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Angeblicher Erfolg der EZB-Politik: Wie Statistiken die Wahrnehmung beinflussen können

Je nachdem welche EZB-Statistiken man sich anschaut, erkennt man einen tollen Erfolg der aktuellen EZB-Geldpolitik – oder eben auch nicht. Noch interessanter wird es, wenn man sich zwei Charts zum exakt selben Thema anschaut, die aber völlig…

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FMW-Redaktion

Je nachdem welche EZB-Statistiken man sich anschaut, erkennt man einen tollen Erfolg der aktuellen EZB-Geldpolitik – oder eben auch nicht. Noch interessanter wird es, wenn man sich zwei Charts zum exakt selben Thema anschaut, die aber völlig unterschiedlich aussehen. Hierzu betrachten wir zunächst unseren Artikel von vorgestern, wo wir unter anderem die langfristige Entwicklung der Kreditvergabe in der Eurozone betrachteten. Der folgende Chart zeigt den Verlauf seit 2004. Links sieht man mittig die 0 Prozent-Marke, darüber +10% und -10%. Wie man sieht, bewegt sich die Wachstumsrate seit 2010 stets nur knapp über 0%. Mal 1%, mal 2%, oder auch mal ein paar Prozente im Minus. Zuletzt lag das Wachstum bei +2,41%. Aber im großen Bild sieht man, dass das Wachstum nicht nach oben explodiert ist, trotz der Billionen-Geldspritze der EZB und der Negativzinsen für Banken.


Dieser Chart der EZB zeigt die Steigerungsraten der Kredite an Unternehmen in der Eurozone außerhalb des Finanzsektors seit 2004.

Heute nun hat die EZB frische Daten veröffentlicht zum Kreditwachstum in der Eurozone, also dem selben Thema wie wir es vorgestern besprochen hatten. Man bestätigt darin die Wachstumsrate von 2,4%. Zitat:

The annual growth rate of adjusted loans to households increased to 2.6% in May, from 2.4% in April. The annual growth rate of adjusted loans to non-financial corporations stood at 2.4% in May, unchanged from the previous month.

Dazu wird die unten gezeigte Grafik veröffentlicht. Man sieht beim Kreditwachstum einen tollen steilen Anstieg. Wer diese Kurve betrachtet, sieht einen tollen Erfolg der EZB-Geldpolitik. Die Banken haben demnach sprunghaft mehr Kredite vergeben. Wer aber genauer hinschaut, sieht den Zeitraum von 2013 bis heute. Die obige erste Grafik ging zurück bis 2004, und bot somit einen viel längeren Vergleichszeitraum. Zudem ist diese Grafik hier unten angelegt in einer Spanne von -4% bis +4%. So verengt wirkt die positive Entwicklung natürlich richtig gut.

Und daher meinen wir auch: Es ist eben Ansichtssache. Je nach Betrachtungszeitraum ist es ein toller Erfolg, oder eben eine trübe Seitwärtsphase. Plus 2,4% beim Kreditwachstum auf Jahresbasis mag ganz nett sein unter normalen Umständen, aber bei der gigangtischen Gelddruckerei wirkt diese Steigerung doch ziemlich enttäuschend. Was lernen wir daraus? Ob die EZB dieses vorhandene Kreditwachstum zu Argumentationszwecken heranzieht, weiß man nicht. Sie könnte es theoretisch für beide Varianten nutzen. Einerseits könnte sie sagen das Wachstum ist zu schwach, was für eine Verlängerung der Geldpolitik spräche. Oder man könnte sagen +2,4% ist so ein starkes Wachstum, dass dies noch ein Argument mehr dafür ist, langsam die Zinswende einleiten zu müssen.

Quelle: EZB

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Der Fiskus hat Ihr Geld – So holen Sie es zurück

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Lieber Börsianer,

das kennen Sie! Spätestens zur Jahresmitte ist unser Sparerfreibetrag von 801 bzw. 1.602 Euro aufgebracht. Dann schlägt der Fiskus bei jedem Gewinnverkauf unangenehm zu:

Aus einem Kursgewinn von 1.000 Euro werden dann nur noch 736,25 Euro.
Aus einem Kursgewinn von 5.000 Euro werden 3.681,25 Euro. Usw…
Sie haben recherchiert, Sie haben investiert, Sie tragen das Risiko und der Fiskus verdient jedes Mal erklecklich mit.

Schauen wir uns doch einmal ein, wie sich die Abgeltungsteuer auf ein Gesamtdepot auswirkt. Ein fiktives Beispiel: Max Mutig investiert seit 10 Jahren recht erfolgreich an der Börse. Aus ursprünglich 100.000 Euro hat er in diesem Zeitraum 160.000 Euro gemacht. Stand heute beträgt die Depotperformance also exakt 60 %.

Nun will sich Herr Mutig belohnen und verkauft ungefähr die Hälfte seines Depots. Dabei realisiert er Kursgewinne von 30.000 Euro. Und jetzt kommt der Fiskus und schöpft gleich an der…..

