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Warum man sich beim Goldpreis auf eine Achterbahnfahrt einstellen muss

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis hat sich in der jüngsten Liquiditätskrise im Vergleich zu den Preisen anderer Vermögenswerte sehr gut gehalten. Im Zuge des Abflauens der Pandemie könnte es jedoch zu Mittelabflüssen kommen. Gleichwohl stärken die ökonomischen Folgen der Corona-Krise das fundamentale Umfeld für das Edelmetall nachhaltig.

Goldpreis im Spannungsfeld von Corona-Erleichterung und fundamentalem Umfeld

Die Nachfrage nach physischem Gold war zuletzt auf die Stände der Finanzkrise von Anfang 2009 nach oben geschossen, wie man u. a. an den Absätzen der v. a. in den USA sehr beliebten Goldmünze „American Eagle“ bis zum totalen Ausverkauf bei der U.S. Mint Ende letzter Woche sehen kann (aktuell keine Auslieferungen mehr möglich).

Verkäufe US Mint Statistik

Gleichzeitig scheint die Pandemiewelle in Asien abzuebben. Diese Entwicklung wird in Europa für Ende April und für Amerika für Anfang Mai erwartet. Umso näher diese „Corona-Erleichterung“ rückt, umso mehr wird auch die Risikofreude in die Märkte zurückkehren. Dies kann zu Umschichtungen raus aus den „sicheren Häfen“ Gold und Staatsanleihen zurück in die Aktienmärkte führen. Doch wie nach der Finanzkrise ist auch jetzt mit massiven Folgeschäden zu rechnen, die aktuell noch gar nicht bezifferbar sind. Eines ist aber schon klar: Die Schuldenstände der Staaten, Banken, Unternehmen und privaten Haushalte werden dauerhaft höher bleiben als vor der Pandemie. Dabei ist für den Goldpreis besonders die Entwicklung in den USA relevant, da der US-Dollar als Weltleitwährung und Reservewährung Nummer eins der natürliche Konkurrent für die Reservewährung Gold ist.

Das Virus zieht sich zurück, die Schulden schießen durch die Decke

Für die USA erwartet das Congressional Budget Office (CBO) durch die bereits vom Kongress verabschiedeten Hilfsmaßnahmen Mehrausgaben in Höhe von 2,2 Billionen US-Dollar oder 10,3 Prozent des BIP. Wobei Donald Trump erst heute Nachmittag erneut ein viertes Hilfsprogramm forderte und darüber hinaus zwei Billionen US-Dollar für Infrastrukturmaßnahmen. Dazu kommen noch Mindereinnahmen des Fiskus im Zuge der aktuellen Krise, die durch Neuverschuldung im Staatshaushalt kompensiert werden müssen.

Schon jetzt liegt die Staatsverschuldung der USA gemessen am Bruttoinlandsprodukt mit 23,54 Billionen US-Dollar bei über 100 Prozent. Für das Ende des laufenden Fiskaljahres am 30. September 2020 wird ein Hochschießen der Verschuldung auf über 120 Prozent des BIP erwartet, sofern keine neuen Nachtragshaushalte für weitere Hilfsmaßnahmen verabschiedet werden. Wie man in dem nachfolgenden Balkendiagramm gut erkennen kann, kam es auch im Zuge der Finanzkrise zu einem deutlichen Anstieg der Staatsverschuldung, die auch elf Jahre später nicht abgebaut wurde.

Staatsverschuldung der USA - indirekt auch wichtig für den Goldpreis

Dieses Phänomen kann man in nahezu allen Staatshaushalten beobachten. Allein Deutschland konnte als bedeutendes Industrieland seine Schuldenquote wieder deutlich reduzieren, dank striktem Sparkurs, starker Exportwirtschaft und negativen Staatsanleiherenditen.

Die jetzt in allen Bereichen ansteigende Verschuldung wird dazu führen, dass die Zinsen auch nach dem Abklingen der Pandemie nicht mehr steigen können – auch nicht in den USA. Das bedeutet aber auch, dass die Notenbanken den gesamten Anleihemarkt dauerhaft durch Ankaufprogramme werden alimentieren müssen. Eine Reduzierung der Bilanzen ist damit ebenfalls kaum noch möglich, im Gegenteil. Durch die Zerstörung der Risikoprämien an den Kapitalmärkten werden private Investoren als Gläubiger zurückhaltender. Diese Lücke zum explodierenden Refinanzierungsbedarf der Schuldner müssen die Notenbanken mit QE-Programmen füllen.

