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Diese Aussage kostet 200 Millionen Dollar: „Herbalife ist kein Pyramidensystem“ – Aktie zieht kräftig an

Seit zwei Jahren ermittelte die US-Verbraucherschutzbehörde „Federal Trade Commission“ (FTC) gegen den Diätprodukte-Hersteller/Vertrieb Herbalife. Es ging um den Vorwurf, dass es sich bei der Firma um ein großes…

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FMW-Redaktion

Seit zwei Jahren ermittelte die US-Verbraucherschutzbehörde „Federal Trade Commission“ (FTC) gegen den Diätprodukte-Hersteller/Vertrieb Herbalife. Es ging um den Vorwurf, dass es sich bei der Firma um ein großes Pyramidensystem handelt. Herbalife zahlt nun gemäß FTC-Entscheidung 200 Millionen US-Dollar Entschädigung wg. „Fehldarstellungen“. Mit dieser Zahlung kann sich Herbalife quasi freikaufen von der Behauptung ein Pyramidensystem zu betreiben. Dazu muss man auch sein Vertriebssystem umbauen. Bisher konnten nämlich Vertriebler, die andere Vertriebler werben, an deren Umsätzen mitverdienen usw usw. Die FTC beschreibt in ihren Ausführungen eigentlich das, was man allgemein als Pyramidensystem ansieht, aber Herbalife kommt mit zwei blauen Augen davon.

So habe die Firma bisher suggeriert Vertriebler könnten jede Menge Geld verdienen und sogar ihre bisherigen Jobs dafür aufgeben, was fast bei niemandem funktionierte. Laut FTC werde diese Vereinbarung sicherstellen, dass die Vertriebler bei Herbalife zukünftig am Verkauf von Produkten Geld verdienen, und nicht daran möglichst viele Unter-Vertriebler zu rekrutieren. Sowas hat man alles bei ähnlichen Modellen auch in Deutschland schon gehört. Allzu gerne folgen viele Menschen solchen Modellen, um vermeintlich das schnelle Geld als Vertriebler für Kosmetika etc zu verdienen. Das geht in den allermeisten Fällen nach hinten los, und der Vertriebler bleibt oft auf im Voraus eingekauften Produkten sitzen. Aber das soll hier jetzt keine Kritik an Herbalife sein.

Der Milliardär und Hedgefondsmanager Bill Ackman hatte die Herbelife-Aktie bereits seit 2012 massiv geshortet und auch mit öffentlichen Statements darauf gesetzt, dass die Vorwürfe eines Pyramidensystems sich erhärten, und die Aktie kräftig fällt. Ackman hatte nach eigenen Angaben persönlich umfangfreiche Recherchen angestellt, die ergeben hätten, dass es sich bei dem Vertriebsmodell von Herbalife um ein Pyramidensystem handelt. Mit wohl extrem guter Laune veröffentlichte der Großinvestor und Zocker Carl Icahn heute ein offizielles Statement. Denn er ist einer der großen Aktionäre bei Herbalife. Fast schon genüßlich erwähnt er: Anders als manche die Herbalife geshortet haben, hätten er und sein Team sich nicht auf ein oder zwei Anti-Experten verlassen. Man habe eigenständig die Firma unter die Lupe genommen und vor drei Jahren festgestellt, dass alles in Ordnung sei. Das heute verkündete Ergebnis der FTC würde Icahn bestätigen. Er und Ackman hätten freundschaftlich darin übereingestimmt, dass sie bei Herbalife nicht der selben Meinung sind. Über diesen Tweet können Sie auch Icahn´s genüssliches Statement im voller Länge lesen.

Herbalife
Tja, in diesem Fall geht der Sieg voll und ganz an Icahn. Die Aktie steigt heute kräftig an um aktuell +15% (Kursverlauf seit 22. Juni).


Hier der interessanteste Teil vom FTC-Statement im Original:

Herbalife International of America, Inc., Herbalife International, Inc., and Herbalife, Ltd. have agreed to fully restructure their U.S. business operations and pay $200 million to compensate consumers to settle Federal Trade Commission charges that the companies deceived consumers into believing they could earn substantial money selling diet, nutritional supplement, and personal care products.

In its complaint against Herbalife, the FTC also charged that the multi-level marketing company’s compensation structure was unfair because it rewards distributors for recruiting others to join and purchase products in order to advance in the marketing program, rather than in response to actual retail demand for the product, causing substantial economic injury to many of its distributors.

“This settlement will require Herbalife to fundamentally restructure its business so that participants are rewarded for what they sell, not how many people they recruit,” FTC Chairwoman Ramirez said. “Herbalife is going to have to start operating legitimately, making only truthful claims about how much money its members are likely to make, and it will have to compensate consumers for the losses they have suffered as a result of what we charge are unfair and deceptive practices.”

