile zerlegt, also zerschlagen wird. Das wäre vermutlich die einzige Möglichkeit, um die Monopolstellung zu stoppen.

Und Corona hat unser Einkaufsverhalten schneller digitalisiert als eine Same Day Delivery – deshalb ist Amazon einer der wenigen großen Gewinner dieser Pandemie. Das Spannende ist aber: Den richtig großen Profit macht das Unternehmen mit einem anderen Geschäft – und damit kommen wir zu Kapitel zwei:

Cashcow Cloud Computing

Selbst wenn ihr kein Kundenkonto bei Amazon habt, unterstützt ihr in eurem Alltag mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit deren Geschäft – zum Beispiel, wenn ihr eine Serie bei Netflix streamt, eine Wohnung bei Airbnb bucht oder Fußball-Bundesliga schaut. Und das sind nur drei von Millionen Unternehmen weltweit, die sich auf Amazons profitabelstes Business verlassen: AWS.

Die Abkürzung steht für Amazon Web Services und ist der weltgrößte Anbieter von Cloud Computing. AWS stellt anderen Unternehmen Speicherplatz im Internet bereit, damit sie zum Beispiel ihre Daten und Inhalte ablegen und analysieren können. Der Vorteil ist, dass man so keine eigenen Server braucht und je nach Bedarf die Kapazitäten schnell hoch- und runterfahren kann.

Auf diesem Markt hat Amazon mächtige Wettbewerber; dazu gehören der chinesische Technologiekonzern Alibaba, Google und Microsoft. Aber trotzdem liegt AWS mit einem Marktanteil von 31 Prozent ganz klar vorne.

Der Grund dafür ist, dass Amazon schon sehr früh das Potenzial dieses Geschäfts erkannt hat. 2002 gestartet, sollte die Cloud-Plattform am Anfang vor allem dafür sorgen, dass die eigene Webseite stabil läuft. Dann aber ließ Jeff Bezos weltweit Rechenzentren bauen und bot deren Kapazitäten auch anderen Unternehmen an.

Das Cloud-Geschäft ist zwar nur für ein Achtel der Einnahmen verantwortlich, steuert aber mehr als die Hälfte des Gewinns bei. Denn die Kosten für Amazon sind hier viel geringer als beim Versand von Waren, für den der Konzern viele Mitarbeiter, Maschinen und Dienstleister braucht.

Und wenn immer mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten und dafür zum Beispiel die Videocall-Software Zoom oder das Kommunikationstool Slack nutzen – beide Firmen verlassen sich auf AWS – profitiert Amazon also auch durch diesen Trend langfristig von den Folgen der Pandemie.

OK wir haben den Onlinehandel, das Geschäft mit der Cloud – jetzt kommen wir zu einem Service, für den weltweit mehr als 150 Millionen Menschen bezahlen:

Amazon-Aktie: Prime ist DER Profiteur der Pandemie

So viel vorweg: Ich selbst kaufe zwar ab und zu bei Amazon ein, bin aber kein Prime-Kunde. Das will das amerikanische Unternehmen aber unbedingt ändern, denn bei jedem Kauf bekomme ich eine Werbung für Prime angezeigt. Der Grund ist, dass uns Amazon mit Prime so eng wie möglich an sich binden will – nach dem Motto: Willkommen im Club, ab jetzt brauchst du nirgendwo anders mehr einkaufen. Und diese Strategie funktioniert extrem gut.

Hier seht ihr das Ergebnis einer Studie des Kölner Institus für Handelsforschung. Demnach gab es schon im Jahr 2018 mehr als 17 Millionen Prime-Kunden in Deutschland. Fast alle davon haben mindestens die Hälfte ihrer online gekauften Produkte bei Amazon bestellt.

Und nicht nur das – die Stammkundschaft gibt auch deutlich mehr Geld auf der Plattform aus als sporadische Shopper wie ich. Wie ihr euch vermutlich schon gedacht habt, profitiert Amazon auch hier von der „neuen Normalität“. Denn wegen der Angst vor Ansteckung verbringen die Menschen mehr Zeit zu Hause und gönnen sich statt einem Drink in der Bar öfter mal einen Filmabend auf dem Sofa – und können mit einem Prime Abo mehr als 10.000 davon auswählen.

