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Coronavirus: Hoffnung in Europa – aber USA vor schwerer Zeit!

Anzeichen der Hoffnung in den europäischen Ländern, aber extreme Besorgnis für die „leading Nation“ USA. Was bedeutet das für die Börsen? Nichts Gutes..

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Sie ist schon fast ein Muss für alle Interessierten, die Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts mit seinem Präsidenten Professor Dr. Lothar Wieler: Die Bekanntgabe der Entwicklung der Zahlen der Infektionen mit dem Coronavirus, der daran Verstorbenen, der Gesundeten und seine Beurteilung der Lage. Der oberste Virologe der Republik – oder ist es doch Professor Drosten mit seinem sachlich-analytischen Podcast? – bemüht sich dabei um eine Darstellung der Situation mit ihrer ganzen Dramatik, aber auch um die Übermittlung von etwas Zuversicht, was in so einer Ausnahmesituation sicherlich genauso wichtig ist. Ein Spagat, der einige unlösbare Konflikte zu minimieren versucht.

Coronavirus: Die Dynamik bei den Infektionszahlen

Durch die umfassende Information der John-Hopkins-Universität über die weltweiten Daten zur Ausbreitung und Eindämmung des Coronavirus, kann sich jedermann ein Bild über die Pandemie machen. Zumindest was den mathematischen Aspektt betrifft, mit der exponentiellen Ausbreitung in vielen Ländern, seiner Veränderung bis hin zu einer Abflachung und dann dem folgenden Anstieg der Daten der Gesundeten, die bei einer Quote von 80 Prozent an relativ harmlos verlaufenden Erkrankungen zwei Wochen später auch einen exponentiellen Verlauf nehmen wird.

Für Deutschland sieht dies für die letzten 10 Tage, als Zeitraum für die strengeren Prophylaxemaßnahmen wie folgt aus:

22.März: 24.802 Infizierte, 266 Genesene – 29. März: 60.659 zu 9211.

Am gestrigen Abend waren es 70.895 Coronafälle und 15.824 Gesunde.

Nach Aussage der deutschen Bundeskanzlerin betrug die Verdoppelungsrate kürzlich noch 5,5 Tage, vorletzte Woche geschah dies noch nach drei Tagen, ab dem 20. März nach vier Tagen. In der Schweiz ist dies aktuell nach 10 Tagen der Fall. Da diese Anstiegsverhältnisse natürlich auch für die 80 Prozent nach zwei Wochen Genesenden gelten, müssten wir schon an Ostern 30.000 Gesunde haben und wenige Tage später 60.000. Aber auch die Infektionsfälle könnten auf ungefähr 120.000 beziehungsweise 240.000 steigen. Daran sieht man die Wichtigkeit der Maßnahmen in den kommenden 14 Tagen.

Wir erreichen in Europa das Top bei der Geschwindigkeit der Infektion mit dem Coronavirus. Für Italien habe ich das schon letzte Woche in Artikeln beschrieben, dass es in der Region Mailand aufgrund der schon über zweiwöchigen Quarantänemaßnahmen zum Höhepunkt bei den Infektionszahlen mit dem Coronavirus spätestens in dieser Woche kommen könnte. Die Höchstzahl an Neuinfizierten hatte man bereits am 21. März mit über 6557/Tag erreicht, aber seit dem Wochenende geht es vor allem prozentual stark nach unten.

Die Infektionszahlen werden weiter steigen, aber genauso deutlich die Zahl der Gesundungen. Noch ein Wort zu Deutschland: Bei Einhaltung der Vorsorgemaßnahmen über Ostern hinaus bin ich mir relativ ziemlich gewiss, dass die Zahl der „active cases“ mit dem Coronavirus durch die Eindämmungsmaßnahmen jetzt deutlich eingebremst wird.