According to the FTC’s complaint, Herbalife claims that people who participate can expect to quit their jobs, earn thousands of dollars a month, make a career-level income, or even get rich. But the truth, as alleged in the FTC complaint, is that the overwhelming majority of distributors who pursue the business opportunity earn little or no money.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Thomas

    17. Juli 2016 12:31 at 12:31

    Bei der Deutschen Vermögensberatung sieht das doch genauso aus und auch hier wurde meines Wissens noch nie von einem Pyramidensystem gesprochen.
    Wobei man hier als nachfolgender auch keine Produkte kaufen muss, sondern nur seine Freunde/Kontakte mitbringen muss.

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Elon Musk unbelehrbar: „Ich respektiere die SEC nicht, twittere einfach weiter“

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Tesla-Chef Elon Musk hatte basierend auf einer Einigung mit der US-Börsenaufsicht SEC Auflagen bekommen, an die er sich halten musste. Denn aus einer Laune des Größenwahns heraus hatte er im August einfach behauptet alle Tesla-Aktien von der Börse zu nehmen, und auch schon einen Investor dafür zu haben. Das war eine Luftnummer, und die Aktie unterlag dadurch starken Schwankungen.

Normalerweise würde ein CEO gerade in den USA nach so einer Aktion vor Gericht landen. Aber wie auch immer… aus der Güte ihrer Herzen gewährten die Leute der SEC ihm ein paar Auflagen, und er konnte weiter machen. Er musste nur 20 Millionen Dollar Strafe zahlen, für eine gewisse Zeit aus dem Aufsichtsrat zurücktreten, und sich einen Aufpasser für seinen Twitter-Account gefallen lassen. Eigentlich sollten das keine unerträglichen Auflagen sein.

Doch Elon Musk bleibt unberechenbar und unbelehrbar. Nur wenige Wochen nach der Einigung mit der SEC sagt er nun öffentlichkeitswirksam in einem großen Interview mit CBS, dass er die SEC nicht respektiere. Keiner seiner Tweets sei seitdem von einer Aufsichtsperson kontrolliert oder überwacht worden (obwohl er diesem Deal ja zugestimmt hatte). Er twittere weiter was ihm in den Sinn kommt, um es mal sinngemäß zu übersetzen. Es herrsche Meinungsfreiheit, und er nutze Twitter um seine Meinungen zu veröffentlichen (Video).

Das könnte für Elon Musk zu einem echten Problem werden. Die SEC könnte nun zurecht sagen, dass der Deal hinfällig ist, weil Musk sich nicht an die Auflagen gehalten habe. Nun könnte alles von vorne los gehen. Ein echter Prozess wegen Kursmanipulation uvm. Wer das Video schaut, dem wird klar: Elon Musk scheint in seiner eigenen kleinen Welt zu leben, wo es für seine Handlungen keine negativen Konsequenzen gibt. Er macht was er will, und alle die dazwischen funken, sind nervige Idioten.

Auch im zweiten Video erkennt man sein Unverständnis. Es geht um seine zwangsweise Abberufung aus dem Aufsichtsrat, obwohl er weiterhin Vorstandsvorsitzender und der bedeutendste Aktionär von Tesla ist. Dass da nun jemand ist, der ihn beaufsichtige, interessiert ihn nicht. Er habe eh über seine Stimmrechte den entscheidenden Einfluss in der Firma. Das mag sein. Aber so öffentlich gegen die SEC-Maßnahmen zu schießen, kann sich für ihn noch als äußerst unklug erweisen.

Das dritte Video zeigt losgelöst von seinem Ego-Trip einen interessanten kurzen Rückblick zu den Anfängen von Tesla, und wie stark die Firma inzwischen gewachsen ist. Das gesamte ausführliche Interview mit CBS können Sie hier nachlesen. Die Tesla-Aktie liegt heute übrigens 0,1% im Plus. Also, alles total entspannt?

Tesla-Chef Elon Musk
Tesla-Chef Elon Musk. Foto: Heisenberg Media / Wikipedia (CC BY 2.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

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BASF mit Gewinnwarnung – Aktie auf tiefstem Stand seit Anfang 2016

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BASF hat eine eh schon rückläufige Gewinnerwartung nun erneut nach unten korrigiert. Das zieht den Aktienkurs natürlich in den Keller. Die BASF-Aktie notiert heute früh mit -4,14%. Sie fällt jetzt mit 58,18 Euro auf den tiefsten Stand seit Anfang 2016. Wie der Chart sehr gut zeigt, hängt man jetzt genau auf einem wichtigen Unterstützungsniveau von damals. Hält es nicht, sind aus charttechnischer Sicht tiefere Kurse möglich.

Hier BASF im Wortlaut:

Auf Grundlage der Ergebnisdaten für November 2018 geht BASF nunmehr von einem deutlichen Rückgang des Ergebnisses der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen im Geschäftsjahr 2018 von 15 % bis 20 % gegenüber dem Vorjahreswert aus (EBIT vor Sondereinflüssen 2017: 7.645 Millionen €). Bisher wurde ein leichter Rückgang von bis zu 10 % gegenüber dem Vorjahreswert prognostiziert. Beim EBIT der BASF-Gruppe erwartet das Unternehmen unverändert einen deutlichen Rückgang und beim Umsatz weiterhin einen leichten Anstieg von bis zu 5 %.

