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Asien

China: Der Yuan „crasht“ nach oben, trotz schwacher Konjunkturdaten – was ist da los?

Trotz klarer Bremsspuren der chinesischen Wirtschaft steigt der Yuan sprunghaft. Was passiert da gerade? Wir haben dafür eine Theorie..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Chinas Wirtschaft scheint in ernsten Problemen zu stecken – das hat der heute Nacht veröffentlichte Caixin/Markit Einkaufsmanagerindex gezeigt, der mit 49,6 deutlich unter der Erwartung (50,1) ausfiel und damit eine Schrumpfung signalisiert. Die Daten zeigen, dass die chinesischen Firmen Stellen abbauen, fallende Preise belasten die Margen der Unternehmen.

Dr. Zhengsheng Zhong, der die Datenerhebung verantwortet, bringt die Dinge klar auf den Punkt:

„The sub-indices of output and new business stayed in expansionary territory, but both fell to their lowest levels since June last year. The sub-indices of input costs and output prices dropped into contractionary territory for the first time since June 2016 and February 2016 respectively (..). China’s manufacturing sector has come under greater pressure in May and the economy is clearly on a downward trajectory.”

Die Wirtschaft Chinas also „klar im Abwärtstrend“, das ist die deutliche Aussage. Dabei ist der Caixin/Markit Einkaufsmanagerindex der wichtigere Index als etwa der offizielle Einkaufsmanagerindex, der vorwiegend bei staatlichen Unternehmen erhoben wird. Es sind jedoch die von Caixin/Markit befragten privaten Unternehmen, die letztlich wichtiger sind: sie schaffen 80% der Jobs in China und sorgen für 60% der Industrieproduktion im Reich der Mitte.

Normalerweise müsste man erwarten, dass der Yuan nach den Daten unter Druck kommen würde, aber das Gegenteil war der Fall: Chinas Notenbank setzte den Referenzkurs des Yuan zum US-Dollar (Fixing) so stark nach oben wie seit Mitte Januar nicht mehr, der Yuan steigt in den letzten Tagen steil an gegenüber dem Greenback:


(Dollar-offshore Yuan)

Was ist der Grund der Yuan-Stärke? Der gute Wirtschaftsausblick kann es wohl kaum sein, nicht zufällig fielen heute Nacht die Preise für in China gehandeltes Eisenerz um über 5% und damit auf den tiefsten Stand seit einem halben Jahr. Ähnlich auch Stahl, das knapp 3% im Handel in China einbüßte – beide Rohstoffe sind für den Bau von Häusern und Straßen essentiell.

Wir haben für die derzeitige Entwicklung zwei denkbare Erklärungen. Erstens: die Aufwertung des Yuan ist politisch gewollt (dafür spricht das Fixing der Notenbank!). Ein Grund könnte dafür sein, dass die Kapitalflucht immer schwieriger wird, weil Peking die Schlupf-Löcher immer effektiver stopft. Oder weil Peking damit – das ist Spekulation, aber eben nicht gerade unwahrscheinlich – den USA entgegen kommt, möglichweise ist das ein Deal, den Donald Trump mit Xi Xinping geschossen hat bei dessen Besuch in Florida.

Die zweite Möglichkeit ist die „Enthebelung“ des Finanzsektors, mit dem man den scharfen Kampf gegen Schattenfinanzierungen durch Chinas Regierung umschreiben kann: vermutlich müssen Firmen oder auch Privatleute Liquidität generieren, um bestehende Kreditlinien aufrecht erhalten zu können angesichts der strengeren Praktiken der Kreditvergabe, die Peking angeordnet hat, um die Schuldenbombe nicht ausufern zu lassen (Chinas Verschuldung zum BIP beträgt 277%!). Also holen Chinesen ihre im Ausland (in Dollar) geparken Gelder wieder zurück und tauschen diese wieder in Yuan zurück. Gewissermaßen ein Margin-Call.

Nicht zufällig exlodieren derzeit die Interbanken-Zinssätze – Liquidität ist offenkundig ein rares Gut und wird nur zu horrenden Kosten bereit gestellt:

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Was auch immer genau passiert – es wird der Tag kommen, an dem wir es genauer wissen werden. China aber ist eine Schuldenbombe und ein Pulverfass, das auf die Explosion wartet – an accident waiting to happen!