Die Unvernunft der Verharmloser

Gewiss stellt das Coronavirus für die Masse der Menschen keine größere Bedrohung dar, als es bei einer Influenza der Fall ist. 80 Prozent haben nur leichte Symptome oder bemerken nicht einmal ihre Erkrankung. Aber, wie schon tausendmal gehört: diese können als Überträger des Virus agieren, ohne es zu bemerken und das mit tödlichem Ausgang für Hochbetagte oder Ältere mit Vorerkrankungen.

Genau aus diesem Umstand heraus rührt die absolute Vorsicht der Gesundheitsbehörden. Professor Wieler zeigte sich geschockt angesichts des Ergebnisses einer Umfrage (Studie Cosmo), derzufolge sich zwar 89 Prozent der Befragten darüber im Klaren seien, dass man sich mit Symptomen von Coronavirus in Quarantäne begeben müsste, aber 63 Prozent würden dies nicht tun – weil sie das Virus für harmlos halten.

Da bleibt den Gesundheitsbehörden gar nichts anderes übrig, als psychologisch den Teufel oder das Worst-Case-Szenario an die Wand zu malen. Man muss die Bevölkerung schützen vor unbelehrbaren, leichtsinnigen oder gar dummen Menschen, die in der Lage wären, eine große gesundheitliche Katastrophe für die älteren Bürger hervorzurufen. Die letzte Auswertung des RKI zu den Todesfällen zeigt: Der Altersmedian liegt bei 82 Jahren, die Spanne zwischen 28 und 104 Jahren. Von den Todesfällen waren 507 (87%) Personen 70 Jahre und älter.

Man darf daher nicht zu früh Entwarnung geben, auch wenn die akuten Fälle immer weniger zunehmen sollten. Die Infektionsmathematik ist gnadenlos.

Coronavirus: Die Sondersituation in den USA

Die Vereinigten Staaten sind bei der Ausbreitung der Pandemie Nachzügler und zugleich in großer Gefahr. Zum einen weil Präsident Trump das Coronavirus zuerst völlig verharmlost hat und entsprechende Maßnahmen recht spät eingeleitet wurden. Zum anderen ist landesweit die medizinische Versorgung in der Notfallmedizin gar nicht so gut –  im Vergleich zu Deutschland – wie man es von einer Weltmacht erwarten könnte. Ob bei der Anzahl der Spezialbetten oder der Beatmungsgeräte, überall hakt es. Aber auch das Gesundheitssystem als Ganzes, über das wir schon am 6. März („Coronavirus: Die Schwächen des US-Gesundheitssystems“) geschrieben hatten. Jetzt offenbaren sich durch das Coronavirus die Schwächen des teuren, ineffizienten und weitgehend gewinnorientierten Systems.

Zahlen liefert eine Studie der kalifornischen „Kaiser Family Foundation“ und des „Peterson Center of Healthcare“: Demnach würde eine an Corona erkrankte Person ohne Versicherung im Schnitt auf eine Rechnung von 9.763 Dollar kommen, wenn keine Komplikationen auftreten. Treten solche Schwierigkeiten dagegen ein, käme der Patient auf bis zu 20.000 Dollar. Selbst wenn die Kosten durch eine Krankenversicherung abgedeckt würden, blieben durch Selbstbeteiligungen und Zuzahlungen etwa 1.300 Dollar übrig und das pro Person. Damit wäre ein Familienvater bei einer Infektion der ganzen Familie mit dem Coronavirus rasch in finanziellen Nöten.

Fazit

Spürbare Erleichterung durch die Dämmung von Covid-19 in China und der Aufnahme der Produktion, erste Anzeichen der Hoffnung in den europäischen Ländern, aber extreme Besorgnis für die „leading Nation“ USA, so könnte man den aktuellen Stand um das Coronavirus grob umschreiben.

Was bedeutet das für die Börsen? Nichts Gutes – und viel Volatilität. New York wird jeden Tag in den Wirtschaftssendern als das „Financial Capital of the World“ bezeichnet – und gerade dort wütet Corona am heftigsten. Die 8-Millionen-Metropole lebt im Ausnahmezustand mit bereits 75.983 Coronafällen, fast soviel wie es „offiziell“ in ganz China gegeben hat.

