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Banken ähnlich wie in der Finanzkrise: Erst in der Blase mitspielen, und dann Wetten dagegen auflegen

Man erinnere sich an die Finanzkrise. Der breiten Öffentlichkeit wurde erst im Lauf der Jahre danach bewusst gemacht, dass vor allem große Wall Street-Banken jahrelang verbrieften Hypotohekenschrott verkauft hatten, um anschließend gegen…

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FMW-Redaktion

Man erinnere sich an die Finanzkrise. Der breiten Öffentlichkeit wurde erst im Lauf der Jahre danach bewusst gemacht, dass vor allem große Wall Street-Banken jahrelang verbrieften Hypotohekenschrott verkauft hatten, um anschließend gegen diesen Schrott zu wetten. Den Preis zahlten beispielsweise deutsche Banken, denen der Schrot aufgeschwatzt wurde (bitte kein falsches Mitleid für diese idiotischen deutschen Banker).

Derzeit scheint sich ein ähnliches Muster abzuspielen, auch wenn es nicht exakt vergleichbar ist. Anscheinend sind Großbanken wie JP Morgan und Goldman Sachs gerade dabei „Wettprodukte“ gegen europäische Banken aufzulegen. Man wettet nicht gegen die Aktienkurse, sondern gegen die Schulden der Banken. In den letzten Monaten gab es in Spanien und Italien Banken-Zusammenbrüche. Dabei wurden teilweise neue Mechanismen verwendet, die den Steuerzahler von seiner Mithaftung verschonen sollten.

So richtig hatte das noch nicht funktioniert, aber die Eigentümer und Gläubiger der Banken wurden teilweise schon mit einbezogen in die Rettungen dieser Banken. Sogenannte „Tier 1“-Anleihen wurden nach der Finanzkrise in Europa geschaffen. Das sind Anleihen, bei denen den Investoren vor dem Kauf bewusst ist, dass sie im Fall einer Bankenkrise als erstes an Wert verlieren, oder ganz wertlos werden. Denn sie sind die ersten, die von den Aufsichtsbehörden wertlos gestellt werden um die Bank zu sanieren.

Denn wenn diese Schulden der Bank entfallen, steht sie wieder gesünder da. Natürlich lassen sich die Investoren dieses deutlich höhere Ausfallrisiko auch mit deutlich höheren Renditen bezahlen. So liegen die Renditen oft um die 5%. Ob auch viele deutsche Banken, Versicherungen und Fonds in diese hoch verzinslichen Bankenanleihen invesiert haben in den letzten Jahren? Das ist zumindest logisch nachvollziehbar, denn ansonsten ist bei normalen Anleihen im Euroland derzeit so gut wie nichts zu holen.

Der Tier 1-Markt soll ca 150 Milliarden Euro groß sein. Nun scheint eine große Wette zu beginnen. Goldman und JPM legen Wettprodukte auf, um auf fallende Kurse oder Ausfälle dieser Tier 1-Anleihen setzen zu können. Diese neuen offenbar gebündelten Produkte (Wetten gegen mehrere Anleihen verschiedener Banken) hat man „Total Return Swaps“ oder „TRS“ genannt. Endlich wieder eine neue Abkürzung, hurra! Die Idee an sich könnte gar nicht mal so verkehrt sein. Denn es ist zu vermuten, dass die jüngsten Bail In´s bei europäischen Banken erst der Anfang waren.

Denn in Italien und auch in Spanien schlummern immer noch gigantische Berge von Schrottkrediten in zahlreichen kaputten Banken. Auch hier würden diese Tier 1-Anleihen wohl als erste herangezogen werden um die Banken zu entschulden. Solche Wetten auf den Ausfall von Tier 1-Anleihen könnten genutzt werden von Investoren, die diese Anleihen besitzen, als Ausfallschutz. Genau so aber könnten Spekulanten auf den Zug aufspringen.

Das Lustige oder auch Traurige daran könnte sein: Wenn diese Anbieter nun Wettprodukte auflegen, in denen gegen Tier 1-Anleihen von diversen Banken gewettet werden kann, könnte es passieren, dass Trader von betroffenen Banken diese Produkte kaufen, und vielleicht glatt übersehen, dass sie gerade ein Produkt gekauft haben, mit dem sie gegen die eigene Bank wetten. Aber das ist natürlich nur ein bösartiges Gedankenspiel unsererseits..


Beispielbild für aktiven Börsenhandel. Foto: Andyhill8/Wikipedia /Gemeinfrei

Mit Material von ZH

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Jora

    12. Oktober 2017 11:15 at 11:15

    Vielen Dank für diese Information!

    Dazu stellen sich mir die folgenden Fragen:
    1. kann eine Bank überhaupt noch insolvent gehen, wenn diese die TRS der eigenen Anleihen hält?
    2. werden zukünftig immer wieder Banken kurz vor der Insolvenz stehen?

    MfG

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      Jana

      12. Oktober 2017 16:54 at 16:54

      @fmw: eventuell könnt ihr mal bitte nochmal in einem Video kurz darauf eingehen….ganz exakt habe ich es jetzt noch nicht Bis ins Detail verstanden ……..mich würde auch sehr interessieren zu welchem Zeitpunkt die US Banken damals angefangen haben solche Produkte zu verkaufen? ….also wie lange bevor die Krise dann losging – vielleicht kann man für diesmal etwas ableiten daraus…oder es zumindest versuchen….

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    ex-Bänket

    12. Oktober 2017 11:59 at 11:59

    Respekt für FMW, heute schon 2 Kommentare die die Realität der schizophrenen Finanzwelt aufzeigen.Warum merken denn das die meisten Leute nicht.Übrigens auch eine grosse CH Bank ist auf die faulen Hyp.-Papiere in USA naiv hereingefallen u. zwar ganz am Schluss als andere schon verkauften,die Bank musste
    dann vom Staat gerettet werden.Die Theorie war damals das diversifizierten Hypotheken ( gesunde u.faule gemischt )
    gut wären.Heute ist das ähnlich mit AktienETF, alle kaufen weil es steigt ,keiner weiss was drin ist.
    Wie dümmlich ist es denn wenn man heute über Scheiss-Scheinwährungen täglich diskutiert u.schreibt.
    Was denkt ein Fondsmanager der Österreich Anleihen mit 100 jähriger Laufzeit u. 2% Rendite kauft?
    Ich glaube auch diesmal werden die US Banken wieder die Schlauen sein u.von der selbst gemachten Übertreibung profitieren wie schon 2008.
    Wie oben beschrieben sind diese Short Produkte der Anfang dieser Welle.Ich glaube sowieso ,dass der Auslöser der nächsten Korrektur die unglaublich tiefen künstlichen Unternehmens-Anleihen -Renditen ( hohen Kurse) sein werden.

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    Claudia Müller

    12. Oktober 2017 15:08 at 15:08

    Selten so viele fachliche Mängel in einem Artikel gelesen.
    Neu ist der Bail-In Mechanismus, bei dem Anleihegläubiger und nicht nur Aktionäre vor Rettungsaktionen zu Kasse gebeten werden.
    Nicht neu sind nachrangige Anleihen, die vor allen anderen Schuldtiteln (also quasi Eigenkapital-ähnlich) am Verlust teilnehmen. Der Markt dafür ist uralt und deutlich größer als 150 Mrd.
    Ebenfalls nicht neu sind TRS. Diese „Wettprodukte“ werden auch nicht exklusiv von JPM und GS „aufgelegt“ sondern zwischen so ziemlich allen Akteuren am Finanzmarkt bilateral abgeschlossen. Besonders Lebensversicherungen, die einen gesetzlichen Mindestzins garantieren müssen, nutzen TRS. Versicherungen kaufen Anleihen und vereinnahmen daraus Zinsen. Da die Anleihen aber auch Wertschwankungen aufweisen können, die die geforderte Mindestverzinsung auffressen könnte, tauscht die Versicherung mit einem anderen Marktteilnehmer (z.B. Bank) Wertschwankung gegen Zins.
    Das Wetten einer Bank auf die eigene Pleite wäre nutzlos, da ein Gewinn nur bei Abwicklung/Bail-In/Insolvenz entstünde und somit lediglich die Insolvenzmasse erhöhen würde. Außerdem profitiert die Bankbilanz ohnehin schon von Wertverlusten selbst begebener Anleihen, auch ohne TRS: Eigene Emissionen sind buchhalterisch Passiva. Sinkt deren Wert, verkürzt sich die Passivseite der Bilanz. Auf der Aktivseite ändert sich dadurch nichts. D.h. die Eigenkapitalposition erhöht sich (verbucht wird dies in der Neubewertungsrücklage).
    Alles hier geschriebene ist übrigens maximal 2. oder 3. Semester Finanzen. Das sollte man wenigstens voraussetzen, wenn man solche Artikel schreibt.

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      Antje Hesterberg

      12. Oktober 2017 23:34 at 23:34

      Herr Fugmann und seine FMW-Redaktion haben zuweilen eine blühende Fantasie. Verschwörungsanhänger kommen hier auf ihre Kosten. Fachlich fundiert ist leider so einiges ganz und gar nicht, aber immerhin unterhaltsam verpackt und viele kritische Hinterfragungen oft sehr berechtigt.

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    schon lange Betrogener

    12. Oktober 2017 22:14 at 22:14

    Baumwoll-Zettel sind Glauben, dass jemand dafür etwas anderes, vielleicht sogar zu essen gibt. Und diese Zettel-Pakete werden als Zahlenstapel an daran Glaubende gegen etwas größere ZettelPakete getauscht. Und wenn jemand merkt, dass nur heiße Luft= Glauben an vielleicht etwas, drin ist und es ist jetzt leider (weshalb auch immer) nix mehr oder viel weniger drin, dann fühlt er sich zu Recht betrogen.
    Und ohne reelle Werte in „persönlicher Hand“ sind
    die Baumwoll-Zettel= €-Scheine nur Glauben und ohne Wert-Sicherung.
    Wenn jemand und einige wenige einer verrückten Idee nachfolgen, nennt man das evtl. noch tolerierbar, wenn es aber viele oder alle tun, ist es Religion, ob Euro, Kirche, Islam oder Parteiprogramm.
    Und wer nicht daran glaubt ?
    Ist dann Ausgestoßener oder gar frei ?
    Geldscheine und Computer-Zahlen kann man nicht essen…

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      globalvoterorg

      13. Oktober 2017 15:15 at 15:15

      Darüber hinaus, wird von den Mittätern so getan, als ob alles ganz normal wäre. Das FIAT Schuldgeldsystem ist am Ende der Fahnenstange angekommen und wenn es korrigiert wird, bleibt, diesmal, kein Stein auf dem anderen, weil die Passiva die Aktiva um ein vielfaches überragen. Wir sagen voraus, daß alle Versuche einer Ver- oder Absicherung den „Spekulanten“ im Halse stecken bleiben werden! Fachliches „Gedöns“ oder nicht! Klar, wird die Macht der vE versuchen eine „neues“ monetäres System dem Markt. aufzuoktroyieren. Die Opportunisten, Vasallen und „Schmeißfliegen“ positionieren sich schon mal! Es kommt, aber, anders, als die Meisten sich vorstellen können. Es wird nichts übrigbleiben, da alle finanziellen Aktiva und „puts“ sich in Luft auflösen. Es wird nur eßbares von Wert sein, zumindest für ein Weilchen!
      Naiv, gell!? Jetzt kommt die schlechte Nachricht! Alle Marktteilnehmer 99,99% werden rasiert! Die vE (0,01%) werden mitnichten ihre Macht teilen, wenn sie die DiktaturTotal Orwell 2.0, vorher, umgesetzt haben.

      • Avatar

        globalvoterorg

        13. Oktober 2017 15:23 at 15:23

        Die zweite schlechte Nachricht. Auch EM (AU/AG) wird dann wertlos, in der virtuellen Diktatur. Chip, chip, chip is hip!

  5. Avatar

    Wolfgang M.

    13. Oktober 2017 16:58 at 16:58

    Es ist schon unglaublich, wie die Zahl der Untergangspropheten im diesem Forum „gefühlt“ zunimmt. Ein Crash der Märkte ist das eine, aber einige rechnen mit Schlimmerem. Markus F. ist aus meiner Wahrnehmung ein sehr optimistischer, freudiger und humorvoller Mensch. Nur durch seine täglichen “ bear news „, die ja ihre Berechtigung haben mögen, zieht er mehr und mehr Apokalyptiker an. Eigentlich schade, die Ankündigung des Weltuntergangs kennen wir eigentlich aus einer anderen Ecke.

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Hendrik Leber und der große Optimismus für die Zeit nach der Krise

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Hendrik Leber mit viel Optimismus für die Zeit nach der Coronakrise

Horror ohne Ende. Abseits der menschlichen Tragödien rund um das Coronavirus bricht die Wirtschaft ein. Die Börsen sind schon gecrasht. Rutschen Dax und Co noch weiter ab? Überall nur schlechte Nachrichten und Schreckensszenarien. Ist es an der Stelle mal gut einem Optimisten zuzuhören? Ganz aktuell äußert sich der Börsenexperte Hendrik Leber zur Frage, wie es denn nach der Coronakrise weitergehen wird. Die Menschheit erlebe immer wieder Epidemien. Und auch mit dem aktuellen Coronavirus werde man letztlich klar kommen, spätestens wenn die Impfstoffe vorhanden seien. Danach würde alles wieder normal seinen Gang gehen – so kann man seine Worte zusammenfassen.

Hendrik Leber, wird alles wieder gut?

Und der dramatische Wirtschaftseinbruch? Auch hier sieht Hendrik Leber die Aussicht so richtig optimistisch. Es gäbe einen Rückstau beim Konsum. Dadurch entstünden später Nachholeffekte. Die Leute wollten dann zum Beispiel wieder verreisen usw. Auch würde der derzeitige starke Einbruch in der Industrie durch andere Sektoren teilweise aufgefangen. Dafür nennt er zum Beispiel das Wachstum bei Lieferdiensten etc. Die Lage sei zwar aktuell dramatisch, aber die Wirtschaft werde sich wieder erholen.

Ein wichtiges Thema seien für ihn die Banken (das haben wir vorhin erst thematisiert). Es müsse Erleichterungen bei den Kapitalanforderungen für die Banken geben, so Leber. Nur dann könne die Kreditvergabe auch laufen. Die großen Ankaufprogramme der EZB würden seiner Meinung nach nichts bringen. Wichtig sei, dass die Menschen, die jetzt Einnahmeausfälle haben, direkt Geld bekommen würden.

Jetzt Aktien kaufen?

Und was meint Hendrik Leber zur Börse? Es gebe derzeit bei einigen Unternehmen sehr günstige Bewertungen. Für den Investor gäbe es derzeit wunderbare Kaufgelegenheiten, aber dafür selektiv! Man müsse jetzt die Firmen auswählen, die wenig Schulden haben, die nämlich die letzten Jahre nicht auf Kredit Aktien zurückgekauft hätten etc (wie wahr, möchten wir anmerken). Er sagt etwas sehr Intelligentes. Gehen nun Hotelketten und Airlines pleite, würden die Hotels und Flugzeuge ja bleiben. Welche solide da stehenden Konzerne würden dann nach den Insolvenzen die Hotels und Flugzeuge aufkaufen? Diese gut aufgestellten Firmen zu finden, darum soll es also gehen bei der Auswahl der Aktien.

Und als hätte Hendrik Leber an unserem Artikel mit geschrieben, den wir gerade erst veröffentlicht haben zum Thema Banken und Kredite… er erwähnt auch anstehende Pleiten im Immobiliensektor, aufgrund nun ausbleibender Mieteinnahmen! Das folgende Video ist sehenswert. Sein Fazit ist auch interessant beim Thema Aktien. Er glaube erst mal an einen zweiten Abrutsch am Aktienmarkt, bevor es besser werden könne. Auslöser seien die USA, wo das Coronavirus noch kräftig auf die Gesamtwirtschaft drücken werde. Aktien solle man jetzt über mehrere Wochen gestreckt immer in Tranchen kaufen, da man es nicht schaffen werde punktuell den Einstieg am exakten Tief zu finden.

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Banken vor Riesenproblem, das jetzt nicht wahrgenommen wird

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Banken vor Problemen

Wir Banken stehen vor immensen Problemen! Aber eigentlich ist doch alles bestens? Die EZB flutet alles mit Liquidität, und die Rettungsgelder kommen auch vom Staat? Irgendwie wird das doch alles gut gehen? Eben nicht. Wir zitieren hier erst einmal die Bundesregierung, damit das Grundproblem klar wird. Was für die Mieter ein Segen ist, ist auf der anderen Seite ein kleiner Albtraum. Zitat:

Das Recht der Vermieter, Miet- und Pachtverhältnisse wegen Zahlungsrückständen zu kündigen, wird für einen begrenzten Zeitraum eingeschränkt. Diese Einschränkung gilt für die Fälle, in denen die Rückstände auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhen. Die Regelung ist auf den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 begrenzt. Die Pflicht des Mieters oder Pächters zur fristgerechten Zahlung bleibt jedoch auch in dieser Zeit bestehen. Zahlungsrückstände aus dem Zeitraum 1. April bis 30. Juni 2020 berechtigen den Vermieter – für die Dauer von 24 Monaten – nicht zur Kündigung. Erst, wenn der Mieter oder Pächter die Zahlungsrückstände auch nach dem 30. Juni 2022 noch nicht beglichen hat, kann ihm wieder gekündigt werden. Mit den Regelungen wird verhindert, dass infolge vorübergehender Einnahmeausfälle durch die Corona-Pandemie Wohnraummieter ihr Zuhause und Mieter oder Pächter gewerblicher Räume und von Grundstücken die Grundlage ihrer Erwerbstätigkeit verlieren.

Banken vor Kreditausfällen

Natürlich wird es zahlreiche private und gewerbliche Vermieter geben, die auf gigantischen Vermögen sitzen, und für die es aus existenzieller Sicht in keinster Weise ein Problem darstellt, wenn mal für zwei, drei Monate keine Mieteinnahmen fließen. Aber dann gibt es da natürlich auch noch jede Menge private und gewerbliche Vermieter, die ihre Häuser, Eigentumswohnungen und Bürogebäude volle Pulle auf Kredit finanziert haben. Ihnen werden voraussichtlich in großem Umfang die Einnahmen wegbrechen, und damit auch die Möglichkeit in vollem Umfang die monatlichen Kreditraten an die Bank zu zahlen. Das bedeutet wiederum für die Banken? Richtig, einige Kreditkunden mit großen und kleinen Immobiliendarlehen könnten zu notleidenden Kreditnehmern werden, wo man sich als Bank überlegen muss: Stufen wir diesen Fall jetzt schon als Kreditausfall ein, also wird der Kredit demnächst zu einem Non Performing Loan werden, zum Schrottkredit?

Da hilft aktuell eine Verfügung der BaFin, die den Banken hier aktuell Flexibilität gewährt. Eigentlich wertlose Kredite können dann auf den Büchern gehalten werden als werthaltige Forderung, die folgerichtig nicht abgeschrieben werden muss als Verlust, der das Eigenkapital angreift. Aber so oder so – die Bankvorstände werden wissen: Auch wenn wir fürs Erste rein optisch diese gewisse Anzahl von Krediten nicht als Verlust abschreiben müssen, so sind die Kredite dennoch real wertlos oder zumindest am Wanken – und es drohen viele davon notleidend zu werden, je länger zahlreiche Mieter in den Objekten einfach keine Miete bezahlen. Hier entsteht eine echte Kettenreaktion von den Mietern, über die Vermieter die auf Kredit Objekte erstellt haben, bis hin zu den Banken, die letztendlich die Suppe auszulöffeln haben.

Aber wo ist dann das Problem? Tja, da sind wir dann beim Experten Markus Krall angekommen, und seinem großen lange gepredigten Crash-Szenario für die gesamte Volkswirtschaft. Der richtige systemische Crash beginne damit, dass die Banken schrumpfendes Eigenkapital haben, weshalb sie folgerichtig weniger Kredite vergeben können. Aber halt, aktuell flutet der Staat doch die ganze Volkswirtschaft mit Zuschüssen und Krediten – die Banken werden von der EZB überflutet, der Staat haftet für Kredite – also wo ist bitteschön das Problem?

Und was macht die Politik?

Nun ja, da wären wir bei Peter Altmaier und Olaf Scholz angekommen. Sie hatten unlängst gigantische Milliardenhilfen und Kredite verkündet. Aber gerade jetzt, wo die Banken vor allem über die Immobilienkredite einiges an Ausfällen zu erwarten haben, da gibt es mit einem kleinen technischen Detail umso mehr Probleme. Die Kreditinstitute sollen ja eigentlich nun volle Pulle die KfW-Kredite an die Selbständigen und Unternehmen herausreichen. So schnell und so viel wie nur irgend möglich, und das bitteschön unbürokratisch. Aber der Staat haftet für die potenziellen Kreditausfälle nur zu 90 Prozent! Wir hatten dieses Thema letzten Donnerstag schon besprochen, aber man kann es nicht oft genug erwähnen. Die Banken haften für die KfW-Kredite mit 10 Prozent der Kreditsumme. Und sie werden vielleicht in einem halben Jahr vor einer riesigen Masse an Pleite-Unternehmern stehen, wo dann reihenweise Abschreibungen gebucht werden müssen, weil die Kredite nicht zurückgezahlt werden. Und das, wo von den Immobilienkrediten wie vorhin beschrieben bereits diese Problemfront auf die Banken zurollt. Wie sollen sie dann bitte jetzt kleinen Unternehmern, die keine Sicherheiten haben, die KfW-Kredite geben? Das ist ein Problem! Der Staat müsste hier eigentlich sofort handeln und die Haftung auf 100 Prozent ausweiten. Nur dann könnten die Banken die KfW-Kredite jetzt wirklich an alle Unternehmer in Existenznot herausreichen.

Und da wären wir jetzt bei Peter Altmaier angekommen, der gestern bei Anne Will zu Gast war. Unternehmer wurden in Einspielern eingeblendet, und sprachen genau auf dieses 10 Prozent-Problem an. Die Staatshaftung müsse zügig auf 100 Prozent steigen, damit die Banken umfangreich und vor allem schnell die Kredite vergeben könnten. Antwort Altmaier: Das ginge deshalb nicht, weil die EU-Kommission die 90 Prozent-Haftung genehmigt hatte. Man sei sich in der Politik einig, dass die Banken mit in diesem Verfahren drin bleiben. Aber auch er sei zufrieden, wie diese Garantie umgesetzt werde. So würden von den Banken den Kreditnehmern beispielsweise Kredite verweigert, weil die Banken ja gar nicht wüssten, wann zum Beispiel ein Gastronom sein Geschäft denn wieder öffnen könne. Die Idee dieser Kredite sei gerade, dass die Unternehmer damit die Krise überstehen könnten. Einige (die Banken) hätten etwas falsch verstanden, so Peter Altmaier. Wir meinen: Ja Herr Altmaier, schön und gut. Aber das nützt alles nichts. Die ganz klammen Unternehmer, die kommen bei der Bank nur an die Kohle, wenn der Staat die Haftung auf 100 Prozent erhöht! Bitte handeln!

Also wäre das alles nicht schlimm genug, könnte auf die Banken die nächsten Jahre eine Welle von Kreditkündigungen zurollen, was immense Probleme mit sich bringt. Mehr dazu hier.

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Aktuelle Expertenschätzungen: So schlimm wird der Einbruch in der Wirtschaft

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Die deutsche Wirtschaft wird durch das Coronavirus massiv beeinträchtigt

Der Sachverständigenrat der Bundesregierung hat heute konkrete Schätzungen veröffentlicht, wie schlimm der Einbruch in der deutschen Wirtschaft als Folge des Coronavirus werden kann. Dabei sei die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung vor allem aufgrund der schwierigen Datenlage und der außergewöhnlichen Situation derzeit sehr hoch. Der Sachverständigenrat legt daher drei Szenarien für die wirtschaftliche Entwicklung in den Jahren 2020 und 2021 vor, die auf unterschiedlichen Annahmen über Ausmaß und Dauer der Beeinträchtigungen durch das Virus sowie über die darauffolgende Erholung basieren. Die Prognosen liegen zwischen 2,8 Prozent und 5,4 Prozent Einbruch des Bruttoinlandsprodukts für das aktuelle Jahr. Hier die drei Szenarien, im Wortlaut vom Sachverständigenrat:

Im Basisszenario, dem ausgehend von der aktuellen Informationslage wahrscheinlichsten Szenario, geht der Sachverständigenrat davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage über den Sommer, ähnlich dem sich abzeichnenden Verlauf in China, normalisiert. Für das Jahr 2020 käme es dann im Basisszenario zu einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von -2,8 %. Im kommenden Jahr könnten Aufholeffekte sowie ein hoher statistischer Überhang das Wachstum auf 3,7 % ansteigen lassen.

Ein Risikoszenario (ausgeprägtes V) schätzt die wirtschaftlichen Folgen ab, die entstehen könnten, wenn es zu großflächigen Produktionsstillegungen kommen sollte oder die einschränkenden Maßnahmen länger als derzeit geplant aufrechterhalten werden. Im zweiten Quartal könnte die Wirtschaftsleistung dann um bis zu 10 % unterhalb des derzeitigen Niveaus liegen. Aufgrund des stärkeren Einbruchs im ersten Halbjahr 2020 würde sich ein jahresdurchschnittlicher Rückgang des BIP um –5,4 % einstellen. Wie im Basisszenario könnten jedoch Aufholeffekte dafür sorgen, dass sich die Wirtschaftsleistung wie im Basisszenario im weiteren Verlauf wieder dem Potenzialniveau annähert. Im Jahr 2021 würde die Wirtschaft dann um 4,9 % wachsen, wobei der hohe statistische Überhang von 1,1 Prozentpunkten zu berücksichtigen ist.