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Brexit-Deal fertig – Pfund explodiert, Dax steigt auf 12800 – Update: DUP dementiert Zustimmung zu Deal, Parlament muß abstimmen

Laut Jean-Claude Juncker wie auch Boris Johnson ist der Brexit-Deal nun bestätigt

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Laut Jean-Claude Juncker wie auch Boris Johnson ist der Brexit-Deal nun bestätigt:

Auch die DUP sei nun an Bord:

Aber dann das: scheinbar nicht wirklich an Bord ..:

So oder so: die Regierung Johnson muß den Deal nun durch das britische Parlament bringen – Zustimmung unsicher:

Das britische Pfund schießt mit 1,2945 durch die Decke, die Aktienmärkte steigen. Aber so lannge nicht wirklich klar ist, ob die DUP den Deal deckt, dürfte es volatil bleiben..

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Landesbanken-Volkswirte und die Zins-Wüste

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Wüste Sand Beispielfoto

Zins-Wüste, das ist unsere Wortkreation, das mal gleich vorweg. Warum ist das Bild einer Wüste im Zusammenhang mit diesem Artikel so passend? Wenn man durch die Wüste geht und am Horizont nichts außer Sand sieht, dann verliert man irgendwann die Hoffnung, dass man irgendwann mal eine Oase mit Wasser erreicht. Dieses Bild könnte auch auf den Anleger zutreffen, der es jahrzehntelang gewohnt war Zinsen auf seine Spareinlagen zu erhalten. Was für eine freche Anmaßung, Zinsen auf Guthaben als selbstverständlich zu erachten (Scherz)… aber zur Sache. Die öffentlichen Banken in Deutschland (hauptsächlich Landesbanken) haben heute ihre gemeinsame Kapitalmarktprognose für den Monat Oktober veröffentlicht. In Sachen Zinsen rechnen die Banken mit eher sinkender Tendenz. Denn aktuell liegt die Rendite für zehnjährige deutsche Staatsanleihen bei -0,41%. Die Ökonomen der Banken rechnen in 12 Monaten mit einer Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe zwischen -0,40 und -0,65 Prozent. Und hier die düsteren Worte für Anleger in Deutschland, die Zinsanlagen gewohnt sind. Zitat:

„Angesichts der Quasi-Abschaffung des positiven Zinses kann es nicht überraschen, dass die Sparer nicht gut auf die Gelpolitik der EZB zu sprechen sind. Die Suche nach vergleichbaren Alternativen ist schwierig. Mit einfachen und konservativen Strategien lassen sich kaum noch langfristig positive Erträge erwirtschaften“, erklären die VÖB-Kapitalmarktstrategen. Die Renditen könnten sogar weiter sinken, da die politischen und konjunkturellen Risiken durch Handelskonflikte und Brexit andauern.

Und ja, da muss der Kleinanleger, der eigentlich kein Risiko haben möchte, irgendwann doch mal den Weg gehen hin zu Aktien oder Aktienfonds? Natürlich hat das den angenehmen Nebeneffekt, dass Sparkassen und alle anderen Banken mit der Vermittlung von Fondsprodukten ein richtig gutes Provisionsgeschäft machen. Aber ja, inhaltlich ist es natürlich richtig…der Anleger muss sich nach Alternativen umschauen. Tja, und was bleibt da? Gold? Aktien? Oder höher verzinsliche Anleihen, die man dann aber entweder im Ausland findet, oder bei Unternehmensanleihen mit oft zweifelhaften Geschäftsmodellen der Emittenten? Oder doch lieber wie die Masse der Sparer das Geld einfach stumpf auf dem Sparbuch liegen lassen, reale Verluste in Kauf nehmen, und auf die Wiedereinführung von Zinsen warten… irgendwann einmal? Was sind auch noch wichtige Aussagen der Landesbanken-Ökonomen? Zitat:

Für Deutschland bewegen sich die Erwartungen für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2020 gegenüber 2019 auf einer Skala zwischen 0,3 und 1,2 Prozent. Für den Euroraum erwarten die Experten Werte zwischen 0,8 und 1,3 Prozent. Die VÖB-Kapitalmarktstrategen sind sich einig: „Die politischen Risiken übertragen sich zunehmend auf die Weltkonjunktur. Der globale Handel zeigt deutliche Anzeichen von Schwäche.“ Für die USA erwarten die Experten der VÖB-Mitgliedsinstitute deshalb im Jahr 2020 ein geringes Wachstum des Bruttoinlandsproduktes zwischen 0,6 und 1,8 Prozent. „Wir erwarten zwischen einer und drei weiteren Zinssenkungen der US-Notenbank Fed. Die jüngste Zinssenkung der EZB und die Wiederbelebung des EZB-Kaufprogramms zementieren ebenfalls das Negativzinsumfeld“, erklären die VÖB-Experten.

In ihren Prognosen weichen die einzelnen Landesbanken deutlich von einander ab. Oben in der Grafik sieht man die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum, und unten für die Inflationsrate gemessen anhand des für die EZB entscheidenden HVPI (Harmonisierter Verbraucherpreisindex).

Prognosen Landesbanken

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