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China – „fanatische Rassisten in Trump-Regierung“

China schlägt im Handelskrieg wieder härtere Töne an – in Gestalt des „Sprachrohrs“ Pekings, des Chefredakteurs der „Global Times“ Hu Xijin. Immer wieder hatte Hu Xijin mit der Formulierung „based on what I know..“ Schritte wie die Erhebung von Gegenzöllen gegen die USA angekündigt, die dann wenig später auch tatsächlich erfolgten.

Hi Xijin verfügt offenkundig über Kontakte in die Regierungsspitze Chinas – und ist nicht zuletzt deshalb mit seinen Twitter-Kommentaren die von den westlichen Finanzmärkten am meisten beachtete Stimme aus China, gewissermaßen das Orakel und Stimmungsbaromter der Regierung in einem (in Ermangelung einer freien Presse bzw. klarer Ansagen chinesischer Spitzenpolitiker).

Nun hat Hu Xijin mit offensichtlichem Zorn auf den Bericht einer amerikanischen Nachrichtenagentur reagiert, wonach der Chef des US-Landwirtschaftsministeriums Chinas Staatschef Xi Jinping als einen „kommunistischen Zeloten“ bezeichnet hat – Zeloten waren religiöse jüdische „Eiferer“, die Menschen töteten, die gegen Glaubensgewissheiten verstießen, mithin also die ersten historisch verbürgten fundamentalistischen Terroristen.

Aus chinesischer Sicht ist dieser Vergleich geradezu Majestätsbeleidigung – Xi Jinping ist schließlich der mächtigste Staatschef Chinas seit Mao und auf Lebenszeit ernannt. Der Chefredakteur der „Global Times“ Hu Xijin keilt nun zurück: China habe sich bisher im Handelskrieg sehr defensiv verhalten, man habe es aber bei der Trump-Regierung mit „fanatischen Rasssisten“ und „Imperialisten“ zu tun, die den Weltfrieden gefährdeten:

Gestern hatte Hu Xijin die amerikanische Wirtschaft als „im Leerlauf“ bezeichnet, die nur durch eine „Blase“ aufrecht erhalten werde – Chinas Wachstum verlangsame sich zwar, aber der Lebensstandard steige dennoch weiter:

Wie aber steht es derzeit im Handelskrieg der USA mit China? Nach wie vor steht kein Termin für das Treffen im Oktober fest. Gestern hatte US-Finanzminister wieder einmal berichtet, dass die Gespräche gut laufen würden, aber wenn man zu keiner Lösung komme, würden eben die Zölle weiter erhöht. Ähnlich unkonkret hatte sich dann wenig später auch Trump geäußert – aber was auffällt ist, dass die Märkte auf solche Phrasen nicht mehr mit einer Rally reagieren.

Peking wiederum hat heute erneut die USA in Gestalt der „China Daily“ (faktisch das Organ der Kommunistischen Partei Chinas) aufgefordert, die „Bedingungen für Gespräche zu schaffen“ – womit offenkundig die Aufhebung des Huawei-Banns und die Abschaffung der Strafzölle gemeint ist.

All das zeigt einmal mehr, wie weit die Wahrnehmungen der Lage zwischen den USA und China auseinanderdriften: die Amerikaner propagieren „gute Gespräche“, China dagegen sagt, dass die Bedingungen für solche Gespräche erst geschaffen werden müssten. In der Vergangenheit waren solche verbalen Differenzen stets Vorboten einer weiteren Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China..

Hu Xijin ist das inoffizielle Sprachrohr aus China



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6 Kommentare

  1. wau, das setzt dem Fass die Krone auf. Wahnsinn.

  2. Über was sollten sollten denn jetzt auch noch Verhandlungen geführt werden, wenn doch die Unvereinbarkeit wesentlicher Bedingungen auf beiden Seiten hinreichend bekannt ist? Einer über die Jahre zerrütteten Ehe können Gespräche auch keinen neuen Glanz mehr einhauchen und mit Druck und Drohungen schon erst recht nicht. Wenn die Märkte immer noch an eine Einigung glauben, sind sie mächtig auf dem Holzweg.

    1. Die einzig mögliche Einigung ist die Einigung darauf, dass es keine Einigung geben wird. :-)

  3. Da die Handelsbilanzüberschüsse eines Landes die Defizite des andern Landes sind ,ist es ein NULLSUMMENSPIEL. Eine Einigung im Sinne Trumps wäre, die Exporte Chinas in die USA total zu minimieren. Das würde China in die Rezession bringen, der Ami- Konsumgesellschaft höhere Preise bescheren u.die Weltwirtschaft erstmals in der Geschichte global in die Rezession führen.Waren doch frühere Rezessionen eher regional .War die Globalisierung im Aufschwung ein Segen, so wird sie im Abschwung ein Fluch sein. ( Kettenreaktion.)

  4. Der Weltfrieden und die Aktienmärkte haben etwas gemeinsam. Beide überbewertet.

  5. Ich finde, China wird auch in solch wirtschaftlichen Überlegungen viel zu sehr wie ein normales Land des Westens oder auch Asiens betrachtet. Dabei ist die Regierungsform und das Leben der meisten Menschen noch viel näher zu Nordkorea als zu Italien, Südkorea, Japan, Indien, Taiwan oder sonstwo. Eine Frau muß z.B. ihren Chef fragen, ob sie ein Kind bekommen darf. Das erinnert an das Fahrverbot der Frauen in Saudi Arabien. Aber so etwas „geht ja noch“!
    1.) https://www.brigitte.de/aktuell/gesellschaft/todesstrafe-in-china–eltern-in-der-todeszelle-10133030.html
    Natürlich gibt es bei uns auch Arme, die auf der Straße verhungern, aber in einer ganz anderen prozentualen Dimension. Und das nicht nur, weil in China sowieso so viele Menschen sind. In Indien wohnen auch viele Menschen, aber da sind trotzdem noch Welten bis zur Gesellschaft Chinas. (Ich hab in Indien 6 Monate gelebt.) Oder Taiwan oder Singapur. Dort sind nicht solche Zustände als allgemein, sondern nur als seltene Ausnahme. Da funktionieren noch gesellschaftliche Reflexe wie Kinderschutz wesentlich (!) besser!
    2.) Anderes Beispiel: Der Organraub an lebenden Menschen wird im großen Stil von Regierungsstellen verübt und es arbeiten offizielle Soldaten mit. Das ist im Westen oder anderen asiatischen Ländern einfach unmöglich.
    https://connectiv.events/er-war-noch-am-leben-arzt-deckt-organraub-an-lebenden-in-china-auf/

    3.) Dazu gehört auch, daß der neue Reichtum an der Masse der Chinesen vorbeigeht, dafür sich aber die Zahl der Millionäre dauernd erhöht. Ähnlich Saudi Arabien.

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