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China – „fanatische Rassisten in Trump-Regierung“

Markus Fugmann

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China schlägt im Handelskrieg wieder härtere Töne an – in Gestalt des „Sprachrohrs“ Pekings, des Chefredakteurs der „Global Times“ Hu Xijin. Immer wieder hatte Hu Xijin mit der Formulierung „based on what I know..“ Schritte wie die Erhebung von Gegenzöllen gegen die USA angekündigt, die dann wenig später auch tatsächlich erfolgten.

Hi Xijin verfügt offenkundig über Kontakte in die Regierungsspitze Chinas – und ist nicht zuletzt deshalb mit seinen Twitter-Kommentaren die von den westlichen Finanzmärkten am meisten beachtete Stimme aus China, gewissermaßen das Orakel und Stimmungsbaromter der Regierung in einem (in Ermangelung einer freien Presse bzw. klarer Ansagen chinesischer Spitzenpolitiker).

Nun hat Hu Xijin mit offensichtlichem Zorn auf den Bericht einer amerikanischen Nachrichtenagentur reagiert, wonach der Chef des US-Landwirtschaftsministeriums Chinas Staatschef Xi Jinping als einen „kommunistischen Zeloten“ bezeichnet hat – Zeloten waren religiöse jüdische „Eiferer“, die Menschen töteten, die gegen Glaubensgewissheiten verstießen, mithin also die ersten historisch verbürgten fundamentalistischen Terroristen.

Aus chinesischer Sicht ist dieser Vergleich geradezu Majestätsbeleidigung – Xi Jinping ist schließlich der mächtigste Staatschef Chinas seit Mao und auf Lebenszeit ernannt. Der Chefredakteur der „Global Times“ Hu Xijin keilt nun zurück: China habe sich bisher im Handelskrieg sehr defensiv verhalten, man habe es aber bei der Trump-Regierung mit „fanatischen Rasssisten“ und „Imperialisten“ zu tun, die den Weltfrieden gefährdeten:

Gestern hatte Hu Xijin die amerikanische Wirtschaft als „im Leerlauf“ bezeichnet, die nur durch eine „Blase“ aufrecht erhalten werde – Chinas Wachstum verlangsame sich zwar, aber der Lebensstandard steige dennoch weiter:

Wie aber steht es derzeit im Handelskrieg der USA mit China? Nach wie vor steht kein Termin für das Treffen im Oktober fest. Gestern hatte US-Finanzminister wieder einmal berichtet, dass die Gespräche gut laufen würden, aber wenn man zu keiner Lösung komme, würden eben die Zölle weiter erhöht. Ähnlich unkonkret hatte sich dann wenig später auch Trump geäußert – aber was auffällt ist, dass die Märkte auf solche Phrasen nicht mehr mit einer Rally reagieren.

Peking wiederum hat heute erneut die USA in Gestalt der „China Daily“ (faktisch das Organ der Kommunistischen Partei Chinas) aufgefordert, die „Bedingungen für Gespräche zu schaffen“ – womit offenkundig die Aufhebung des Huawei-Banns und die Abschaffung der Strafzölle gemeint ist.

All das zeigt einmal mehr, wie weit die Wahrnehmungen der Lage zwischen den USA und China auseinanderdriften: die Amerikaner propagieren „gute Gespräche“, China dagegen sagt, dass die Bedingungen für solche Gespräche erst geschaffen werden müssten. In der Vergangenheit waren solche verbalen Differenzen stets Vorboten einer weiteren Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China..

Hu Xijin ist das inoffizielle Sprachrohr aus China

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Doris

    10. September 2019 11:13 at 11:13

    wau, das setzt dem Fass die Krone auf. Wahnsinn.

  2. Avatar

    Hesterberg

    10. September 2019 11:27 at 11:27

    Über was sollten sollten denn jetzt auch noch Verhandlungen geführt werden, wenn doch die Unvereinbarkeit wesentlicher Bedingungen auf beiden Seiten hinreichend bekannt ist? Einer über die Jahre zerrütteten Ehe können Gespräche auch keinen neuen Glanz mehr einhauchen und mit Druck und Drohungen schon erst recht nicht. Wenn die Märkte immer noch an eine Einigung glauben, sind sie mächtig auf dem Holzweg.

