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Asien

China: Das BIP liegt bei ca. 2%, nicht bei mehr als 6%!

Markus Fugmann

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am

Heute Nacht kamen wieder schwache Daten aus China: der Caixin Einkaufsmanagerindex fiel auf 48,3 und damit so stark zum Vormonat (der ebenfalls bereits unter der 50er-Marke war und damit schon Schrumpfung signalisiert hatte) wie noch nie seit >einführung des Index (Anfang 2016).

Formal wächst das BIP Chinas mehr als 6% – aber diese BIP-Zahlen sind hochgradig politisch und haben mit der Realität nicht sehr viel zu tun. Wer wissen will, was in China wirklich passiert, sollte sich vor allem die Kredit-Daten ansehen!

Heute Nacht haben dann 387 chinesische Unternehmen, die an der Festlands-Börse gelistet sind (von insgesamt knapp über 2400 gelisteten Unternehmen insgesamt) gemeldet, dass sie 2018 Verluste gemacht haben – 86% dieser Unternehmen waren 2017 noch profitabel.

Wie aber ist die Lage wirklich? Leland Miller ist CEO des China Beige Book und sagt in folgendem Radio-Interview, dass das Wachsum Chinas real bei ca. 2% liegen dürfte. Der Abschwung sei viel stärker, als das im Westen wahrgenommen werde – und Peking habe viel weniger Spielraum für Stimulus-Maßnahmen, als man annehme. Sollte der Handelskrieg mit den USA weiter gehen, werde die Lage für Chinas Wirtschaft dramatisch, so Miller.

Das Interview von Leland Miller vermittelt Insider-Einsichten über Chinas Wirtschaft und seine aktuellen Probleme, die man sonst kaum bekommen kann – absolut hörenswert:

Das (englischspachige) Interview hören Sie hier..


Die Großstadt Chongqing

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Altbär

    1. Februar 2019 12:58 at 12:58

    Dass diese STATISTIK VON 6% Wachstum falsch war wussten eigentlich schon ALLE ,ausser ??
    Meine Frage, ist das Beige Book staatlich u.wird der Chef als Verräter hingerichtet, oder ist dieses Beige Book eine private Institution u.der Überbringer der schlechten Zahlen verschwindet einfach irgendwie.
    Dass jeder gute Deal von Donald zulasten Chinas gehen würde ,wissen wir auch, u.dass eine schlechtere Situation von China zulasten EU u.Japan gehen würde weiss jeder Anfänger, also bis gestern waren noch fast alle Analysten DAX – bullisch ? ? Der Chart zeigt nach oben? ?
    Die Dummheit der Menschen ist langfristig auch immer gestiegen!

  2. Avatar

    Lutze

    1. Februar 2019 16:20 at 16:20

    WÜRDE MICH AUCH INTERESSIEREN WER DIE QUELLE IST. CHINA BEIGE BOOK EINE PRIVATE INSTITUTION ; VIELLEICHT NOCH IN DEN USA?

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Asien

China mit beeindruckenden Konjunkturdaten – asiatische Märkte beflügelt

Claudio Kummerfeld

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Die Kulisse von Shanghai als Vorzeigemetropole in China

In China glänzen die Konjunkturdaten. Ein beeindruckendes Wachstum wird da hingelegt – natürlich immer unter dem Vorbehalt, dass man den Zahlen auch wirklich trauen kann. Die Industrieproduktion in China wächst laut heute früh veröffentlichten Daten im Oktober im Jahresvergleich um 6,9 Prozent bei Erwartungen von 6,5 Prozent. Damit kann die Wachstumsrate aus dem Vormonat gehalten werden. Im Year-to-date-Vergleich, also Januar-Oktober 2020 im Vergleich zu Januar-Oktober 2019, ist die Industrieproduktion um 1,8 Prozent gewachsen. Also legt China trotz Coronakrise insgesamt schon in 2020 ein Wachstum hin!

