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Bank betrügt: Mitarbeiter entlassen, Direktorin erhält goldenen Fallschirm über 124,6 Millionen Dollar

Wells Fargo, eine der Top 5 Banken der USA und der größte Hausfinanzierer, wurde von US-Behörden verdonnert 185 Millionen Dollar Strafe zu zahlen, weil man für bestehende Kunden ohne deren Wissen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wells Fargo, eine der Top 5 Banken der USA und der größte Hausfinanzierer, wurde von US-Behörden verdonnert 185 Millionen Dollar Strafe zu zahlen, weil man für bestehende Kunden ohne deren Wissen fast 2 Millionen zusätzliche Konten, Kreditkartenkonten und Onlinebanking-Zugänge eingerichtet hatte, um Vertriebsziele zu erfüllen. Letzten Freitag hatten wir bereits darüber berichtet. 5.300 Mitarbeiter hat Wells Fargo deshalb entlassen. Wie auch in vielen anderen Fällen scheinen diese Machenschaften von diesen Mitarbeitern einfach so durchgeführt worden zu sein, selbstverständlich ohne jegliche Anleitung oder ohne Aufforderung von oben.

Dass sie alle fast die selben Praktiken ausführten, muss reiner Zufall sein. Aber gut, die Zeche zahlen diese Mitarbeiter, weil sie ihren Job los sind. Egal ist, dass sie dies laut US-Behörden nur taten um die ihnen aufgedrückten Vertriebsziele zu erfüllen, nämlich immer mehr Konten zu eröffnen. Wenn man das unter normalen Unständen nicht erzielen kann, und Repressalien seines Arbeitgebers fürchtet, tja, dann muss man sowas machen, oder man wird gefeuert? Oder das Gehalt gekürzt? In Deutchland, so munkelt man (natürlich nur hinter vorgehaltener Hand), läuft das alles mit Wissen der Kunden – man suggeriert ihnen einfach, dass sie auch noch einen dritte Lebensversicherung, und noch einen fünften Bausparer benötigen!

Aber kommen wir zur aktuellen Krönung dieser Wells Fargo-Geschichte. Wie Fortune herausgefunden hat, wird in der Bank die zuständige Direktorin, die für diesen Geschäftsbereich zuständig war, freundlich „gehen lassen“. Oder besser gesagt sie hat sich entschieden sich nach 27 Jahren in der Bank verändern zu wollen, so sagte es die Bank beim Ausscheiden von Carrie Tolstedt bereits im Juli. Da muss die Bank mit den US-Behörden bereits in den finalen Verhandlungen für die 185 Millionen Dollar-Strafe gewesen sein. Natürlich gab es damals wie auch heute keine offiziellen Hinweise, dass ihr Ausscheiden etwas mit diesen massiven Betrügereien der Bank zu tun hat. Als Abschied bekommt diese Frau, die jährlich eigentlich 9 Millionen Dollar verdient, eine Zahlung von 124,6 Millionen Dollar. Diese Summe resultiert aus Belegschaftsaktien, Aktienoptionen + Gehalt. Diese Gesamtsumme kann sie erhalten, weil sie aus rein technischer Sicht in den Ruhestand geht.

Wäre man ein knallharter Bankchef oder Aufsichtsrat, der das Fehlverhalten auch von Führungskräften rücksichtslos verfolgt, könnte man die 185 Millionen Dollar Strafe mit ihrer Abfindung verrechnen und sie somit auf 0 setzen. Das ist ganz sicher möglich, wenn man eine strafrechtliche Haftung so einer Person ins Spiel bringt. Aber wer Böses vermuten will, könnte glatt denken diese 124,6 Millionen Dollar sind eine Art Schweigegeld für Frau Tolstedt. Nicht dass noch irgendwann ein Staatsanwalt auf die Idee kommt nachzuprüfen, ob solche Betrugspraktiken von oben angeordnet waren. Wells Fargo jedenfalls war in den Abschiedsworten für Carrie Tolstedt voll des Lobes. So sagte der Bankchef John Stumpf, dass Tolstedt eine der wichtigsten Führungskräfte der Bank gewesen sei, eine Stütze der Unternehmenskultur, ein Champion für die Kunden. Na wenn das nicht mal geniale Aussagen sind. Soll man lachen oder weinen?

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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