    • Avatar

      Hesterberg

      10. September 2019 11:30 at 11:30

      Die einzig mögliche Einigung ist die Einigung darauf, dass es keine Einigung geben wird. :-)

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    Beobachter

    10. September 2019 12:06 at 12:06

    Da die Handelsbilanzüberschüsse eines Landes die Defizite des andern Landes sind ,ist es ein NULLSUMMENSPIEL. Eine Einigung im Sinne Trumps wäre, die Exporte Chinas in die USA total zu minimieren. Das würde China in die Rezession bringen, der Ami- Konsumgesellschaft höhere Preise bescheren u.die Weltwirtschaft erstmals in der Geschichte global in die Rezession führen.Waren doch frühere Rezessionen eher regional .War die Globalisierung im Aufschwung ein Segen, so wird sie im Abschwung ein Fluch sein. ( Kettenreaktion.)

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    rote_pille

    10. September 2019 19:33 at 19:33

    Der Weltfrieden und die Aktienmärkte haben etwas gemeinsam. Beide überbewertet.

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    sabine

    10. September 2019 22:22 at 22:22

    Ich finde, China wird auch in solch wirtschaftlichen Überlegungen viel zu sehr wie ein normales Land des Westens oder auch Asiens betrachtet. Dabei ist die Regierungsform und das Leben der meisten Menschen noch viel näher zu Nordkorea als zu Italien, Südkorea, Japan, Indien, Taiwan oder sonstwo. Eine Frau muß z.B. ihren Chef fragen, ob sie ein Kind bekommen darf. Das erinnert an das Fahrverbot der Frauen in Saudi Arabien. Aber so etwas „geht ja noch“!
    1.) https://www.brigitte.de/aktuell/gesellschaft/todesstrafe-in-china–eltern-in-der-todeszelle-10133030.html
    Natürlich gibt es bei uns auch Arme, die auf der Straße verhungern, aber in einer ganz anderen prozentualen Dimension. Und das nicht nur, weil in China sowieso so viele Menschen sind. In Indien wohnen auch viele Menschen, aber da sind trotzdem noch Welten bis zur Gesellschaft Chinas. (Ich hab in Indien 6 Monate gelebt.) Oder Taiwan oder Singapur. Dort sind nicht solche Zustände als allgemein, sondern nur als seltene Ausnahme. Da funktionieren noch gesellschaftliche Reflexe wie Kinderschutz wesentlich (!) besser!
    2.) Anderes Beispiel: Der Organraub an lebenden Menschen wird im großen Stil von Regierungsstellen verübt und es arbeiten offizielle Soldaten mit. Das ist im Westen oder anderen asiatischen Ländern einfach unmöglich.
    https://connectiv.events/er-war-noch-am-leben-arzt-deckt-organraub-an-lebenden-in-china-auf/

    3.) Dazu gehört auch, daß der neue Reichtum an der Masse der Chinesen vorbeigeht, dafür sich aber die Zahl der Millionäre dauernd erhöht. Ähnlich Saudi Arabien.

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Aktien

Nasdaq: Ist eine Korrektur der Tech-Werte unausweichlich?

Ist es tatsächlich realistisch, dass der Nasdaq 100 nach seinem Anstieg von über 1000 Prozent binnen einer guten Dekade einfach so weiter klettern wird?

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Die US-Wahlen stehen in Kürze an, viele Marktteilnehmer sinnieren über mögliche Folgen für die US-Wirtschaft, aber auch für die Aktienmärkte –  vor allem dürften die heiß gelaufenen Titel aus dem Nasdaq im Fokus stehen. Seit dem Tief der Finanzkrise im März 2009 haben sich die Werte im Nasdaq 100 mehr als verzehnfacht. Doch jetzt mehren sich die Anzeichen, dass Investoren nicht mehr an die Fortsetzung der Wachstumsstory, zumindest mit dieser Geschwindigkeit, glauben.

Nasdaq: Microsoft machte den Auftakt

Die Zahlen des Software-Konzerns, die dieser am Dienstag nachbörslich bekanntgab, lagen über den Erwartungen: 30 Prozent plus bei Umsatz, 12 Prozent bei, Gewinn, die Corona-Pandemie hat die Geschäfte des Konzerns weiter beflügelt. Der Ausblick wurde hingegen mit einem Umsatzanstieg von etwa acht Prozent (ca. 40 Milliarden Dollar) taxiert, was das Problem der Highflyer, nicht nur von Microsoft, verdeutlicht: In diesem Jahr ist der Börsenwert des Konzerns bereits um ein Drittel auf 1,6 Billionen Dollar gestiegen. Die Aktie verlor nachbörslich trotz der guten Zahlen um 1,5 Prozent.

Am Mittwoch war der Wert mit minus fünf Prozent sogar der schwächste Wert im Dow Jones.