Zu dem deutlichen Rückgang des EBIT vor Sondereinflüssen gegenüber dem Vorjahreswert trägt vor allem das Segment Chemicals bei. Hier sind insbesondere die Isocyanatpreise stärker gesunken und die Crackermargen geringer als erwartet. Darüber hinaus ergeben sich im 4. Quartal 2018 in dieser Größenordnung bisher nicht prognostizierte Ergebnisbelastungen von voraussichtlich bis zu 200 Millionen € durch den niedrigen Wasserstand des Rheins. Im 3. Quartal konnten die daraus resultierenden Ergebnisbelastungen auf rund 50 Millionen € begrenzt werden.

Daneben schwächte sich das BASF-Geschäft mit der Automobilindustrie seit dem 3. Quartal 2018 weiter ab, insbesondere die Nachfrage von Kunden in China verlangsamte sich deutlich. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China trug zu dieser Verlangsamung bei.

BASF

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2018 ist das Jahr der Aktienrückkäufe

Das Rückkauffieber ist ausgebrochen!

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Ein Kommentar von Philipp Immenkötter, https://www.flossbachvonstorch-researchinstitute.com/de/

 

Das Rückkauffieber ist ausgebrochen! Zum Ende des Jahres 2018 hat das Volumen der Aktienrückkäufe der DAX- und MDAX-Konzerne die acht Milliarden Euro Marke überschritten und betrug Anfang Dezember 8,4 Mrd. Euro.

Neun Konzerne sind in 2018 aktiv gewesen, allen voran die Allianz, die ganze drei Milliarden Euro in den eigenen Titel gesteckt hat.  Siemens weist mit rund 1,5 Mrd. Euro das zweithöchste Volumen auf, gefolgt von Covestro mit knapp 1,4 Mrd. Euro. Auch Adidas ist umfangreich aktiv gewesen und hat eine Milliarde für Rückkäufe aufgewendet und weitere zwei Milliarden Euro angekündigt.

Das Vorjahresvolumen von 5,5 Mrd. Euro wirkt im Vergleich zu der jüngsten Zahl recht überschaubar, obwohl bereits dieser Wert das höchste Volumen seit 2009 darstellte.

 

Warum haben die deutschen Konzerne in diesem Jahr verstärkt zu Aktienrückkäufen gegriffen? Um diese Frage zu beantworten, muss man die Kapitalallokation der Unternehmen genauer unter die Lupe nehmen.

Eine Entscheidung für Aktienrückkäufe ist gleichzeitig eine Entscheidung gegen Investitionen, gegen eine höhere Dividende, gegen die Bedienung von Schulden und gegen erhöhte Kassenhaltung. Daher ist es aus Investorensicht wünschenswert, wenn sich das Management erst dann zu Aktienrückkäufen entscheidet, wenn bereits alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden.

Die Entscheidung für Aktienrückkäufe ist im Fall von Adidas nachvollziehbar. 2018 ist für Adidas ein Rekordjahr. Bereits zum Ende des dritten Quartals fielen Gewinn und operativer Cash Flow deutlich höher als noch im Vorjahresquartal aus. Gleichzeitig wurde ins operative Geschäft investiert und auch die Bilanz macht einen soliden Eindruck. So ist es Adidas möglich, einen Teil, der während des Jahres eingenommenen Mittel, direkt für Aktienrückkäufe einzusetzen. Zusätzlich kann das Volumen flexibel an die operativen Einnahmen angepasst werden. Eine Sonderdividende würde dem Management diese Flexibilität nicht bieten.

Bei aller Freude über wohl begründete Aktienrückkäufe wie bei Adidas sollte man jedoch den pro-zyklischen Verlauf von Aktienrückkäufen nicht vergessen. Unternehmen können nur dann die eigenen Aktien kaufen, wenn sie über genügend überschüssige Liquidität verfügen. Meist trifft dies zu, wenn auch die Geschäfte gut laufen. Von guten Geschäften bekommt der Kapitalmarkt schnell Wind und lässt den Aktienkurs entsprechend steigen. Daher sind in der Regel nur dann die Voraussetzungen für Aktienrückkäufe erfüllt, wenn auch die Kurse hoch sind. So bleibt den Unternehmen nichts anderes übrig, als zu hohen Preisen die eigene Aktie zu kaufen.

Dass dies nicht immer gutgeht, zeigt das historische Volumen der Aktienrückkäufe in Deutschland. 2008 wurden bisher die meisten Aktienrückkäufe getätigt und das zu Höchstpreisen. Kurze Zeit später setzte die Krise ein und die Kurse lagen am Boden.  Mit 8,4 Mrd. Euro in 2018 liegt man jetzt zwar erst bei der Hälfte des Volumens aus 2008, für die letzten 10 Jahre stellt es jedoch den Rekordwert dar.

So bleibt für Unternehmen und Investoren zu hoffen, dass keine baldige Rezession folgen und das Geld der Rückkäufe nicht bald an anderer Stelle fehlen wird.

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