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Autoindustrie in Großbritannien: Katastrophale Daten zur Produktionsmenge

Redaktion

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Die Autoindustrie in Großbritannien erlebt gerade den totalen Brexit-Horror. Seit einiger Zeit sind die Daten schon schlecht. Aber was der Branchenverband SMMT heute veröffentlicht hat, ist wirklich unterirdisch. Im Juni wurden 109.226 Autos produziert. Im Juni 2018 waren es noch 128.799. Das ist ein Rückgang von 15,2%. Und im Vergleich von Januar-Juni 2018 auf Januar-Juni 2019 ist es ein Produktionsrückgang in der britischen Autoindustrie von sogar 20,1%, von 834.573 auf 666.521 produzierte Fahrzeuge. Laut SMMT sinkt die Autoproduktion auf der Insel nur 13 Monate in Folge!

Und die Zukunftsaussichten sind noch gruseliger. Gerade wo die Autoindustrie weltweit gigantische Summen in die Elektromobilität pumpt, wurden die angekündigten Investitionen in die britische Autoindustrie in den ersten sechs Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 70% reduziert auf nur noch 90 Millionen Pfund. Im Durchschnitt der letzten 7 Jahre wurden laut SMMT 2,7 Milliarden Pfund pro Jahr investiert. Mit so einer aktuellen Mini-Summe wird es wohl keine prosperierende E-Auto-Industrie auf der Insel geben können!? Man kann es auch noch deutlicher formulieren. Die Autohersteller haben ihre Investitionen de facto eingestellt, weil man abwarten will, wie der Brexit denn ausgehen wird. Bis jetzt sind schon wertvolle drei Jahre verstrichen, wo die britischen Standorte der ausländischen Konzerne mehr und mehr den Abstand zum Weltmarkt verlieren.

Der Appell von SMMT an Boris Johnson ist letztlich ganz einfach. Bitte, lieber Boris, bitte! Es muss ein Brexit-Deal her. WTO-Zölle wären ein Debakel für uns…

Autoindustrie in Großbritannien Statistik

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    sabine

    1. August 2019 06:48 at 06:48

    Das ist bei uns in Deutschland auch nicht anders. Hauptsächlich wegen China.
    Bei manchen Kunden hat die Autozuliefererindustrie 40% minus Umsatzeinbußen! Seit Febr. 2019! Auf laufende Verträge, keine Prognosen!

    Im Dezember 2018 hieß es noch, 10-20% Mehrproduktion wahrscheinlich.
    Ende Januar (und Mitte Februar dann offiziell) kam die Handbremse.

    • Avatar

      Claudia

      1. August 2019 13:06 at 13:06

      @sabine, ganz so drastisch dürften die Umsatzeinbußen bisher noch nicht ausgefallen sein, im ersten Halbjahr waren es eher zwischen 5 und 8%. Meiner Meinung nach tragen die deutschen Autobauer auch selbst eine erhebliche Mitschuld neben den zweifelsfrei signifikant einwirkenden externen Faktoren.

      Einerseits hat man sich durch die skandalösen Betrügereien und Manipulationen bei den Abgasmessungen ins eigene Bein geschossen. Ob die Reaktionen darauf nun angemessen waren oder über das Ziel hinausgeschossen sind, sei einmal dahingestellt. Verantwortlich dafür sind dennoch einzig die Konzerne selbst. Aus Profitgier wurde ein Monster losgetreten, das nicht mehr einzufangen ist und schon längst weit über den eigentlichen Skandal hinausgeht: Klagewellen, Strafzahlungen, Schadensersatzforderungen, massive Abwertung von Dieselfahrzeugen, Elektroboom ohne Planung und Infrastruktur, Fahrverbote usw.

      Auf der anderen Seite hat man viel zu lange die (Weiter)Entwicklung alternativer Antriebstechnologien verschlafen. Egal, ob E-Mobilität (unabhängig von deren Sinnhaftigkeit bzw. Massentauglichkeit), Hybridtechnologie, Wasserstoff oder auch Erdgas, auf allen Gebieten ist man zugunsten übermotorisierter SUVs und anderer Sinnlosigkeiten weit ins Hintertreffen geraten. Was dazu führt, dass nun kurzfristig enorme Summen für FuE aufgewendet werden müssen, um die verpennten Jahre aufzuholen, falls überhaupt möglich.

      Hauptsächlich wegen China heißt am Ende aber doch, hauptsächlich wegen Trump und dessen narzisstisch-nationalistischem Handelskrieg. In Großbritannien basieren die Probleme zwar ebenfalls auf chauvinistischen, nationalistischen Separations- und Abschottungsbestrebungen, sind aber natürlich völlig anders gelagert. Auch ohne Trumps Handelskrieg wäre dort die Situation nicht viel anders, weshalb Ihr Vergleich doch sehr hinkt.

      https://www.handelszeitung.ch/unternehmen/deutsche-autoindustrie-steuert-auf-krise-zu
      https://www.onvista.de/news/handelsstreit-wenn-trump-mit-eu-importzoellen-ernst-macht-droht-der-deutschen-autoindustrie-dann-ein-abschlag-von-12-prozent-227972879

      Gerade bei Ihnen als Beschäftigte in der Automotive-Branche finde ich es immer wieder äußerst erstaunlich, dass Sie paradoxerweise eine glühende Verfechterin der beiden Politiker sind, welche die Krise in hohem Maße zu verantworten haben. Der eine davon nicht nur auf nationaler Ebene, sondern in globalem Ausmaß, und nicht nur auf eine Branche beschränkt. Aber gut, jedem das Seine.

    • Avatar

      Hans Wurst

      25. August 2019 20:18 at 20:18

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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