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China-Aktienmarkt sinkt auf 5-Jahrestief – schwache Daten

Der Aktienmarkt in China stürzt auf ein 5-Jahrestief, während westliche Märkte Rekordhochs feiern. Aktuell gibt es schlechte Industriedaten.

China-Flagge und Börsenkurse
Grafik: Ali_Production - Freepik.com

Der Aktienmarkt in China fällt aktuell auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Der Leitindex CSI 300 in Shanghai fällt heute um 0,91 % auf 3.215 Punkte, der Hang Seng in Hong Kong fällt um 1,78 %. Die Grafik zeigt das größere Bild: In den letzten zwölf Monaten fielen die beiden Indizes um 22,65 % und 29,11 %, während der Aktienmarkt im Westen boomt. Der Dax kletterte im selben Zeitraum um 12,27 % und hängst knapp unter seinem Rekordhoch, der S&P 500 stieg in den letzten zwölf Monaten um 20,81 % und hängt ebenfalls auf einem Rekordhoch.

Chart vergleicht Entwicklung von China-Aktienmarkt zu Dax und S&P 500 in den letzten zwölf Monaten

Aktienmarkt in China: Industriedaten und Evergrande sorgen für 5-Jahrestief

Obwohl die letzten Tage Hoffnungen vorhanden waren, dass der chinesische Staat mit Stimulus-Maßnahmen den Aktienmarkt pushen würde, verhagelte diese Woche die Verkündung der Liquidierung des Immobilien-Giganten Evergrande in Hong Kong die Stimmung. Heute nun sorgen frische Konjunkturdaten aus China für schlechte Stimmung, was die Kurse weiter runterrauschen lässt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe in China für den Monat Januar ist den vierten Monat in Folge geschrumpft, und wurde mit 49,2 Punkten gemeldet.

Weitere Abverkäufe

Die Daten verstärkten laut Bloomberg die Besorgnis über die stotternde Wirtschaft und die Immobilienkrise in China, was dazu führte, dass die Benchmarks in Hongkong in diesem Jahr zu den schlechtesten der Welt gehören. „Die Stimmung der Anleger gegenüber China ist nach wie vor äußerst pessimistisch – jede kleine Erholung, die durch die vereinzelten Nachrichten über die Unterstützung durch die Regierung ausgelöst wird, wird wahrscheinlich mit weiteren Verkäufen beantwortet“, sagte Vey-Sern Ling, Geschäftsführerin der Union Bancaire Privee in Singapur. „Es ist nicht klar, ob Chinas strukturelle Probleme gelöst werden können und wie entschlossen die Führung ist, dem Wachstum Priorität einzuräumen.

Fehlende Details zu Stimulus-Maßnahmen

Das Fehlen weiterer Details über den Stabilisierungsfonds und die Tatsache, dass ein Gericht in Hongkong die Liquidation von Evergrande angeordnet hat, haben die Stimmung erneut getrübt. Der CSI 300 ist im Januar um mehr als 5 % gefallen und hat damit den schlechtesten Jahresauftakt seit 2022 erlebt. Seit dem Höchststand im Jahr 2021 hat der Marktwert chinesischer und Hongkonger Aktien rund 6 Billionen Dollar verloren, und die Anleger fordern von den Behörden energischere Maßnahmen, um den Abschwung zu stoppen.

Der Hang Seng China Enterprises Index, der die in Hongkong notierten Aktien des chinesischen Festlands abbildet, fiel um mehr als 1 % und war damit kurz davor, alle seit der Bekanntgabe des Rettungspakets erzielten Gewinne wieder zunichte zu machen. Der Index steuert auf seinen schlechtesten Januar seit 2016 zu.

Kommentar

Der westliche Aktienmarkt sonnt sich in bester Stimmung, in China sieht die Lage aber genau umgekehrt aus. Verschlechtert sich die Konsumlaune der chinesischen Verbraucher, könnten das vor allem die exportlastigen Dax-Aktien zu spüren bekommen. Ganz ignorieren sollten deutsche Anleger diese schlechte Stimmung in China also nicht. Der Experte Jochen Stanzl bespricht in diesem Video die Frage, ob das Tief am chinesischen Aktienmarkt jetzt erreicht worden ist.

FMW/Bloomberg



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