Aktien

Rezession als Game-Changer Apple: Droht der Aktie ein Horror-Szenario?

Apple: Droht der Aktie ein Horror-Szenario?

Wie der Gesamtmarkt sieht sich auch Apple mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Die Aussicht auf eine Rezession hat sich in die Liste der vorhandenen Belastungsfaktoren wie den Inflations- und Zinssorgen eingereiht. Bisher haben sich die deutlichen Zinsanhebungen der Fed noch nicht auf die Inflation ausgewirkt. Die Teuerungsrate ist zuletzt mit 9,1% auf den höchsten Stand seit vierzig Jahren gestiegen. Damit bleibt die Fed unter Druck, die Zinsen weiter anzuheben, was wiederum die Gefahr einer Rezession erhöht. Durch den starken Kaufkraftverlust, erhöht sich gleichwohl die Gefahr, dass die Menschen anfangen zu sparen und auf teure Konsumgüter verzichten.

Inwieweit sich die vielen Belastungsfaktoren wie zum Beispiel die gestiegenen Energie- und Produktionskosten sowie die Lieferengpässe auf die Gewinne im zweiten Quartal ausgewirkt haben, werden wir am 28.07. erfahren, wenn Apple seine Bücher öffnet. Einige Analysten befürchten das Schlimmste für die weitere Entwicklung der Apple-Aktie und haben daher den Daumen gesenkt. Die Analysten von Goldman Sachs gehen in einem Worst-Case-Szenario von einem Kursverlust von bis zu 40 Prozent aus.

Tiefe Rezession als Worst-Case-Szenario

Vom Allzeithoch Anfang Januar hat die Apple-Aktie in der Spitze 29 Prozent nachgegeben, also etwas weniger als der Nasdaq (-34 Prozent). Der iPhone-Hersteller muss sich mit vielen Schwierigkeiten auseinandersetzen. Dazu gehören beispielsweise die gestiegenen Kosten, der Chipmangel, die Lockdowns in China sowie der harte Straffungskurs der US-Notenbank Fed, der dem Markt Liquidität entzieht und die Nachfrage dämpft. Das größte Problem für Apple könnte allerdings die kommende Rezession werden.

Im ersten Quartal haben wir bereits eine Schrumpfung der US-Wirtschaft gesehen. Sollte es im zweiten Quartal ebenfalls zu einem Wirtschaftsabschwung kommen, dann befindet sich die USA offiziell in einer Rezession. Goldman Sachs hat in der vergangenen Woche dazu eine Studie veröffentlicht. Darin warnen sie, dass die Apple-Aktie ein Abwärtspotenzial von über 40 Prozent besitzt, wenn das US-Bruttoinlandsprodukt in den kommenden Quartalen um vier bis fünf Prozent schrumpft. Dann könnten die Umsätze im Jahr 2023 um über 20 Prozent einbrechen sowie der Gewinn je Aktie über 30 Prozent.

Immerhin, die aktuellen Konjunkturdaten deuten zwar auf eine Rezession hin, die Analysten von Goldman Sachs rechnen jedoch zunächst mit einem moderaten Wirtschaftsabschwung. Im Basis-Szenario gehen die Analysten von einem Kursrücksetzer auf 130 Dollar aus. Vom aktuellen Kurs 148,47 Dollar wären das aber immer noch 18 Prozent. Es gibt jedoch nur wenige Apple-Bären unter den Experten. Neben dem Goldman-Analysten Hall zeigt sich KeyBanc-Analyst Brandon Nispel ebenfalls wenig optimistisch für die Umsatzentwicklung. Er geht davon aus, dass der kommende Geschäftsbericht zeigen wird, dass die Hardwareerlöse deutlicher gefallen sind, als es der Markt derzeit erwartet. Als Grund nennt er geringere Konsumausgaben aufgrund der hohen Inflation und der bevorstehenden Rezession. Zudem dürften die Verkäufe in China rückläufig sein.

Die Optimisten sind aber noch in der Mehrzahl

Es gibt jedenfalls immer noch zahlreiche Analysten, die die Apple-Aktie zum Kauf empfehlen. Die Analysten der Citibank gehören dazu, die trotz des zuletzt gesunkenen Kurses, die Aktie empfehlen. Die Gründe sind für die Citibank eindeutig: Erstens steht im Herbst die Markteinführung des iPhone 14 an. Zweitens, Apple hat ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 90 Milliarden Dollar aufgelegt. Drittens, der Service-Sektor gewinnt immer mehr an Bedeutung und könnte rückläufige iPhone-Verkäufe auffangen. Viertens, das Unternehmen hat noch einiges in der Pipeline, wie zum Beispiel Virtual-Reality-Headsets, Datenbrillen und das Apple Car.

Es hat seinen Grund, warum Apple die größte Position in Depot von Altmeister Warren Buffet ist. Apple ist eine Cash-Cow mit einem riesigen Berg an Cash-Reserven. Zudem ist die Marke bärenstark und hat einen tiefen Burggraben. Langfristig gesehen bleibt Apple eine Top-Aktie für das Depot. Kurzfristig überwiegen allerdings die Risiken. Mit einem KGV von 23,62 ist die Aktie angesichts der vielen Belastungsfaktoren sehr sportlich bewertet. Der entscheidende Impuls für die mittelfristige Entwicklung der Aktie dürfte am 28.07. erfolgen, wenn der Tech-Riese die Quartalszahlen veröffentlicht.

Apple: Blick auf den Chart

Der Kurs der Apple-Aktie steuert aktuell auf eine massive technische Widerstandszone zu. Von dem Tief am 17. Juni bei 129,07 USD konnte der Kurs inzwischen um 15 Prozent zulegen. Die Erholung könnte jedoch bald ins Stocken geraten. Innerhalb der Zone zwischen 150,00 und 152,55 USD liegen gleich mehrere Widerstände. Zum einen befindet sich hier das letzte lokale Hoch bei 151,70 US. Außerdem liegt hier das 161,8% Extensionsziel (152,38) einer ABC-Korrektur im aktiven Abwärtstrend. Die 200-Tage-Linie bei aktuell 152,10 USD könnte zusätzlich als Widerstand agieren.

Noch hätte die Erholung etwas Platz nach oben, dies können wir auch an dem Keil erkennen, der sich derzeit ausbildet. In der genannten Widerstandszone könnte später, eventuell mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen, eine Richtungsentscheidung anstehen. Ein nachhaltiger Durchbruch auf der Oberseite würde jedenfalls weiteres Potenzial bis 156,75 und später 166,00 USD freisetzen. Unterhalb von 136,55 und 134,70 USD würde sich das Chartbild deutlich eintrüben, dann könnte es zu einem neuen Jahrestief kommen.

Disclaimer

Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte:
Der Autor dieser Veröffentlichung erklärt, dass er jederzeit in einem der genannten und analysierten bzw. kommentierten Finanzinstrumente investiert sein kann. Dadurch besteht möglicherweise ein Interessenkonflikt. Der Autor versichert jedoch, jede Analyse und jeden Marktkommentar unter Beachtung journalistischer Sorgfaltspflichten, insbesondere der Pflicht zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung sowie der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit erstellt zu haben.

Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen in den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine mündliche Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.

Risikohinweis:
CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 72% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Handlungsansätze von XTB dar.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. (148,47-130)/148,47*100 = 12% und nicht 18%.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage