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Immobilienpreise, Bauzinsen, Baupreise: Die gigantische Inflationierung!

Immobilienpreise werden zum Kostendesaster für die Häuslebauer

Es gibt verschiedene Arten von Inflation. Die offizielle Inflation wird definiert als Anstieg der Verbraucherpreise, also beispielsweise Lebensmittel im Supermarkt, Fernseher im Elektronikmarkt usw. Aber natürlich gibt es noch andere Preissteigerungen, die man auch unter diesem Aspekt betrachten kann und sollte. Für das Geld, dass Sie derzeit über ihr Gehalt verdienen, bekommen Sie in Rekordtempo immer weniger Haus – um es mal so einfach auszudrücken. Die Immobilienblase hört nicht auf, sondern nimmt immer mehr Fahrt auf! Derzeit gibt es für bau- und kaufwillige Bürger bei Immobilien einen Dreiklang der Aufwärtsspirale – nämlich Bauzinsen, Baupreise und Immobilienpreise. Schauen wir uns die derzeitigen enormen Steigerungen an.

Bauzinsen steigen massiv an

Letzte Woche meldete bereits die Interhyp, dass die Bauzinsen alleine im März um 0,50 Prozentpunkte angestiegen sind. Heute sehen wir die Meldung vom „Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung März 2022“, die diesen Anstieg bestätigen. Die Bauzinsen stiegen demnach im März um 0,50 Prozentpunkte an und verteuern die Baufinanzierungen spürbar, wie die von Dr. Klein ermittelte Standardrate veranschaulicht. Sie erhöht sich um fast 50 Euro auf 488 Euro und verzeichnet damit den bisher größten Anstieg innerhalb eines Monats. Nicht nur die Immobilienpreise, sondern auch die Zinsbelastung für die Kredit nehmen nun schnell zu. Die Rate basiert auf einer Musterrechnung mit den Parametern 150.000 Euro Darlehenssumme, zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf. Bisher waren im Zuge der sich immer weiter ausdehnenden Immobilienpreisblase die Bauzinsen immer ein positiver Faktor für die bauwilligen Bürger. Aber auch hier geht es jetzt in großen Schritten bergauf. Der Kapitalmarkt nimmt die Zinswende schon mal vorweg, die von der EZB selbst noch nicht offiziell umgesetzt wird.

Baupreise steigen kräftig – Gewerke geben Preisrally für Baustoffe an die Häuslebauer weiter

Letzte Woche berichteten wir bereits. Die Baupreise in Deutschland zeigen derzeit einen dramatischen Anstieg. Sie sind in Deutschland im 1. Quartal 2022 im Jahresvergleich um 14,3 Prozent gestiegen. Und alleine im Vergleich vom 4. Quartal 2021 auf das 1. Quartal 2022 war es schon ein Verteuerung der Baupreise um unglaubliche 4,4 Prozent. Mit Baupreisen sind die Kosten der Gewerke gemeint, also wie viel zum Beispiel Installateure, Dachdecker, Zimmerleute, Klempner etc für ihre Tätigkeiten verlangen. Sie müssen die immensen Preissteigerungen für Baurohstoffe am Weltmarkt letztendlich auf ihre Kunden abwälzen, also die Häuslebauer.

Immobilienblase nimmt kein Ende – Immobilienpreise mit Rekordanstieg

Und wenn man nicht nur die Bauzinsen und Baupreise betrachtet, sondern auch die Immobilienpreise, dann ist das Kostendesaster für den Häuslebauer perfekt. Denn die deutschen Immobilienpreise sahen gerade erst mit Meldung vom 28. März vom Statistischen Bundesamt ihren jüngsten Rekordanstieg! Demnach stiegen die Preise für Wohnimmobilien im 4. Quartal 2021 im Jahresvergleich um durchschnittlich 12,2 Prozent. Dies ist der stärkste Preisanstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000. Unglaublich: Im ländlichen Bereich steigen die Immobilienpreise derzeit sogar noch stärker als in den Städten!

