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Ausländer kaufen massiv US-Firmenkredite, US-Investoren steigen aus

FMW-Redaktion

In gigantischem Ausmaß verkaufen US-Investoren in jüngster Zeit US-Unternehmensanleihen. Gleichzeitig (irgendwer muss ja kaufen) steigen ausländische Investoren massiv ein. Machen da etwa erneut europäische Investoren den selben Fehler wie vor der Lehman-Krise?

Aktuelle Daten der US-Notenbank „Federal Reserve“ und der „BoA ML“ zeigen, dass US-Anleger (Privathaushalte, Hedgefonds und auch nicht profitorientierte Gruppen) im zweiten Quartal 2015 auf breiter Front US-Firmenkredite (hauptsächlich über börslich handelbare Anleihen) im Wert von 122 Milliarden Dollar abgestoßen haben (also Verkäufe + ausbleibende Anschlusskäufe neuer Anleihen). Im Quartal davor waren es „nur“ 24 Milliarden Dollar. Da fragt man sich als außenstehender Investor, ob es nicht ein Problem mit Firmenkrediten in den USA geben könnte, bei so einer Massenflucht.

Viele ausländische, vor allem wohl europäische Anleger haben sich diese Frage nicht gestellt und kauften im 2. Quartal für 172 Milliarden Dollar Firmenkredite in den USA – mehr als doppelt so viel wie im 1. Quartal. Damit besitzen sie jetzt mehr als 1/4 aller US-Firmenkredite.

Warum US-Anleger aussteigen? Sie haben wohl wortwörtlich direkt vor Augen, dass vor allem die heimische Fracking-Industrie derzeit brutal vor die Hunde geht und ihre Hochzinsanleihen nicht mehr bedienen kann bzw nicht mehr lange bedienen kann. Denn diese Industrie hat sich größtenteils zu horrenden Zinsen an Markt für Schrottanleihen verschuldet. Das Spiel scheint wohl ähnlich zu laufen wie vor der Lehman-Krise. Die Amis merken es noch rechtzeitig (damals Immobilienkreditpakete), verkaufen ihren Schrott, und die blöden Europäer, die nichts merken (vor allem deutsche Banken), kaufen sich massiv ein, weil die Zinsen so schön hoch sind. Gratulation, möchte man da sagen!



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