Der Chart zeigt das Wachstum im Jahresvergleich – ein Balken steht für einen Monat. Beeindruckend höhere prozentuale Werte im Vergleich zum Vorjahr! Die Einzelhandelsumsätze sind in China im Oktober im Jahresvergleich um 4,3 Prozent gestiegen, bei Erwartungen von +4,9 Prozent. Aber die Daten zeigen, dass die Lücke aus der Coronakrise in China längst überwunden wurde. Man hatte noch vor Europa und den USA einen extrem harten und kurzen Lockdown, und konnte danach schnell wieder die Volkswirtschaft hochfahren.


source: tradingeconomics.com

Japan meldet heute früh ebenfalls erfreuliche Konjunkturdaten. Im dritten Quartal gab es im Quartalsvergleich ein Wachstum bei der Wirtschaftsleistung (BIP) von 5 Prozent. Vier Quartale vorher gab es kein Wachstum. Schon kurz vor der Coronakrise hatte eine Mehrwertsteueranhebung in Japan die Wirtschaft geschwächt. Aber das jetzige Wachstum sorgt für Optimismus. Der japanische Leitindex Nikkei 225 legt heute ein Plus von 521 Punkten oder 2,05 Prozent hin. Der Shanghai Composite steigt um 37 Punkte oder 1,1 Prozent. Gute Vorzeichen für den Wochenstart in Europa.


source: tradingeconomics.com

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Asien

Coronavirus beendet australischen Weltrekord des „ewigen“ Wachstums

Ein unglaublicher Rekord wird zu Ende gehen, Down Under erlebt nach fast 30 Jahren wieder einmal eine Schrumpfung seiner Wirtschaft – das Coronavirus aber erfasst alle Ecken dieser Welt

Wolfgang Müller

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Es war eigentlich schon im letzten Jahr absehbar, als der Hunger nach Rohstoffen in China abebbte: Ein unglaublicher Rekord wird zu Ende gehen, Australien erlebt nach fast 30 Jahren wieder einmal eine Schrumpfung seiner Wirtschaft – das Coronavirus aber erfasst alle Ecken dieser Welt.

Konjunkturwunder in Australien vor dem Coronavirus

Rezession, was ist das?  Das dürften sich viele Erwachsene in Australien in diesen Tagen denken, wenn das Land in den Strudel vieler Länder gerät, die ihre Konjunkturaussichten infolge des Coronavirus in ungeahnte Tiefen absenken. Denn selbst gestandene Dreißiger dürften sich nicht mehr an die ersten beiden Quartale des Jahres 1991 zurückerinnern, als es zuletzt eine wirtschaftliche Schrumpfung auf dem fünften Kontinent gab – und auch noch eine sehr milde. Australien hatte schon im Jahre 2017 den bisherigen Rekordhalter, die Niederlande, als Wachstumswunder abgelöst, die eine Phase von 103 Quartalen Wachstum geschafft hatten. Jetzt ist es das Coronavirus, das mit seinen Bekämpfungsmaßnahmen ein Wirtschaften im üblichen Sinn unmöglich macht.

Die kommende Rezession

Egal wie erfolgreich ein Land im Kampf gegen das Coronavirus auch vorankommt: Covid-19 verschont keine Volkswirtschaft. Deshalb sind die Prognosen des Internationalen Währungsfonds für das Ausmaß der Rezession für Australien gar nicht so viel besser als für Deutschland: 6,7 zu 7 Prozent. Anders als in der letzen Schrumpfung im Gefolge der Subprime-Krise, als das deutsche BIP um 5,7 Prozent abstürzte, währenddessen Australien sogar noch ein zweiprozentiges Wachstum generieren konnte. Dafür gibt es natürlich ein paar handfeste Gründe. Australien ist ein Rohstoff-Reservoir ohnegleichen und für China der große Lieferant in seinem jahrzehntelangen Giga-Wachstum gewesen.

Man konnte in allen Bereichen liefern: Energie, Kohle, Erze, Metalle, alles was China für seinen Bauboom benötigte. Demzufolge kamen die ersten Wachstumssorgen schon 2019 auf, als Chinas Wirtschaft Gang für Gang zurückschaltete. Der globale Lockdown wegen des Coronavirus brachte dann den Kollaps der Rohstoffmärkte. Australischen Statistiken zufolge gingen im letzen Jahr 34 Prozent der Exporte des Landes noch nach China, gefolgt an zweiter Stelle von Japan mit 16 Prozent.