So könnte es ausgerechnet die Leitbörse in New York sein, die für die nächste Talfahrt sorgt.

Die USA sind inzwischen das Epizentrum des Coronavirus

 

 

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Kritisch on fire

    1. April 2020 09:33 at 09:33

    Weil in fast jedem Kommentar versucht wird einen Bezug zur Influenza herzustellen möchte ich hier darauf hinweisen, dass die Influenza-Erkrankungen und Todesfälle so unnötig sind wie man es sich gar nicht vorstellen mag. Es gibt eine Impfung gegen das Influenza Virus und dadurch könnten die Erkrankungen und Todesfälle massiv gesenkt werden!
    Aber, was hört man allerorts (wahrscheinlich von jener Schicht die auch meinen COVID-19 wäre ja nicht so gefährlich, trifft doch nur die Alten, etc. etc): Die Impfung ist doch nur Geschäftemacherei, verursucht manchmal sogar Autismus (Hr. Trump vertrat ja auch diese Meinung)und vielerlei mehr socheer Schwachsinnigkeiten. Also, Leute lasst euch gegen Influenza impfen und schützt damit nicht nur euch selbst sondern auch eure Liebsten und das gesamte Gesundheitssystem. Aller Fachleute Meinung zur Folge wird COVID-19 ebenfalls als Erkrankungswelle immerwieder auftreten und gemeinsam mit einer Influenza-Welle könnte das sehr schnell zum Kollaps des Gesundheitssystem führen.

  2. Avatar

    Lausi

    1. April 2020 10:25 at 10:25

    Von kaum jemanden bemerkt: Die Wunderwaffe gegen Covid-19 made in USA. Das wird noch ein echter game-changer.

    https://youtu.be/OSIrQBGfUtw

    • Avatar

      Quintus

      1. April 2020 12:12 at 12:12

      @ Lausi
      Ja, dies wird wirklich ein Game Changer! Aber wohl in die entgegengesetzte Richtung. Da die fundamentalen Christen weder auf Kirchgänge verzichten noch auf soziale Distanz in diesen Tagen gehen, dazu noch meterweit spuckenden Geiferern am Podium ihr Gehör schenken, wird sich das Virus auch durch ländliche Gebiete fressen.
      Laßt uns beten, liebe Foristen….wir loben dich und preisen dich und bitten dich….wirf Hirn vom Himmel. Amen

    • Avatar

      Hinterfrager

      1. April 2020 15:50 at 15:50

      Zeitlos: Wenn et bedde sisch lohne dääd…:-)

      https://www.youtube.com/watch?v=MJJ2Fzb-nQ0

  3. Avatar

    Sabel

    1. April 2020 14:32 at 14:32

    Der Kranke Mann am Potomac.

    Das Virus beschleunigt nur den Niedergang, der seit Jahrzehnten, spätestens jedoch seit dem dritten Golfkrieg, voranschreitet.

    Seit der Immobilen-Kriese sollte es eigentlich dem Letzten klar sein, das sich die USA wirtschaftlich und politisch auf dem absteigenden Ast befinden.

    Es ist meiner Meinung nach das Gebot der Stunde sich zu hinterfragen, ob die USA noch die „Leading Nation“ sein sollte und sein kann.

    • Avatar

      Michael

      1. April 2020 20:50 at 20:50

      @Sabel, ich stimme völlig zu und korrigiere bzw. ergänze: Es ist seit etwa 20 oder 30 Jahren das Gebot der Stunde, sich zu hinterfragen…

      • Avatar

        Lausi

        2. April 2020 08:38 at 08:38

        @Sabel: Die Frage ist wie sich die USA aus der Führungsrolle verabschieden werden. Wird es ein sang- und klangloses Abtauchen sein, oder werden sie mittels ihrer riesigen, übermächtigen Militärmaschine versuchen sich weiter an der Macht zu halten – sozusagen ein Abgang mit einem großen Knall. Die nächsten Jahre werden spannend…

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