Sollten die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus über den Sommer hinaus andauern, könnte dies eine wirtschaftliche Erholung in das Jahr 2021 verzögern. In diesem Risikoszenario (langes U) könnten die getroffenen Politikmaßnahmen womöglich nicht ausreichen, tiefgreifende Beeinträchtigungen der Wirtschaftsstruktur durch Insolvenzen und Entlassungen zu verhindern. Verschlechterte Finanzierungsbedingungen sowie die gestiegene und verfestigte Unsicherheit könnten zudem Investitionen bremsen und zur Kaufzurückhaltung bei Haushalten führen. Schließlich drohen in einem solchen Szenario negative Rückkopplungen über die Finanzmärkte oder das Bankensystem. Das Wachstum im Jahr 2020 könnte in einem solchen Szenario –4,5 % betragen. Im kommenden Jahr würde die Wirtschaftsleistung mit einem Wachstum von 1,0 % nur sehr langsam wachsen.

Deutsche Wirtschaft mit BIP-Einbruch in diesem Jahr

Maschinenbau

Der deutsche Maschinenbau wird verständlicherweise mit voller Wucht von der Coronakrise getroffen. Wer bestellt in Italien oder den USA jetzt schon neue Maschinen in Deutschland? Der Verband der Maschinenbauer VDMA hat heute eine aktuell durchgeführte Umfrage unter 965 Betrieben veröffentlicht. Demnach ist der Anteil der Unternehmen, deren Betriebsablauf beeinträchtigt ist, innerhalb von zwei Wochen von 60 auf 84 Prozent gestiegen. Fast jeder zweite betroffene Betrieb leide unter „gravierenden“ oder „merklichen“ Störungen entlang der Lieferketten. Lediglich 5 Prozent der Unternehmen bisher verschont. „Mit der Ausbreitung des Virus nehmen logischerweise auch die Probleme in den Betrieben zu. Teile und Komponenten, die vor einigen Wochen in Asien bestellt wurden, sind nicht in den hiesigen Werken angekommen. Hinzu kommen Ausfälle europäischer, auch deutscher Lieferanten.

Das führt zu spürbaren Produktionsbelastungen und auch Produktionsausfällen“, so VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Deutlich skeptischer seien die Maschinenbauer inzwischen auch hinsichtlich der zu erwartenden Umsatzeinbußen. Knapp 96 Prozent der Unternehmen würden für 2020 mit Umsatzrückgängen rechnen, die sie im Verlauf des Jahres nicht mehr kompensieren können. Gut 60 Prozent hiervon würden diese Rückgänge auf 10 bis 30 Prozent beziffern. Um diese abzufangen, haben bereits drei Viertel der befragten Maschinenbauer Kapazitätsanpassungen vorgenommen, überwiegend über das Arbeitszeitkonto, aber auch in Form von Einstellungsstopps und Kurzarbeit. „Personalabbau – auch von Teilen der Stammbelegschaft – ist für 12 Prozent der Unternehmen bereits Thema“, so der VDMA.

DIW

Vor wenigen Minuten hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sein Konjunkturbarometer veröffentlicht. Es bricht im März auf 86 Punkte ein und deute damit auf einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2020 hin, so das DIW. Damit würden sich die massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen, die in den jetzt vorliegenden Indikatoren zu den Entwicklungen auf den Finanzmärkten und in Unternehmensbefragungen sichtbar werden. Andere Daten, etwa zur Auftragslage oder Produktionsleistung, würden die aktuelle Situation noch nicht widerspiegeln. Dass die Produktion in manchen Wirtschaftsbereichen faktisch vollständig zum Erliegen gekommen ist, werde im aktuellen Barometerwert noch nicht in Gänze erfasst. Auszugsweise aus der DIW-Veröffentlichung:

Die vorliegenden Daten zeichnen zum jetzigen Zeitpunkt ein äußerst unvollständiges Bild der Lage. Selbst wenn in den kommenden Wochen wieder mehr und mehr wirtschaftliche Aktivität möglich wird und eine Normalisierung in den nächsten Monaten folgt, dürfte am Jahresende ein Rückgang der Wirtschaftsleistung von rund sechs Prozent stehen. Dies ist in der Größenordnung vergleichbar mit dem Einbruch der Finanzkrise.

DIW Konjunkturbarometer

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