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China braucht eine gigantische Bad Bank!

Redaktion

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FMW-Redaktion

China hat ein Problem: Überkpazitäten. Vor allem in den Bereichen Stahl, Kohle, Zement etc. Peking will dieses Problem angehen und diese Sektoren gewissermaßen kontrolliert runterfahren – 1,8 Millionen Mitarbeiter sollen entlassen werden. Aber da gibt es ein kleines Problem: was macht man mit den immensen Schulden dieser Unternehmen?

Zunächst einmal klingt alles schick: Peking stellt ca. 15 Milliarden Dollar zur Verfügung, um für die zu Entlassendenneue Möglichkeiten zu bieten. Aber so einfach lassen sich jobs nicht transferieren – viele sind an ihren Wohnort gebunden und können nicht einfach die Stadt wechseln. Genau das aber wäre in der Mehrheit der Fälle notwendig – unabhängig von der Frage, wie und wo denn eigentlich die neuen Jobs entstehen sollen. Diese Frage hat Peking bisher offen gelassen – man weiß es wahrscheinlich selbst noch nicht und spricht nebulös von neuen Technologien etc.

Und ein großes Problem ist völlig ungelöst: die Schulden. So haben die Kriesensektoren wie Stahl, Kohle etc. nach Angaben eines Papiers, das dem Parlament in China vorgelegt wurde, Schulden in Höhe von 1,56 Billionen Dollar angehäuft – vorwiegend bei lokalen Banken. Wenn nun diese Firmen runtergefahren werden, bleiben aber die Schulden nach wie bestehen – was tun damit? Dafür hat Peking überhaupt keinen Plan – man hofft offenkundig, dass sich das irgendwie erledigen wird. Aber faktisch wird mit dem Herunterfahren der Krisenfirmen die Chance auf ein Überleben dieser Firmen immer geringer, Banken werden gezwungen sein, die vergebenen Kredite, die inzwischen mehr als faul sind, abzuschreiben. Damit würde sich dann der (offizielle!) Anteil der sogenannten non performing loans in kurzer Zeit verdoppeln.

Das Problem hat auch die Notenbank Chinas erkannt und einen Vorschlag gemacht: die Banken sollen die faulen Kredite einfach abschreiben, im Gegenzug bekommen sie dafür Anteile an den Firmen, deren Kredite nicht mehr einbringlich sind. Aber die Banken werden das nicht machen: erstens haben diese Firmen keine Perspketive, wodurch ein Anteil an diesen Firmen per se keinen Sinn macht. Und zweitens belastet die Beteiligung an Firmen das Eigenkapital erheblich und verringert dadurch die Manövrierfähigkeit der Banken weiter. Faktisch ist das ein Teufelskreis der Verschuldung, aus dem es kein Entrinnen gibt.

Dazu kommt noch ein weiteres Problem: in China sind Banker persönlich in der Haftung für vergebenen Kredite. Müssen Kredite nun vollends abgeschrieben werden, kann das für die jeweiligen Banker den sozialen Tod bedeuten. Chinas Behörden haben bereits angefangen, Pässe von Kreditvergabe-Bankern einzukassieren, um ihre Flucht zu verhindern.

Die einzige Lösung wäre die Einrichtung einer Bad Bank nach westlichen Vorbild, für die Peking dann haften müsste. Aber aus bisherigen Aussagen von chinesischen Offiziellen gibt es nicht einmal einen Ansatz in diese Richtung. Man bleibt schwammig und folgt dem Prinzip Hoffnung, dass sich das Problem schon irgendwie erledigen werde. Aber die Abwicklung so vieler Firmen wird die Lage in vielen Provinzen Chinas, vor allem den rohstoffreichen im Norden des Landes, weiter verschlechtern – die Immobilienmärkte dort sind bereits kollabiert (anders als in den Boom-Towns Peking, Shanghai und Shenzhen). Und es ist der rohstoffreiche Norden des Landes, der ein hohen Anteil von unzufriedener muslimischer Bevölkerung ausweist – Peking droht hier also mehr als nur wirtschaftliche Probleme..

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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