Ein Umfeld aus sprunghaft ansteigender Verschuldung, dauerhaft niedrigen Zinsen und Gelddruckprogrammen in bisher unbekannter Dimension, spricht für eine dauerhaft hohe Nachfrage nach Gold. Zwischenzeitliche Schwankungen beim Goldpreis sind dabei mit einzukalkulieren, ändern aber nichts an dem positiven Grundtrend.

Charttechnik beim Goldpreis in alle Richtungen offen

In Euro notiert der Goldpreis aktuell mit 1.559,6 Euro pro Unze nur 4,45 Prozent unter dem Tagesschlussrekord vom 24. Februar. Bei 1.420 sowie bei 1.320 Euro verlaufen die kurz- bzw. mittelfristigen Aufwärtstrends. Auch wenn es beim Goldpreis im Euro-Chart momentan nach einer Top-Bildung aussieht, so muss sich diese nicht zwingend auch ergeben. Zumal die Preisausschläge zuletzt liquiditätsbedingt ungewöhnlich hoch waren und die sich daraus ergebenen Chartmuster keine sehr hohe Aussagekraft besitzen.

Kursverlauf vom Goldpreis in Euro

In US-Dollar ist die V-förmige Erholung beim Goldpreis, ebenso wie in Euro, sehr gut zu erkennen. Diese Erholung ging einher mit den starken Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed sowie die Ankündigung unlimitierter Kreditvergabe und Wertpapierkäufe. An diesem geldpolitischen Umfeld, das für das zinslose und knappe Gold ideal ist, wird sich in Zukunft wenig ändern. Kurzfristig bietet der Bereich von 1.593 bis 1.610 US-Dollar pro Unze eine gute Unterstützungszone. Der mittelfristige Aufwärtstrend verläuft aktuell bei ca. 1.560 US-Dollar.

Verlauf des Goldpreis in US-Dollar

Fazit und Ausblick

Die hohe Volatilität bleibt dem Goldpreis wahrscheinlich erhalten, bis der Markt weniger auf die aktuellen Zahlen der Virus-Epidemie schaut und wieder verstärkt auf den fundamentalen Datenkranz.

Das Umfeld für Gold bleibt trotz der Preisschwankungen sehr konstruktiv. Aufgrund der akuten Probleme am Markt für Papiergoldmarkt in der jetzigen Krise könnte es möglicherweise sogar zu einem Paradigmenwechsel bei der Wahl der Goldinvestments führen – zugunsten des physischen Metalls. Ein solche Entwicklung, weg von den ungedeckten Derivaten und Terminkontrakten hin zum Metall, würde den Goldpreis angesichts der Enge des Marktes zusätzlich unterstützen.

Mittelfristig wird Gold als Vermögensversicherung in Anbetracht der explodierenden Schuldenstände weiter an Bedeutung gewinnen. Daher sollten Preisrücksetzer als Opportunität verstanden werden. Denn auch wenn die Corona-Krise abebbt, die ökonomischen Herausforderungen in den hoch verschuldeten Industriestaaten und Schwellenländern werden sich unabhängig davon im Zeitverlauf weiter verschärfen.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Hustenberg

    1. April 2020 09:52 at 09:52

    Ein guter Artikel Herr Zipfel, Danke vielmals!

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    Columbo

    1. April 2020 10:36 at 10:36

    Nicht vergessen, daß einige Zentralbanken kein Gold mehr kaufen. Allen voran die russische.
    Die Zentralbanken sind ein Damoklesschwert für Gold.

    • Avatar

      Dennis de Graaf

      1. April 2020 13:34 at 13:34

      Die russische Zentralbank hat aber keinen Gold im Ausland gekauft, sondern sich aus der eigene einheimische Minen beliefern lassen. Da jetzt durch den Ölkrieg mit Saudi Arabien Devisen fehlen, und die Frage nach physischen Gold gross ist, wird Russland seinen Gold eher verkaufen als selber behalten.

  3. Avatar

    Nurmalso

    1. April 2020 14:44 at 14:44

    Mittelfristig heißt in einigen Jahren…bis dahin sind die meisten völlig pleite und dürfen ihr Gold wieder an die Big Boys abgeben. Außer Spesen nichts gewesen…

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    Goldsammler

    1. April 2020 15:28 at 15:28

    Welch eine Debatte:
    Den Preis machen die Papiertiger und die sind sich einig.
    Wenn NY zugemacht wird, wird die Comex explodieren.