Aber damit könnte der fünfte Kontinent schon wieder etwas vorzeitigen Auftrieb bekommen, schließlich ist man im Reich der Mitte schon heftig damit beschäftigt die Produktion wieder hochzufahren, zumindest in die Nähe vorheriger Produktionskennziffern.

Das Rohstoffland Australien befindet sich in seinen Hoffnungen auf höhere Rohstoffumsätze und -preise in bester Gesellschaft, insbesondere in der der Ölstaaten. Kein Wunder, wenn der weltweite Flugverkehr zu zwei Drittel lahmgelegt wurde, Ozeanriesen und Kreuzfahrtschiffe in den Häfen stehen und 1,3 Milliarden Kfz weniger bewegt werden.

Coronavirus bereits unter Kontrolle?

In Sachen Coronavirus blicken viele Länder auf Down Under, um die Hintergründe zu erfahren, warum Australien nicht nur so wenig Coronainfizierte zu verzeichnen hat, sondern auch einen enorm raschen Rückgang dieser Zahlen erreichen konnte. Hier die letzten Zahlen der John-Hopkins-Universität:

Australien:

Insgesamt 6738 Infizierte, 88 Tote, 5626 Genesene und nur noch 1024 aktive Fälle.

Die Zahl der täglichen neue Infektionen mit dem Coronavirus kann man hingegen schon an Händen abzählen. Wieso hat der G20-Staat die Corona-Pandemie bisher so gut in den Griff bekommen? Man reagierte ähnlich wie andere südostasiatische Staaten mit einer frühen Eindämmung der Infektionsausbreitung. Konsequent durchgeführte Quarantänemaßnahmen und natürlich die besondere Lage des Inselstaates haben zu dieser Situation beigetragen. Ein großer Unterschied zu der Vorgehensweise der großen Bruderstaaten USA und Großbritannien, die sehr zögerlich mit ihren Maßnahmen vorgingen.

Auch in punkto elektronischer Überwachung der mit dem Coronavirus Infizierten ist Australien vielen Ländern voraus. Am letzten Wochenende hat man als erster westlicher Staat eine Corona-Warn-App eingeführt. Anscheinend mit großem Erfolg, denn schon in den ersten Stunden sei die App mehr als eine Million Mal heruntergeladen worden, so Australiens Gesundheitsminister Greg Hunt.

In einem Land mit 26 Millionen Einwohnern aber einer Fläche von 7,7 Mio Quadratkilometern (Deutschland 357.000) könnte man sich da schon etwas aus dem Weg gehen.

Australiens bisherige Bilanz im Kampf gegen das Coronavirus:

Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten in Australien

Die noch am Coronavirus Erkrankten in Australien

Fazit

Sollte es in Down Under mehr als zwei Quartale wirtschaftlich abwärts gehen, hat ein fast 30 Jahre währender Wachtumszyklus sein Ende gefunden. Wie ungewöhnlich lang diese Periode gewesen ist, zeigt die Statistik der typischen Konjunkturzyklen. Normalerweise dauern Wirtschaftsaufschwünge um die sechs bis zehn 10 Jahre.

Der gerade zu Ende gegangene Zyklus in den USA war der längste seiner Geschichte, verlängert durch eine opulente Steuerreform und der Hilfe der Notenbank auf knapp 11 Jahre.

Rezessionen hingegen sind sehr viel kurzlebiger, so etwa 1,5 Jahre im Durchschnitt, mit Ausnahme der großen Depression von 1929 bis 1933 in den USA, die 43 Monate lang gedauert hatte.

Auch Deutschland hatte bereits sieben Rezessionen seit den 1960-er-Jahren erleben müssen, die tiefste während der Finanzkrise 2008/2009 mit gut minus fünf Prozent. Aktuell wäre man wahrscheinlich heilfroh, wenn es 2020 durch das Coronavirus mit einem solchen Minus sein Bewenden hätte..

