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Coronakrise: BIP mit historischem Absturz in Deutschland und USA

Die Coronakrise wird das BIP Deutschlands, aber vor allem der USA so stark einbrechen lassen wie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr. Ein Vergleich

Markus Fugmann

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Die Coronakrise wird das BIP Deutschlands, aber vor allem der USA so stark einbrechen lassen wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Am morgigen Donnerstag kommen die Zahlen zum BIP (10.00Uhr) in Deutschland und den USA (14.30Uhr) zum zweiten Quartal – und die Erwartungen sind geradezu apokalyptisch: in Deutschland dürfte das BIP im zweiten Quartal um -9,0% geschrumpft sein, in den USA dagegen dürfte der Absturz laut Prognosen bei noch nie gesehenen -34% liegen. Dabei schrumpfte die Wirtschaftsleistung in den USA bereits im ersten Quartal um -5%, in Deutschland dagegen nur um -2,2%.

Deutschland kommt schneller als die USA aus der Coronakrise

Nun sind aber die Daten in den letzten Wochen deutlich besser geworden, sichtbar vor allem in den wohl besten Frühindikatoren, den Einkaufsmanagerindizes. Das ist nun wohl kein Wunder angesichts der Aufhebungen der lockdowns, aber ist das wirklich schon eine „V-Erholung„? Auffallend ist jedenfalls, dass die Erwartungen stets besser sind als die Einschätzung der aktuellen Lage, sichtbar zuletzt im ifo Index, bei dem die Differenz zwischen sehr großer Zukunftshoffnung und eher mäßiger aktueller Lage so groß war wie seit zehn Jahren nicht mehr.

In den USA dagegen überraschten die Daten der letzten Wochen ebenfalls positiv, sichtbar im steil nach oben schießenden Citi Economic Surprise Index, der die Abweichungen zwischen Erwartungen und dann tatsächlich eintreffenden Konjunkturdaten bemißt. Aber die vor allem in den südlichen US-Bundesstaaten ist die Coronakrise nach wie vor dramatisch, die Hoffnung der US-Verbraucher ist daher, wie die gestern veröffentlichte Verbraucherstimmung des Conference Board zeigt, stark eingebrochen. Die Erholung kommt also in den USA wieder ins Stocken und dürfte damit das dritte Quartal belasten.

In Deutschland dagegen steigen zwar die Corona-Zahlen ebenfalls, aber lange nicht in der Dimension wie in den USA. Daher dürfte die deutsche Wirtschaft sich schneller aus der Coronakrise heraus arbeiten – der Kurs des Euro-Dollar zeigt, wie die Märkte hier die Lage einschätzen. Erstmals seit langer langer Zeit sehen die Finanzmärkte nun Europa in Sachen Wachstum auf einem besseren Weg als die USA: „The U.S. no longer dominates Europe in terms of economic outlook, and that is a major change”, so kürzlich der ehemalige Pimco-Chef Mohamed El Erian zum derzeitigen Paradigmenwechsel.

Dass Deutschland schneller einen Weg aus der Coronakrise findet als die USA, deuten auch die jüngsten Aussagen des DIW an: der Juli sei bereits sehr positiv verlaufen, ohne zweite Welle der Coronakrise dürfte sich die deutsche Wirtschaft weiter dynamisch erholen – aber gleichwohl erst im Jahr 2022 wieder das Niveau von vor der Coronakrise erreichen.

So formuliert das DIW im Wortlaut eine durchaus knackige Kritik an der Trump-Administration:

„Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat sich im Juli deutlich erholt. Für das noch junge dritte Quartal schnellt es auf 90 Punkte nach oben. Zum Vergleich: Für das zweite Quartal steht das Barometer aktuell bei nur 26 Punkten. Das erwartete Wachstum der deutschen Wirtschaft liegt für das laufende Vierteljahr bei kräftigen drei Prozent gegenüber den vorangegangenen drei Monaten. „Die Zeichen stehen eindeutig auf Erholung, doch trotz nun wieder kräftiger Zuwächse wird es wohl zwei Jahre dauern, bis der historische Einbruch vom Frühjahr wettgemacht ist“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen.