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Goldpreis: Für welche Richtung entscheidet sich der Markt?

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Ein Barren Gold

Seit Mitte April pendelt der Goldpreis in US-Dollar in einer engen Spanne von ca. 50 US-Dollar bzw. ca. drei Prozent. Obwohl die Rahmenbedingungen für weiter steigende Notierungen sprechen, offenbart der Goldpreischart kurzfristig drei mögliche Kursverlaufsszenarien.

Weltweite Rekorde außer beim Goldpreis in US-Dollar

Der Weltgoldpreis, berechnet gleichgewichtet in allen Währungen der Welt ohne den US-Dollar, notiert bereits 26 Prozent über seinen Höchstständen aus dem Jahr 2011. Der Goldpreis in Euro hat sein Hoch aus dem Oktober 2012 um 15 Prozent übertroffen. Eine Ausnahme bildet der Goldpreis in US-Dollar: Dieser notiert aktuell noch knapp 10 Prozent unter seinem Rekordpreis vom September 2011. Der Gründe dafür sind nicht etwa die besondere Solidität der US-Währung oder die besonnene Geld- und Finanzpolitik in den USA, sondern schlicht und einfach die globale Dollarknappheit und die daraus resultierende Dollar-Stärke gegenüber anderen Fiat-Währungen. Ursache dafür ist die hohe Verschuldung von öffentlichen und privaten Haushalten weltweit in US-Dollar. Zur Bedienung ihrer Verbindlichkeiten müssen die Dollar-Schuldner permanent für Zins- und Tilgungszahlungen US-Dollar gegen ihre heimische Währung kaufen. Die Tatsache, dass der Goldpreis in US-Dollar, anders als in den meisten anderen Währungen der Welt, noch kein Allzeithoch erreicht hat, ist also kein Signal für eine Entwarnung, sondern ein weiteres Krisensymptom einer hoffnungslos überschuldeten Welt.

Trotz dieses besonderen Umstandes konnte auch der Goldpreis in US-Dollar auf Zwölfmonatssicht 22 Prozent an Wert zulegen. Selbst der durch den Liquiditätsschock bedingte heftige Rückschlag vom 9. bis zum 19. März 2020 um in der Spitze 15 Prozent wurde bis zum 13. April wieder aufgeholt und bis dato um weitere 35 US$/Oz. überboten. Grund für den V-förmigen Rebound waren die extrem aggressiven und in Friedenszeiten in ihrer Dimension beispiellosen Maßnahmen durch die Fiskal- und Geldpolitiker. Gold als bedeutende und knappe Reservewährung reagiert sehr sensibel auf die Veränderung des Zinsniveaus und der Geldmenge. Nachdem nun auch die US-Dollarzinsen effektiv bei null angelangt sind (0,05 Prozent) und gleichzeitig die Geldmenge (Aggregat M1) mit einer Jahresrate von fast 35 Prozent explodiert, ist es kein Wunder, dass auch immer mehr Großbanken in den USA ihren Kunden den Kauf von Gold empfehlen und ihre Kursziele nach oben anpassen.

Drei wahrscheinliche Szenarien für den Goldpreis

Der Grund für den aktuellen Zickzackkurs bei den Goldnotierungen in US-Dollar ist die stark gegenläufige Erwartung der Marktteilnehmer. Während die einen schon das Ende der „außerordentlichen“ Belastungen für die Wirtschaft durch Covid-19 feiern, sehen andere die Pandemie als Auslöser für eine globale Pleitewelle und den Beginn einer ernsthaften weltweiten Schuldenkrise. Schaut man sich die Fakten an, dann scheint die Hoffnung, dass mit den nun beginnenden Lockerungsmaßnahmen die Weltwirtschaft wieder zur Normalität zurückkehrt, sehr ambitioniert. Zu stark ist die weltweite Gesamtverschuldung weiter angestiegen, zu weit ist die Zombifizierung des Unternehmenssektors vorangeschritten, zu viele Arbeitsplätze und Geschäftsmodelle werden weder kurz- noch mittelfristig zurückkehren. All das erfordert aber die Notwendigkeit noch desperaterer Geld- und Fiskalpolitik, womit der Durchbruch des Goldpreises in US-Dollar durch den derzeit etwas hartnäckigen Widerstand bei 1.750 US-Dollar für eine Unze Gold. nur eine Frage der Zeit ist.

