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Auftragseingänge und Auftragsbestand: Nach der Krise kommt der Konjunkturboom?

Arbeiter in einem Industriebetrieb

Auftragseingänge und Auftragsbestand der deutschen Industrie zeigen eines: Es gibt einen Stau – und wenn die Autobahn wieder frei ist, dann fließt der Verkehr wieder auf Hochtouren. Wenn also die Lieferengpässe (zum Beispiel bei Chips) in einigen Monaten beseitigt sein sollten, erlebt Deutschland dann einen kräftigen Konjunkturboom? Das ist durchaus möglich. Die Auftragsbücher sind voller als jemals zuvor, und die Auftragseingänge legen jüngst deutlich zu.

Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe steigen kräftig

Heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Daten zeigen, dass die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember im Vergleich zu November um satte 2,8 Prozent gestiegen sind. Erwartet wurde nur ein Plus von 0,5 Prozent. Im Jahresvergleich ist es eine Steigerung von 5,5 Prozent. Betrachtet man die Auftragseingänge als Index, dann sehen wir aktuell einen Wert von 112,5 – direkt vor Ausbruch der Coronakrise lag der Wert bei 105. Den Höchstwert mit 120,4 sah man im Juli 2021 – dennoch liegt man deutlich höher als in den Jahren vor Corona.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge seit dem Jahr 2013

Auftragsbestand zeigt den großen Stau

Dass sich derzeit Monat für Monat ein immer größer werdender Stau an Aufträgen für die deutsche Industrie anhäuft, der bei vorhandener Kapazität zu einer deutlichen Produktionssteigerung führen sollte, zeigt der Index für den Auftragsbestand. Laut letzter Meldung des Statistischen Bundesamts hierzu vom 19. Januar stieg der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im November um 1,5 Prozent gegenüber Oktober. Die Grafik, die bis zum Jahr 2015 zurückreicht, zeigt vor allem nach einem ganz kurzen Abrutschen zum Anfang der Coronakrise, dass sich der Auftragsstau immer weiter vergrößert. Der Index lag kurz vor Ausbruch der Coronakrise bei 115 Punkten, jetzt bei 146,5. Dazu haben die Statistiker angemerkt, im Wortlaut:

Der Auftragsbestand ist damit seit Juni 2020 stetig gestiegen und erreichte im November 2021 seinen höchsten Stand seit Einführung der Statistik im Januar 2015. Die Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe erhielten also seit Juni 2020 beständig mehr neue Aufträge, als sie abarbeiten konnten. Ein wesentlicher Grund dafür dürften Lieferengpässe bei Vorprodukten sein. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Auftragsbestand kalender- und saisonbereinigt 27,4 % höher.

Grafik zeigt den Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe seit dem Jahr 2015



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