Wegen des Coronavirus endet in Australien eine Rekordzeit ohne Rezession

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Asien

Coronakrise: Vorteil China gegenüber den USA am Automarkt

Wolfgang Müller

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Der Lockdown aufgrund der Coronakrise reißt riesige Löcher in die Staatsfinanzen der verschiedenen Volkswirtschaften  in der Welt, in die Bilanzen von vielen Unternehmen –  aber auch in die Budgets von Verbrauchern. Dabei ist der Konsum der ganz entscheidende Faktor in den Bruttoinlandsprodukten der Länder, nicht nur in den USA mit ihren aberwitzigen 70 Prozent, sondern auch in Deutschland (über 50 Prozent). Dabei kommt ein Produkt unter die Räder, von denen es in verschiedenen Modellen schon 1,3 Milliarden auf der Erde gibt – das Automobil. Ganz besonders betroffen sind die USA.

Vor der Coronakrise: Alles auf Pump

Klar werden auch in Deutschland Automobile geleast, auf Kredit gekauft, bestimmt über die Hälfte aller Neufahrzeuge. Nicht so wie in den 1970-ern, wo noch 70 Prozent der Privat-Pkw in bar bezahlt wurden. Damit kommt auf die deutsche Automobilindustrie in der Coronakrise ein zweifaches Problem zu: Erstens ein wochenlanger Produktionsausfall durch den Lockdown, auch infolge der Störung der Lieferketten. Fast noch schlimmer aber ist, zweitens,  die massive Verschlechterung der Solvenz vieler Leasing- und Kreditvertragskunden. So hat Daimler erst vorgestern bekanntgegeben, 400 Millionen Euro an Risikovorsorge für geplatzte Finanzierungungsverträge zurückstellen zu wollen. Der Autoverkauf läuft sehr stark über die Autobanken, die Automobilindustrie hat einen gewichtigen Anteil an der weltweiten privaten Schuldenwirtschaft.

Das Land der unbegrenzten Schulden

In den USA, wo die Beleihung von Kreditkarten zum Alltag gehört, wurde das Thema Autofahren auf Pump fast schon ins Exzessive getrieben. Man spart nicht auf ein eigenes Auto, sondern schließt einen Leasingvertrag ab, den man wiederum aus dem Gehaltskonto zu Monatsende abstottert. Aufgrund der niedrigen Zinsen hangelte man sich sogar immer höher in der Wagenklasse.

Da erkennt man sofort, aus welcher Richtung in Bälde ein richtiger Gegenwind wehen wird: Wie viele Amerikaner haben sich seit gut einem Monat arbeitslos gemeldet? Insgesamt über 26 Millionen US-Bürger! Fatalerweise standen viele von ihnen mit ihren Autokrediten schon Ende 2019 mit 1,3 Billionen Dollar in den Miesen, laut einem Bericht der US-Notenbank.

Diese Problematik gibt es natürlich auch in Deutschland, selbst die bayerische Nobelmarke BMW musste schon zu Zeiten der Finanzkrise zwei Milliarden Euro an Kreditausfällen abschreiben. Glücklicherweise gibt es noch den chinesischen Markt. Volkswagen hat trotz Coronakrise nicht nur alle seiner 23 Werke in China wieder in Betrieb genommen, das Land (war) mit 40 Prozent der Autoverkäufe auch der ganz große Treiber für den 11-Marken-Konzern.

Vorteil China in der Coronakrise

Bis vor Kurzem wollte man noch, auch auf Druck von Donald Trump, die Produktion von Kfz- und Autoteilen in den USA weiter erhöhen. Jetzt hört man die ersten Stimmen, die von Fernost als stärker zu präferierendem Ziel in der Zukunft sprechen. Hinzu kommt ein Vorteil, der in einer Schuldenkrise noch gewisse Vorteile besitzt: Der chinesische Markt hat schon einen über 20 Monate andauernden Schrumpfungsprozess hinter sich, nach einer enormen Phase der Überkapazitäten. Und noch eines zählt augenblicklich: Die Chinesen agieren noch wie die Deutschen im alten Jahrhundert – sie bezahlen ihre Vehikel zumeist bar, beziehungsweise nicht so sehr auf Kredit.

Die Coronakrise wird sich in den USA am stärksten auswirken

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