Die deutsche Wirtschaft hangelt sich Stück für Stück aus dem tiefen Loch, in das sie im zweiten Quartal gefallen ist – bedingt durch den Lockdown dürfte das Bruttoinlandsprodukt zweistellig und damit in noch nie dagewesenem Ausmaß eingebrochen sein. Erste Schätzungen veröffentlicht das Statistische Bundesamt morgen. „Nicht der Lockdown, sondern die Pandemie an sich ist jedoch die Ursache der Rezession“, sagt Simon Junker, Experte für die Konjunktur in Deutschland. „Ein Blick auf die USA lässt erahnen, wie verheerend das Virus ohne weitgehende Einschränkungen hätte grassieren können – und dann unter Inkaufnahme menschlichen Leids dennoch später zu einem Wirtschaftseinbruch geführt hätte.“ (Hervorhebung durch FMW).

Bleibt eine zweite Infektionswelle aus, dürften die Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen ein kräftiges Aufholwachstum in Gang setzen. Allerdings belasten die Sorgen vor weiteren Infektionswellen ebenso wie die wirtschaftlichen Nachwirkungen der ersten akuten Phase die konjunkturelle Erholung. Während die Wirtschaftspolitik die Einkommen hierzulande wohl stabilisieren dürfte, drücken die in vielen Ländern teils drastischen direkten Folgen der Pandemie die Entwicklung der deutschen Exporte. Alles in allem dürfte die deutsche Wirtschaft ihr Vorkrisenniveau erst im Jahr 2022 wieder erreichen.“

In der Summe also läßt sich klar sagen: Deutschland hat die Coronakrise deutlich besser gemeistert als die USA – das spiegelt sich nicht nur beim BIP beider Ländern, sondern  auch in den Umfragewerten für Kanzlerin Merkel in Deutschland und US-Präsident Donald Trump in den USA klar wider..

Der Unterschied in der Coronakrise, sichtbar im BIP: das Krisenmanagement von Merkel und voon Trump

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  1. Avatar

    Tino Gruchmann

    29. Juli 2020 19:35 at 19:35

    Das der Lockdown in der durchgeführten Form in den USA und Deutschland notwendig war ist mit dem Verweis auf Schweden nicht zwingend richtig. Wenn wir uns die Todeszahlen von Schweden auf die USA hochrechnen dann kommen wir auf ungefähr die gleiche Zahl und in den USA steigen die Todeszahlen weiter. Die Lockdowns werden nicht Verhältnismäßiger um so öfter man die Wirksamkeit scheinbare Wirksamkeit wiederholt. Einfach mal darüber nachdenken, wir rechnen weltweit mit 1000Mio mehr Arbeitslosen von denen ein Grossteil Probleme haben wird sich ernähren zu können.

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Coronavirus: Herdenimmunität, ein Geduldsweg, vor allem in Deutschland

Wolfgang Müller

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Die Impfung gegen das Coronavirus nimmt immer mehr Gestalt an, nicht nur in China, in Russland, in der Türkei, ab Montag in Großbritannien, aber bald auch in Deutschland. Endlich die Plage loswerden, immun werden, so die berechtigte Hoffnung Vieler. Eines aber spricht gegen eine rasche Herdenimmunität, auch in Deutschland – die Bereitschaft zur Impfung.

Coronavirus: Aktuelle und künftig Immunisierte

Betrachtet man sich die aktuellen Infektionszahlen, so erkennt man große Unterschiede bei den offiziell registrierten Infizierten mit dem Coronavirus. In den USA ist bereits jeder 23. Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden, in Frankreich jeder 29., in Spanien jeder 27., in Belgien und Tschechien jeder 20. – und in Deutschland? Jeder 76. Einwohner, bei einer Dunkelziffer von vielleicht Faktor drei bis vier, nach Einschätzungen von Virologen. Bleiben also noch über 78 Millionen, die es geschafft haben, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Aber was ist mit den USA, wo selbst der Leiter der nationalen Seuchenschutzbehörde von einer Dunkelziffer mit unglaublichem Faktor 10 sprach? Wenn dies zuträfe, hätten schon unglaublich viele Amerikaner die Sache bereits überstanden. Worüber das deutsche Gesundheitswesen eigentlich sehr stolz sein kann, bringt aus jetziger Sicht einen zusätzlichen Nachteil bei der Herdenimmunität.

