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Brexit: Der Ton wird schärfer! Rudert Merkel zurück?

Der Ton zwischen Briten und EU-Verantwortlichen verschärft sich weiter – aber Aussagen Merkels deuten darauf hin, dass die Kanzlerin zu Kompromissen bereit ist..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Es besteht derzeit ja viel Chaos im Zusammenhang mit dem Brexit! So etwa die Aussage eines britischen Top-Juristen des Supreme Courts, der gestern prognostizierte, dass sich der Brexit um zwei Jahre weiter verzögern dürfte, weil die May-Regierung jede einzelne EU-Regulierung „auseinandernehmen“ müsse – das britische Pfund stieg daraufhin deutlich. Oder die Aussagen von Merkel, wonach man innerhalb der EU die Freizügigkeit „weiter diskutieren“ müsse. War das ein erstes Anzeichen für die Kompromißbereitschaft Deutschlands, also einer ersten Bewegung auf die Position der May-Regierung hin?

Das aber scheint derzeit nicht wirklich mehrheitsfähig in der EU. So sagte heute der italienische Minister für wirtschaftliche Entwicklung (Industrieminister) Carlo Calenda, dass die Strategie der britischen Regierung in Sachen Brexit völlig „chaotisch“ sei. Die EU verstehe nach wie vor nicht, was eigentlich die Position der britischen Regierung sei – derzeit sei es so, dass all das eine Debatte innerhalb Großbritanniens sei, und das sei nicht Ok. Die Haltung jedenfalls, dass man die Freizügigkeit nicht akzeptiere, gleichzeitig aber den vollen Zugang zum EU-Binnemarkt wolle, sei schlicht „sinnlos“.

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Foto: Federico Tomassi
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0-3.0-2.5-2.0-1.0/

Calenda berichtete in einem Fernsehinterview von einem Gespräch, das er kürzlich mit Boris Johnson geführt habe. Johnson habe ihm gesagt, er wolle die Freizügigkeit nicht, aber er wolle weiter den vollen Zugang zum EU-Binnemarkt. Darauf habe er geantwortet: „Keine Chance“. Daraufhin Johnson zu ihm: ok, dann werdet ihr weniger Prosecco verkaufen (in UK). Daraufhin habe er Johnson geantwortet: Ok, ihr verkauft weniger Fish and chips, aber der Unterschied ist: wir verkaufen weniger Prosecco in ein Land, ihr verkauft weniger Fish and chips in 27 Länder!

Gestern hatte der britische Aussenminister Boris Johnson in einem Interview mit einer tschechischen Zeitung die Idee der Freizügigkeit (also der freien Arbeitsplatzwahl innerhalb der EU) als „Mythos“ bezeichnet. Heute dann die Retour-Kutsche durch den für den Brexit zuständigen Vertreter des EU-Parlaments, Guy Verhofstadt: er könne es gar nicht abwarten, mit Boris Johnson über den Artikel 3 der Römischen Verträge zu verhandeln, in denen die zentralen Prinzipien der EU fixiert worden sind:

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Und der holländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem kartete in einem Interview mit der BBC nach: was Boris Johnson da von sich gebe, sei „intellektuell unmöglich und politisch unerreichbar“.

Heute veröffentlichte Daten zum Verbrauchervertrauen in UK zeigen, dass die Briten so pessimistisch sind für ihre eigenen Finanzen wie seit drei Jahren nicht mehr. Der Grund: sie erwarten einen starken Anstieg der Inflation, damit einen Anstieg ihrer Lebenshaltungskosen bei gleichbleibendem Verdienst. Der Household Finance Index (HFI) liegt im November bei 43,7 – Werte unter 50 signalisieren Pessimismus der Verbraucher für ihre persönliche Zukunft..

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    gerd

    16. November 2016 14:05 at 14:05

    Aussage eines ahnungslosen italienischen Politikers, der immer noch glaubt, Italien gehe es gut und könne mit Leichtigkeit auf den einen und anderen Export-Euro verzichten:

    „…wir (Italiener) verkaufen weniger Prosecco in e i n Land,….“
    Die anderen Länder kaufen ja noch, auch wenn GB rausfällt.
    Ja, dann ist ja alles in Butter.

    Mal schauen, ob dieselbe nicht nach dem 4.12. ziemlich schnell renzig wird.

  2. Avatar

    kandoo1176

    16. November 2016 16:49 at 16:49

    Die „Römischen Verträge“ waren von Anfang an fehlerhaft, denn dort sollte stehen:
    Personenfreizügikeit nur soweit wie es die verschiedenen Länder vertragen!!
    Denn wie sieht es denn aus?
    Z.B: hat Bulgarien 2 Mio. Menschen in den letzten Jahren verloren!
    Und für Herrn Fugmann den ich sehr schätze, die EU sowie Sie heute besteht wird nicht überleben da Sie eine Mißgeburt ist!!
    Kandoo

  3. Avatar

    nordsüd

    16. November 2016 17:03 at 17:03

    weder bei der Wirtschaftskraft noch bei der Bevölkerungszahl dürfte das Verhältnis 1:27 passen. Was da so alles diskutiert wird.

  4. Avatar

    Marko

    16. November 2016 17:20 at 17:20

    Die Sache beim Brexit -der übrigens die weitaus großerer Überraschung im Jahr 2016 ist – sollte doch langsam bei den Menschen angekommen sein ?