Am heutigen Donnerstag veröffentlichen die Schwergewichte im Nasdaq Apple, Amazon, Alphabet und Facebook ihre Quartalszahlen, mit den Ausblicken auf die nahe Zukunft. In jedem Fall werden die Zahlen ein Fingerzeig für das Kommende nach einer überragenden Entwicklung, nicht nur in der jüngsten Vergangenheit.

Die Entwicklung des Nasdaq ist nicht fortsetzbar

Man muss sich nur die Entwicklung der Aktienmärkte und beaonders der Aktien im Nasdaq seit dem Tief der Finanzkrise im März 2009 zu betrachten:

Nasdaq Composite plus 895 Prozent
Nasdaq 100 plus 1102 Prozent
S&P 500 plus 497 Prozent
Dax plus 328 Prozent (Kurse vom 28.10. zur Mittagszeit)

Durch das Gewicht der FANGMAN-Aktien (Facebook, Amazon, Netflix, Google, Microsoft, Apple, Nvidia) in den großen Indizes hat sich das Kurs/Gewinn-Verhältnis des MSCI World Growth nach oben geschaukelt. Mittlerweile ist es fast doppelt so hoch wie das des MSCI World Value, eine extreme Divergenz, die es nur während der Internet-Bubble um die Jahrtausendwende gegeben hat.

Klar ist die aktuelle Pandemie eine Phase, die die neuen Technologien und damit die Aktien im Nasdaq anfeuert und begünstigt, die digitale Welt inmitten des Social Distancings.

Kursgewinne locken aber seit jeher Anleger in einen Sektor, Euphorie entsteht, da leichtes Geld über einen längeren Zeitraum erzielt werden kann – die Hausse nährt die Hausse. Das Wachstum ist irgendwann satt eingepreist, gerade im Bereich der Growth-Titel hatten wir so etwas fast in einem jeden Jahrzehnt.

Das Beste ist eingepreist

Aber: Ist es tatsächlich realistisch, dass der Nasdaq 100 nach seinem Anstieg von über 1000 Prozent binnen einer guten Dekade einfach so weiter klettern wird? Obwohl das Kurs-Buch-Verhältnis auf über acht gestiegen ist und die Kurse den Unternehmensgewinnen allein im letzten Jahr um etwa 50 Prozent davongelaufen sind? Die besseren Wachstumsaussichten der Hightech-Werte sind zum jetzigen Zeitpunkt schon in den Kursen enthalten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der FAANG-Aktien betrug vor Kurzem etwa 61, damit hat es das Dreifache des KGVs des Gesamtmarktes erreicht. Was nichts anderes bedeutet, als dass die Firmen in Zukunft dreimal so gute Geschäftszahlen bringen müssen, als der Gesamtmarkt, um nur die Bewertung zu erhalten. Sollte dies nicht geschehen, wäre eine Korrektur des Nasdaq unausweichlich.

Ist Microsoft, zweifelsohne ein Konzern mit einer Ausnahmestellung, nicht ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl? Heute kommen vier der ganz Großen im Nasdaq mit ihren Zahlen – vor allem Apple, das wertvollste Unternehmen der Welt.

Vor gut zwei Wochen habe ich die Divergenz zwischen Börsen- und Geschäftsentwicklung bei Apple schon einmal so skizziert:

Das Technologieunternehmen mit seinen 157.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 260 Milliarden Dollar (2019) hat sich binnen Jahresfrist verdoppelt und einen Börsenwert von über zwei Billionen Dollar erreicht. Soll sich dieses nur annähernd so fortsetzen mit einer weiteren Verdoppelung? Bei vier Billionen Dollar hätte man eine höhere Bewertung als die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, Deutschland, mit ihren über 44 Millionen Arbeitnehmern und Hunderten börsennotierten Unternehmen und Famillienunternehmen, in denen sich wiederum hunderte Weltmarktführer aus verschiedenen Branchen tummeln. Ehrlich gesagt, kaum vorstellbar.

Aber, um noch einmal auf den Nasdaq zurückzukommen: Im Verlauf der Internet-Bubble war der Technologieindex am 10. März 2000 bis auf 5048 Punkte gestiegen, um dann bis zum 8. Oktober 2002 bis auf 1114 Punkte zu korrigieren. Growth und Value hatte sich wieder angenähert. Klar waren die Werte damals extrem überspekuliert und bei vielen Titeln ohne Substanz. Aber die aktuelle Hausse des Nasdaq und des Nasdaq 100 mit einer groben Verzehnfachung binnen eines guten Jahrzehnts ist fundamental aus dem Ruder gelaufen.

