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Chinas Stahlfirma Sinosteel mit „default“

FMW-Redaktion

Die staatliche chinesische Stahlfirma Sinosteel wird eine heute fällige Anleihezahlung nicht leisten – und das trotz einer Intervention der Regierung. Damit tritt ein „default“ ein, ein „Kreditereignis“.

Die Anleihehalter hatten die Option, sich die eigentlich erst 2017 fällige Anleihe im Volumen von zwei Milliarden Yuan vorzeitig auszahlen zu lassen – Sinosteel hatte die Investoren in einem Brief gebeten, von dieser Option keinen Gebrauch zu machen, da man sonst die Zahlungen nicht würde leisten können. Am letzten Freitag dann hatte die chinesische Regulierungsbehörde bei eiinem Trefffen die Anleihehalter gebeten, von der Option keinen Gebrauch zu machen. Offenkundig vergeblich – sonst hätte die Firma Sinosteel nicht heute Nacht mitteilen müssen, dass man die fälligen Zahlungen nicht leisten könne.

Die Regulierungsbehörde jedoch, das geht aus der Webseite der Regierung für Unternehmensanleihen hervor, hat die Investoren gedrängt, die ursprünglich heute fällige Zahlung erst in einem Monat beanspruchen zu können (20.November). Bis dahin versucht Sinosteel offenkundig, Aktien der Tochtergesellschaft Sinosteel Engineering & Technology Co. zu verkaufen, um dann am 20.November die Zahlung leisten zu können. Sinosteel hat insgesamt wohl über 100 Milliarde Yuan Schulden – und hat für 2014 noch keinen Jahresbericht vorgelegt.

Sinosteel ist damit die dritte staatliche Firmaa in China, die eine fällige Zahlung für Anleihen nicht leisten kann. Das wirft ein Schlaglicht auf die Lage zahlreicher Firmen im Reich der Mitte – und dürfte nur der Anfang einer Kaskade von „defaults“ sein, zumal sich am Markt für Unternehmensanleihen, wie wir zuvor berichtet hatten, eine gigantische Blase gebildet hat (siehe dazu unseren Artikel „China: wo die wirklich gefährliche Blase ist!“).



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1 Kommentar

  1. Am deutschen und meines Wissens nach auch im gesamten europäischen Anleihenmarkt (hauptsächlich Bonds) sieht es für die Jahre 2016 und 2017 nicht besonders besser aus (Ausfälle, Zahlungsaufschübe und Insolvenzen sind einige zu erwarten). Vielleicht könnte die FMW-Redaktion auch hierzu einen kurzen Abriss geben, insofern die Zeit zur Verfügung steht – dürfte sicherlich einige interessieren. (Danke)

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