Eines der Kernziele von Amazon ist von Beginn an, auf der ganzen Welt diejenige Firma zu sein, die Kundinnen und Kunden am stärksten in den Mittelpunkt stellt. Das bedeutet: Es soll für uns so einfach und bequem wie möglich sein, Amazons Produkte und Dienstleistungen zu nutzen. Aber: Nicht mehr in ein Geschäft gehen zu müssen, um einzukaufen, war erst der Anfang – in Zukunft will uns Amazon am liebsten an möglichst vielen Orten in unserem Alltag abholen – und zwar so, dass wir dafür nicht mal mehr ein Handy in die Hand nehmen müssen. Alexa, bring mich zu Kapitel vier.

Alexa ist die fleißigste Verkäuferin

Einen Butler konnten sich früher nur Adlige leisten. Heute aber gibt es einen digitalen Diener schon für weniger als 100 Euro. Sie heißen nicht mehr James oder Albert, sondern reagieren zum Beispiel auf Hey Siri oder Hey Google. Persönliche Assistenten in Lautsprecherform – sogenannte Smart Speaker – findet man in immer mehr Haushalten – und der beliebteste kommt von Amazon.

In Deutschland besitzt jeder dritte im Alter von 18 bis 34 einen Smart Speaker. Und in drei von vier Fällen hört dieser auf den Namen Alexa. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Digitalagentur Beyto.

Kein Wunder, denn schon auf der Startseite wirbt Amazon mit seinem intelligenten Lautsprecher der Marke Echo – fürs Auto, für den Nachttisch oder zur Steuerung der Wohnung. Alexa kann auf Zuruf das Wohnzimmer zum Yoga-Studio machen, aufmunternde Sprüche klopfen, eine Gute Nacht Geschichte vorlesen und natürlich – Produkte bei Amazon bestellen.

In Zukunft will sich Alexa mit immer mehr unserer Alltagsgegenstände verkuppeln: nicht nur Fernseher und Autos sollen smart werden, sondern auch Grills, Gardinen oder die Zahnbürste. Denn je mehr wir Menschen mit Alexa interagieren, desto besser lernt Amazon unser Leben kennen – und kann sein Angebot perfekt darauf abstimmen.

Ähnlich wie bei Apples App Store kann man für Amazon Echo sogenannte Skills runterladen – das sind kleine Programme wie zum Beispiel Spiele oder News Apps. Das Runterladen ist zunächst gratis, bestimmte Funktionen kosten aber Geld – und dafür kassiert Amazon eine Provision.

Alexa ist also Amazons fleißigste Verkäuferin. Doch obwohl sie sich künstliche Intelligenz nennt, ist ein Gespräch mit ihr bisher eher stupide. Man kann ihr im Prinzip nämlich nur Befehle erteilen, aber keine echten Dialoge führen. Doch genau das wird sich schon bald ändern. Ende Juli stellte Amazon seine neue Funktion „Conversations“ vor, mit der die digitale Assistentin noch besser zuhören und antworten kann.

Je intelligenter Alexa wird, desto weniger können die Nutzer auf sie verzichten – denn wir Menschen sind nun mal verdammt bequem. Und mit dieser Technologie schafft es Amazon, uns alle Wünsche von den Lippen abzulesen – solange wir bereit sind, mit unserem Geld oder unseren Daten dafür zu bezahlen.

Das Wissen über unsere alltäglichen Gewohnheiten ist für Amazon sehr wertvoll – und auch daraus hat das Unternehmen noch ein weiteres, extrem erfolgreiches Geschäftsmodell entwickelt. Wie das funktioniert, klären wir im letzten Kapitel.