Die derzeitige Abneigung der Bundesbürger gegen die Impfung

Auch wenn es bereits einen gewaltigen Aufbau für die über 400 Impfzentren in Deutschland gibt, von denen kürzlich die Rede war und die ab 15. Dezember funktionsfähig sein sollen, wird das Thema Massenimpfung eine große Aufgabe werden. Es leben bereits über 83 Millionen Menschen in diesem Lande und bis die so oft zitierte 60 Prozent-Rate erreicht ist, könnte es doch eine Zeit dauern. Zumal mit der Entwicklung der Impfstoffe die Zahl der Impfwilligen sogar abgenommen hat. Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass derzeit nur 53 Prozent der Bundesbürger zu einer Impfung gegen das Coronavirus bereit sind.

Man bräuchte aber selbst bei einem 100-prozentigen Schutz 60 Prozent der Bevölkerung, die bei der Impfung mitmachen. Bei der bisher verkündeten Wirksamkeit von 95 Prozent sogar noch einige Prozent mehr.

Sicherlich gibt es viele Skeptiker, die sich berechtigt Sorgen um die Nebenwirkungen machen, die man derzeit bei der geringen Probandenzahl gewiss noch nicht ausschließen kann. Die Anzahl sollte aber abnehmen, wenn die Impfungen gut funktionieren. Ein paar Sonderfälle aber, in den Medien verbreitet, schon könnte die Bereitschaft abnehmen. Aber es gibt auch die radikalen Impfgegner, auch Gentechnikgegner, die bis zu einer Herdenimmunität immer noch eine Gefahr darstellen, als mögliche Spreader des Coronavirus.

Die Impfung ist ein gewaltiger Schritt – aber kein Wundermittel, welches in kurzer Zeit die Normalität versprechen kann. Man weiß heute noch nicht, wie lange ein Schutz wirksam sein wird und ob man als Geimpfter nicht doch noch als Virenspreader in Frage kommt. Es wird bei aller Freude über die Impfung noch einiges an Geduld brauchen, denn es werden bestimmt in kurzer Zeit Meldungen entstehen, die contra Impfung verwendet werden können. Zum Beispiel von Menschen, die plötzlich nach der Impfung schwer erkranken, weil sie vor der Impfung noch keine Symptome verspürt haben. Das allgemeine Gesundheitsrisiko bleibt, ebenso das „Fake News-Risiko“ in den sozialen Medien.

Die kommende natürliche Spaltung der Gesellschaft

Es ist sicherlich nicht an der Zeit, um sich allzu viel Gedanken über ein mögliches Zukunftsproblem im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise zu machen. Aber die Fragestellungen könnten schneller kommen, als man jetzt glaubt. Was passiert mit den Millionen, die es bald geben wird, die geimpft sind und immunisiert: sollen diese weiter Maske tragen und die vielen Sonderregeln beachten? Wird anfangs sicherlich aus Solidarität funktionieren, aber es werden ja täglich mehr. Gar nicht zu reden von den vielen Branchen, die von dem Zusammentreffen vieler Menschen profitieren, wie Tourismus, Kultur, Festveranstalter, diese werden sicherlich die Rückkehr zur Normalität fordern. Es werden sich Gruppen bilden, aber was passiert mit den Verweigerern einer Impfung?

Viele Fragen, nicht nur für den Ethikrat.

Fazit

Die letzten Monate haben gezeigt, wie lange es dauern würde, bis eine natürliche Herdenimmunisierung dem Coronavirus den Garaus machen könnte. Vor allem in Deutschland. Selbst bei 10.000 kontrollierten Fällen pro Tag (3,6 Mio/Jahr) wären es viele Jahre, bis man eine Herdenimmunität erreicht hätte. Ein Kollaps nicht nur für die Wirtschaft und viele Branchen, sondern auch eine unerträgliche Lage für die Menschen und dem Leben in ständiger Angst.