    Da gibt es 2 Möglichkeiten, eins oder null. Das sagt der Exit doch aus, das britische Volk will das eben so.
    Na, dann verlasst doch Europa, die Folgen habt Ihr Euch eingebrockt, liebe Briten…
    Die Verhandlungsposition bei GB in Sachen „weichen Brexit“ liegt bei Null und bleibt bei Null…
    Warum sollte die EU den Rosinenpickern Tür und Tor öffnen, damit die EU auseinanderfällt ? Natürlich „dürfen“ die Briten austreten, kein Problem…
    VG

    Marko

    • Avatar

      kandoo1176

      16. November 2016 18:22 at 18:22

      An Marko!
      Hier geht es nicht nur um wirtschaftliche Dinge!!
      Führende Transatlantiker (Hosenanzug, der Mann im Rolli) benötigen für Ihre Pläne GB!!!
      Kandoo1176

      • Avatar

        Marko

        16. November 2016 18:49 at 18:49

        Ist das ein google-Translate Text ? kandoo1176

        Die Briten sollen doch abhauen aus der EU, mich juckts nicht.
        Obwohl ich die Briten mag, aber der Brexit : das verstehe ich nicht, das ist viel schlimmer für GB als ein Donald Trump für Amerika.
        Die Briten geben freiwilligst (!!) die beste aller Welten auf, einfach verrückt…

        VG

        Marko

        • Avatar

          kandoo1176

          16. November 2016 19:08 at 19:08

          Hallo Marko!
          Nein das ist kein Google Text, man muss die Brexitsache nur vielschichtiger sehen.
          1) Masseneinwanderung
          2) Nato
          3) Brüsseltopia
          Das sind die großen Themen in Gb.
          Beste Grüße Kandoo

  5. Avatar

    Michael

    16. November 2016 22:53 at 22:53

    Vertrag ist Vertrag. Wer sich einst zu Europa bekannt und die Verträge mitgestaltet hat, weil er sich, wie alle Staaten, Vorteile erhoffte, muss auch nun die Ausstiegsklauseln akzeptieren.
    Italienische Politiker sollen sich dahingehend nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
    Wer sich feige aus dem zurückzieht, was er einst geschaffen hat, muss auch die von ihm unterschriebenen Konsequenzen tragen.
    Und es waren die heute „älteren“ Wähler, die damals für Europa gestimmt hatten und jetzt dagegen. Die jungen stimmen wenigstens für gar nichts mehr, solange das nicht über Likes und Follows möglich ist.

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Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Allgemein

Brexit-Einigung? Wie das Pfund letztlich auch auf den Goldpreis abstrahlen kann

Claudio Kummerfeld

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Das Brexit-Wort über dem Union Jack

Auch wenn die Brexit-Verhandlungen jüngst wegen einem Corona-Fall in der EU-Delegation unterbrochen wurden, so legt ein ganz aktueller Artikel im „The Guardian“ nahe, dass der Brexit-Deal zwischen Großbritannien und der EU doch noch ein Erfolg werden könnte. Über die wichtigsten Punkte gäbe es bereits Einigungen. Also, nehmen wir jetzt mal an, dass wirklich dieses kleine Wunder geschieht, und man sich in den nächsten Tagen wirklich noch auf einen Brexit-Deal einigt.

Brexit-Deal bringt Pfund spürbar nach oben?

Dann, da ist sich die Analystengemeinde relativ einig, sollte dies für das britische Pfund eine spürbare Aufwertung gegenüber US-Dollar und Euro bedeuten. Denn bei einem geregelten und relativ zollfreien Handel mit dem Kontinent wäre das ein kräftiger Pluspunkt für die britische Wirtschaft! Aber kommen wir zu den möglichen Folgewirkungen, die sich bis zum Goldpreis erstrecken können.

Der Dollar-Index ist ein Währungskorb des US-Dollar gegenüber anderen weltweit wichtigen Währungen wie dem Euro, Pfund, Schweizer Franken, Yen usw. Der Euro stellt in diesem Korb gegenüber dem US-Dollar das Schwergewicht dar mit 57,6 Prozent Gewichtung. Das britische Pfund ist in diesem Korb mit 11,9 Prozent Anteil vertreten. Dennoch: Sollte das Pfund dank Brexit-Einigung plötzlich kräftig aufwerten, könnte dies den Dollar-Index spürbar runterziehen.

Fallender US-Dollar bringt Goldpreis zum Steigen

Und ein fallender US-Dollar bedeutet grundsätzlich eine Aufwertung für alle Assets, die global hauptsächlich in US-Dollar gehandelt werden, wie der Ölpreis und auch der Goldpreis. Letzterer ist seit Monaten äußerst sensibel in Bezug auf Bewegungen im US-Dollar. So kann eine kräftige Aufwertung im britischen Pfund daher über einen schwächeren US-Dollar zu einem steigenden Goldpreis führen. Soweit das Szenario. Ob es so kommt, und ob das mit dem Brexit-Deal überhaupt etwas wird… das kann Stand jetzt wohl nicht mal die beste Glaskugel sagen. Im Chart sehen wir den Verlauf des Pfund gegen den US-Dollar seit Mitte 2017.

Chart zeigt Pfund gegen US-Dollar seit dem Jahr 2017

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