Die Kursentwicklung des Nasdaq während der Internet-Bubble:

Die Performance des Nasdaq

Die Quartalssaison Q3 und die Reaktion der Märkte

Die heutige Situation hat es in sich. Unmittelbar vor einer ziemlich entscheidenden US-Wahl geraten die Weltbörsen ins Straucheln, dennoch erleben wir bisher eine Berichtssaison, die überaus überraschende Ergebnisse liefert: Bislang übertrafen die Unternehmen um etwa 85 Prozent die Unternehmenserwartungen, selbst die Ausblicke auf Q4 wurden bisher fast bei einem Fünftel der Unternehmen angehoben. Dennoch werden die Ergebnisse nicht honoriert und selbst bei Microsoft hatte man ein Sell on good News praktiziert.

Werden Apple und Amazon heute einen Umschwung einleiten können?

Das Hard- und Softwareunternehmen aus Cupertino, welches erst kürzlich die neue Smartphone-Generation im 5G-Netz präsentiert hat und Amazon, das jetzt vor dem Weihnachtsgeschäft sogar 100.000 Saisonarbeiter in den USA und Kanada eingestellt hat, um im Bereich der Logistik das erwartete Online-Bestellaufkommen zu bewältigen. Kann diese Entwicklung in Zukunft fortgesetzt werden? Darum geht es.

Fazit

Es ist sicherlich kein Muss für die allernächste Zeit, aber wie es die letzten Jahrzehnte gezeigt haben, ein sich immer wiederkehrender Vorgang an den Finanzmärkten – Mean Reversion, Regression zum Mittelwert, wie immer man es auch bezeichnen will. Exponentielles Wachstum, egal in welcher Branche, ist nicht aufrechtzuerhalten. Der Technologieindex Nasdaq 100 hat sich von Ende 2018 bis September 2020 mehr als verdoppelt, dies ist nur dann haltbar, wenn die entsprechenden Unternehmensgewinne steigen oder die Zahl der Aktien, durch „Buybacks“ entsprechend reduziert werden. Ist dies nicht der Fall, so kommt es irgendwann zur Angleichung von Wachstum und Kursentwicklung – auch wenn es im Zeitalter der finanziellen Repression, inklusive TINA, etwas länger dauert, es wird kommen.

Bei Einzelaktien dauert es mitunter noch etwas länger, vor allem wenn ein Unternehmenschef „magische“ Fähigkeiten besitzt.

Ist die glorreiche Zeit des Nasdaq schon vorbei?

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Finanznews

Dax & Co: Abverkauf – aber Erholung am Super-Donnerstag? Videoausblick

Markus Fugmann

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Der Dax gestern mit dem größten Verlust seit März, die Indizes an der Wall Street mehr als drei Prozent im Minus. Treiber des Abverkaufs vor allem beim Dax war der „differenzierte Lockdown“. Was aber passiert heute, am „Super-Donnerstag“? Denn heute stehen nicht nur wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda (US-BIP, US-Ertsanträge), sondern auch die Zahlen der vier Tech-Giganten Apple, Amazon, Alphabet und Facebook mit einer Marktkapitalisierung von mehr als fünf Billionen Dollar. Dazu dann noch die EZB-Sitzung (von der allerdings heute nur Verbal-Rhetorik zu erwarten ist). So oder so: was wir derzeit sehen unmittelbar vor der US-Wahl ist ziemlich unegwöhnlich – hat Trump gestern gewissermaßen die Wahl verloren?

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Indizes

DAX daily: Dax-Absturz – Fortsetzung oder folgt die Gegenbewegung?

Stefan Jäger

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am

Die nächste Ausverkaufswelle hat den Dax im gestrigen Handel massiv getroffen. Aus der anfänglichen Nervosität hat sich mittlerweile eine erste Panik entwickelt. Infolgedessen fiel der Dax wie ein Stein und musste erneut kräftige Verluste von über 4 % hinnehmen. Im Handelsverlauf rutschte der Index bis auf ein Tagestief bei 11.457 ab, damit notiert er wieder auf dem Niveau von Ende Mai. Das Tageshoch lag zuvor noch bei 11.852 Punkten. Den Handelstag hat der deutsche Leitindex schließlich mit einem Abschlag von 503 Punkten (-4,17 %) bei 11.560 beendet. Seit dem September-Hoch bei 13.460 bis zum gestrigen Tief ging es somit schon 2.000 Punkte (ca. 15%) abwärts.