Es geht nicht um die Jugend – in Deutschland gibt es bereits über 21 Millionen Rentner und viele Risikogruppen unterhalb dieser Altersgruppe. Klar gibt es die berechtigten Bedenken über Nebenwirkungen, aber bei einer Impfquote von gut 50 Prozent würde man in Deutschland noch sehr lange mit SARS-CoV-2 leben müssen. Ohne wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus hätte aber gerade Deutschland ein längeres Problem. Es sollte sich eigentlich jeder über den medizinischen Fortschritt freuen, auf die Wirksamkeit der Impfung hoffen und sich auf eine baldige Rückkehr zu sozialen Gewohnheiten des Miteinanders innerlich einstellen. Es dürfte allerdings noch ein gerüttelt Maß an Geduld erfordern.

Über das Coronavirus und Herdenimmunität

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Investieren Sie in ideen-intensive Geschäftsmodelle – Werbung

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Lieber Börsianer,

eine Frage an Sie: Welches Unternehmen würden Sie derzeit gründen? Eher einen Hersteller von Elektro-Autos oder – sagen wir – eine kleine Softwareschmiede, die Anwendungen für das Autonome Fahren entwickelt?

Eine kleine Abwägung: Für den Aufbau einer Autoproduktion dürfen Sie schon gleich zu Beginn mit Investitionen von mehreren 100 Millionen Euro kalkulieren. Daneben brauchen Sie Männer und Frauen für die Fließbänder und holen sich auf diese Art und Weise einmal einen deftigen Fixkostenblock in die Gewinn- und Verlustrechnung. Wenn alles halbwegs rundläuft, haben Sie nach rund 5 oder 6 Jahren Ihre Kosten amortisiert und dürfen ab jetzt auf Gewinne hoffen.

Ihre Softwareschmiede bauen Sie im eigenen Keller auf mit einigen Kumpels (m/w/d) aus dem Informatikstudium. Kostenfaktor wenige 100.000 Euro. Im 2. Jahr dürfen Sie bereits einen mittelschweren Auftrag für BMW abwickeln und haben Ihre Startinvestitionen schon fast kompensiert.

Natürlich, ich habe stark vereinfacht. Aber im Kern zeigt dieser Vergleich, welche Geschäftsmodelle in der modernen Wirtschaft besonders gut funktionieren. Industrie- oder Hardware-Produktion ist enorm kapitalintensiv und verlangt einige spendable Finanziers an Ihrer Seite. Digitale Geschäftsmodelle hingegen verlangen zunächst einmal „nur“ eine zündende Idee. Genau so entstanden Unternehmen wie Facebook und Microsoft. Damals schwänzten Mark Zuckerberg und Bill Gates ihre Vorlesung und schrieben im Studentenwohnheim an einem Betriebssystem oder einer Social-Media-Anwendung.

Aber es geht nicht nur um die Startinvestitionen. Generell werfen Geschäftsmodelle aus den Segmenten Internet oder Software auch in der Folge ganz andere Umsatzrenditen ab als etwa die Produktion von Fahrzeugen, Maschinen oder etwa Gasturbinen. Apple oder Facebook holt aus…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Brexit: Angeblich Einigung an diesem Wochenende

Markus Fugmann

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Laut einem Insider-Bericht wird es bereits an diesem Wochenende eine Einigung auf einen Deal für den Brexit zwischen der EU und Großbritannien geben. Damit würde dann laut diesem Bericht ein „Last-Minute“-Deal erreicht.
Möglich sei, dass die EU dann am 10. oder 11.Dezmeber einen Gipfel abhalten würden, so der Insider weiter.
Zuletzt war es vor allem zwischen Frankreich und Großbritannien zu Konflikten um Fischerei-Recht in britischen Gewässern gekommen..

Der Dax mit leichten Anstiegen auf die Meldung, ebenso das britische Pfund..

Gibt es auf den letzten Drücker einen Deal zum Brexit?

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