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Brexit – ein schneller Deal im britischen Pfund?

Die Hoffnung der Brexit-Gegner in Großbritannien sowie der übrigen EU-Staaten, den Brexit komplett vom Tisch zu bekommen, ist realistischer geworden

Hannes Zipfel

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Der von Boris Johnson dem Parlament vorgelegte Zeitplan für den Brexit wurde gestern vom Unterhaus abgelehnt. Damit ist ein Ausscheiden des Königreichs aus der EU zum 31. Oktober mit oder ohne Deal passé. Das eröffnet die Möglichkeit für eine zumindest kurzfristige Erholung des Pfunds gegenüber dem ohnehin etwas angeschlagenen US-Dollar.

Brexit – aufgeschoben und dann aufgehoben?

Die Hoffnung der Brexit-Gegner in Großbritannien sowie den übrigen 27 EU-Staaten, den Brexit komplett vom Tisch zu bekommen, ist realistischer geworden. Durch eine permanente Verzögerung des Austrittstermins könnten Neuwahlen und ein anschließender neuer Volksentscheid im Sinne Brüssels ausfallen. Mit der gestrigen Ablehnung des von Premierminister Boris Johnson und den Brexiteers favorisierten Zeitplans durch das britische Parlament ist ein Ausscheiden Großbritanniens zum Monatsultimo nahezu ausgeschlossen – sofern Johnson keinen offenen Rechtsbruch begeht. Unabhängig davon, wie man politisch dazu steht, ergibt sich aus dieser Ausgangslage eine kurzfristige Trading-Opportunität für spekulative Anleger.

Das Pfund konnte sich bereits von seinen Tiefstständen gegenüber dem US-Dollar lösen und könnte im weiteren Verlauf einen tragfähigen Doppelboden ausbilden. Dafür spricht auch das Überwinden des seit sieben Monaten laufenden Abwärtstrends. Das „Cable“ genannte Währungspaar könnte sich in den kommenden Wochen einige Hundert Pips nach oben bewegen. Voraussetzung dafür ist eine weiter sinkende Wahrscheinlichkeit für einen ungeregelten Ausstieg Großbritanniens aus der EU.

US-Dollar mit eigener Schwächetendenz

Die spezifischen Belastungen für den US-Dollar hatte ich vorgestern bereits in einem separaten Artikel beschrieben. Die Impulse pro US-Dollar, v. a. der Zins- und Wachstumsvorsprung, schwächen sich weiter ab. Wohingegen die Belastungsfaktoren, wie Staats- und Handelsbilanzdefizite sowie der Handelskrieg, mehr und mehr an Gewicht gewinnen. Die Grundthese dieser Währungswette ist ergo, dass der Dollar seinen Zenit hinter sich gelassen hat und das Pfund auf der anderen Seite vor einer Erholung durch Abwendung eines harten Brexits steht.

Die ersten Schwächetendenzen des US-Dollars, hier dargestellt im Dollar-Index, darf man zwar charttechnisch noch nicht überinterpretieren, aber fundamental ist die Lage relativ eindeutig und spricht klar gegen die Weltleitwährung.

Fazit: Brexit Ende Oktober unwahrscheinnlicher

Geht die Taktik der Brexit-Gegner diesseits und jenseits des Ärmelkanals auf, dann würde der Ausstieg Großbritanniens entweder weiter verschoben oder in der Endkonsequenz im Zuge von Neuwahlen und einem erneuten Plebiszit mit anderem Ausgang vorerst ad acta gelegt. Allein die mit der gestrigen Abstimmungsniederlage Johnsons verbundene realistische Hoffnung der Märkte, dass ein Brexit zum Ultimo Oktober nun unwahrscheinlicher geworden ist, hat das Potenzial, das Pfund versus US-Dollar weiter zu stärken. Dies ist selbstverständlich keine Prognose oder Empfehlung, sondern lediglich ein mögliches Szenario mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit. Noch ist offen, zu welchem der drei möglichen Szenarien es kommt: No-Deal, Neuwahlen oder Verlängerung.

Das Chaos beim Brexit eröffnet Chancen im Handel des Pfunds

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Devisen

Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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