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Trigo

    1. Juni 2017 12:38 at 12:38

    Oh oh…was wird das?

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Asien

Bruttoinlandsprodukt: China ist gewachsen, Deutschland und Europa hinken hinterher

Redaktion

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am

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Shanghai ist die weltweit bekannteste Metropole in China

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland ist im Gesamtjahr 2020 um 5 Prozent gesunken (wir berichteten). Dieses Ergebnis war besser als gedacht. Für die Eurozone liegen die Erwartungen bei -7,5 Prozent. Und China? Wohl dank der schnellen und extrem harten Lockdown-Maßnahmen (Millionen Menschen wurden quasi zuhause eingesperrt) kam das Land schnell aus der Coronakrise heraus, und Wirtschaft und Handel waren relativ gering beeinträchtigt.

Ganz aktuell liegen staatliche Aussagen aus China vor, wonach das Bruttoinlandsprodukt in 2020 im Jahresvergleich um 2,3 Prozent gestiegen ist! Während der Westen kräftige Rückgang der Wirtschaftsleistung verzeichnet, legt China als einziges bedeutendes Land also einen Zuwachs bei der Wirtschaftsleistung hin. Im 4. Quartal 2020 lag das BIP-Wachstum in China im Jahresvergleich sogar bei 6,5 Prozent! Im Chart sehen wir im Verlauf der letzten zehn Jahre in blau die prozentuale BIP-Wachstumsrate für China, und in schwarz die für Deutschland.

Die Industrie in Deutschland kommt zwar ziemlich gut durch die Coronakrise. Aber wir alle sehen es. Die Dienstleistungsbranche leidet massiv unter den monatelangen chaotischen Maßnahmen, dem zweiten Lockdown, und ständig geänderten Regeln. Ist für so einen Krisenfall eine Diktatur wie China besser aufgestellt, weil man Lockdown-Maßnahmen dramatisch restriktiver umsetzen kann als in Europa oder Nordamerika? Danach konnten sich Wirtschaft und Konsum sehr schnell wieder erholen, anders als hierzulande.


source: tradingeconomics.com

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Asien

Sentix: Konjunkturhoffnung steigt auf Allzeithoch – Impfstoff..

Markus Fugmann

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Die Erwartungen an eine massive Konjunkturerholung nicht nur in Deutschland steigen auf neue Allzeithochs – das zeigt der sentix Konjunkturindex!

Dazu schreibt Sentix:

„Das Corona-Krisenjahr 2020 endet mit einem Paukenschlag, der für die Weltwirtschaft gleich mehrere Ausrufezeichen setzt. Uns liegen in den Dezember-Ergebnissen reihenweise Allzeithochs (!) in den Erwartungskomponenten verschiedener Weltwirtschaftsregionen vor. Die Hoffnung auf einen baldigen Einsatz von Impfstoffen schürt die Fantasie, dass die Wirtschaft in 2021 sich deutlicher als bisher vom Konsens erwartet erholen kann.

  • Die Erwartungskomponenten der sentix Konjunkturindizes gehen reihenweise durch die Decke: Wir messen in fünf verschiedenen Weltregionen ein Allzeithoch (!) in den Konjunkturerwartungen.
  • Asien ex Japan, USA, Japan, Osteuropa, sowie Deutschland legen in den 6-Monatswerten um rund 10 Punkte zu. Die Lagewerte verbessern sich ebenfalls, jedoch mit geringerem Tempo.
  • Der überraschend starke Anstieg fußt auf der Hoffnung, dass schon bald über einen Einsatz von Impfstoffen die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen ist. Dies setzt boomartige Wachstumskräfte frei. Der sentix Global Aggregate Gesamtindex legt um 6,1 Punkte zu und klettert damit auf den höchsten Wert seit Mai 2019.“

Sentix zeigt: Hoffnungen auf Konjunkturerholung immens, Lage meist mau

Für Deutschland steigen die Erwartungen im Dezember auf einen Wert von 34,3 (November war 22,0) – auffallend aber ist, dass sich die Einschätzung der aktuellen Lage kaum verändert hat mit -17,3 (Vormonat war -17,5). Faktisch also viel Hoffnung bei gleichzeitig bislang wenig eingetrtener Realität..