Fazit

Was die Kosten derzeit noch weiter in die Höhe treibt: Aufgrund der kaputten globalen Lieferketten müssen Bauherren oft monatelang auf Fenster, Türen, Heizungen etc warten, und dadurch verzögern sich die Arbeiten aller nachfolgenden Gewerke – das kostet! Da stellt sich die Frage: Soll man überhaupt noch Immobilien kaufen oder neu bauen? Aber denkt man darüber nach, dann sollte sich jeder potenzielle Bauherr die Frage stellen: Werden vor allem die Immobilienpreise denn in fünf oder zehn Jahren günstiger sein als jetzt, oder nicht doch eher weiter ansteigen? Und die Zinswende startet ja gerade erst. Dass die Bauzinsen in fünf oder zehn Jahren so billig oder gar günstiger sind als jetzt, ist auch kaum anzunehmen. Sie dürften wohl weiter steigen. Nur bei den Baupreisen, da könnte es im Lauf der nächsten Jahre eine Entspannung geben, wenn nach Corona und Ukraine-Krieg die globalen Lieferketten (hoffentlich) wieder normal laufen, und die Preise für Baustoffe fallen. Aber insgesamt gesehen, da ist die Hoffnung doch wohl recht gering, dass es sich mit Blick auf die Kosten lohnen könnte mit dem Hauskauf noch ein paar Jahre zu warten. Die Immobilienblase läuft nun seit Jahren, und es geht immer weiter. Und seit Jahren fragt man sich, wann sie denn platzt. Genau so gut kann sie immer weiter laufen, vor allem wenn die Menschen wegen der Inflation ihr Geld (das derzeit massiv entwertet wird, aktuell mit 7,3 Prozent) lieber in Immobilien umwandeln.



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8 Kommentare

  1. Wer jetzt meint, dass er mit den noch langlaufenden niedrigen Tilgungsraten und der zu erwartenden steigenden Inflation, sein Häuschen schnell bezahlt hat, wird eines besseren belehrt werden.
    Nach der Inflation (1930) wurde die Hauszinssteuer eingeführt, und die Hausbesitzer durften dann in der neuen Währung den Kredit praktisch nocheinmal abbezahlen, und 1952 wurden durch den Lastenausgleich Immobilien mit Zwangshypotheken von 50 % des Hauswertes belegt. Man hatte dann 30 Jahre Zeit die Zwangshypothek abzuzahlen.
    Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages arbeitet gerade (ganz offiziell) eine grundgesetzkonforme Enteignung von Immobilie-Besitzer aus.
    Und schon ist der deutsche Staat entschuldet, und alles kann wieder von vorne losgehen.

    Viele Grüßen aus Andalusien Helmut

    1. Gleiches von Gleichen

      Nice, aus Andalusien

  2. Ein ähnliches Enteigungs-Gesetz, allerdings etwas drastischer, ist in Österreich schon ratifiziert und tritt im Januar 2024 in Kraft. Es erlaubt der Regierung jeglichen Wertgegenstand, einschließlich Gold & Silber zu konfiszieren und für die „Neue Währung“, egal wie sie genannt werden wird, also auch eine Neuauflage des T€uro, als Backup bzw. Gegenwert herangezogen zu werden, damit die selben Geldverschwender, Geldvernichter und Geld-Inflationäre der Regierungen, weiterhin das Ponzi-Schema, ungestraft betreiben dürfen. Willkommen in der Neuen Welt Ordnung!😈.

    1. Zum Lastenausgleich 1952: Immobilienbesitzer hatten dann 50% von etwas, alle anderen hatten nix von nix.

    2. @TimB klingt interessant, Quelle?

  3. Wer Gold hatte, der hatte aber immer noch nach dem Lastenausgleich sein ganzes Gold.

  4. @Dagoberti dafür haben sie sich aber jahrelang abgerackert und die Hälfte davon war umsonst. Die Nixhaber konnten sich ins Fäustchen lachen, denn sie hatten dadurch nicht weniger nix.

    1. @Donaldus: Ja das klingt wirklich sehr vernünftig, lieber arm sein wie die Mehrheit und der Willkür des Staats ausgeliefert sein als noch die Hälfte seines Vermögens haben und gut und unabhängig leben.

      Was mich am meisten erstaunt in den heutigen Zeiten. Wir erleben einen Systemwechsel in Zeitlupe und mit Ankündigung. Jeder hätte genug Zeit sich vorzubereiten – auch jetzt noch. Die wenigstens kapierens.

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