Amazon-Aktie: Die Aufholjagd gegen Facebook und Google

Wie heißt die größte Suchmaschine der Welt? Ok das war einfach, die richtige Antwort lautet natürlich Google – allerdings nur, wenn man auf allgemeine Suchanfragen schaut. Wer etwas über Produkte wissen will, startet seine Suche im Netz in den meisten Fälle an einer anderen Stelle:

Das Marktforschungsunternehmen CivicScience hat in einer großen Umfrage herausgefunden, dass jeder zweite amerikanische Internetnutzer direkt zu Amazon geht, um Informationen zu einem Produkt zu finden. Bei Google startet nicht mal jeder Vierte.

Amazon ist sowas wie der Türsteher für die Welt des Onlineshoppings. Und dieser Türsteher weiß genau, wer reinkommt, wonach die Leute suchen und was sie in den Warenkorb legen. Und all das merkt er sich für alle Ewigkeit. Diesen Datenschatz bietet Amazon anderen Unternehmen an, die auf dem Marketplace ihre Ware verkaufen wollen. Sie können Anzeigen für bestimmte Suchanfragen und Zielgruppen schalten, das Geschäftsmodell läuft also ähnlich wie bei Google – und ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen.

Im Jahr 2017 dominierten Google und Facebook den digitalen US-Werbemarkt mit knapp 60 Prozent der Marktanteile. Amazon bekam gerade mal zwei Prozent vom Kuchen, den Rest teilten sich andere Unternehmen.

In diesem Jahr ist der Marktanteil von Amazon schon auf fast zehn Prozent gestiegen. Und ungefähr der Bereich, den sich Amazon erkämpft hat, haben Facebook und Google verloren.
Auch hier seht ihr also wieder: die treffsichere Technologie von Amazon führt dazu, dass die Firma immer erfolgreicher wird – und der Wert der Amazon-Aktie steigt.

OK das waren die Fakten. Jetzt mal ein kurzes persönliches Fazit: Ich habe großen Respekt davor, wie Jeff Bezos sein Unternehmen in weniger als 30 Jahren so groß gemacht hat und dabei in so viele verschiedene Bereiche vorgedrungen ist. Mittlerweile arbeiten weltweit mehr als eine Million Menschen für Amazon und gerade zu Corona-Zeiten hat die Firma viele neue Jobs geschaffen. Und Jeff Bezos besitzt laut Forbes mittlerweile ein Vermögen von knapp 200 Milliarden Dollar, dank der Kursentwicklung der Amazon-Aktie.

Gleichzeitig sehe ich es aber sehr kritisch, wie mächtig Amazon geworden ist. Eigentlich ist das Internet ja ein Geschenk für die Marktwirtschaft, weil wir theoretisch ganz transparent aus einer Vielzahl von Händlern und Produkten wählen können – und uns eben nicht mehr nur auf den Laden in der Nachbarschaft verlassen müssen.

Wenn Amazons Wachstum aber so weiter geht, bestimmt bald praktisch quasi nur noch ein einziges Unternehmen die Regeln für den digitalen Handel – zumindest in den USA und Deutschland. Diese Monopolstellung wäre dann das Gegenteil von Marktwirtschaft.

Was denkt ihr denn über Amazon: Feiert ihr das Unternehmen für seine Strategie oder seht ihr das Ganze eher kritisch? Was glaubt ihr, wie es sich in Zukunft entwickeln wird? Ich freue mich sehr auf eure Meinung, schreibt sie mir gerne in die Kommentare unter das Video und dann starten wir eine spannende Diskussion.

Auf jeden Fall hoffe ich, dass euch diese Folge von #WasmitWirtschaft gefallen hat und ihr ein bisschen was mitnehmen konntet für euren nächsten Einkauf. Wenn ihr meine Arbeit als unabhängiger Journalist unterstützen wollt, abonniert gerne meinen Kanal – dann sehen wir uns bei vielen weiteren Videos über die Welt der Wirtschaft wieder. Vielen Dank fürs Zuschauen und bis bald! Euer Max

Jeff Bezos profitiert besonders stark von der Kursentwicklung der Amazon-Aktie

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Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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