Im Tageschart hat der Dax gestern das 38,2 % Retracement (11.474) der gesamten Erholung vom März-Tief zum September-Hoch erreicht. Dieser Bereich könnte den Abverkauf abfedern, wodurch die Möglichkeit einer Stabilisierung im Dax besteht. Nachdem der Index in den letzten Tagen wie ein Stein gefallen ist, wäre es nicht untypisch, wenn sich eine Zwischenerholung einstellt. Das ist aber kein Muss, es kann auch noch weiter runter gehen. Eine entscheidende Rolle spielen die Quartalszahlen der FAANG-Aktien, die heute nachbörslich veröffentlicht werden.

News und fundamentale Daten

Es hatte sich in den letzten Tagen bereits abgezeichnet, dass Frau Merkel und die Länder-Chefs weitere Restriktionen einführen könnten. Am Mittwochnachmittag bestätigten sich letztendlich die Befürchtungen der Anleger, denn der Bund beschließt einen Lockdown (light), der ab dem 2. November in Kraft tritt. Dadurch dürften sich die Wirtschaftsdaten und die Geschäftsaussichten in manchen Branchen deutlich eintrüben. Folglich wird das in die Dax-Kurse eingepreist.

Heute gibt es die volle Palette an Konjunkturdaten und Bilanzberichten. Los geht es um 9:55 Uhr mit der Veränderung der Arbeitslosigkeit und der Arbeitslosenquote in Deutschland. Danach folgt um 13:30 Uhr die mit Spannung erwartete Vorabschätzung des US-Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal. Um 13:45 Uhr veröffentlicht die EZB dann die Zinsentscheidung sowie den geldpolitischen Begleittext. Anschließend findet um 14:30 Uhr die Pressekonferenz der EZB statt. Insbesondere gilt die Pressekonferenz als ein Trading-Event und kann für Bewegung im Dax und an den Märkten sorgen. Zuvor erscheint um 14:00 Uhr auch noch der Verbraucherpreisindex aus Deutschland.

Wenn es einen Peak in der Berichtssaison gibt, dann ist dieser heute erreicht. Bevor die vier Tech-Giganten Amazon, Apple, Facebook und Alphabet nachbörslich ihre Zahlen vorlegen, sehen wir zuvor noch diverse Bilanzen deutscher Unternehmen. Zum einen erscheinen die Zahlen der Dax-Unternehmen Volkswagen, Fresenius, Fresenius Medical Care und MTU Aero Engines. Zudem noch von Unternehmen aus der zweiten Reihe wie Airbus, Symrise, Kion, Nemetschek, Wacker Chemie usw.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Nachdem der Dax diese Woche schon über 1.000 Punkte am Stück gefallen ist, könnte sich heute ein Boden bilden und eine Erholung einsetzen. Ungefähr eine Stunde vor Börseneröffnung notiert der Dax nahe seines gestrigen Schlusskurses bei 11.575. Über der 11.610 steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Erholung. Ein Rücksetzer bis 11.571 mit einem anschließenden Anstieg wäre auch noch eine Möglichkeit. Kann sich der Dax nachhaltig über der 11.610 halten, dann ergeben sich Ziele bei 11.650, 11.770, 11.852.

Unterschreitet der Index jedoch die 11.571 mit Momentum, dann könnte es wieder in Richtung des gestrigen Tagestiefs bei 11.457 gehen. Ein unterschreiten der 11.457 wäre ein Sell-Trigger und würde tiefere Kurse mit sich bringen. Folglich könnte sich noch eine Abwärtswelle anschließen. Daraus ergeben sich Ziele auf der Unterseite bei 11.391, 11.340 und 11.220. Es wäre auch möglich, dass der Kurs zwischen 11.650 und 11.500 erst einmal hin und her pendelt, bevor es zu einer Richtungsentscheidung kommt.

DAX daily: Tagesausblick 29.10. - M15-Chart - Erholung oder weiter abwärts?

Heutige Pivot Punkte (PP):

12.155 – Pivot Punkt R2

11.843 – Pivot Punkt R1

11.649 – Pivot Punkt

11.337 – Pivot Punkt S1

11.143 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

11.474 – 38,2 % Retracement (8.256 – 13.460)

11.457 – Tagestief 28.10.

11.391 – Gap vom 25.05.

11.340 – Ziel der 1.000-Punkte-Range

11.220 – 100 % Ziel SKS (Hoch 13.460; Nackenlinie 12.340)

Dax Widerstände (WS):

11.650 – 23,6 % Retracement (12.279)

11.770 – 38,2 % Retracement (12.279)

11.852 – Tageshoch 28.10.

11.960 – 61,8 % Retracement (12.279)

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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