Für die USA und Asien steigen die von Sentix erfaßten Erwartungen ebenfalls auf neue Allzeithochs: für Asien von 30,8 im Vormonat auf nun 40,0, in den USA von 21,3 auf 32,3. Während in Asien auch die Einschätzung der aktuellen Lage steigt von 16,0 auf 19,8, fällt die Einschätzung der aktuellen Lage im Dezember im Vergleich zum Vormonat November sogar von -10,5 im November auf nun -11,8.

Diesen immensen Optimismus spiegeln auch die Aktienmärkte wider, die etwa in den USA breitflächig auf neue Allzeithochs gestiegen sind. Global gesehen bringen die Aktienmärkte nun eine Marktkapitalisierung von 100 Billionen Dollar auf die Waage – so viel wie noch nie. In Relation zum globalen BIP sind die Aktienmärkte nun mit 115% bewertet – nur auf dem Hochpunkt der Dotcom-Blase lag die Bewertung noch höher.

Da muß also alles gut gehen, die Beste aller Welten wird eingepreist. Was aber, wenn die immensen Erwartungen sich nicht erfüllen? Die in der Coronakrise massiv aufgehäufte Verschuldung von Staaten und Unternehmen macht zukünftiges Wachstum schwieriger, weil immer mehr Geld in die Bedienung von Schulden fließen muß. Und die von vielen Staaten aufgelegten Stimulus-Maßnahmen verlagern zukünftigen Konsum in die Gegenwart (siehe dazu hier mehr). Um das hohe Konsum-Niveau beibehalten zu können, bedarf es dann wiederum weiterer Stimuli und noch höherer Verschuldung – ein Teufelskreis, der letztlich kaschiert, dass die Schulden seit den 1980er-Jahren schneller wachsen als die Wirtschaft..

Das Sentix Sentiment zeigt, dass die Erwartungen für die Konjunktur auf neue Allzeithochs steigen

 

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Asien

China mit beeindruckenden Konjunkturdaten – asiatische Märkte beflügelt

Claudio Kummerfeld

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Die Kulisse von Shanghai als Vorzeigemetropole in China

In China glänzen die Konjunkturdaten. Ein beeindruckendes Wachstum wird da hingelegt – natürlich immer unter dem Vorbehalt, dass man den Zahlen auch wirklich trauen kann. Die Industrieproduktion in China wächst laut heute früh veröffentlichten Daten im Oktober im Jahresvergleich um 6,9 Prozent bei Erwartungen von 6,5 Prozent. Damit kann die Wachstumsrate aus dem Vormonat gehalten werden. Im Year-to-date-Vergleich, also Januar-Oktober 2020 im Vergleich zu Januar-Oktober 2019, ist die Industrieproduktion um 1,8 Prozent gewachsen. Also legt China trotz Coronakrise insgesamt schon in 2020 ein Wachstum hin!

Der Chart zeigt das Wachstum im Jahresvergleich – ein Balken steht für einen Monat. Beeindruckend höhere prozentuale Werte im Vergleich zum Vorjahr! Die Einzelhandelsumsätze sind in China im Oktober im Jahresvergleich um 4,3 Prozent gestiegen, bei Erwartungen von +4,9 Prozent. Aber die Daten zeigen, dass die Lücke aus der Coronakrise in China längst überwunden wurde. Man hatte noch vor Europa und den USA einen extrem harten und kurzen Lockdown, und konnte danach schnell wieder die Volkswirtschaft hochfahren.


source: tradingeconomics.com

Japan meldet heute früh ebenfalls erfreuliche Konjunkturdaten. Im dritten Quartal gab es im Quartalsvergleich ein Wachstum bei der Wirtschaftsleistung (BIP) von 5 Prozent. Vier Quartale vorher gab es kein Wachstum. Schon kurz vor der Coronakrise hatte eine Mehrwertsteueranhebung in Japan die Wirtschaft geschwächt. Aber das jetzige Wachstum sorgt für Optimismus. Der japanische Leitindex Nikkei 225 legt heute ein Plus von 521 Punkten oder 2,05 Prozent hin. Der Shanghai Composite steigt um 37 Punkte oder 1,1 Prozent. Gute Vorzeichen für den Wochenstart in Europa.


source: tradingeconomics.com

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