Goldpreis im Kursverlauf in US-Dollar

Lediglich der Verlauf des Goldpreises bis zum nächsten Widerstand bei 1.800 US$/Oz. ist aktuell ungewiss. Drei Szenarien erscheinen als wahrscheinlich. Szenario eins: da bereits das nächste defizitfinanzierte Hilfspakete in Höhe von drei Billionen US-Dollar (2,75 Bio. EUR), bereitgestellt durch die US-Notenpresse, auf höchster politischer Ebene in den USA diskutiert wird, wäre ein kurzfristiger Durchbruch beim Goldpreis in US-Dollar nach oben in Anbetracht der zusätzlichen US-Defizitexplosion nicht verwunderlich. Im zweiten Szenario liefe der Goldpreis noch einige Zeit in einer engen Bandbreite zwischen 1.700 und 1.750 US-Dollar für eine Unze Gold. und würde so die noch vorhandene Überkauftheit im Zuge einer Seitwärtskonsolidierung sukzessive abbauen. Der Durchbruch nach oben könnte dann im Zuge der zu erwartenden Eskalation des Konflikts zwischen den USA und China, kombiniert mit den ersten Anzeichen einer globalen Pleitewelle und einer deutlich langsameren ökonomischen Erholung erfolgen.

Im dritten Szenario würde der Goldpreis nochmals deutlicher bis auf die aufsteigende Unterstützungslinie bei aktuell ca. 1.606 US$/Oz. korrigieren, sofern die Optimisten an der Wall Street die Oberhand gewinnen und sich vom „sicheren Hafen“ Gold temporär wieder trennen oder schlicht Gewinne realisieren. Erst wenn den Marktteilnehmern mehrheitlich die Folgen des globalen Shutdowns in ihrer vollen Dimension bewusst werden und die Hoffnung auf eine schnelle „Normalisierung“ der Weltwirtschaft sich ins Gegenteil verkehrt, nämlich dass die jetzige Corona-Krise nur der Auslöser einer bereits vorher überfälligen globalen Schuldenkrise ist, würde der Goldpreis auch in US-Dollar auf neue Rekordstände reüssieren. Dies würde auch zur Saisonalität beim Goldpreis passen, die von Mitte Mai bis Mitte Juni zumindest rein statistisch ungünstig verläuft und ab dann bis Jahresultimo positiv verläuft. Allerdings gibt es aktuell übergeordnete Preisimpulse, wie die rekordhohe Investmentnachfrage, die unabhängig von üblichen saisonalen Effekten positiv auf den Goldpreis wirken.

Fazit und Ausblick

Egal, für welche Richtung sich der Goldpreis kurzfristig entscheidend, selbst eine etwas ausgedehntere Korrektur in den Bereich der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei aktuell 1.606 US-Dollar für eine Unze Gold. Würde das übergeordnet konstruktive Chartbild nicht negativ beeinträchtigen. Gleichwohl wäre die kurzfristige Überkauftheit dann vollständig abgebaut und damit eine interessante Opportunität für Nachkäufe gegeben.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Goldpreis bereits in Kürze den hartnäckigen Widerstand bei 1.750 US$/Oz. nach oben überwinden kann und im Anschluss zügig bis zum nächsten Horizontalwiderstand bei 1.800 US$/Oz. vorstößt. Die Rahmenbedingungen sprechen für dieses Szenario: Explodierende Geldmenge, explodierende Verschuldung, irreversible Null- und Negativzinsen, eine massive Pleitewelle, desperate Geld- und Fiskalpolitik, historisch hohe Unsicherheit bezüglich der weltwirtschaftlichen Perspektive, ein drohender ungeregelter Brexit sowie das Wiederaufflammen des Konflikts zwischen den USA und China sowie die Unsicherheit bezüglich einer zweiten Corona-Welle.

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BÖRSE AKTUELL – DER Wochenausblick für Dax, Gold, Ölpreis

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Noch in der letzten Woche hatte die Börse die Hoffnung auf fallende Kurse gesät. Doch direkt zum Wochenstart zogen Dax & Co. weiter an. Die nächste Woche startet ohne Rückenwind aus den USA. Die Börsen NYSE und Nasdaq haben wegen des Memorial Day geschlossen. Am Donnerstag wird in den USA die Veränderung des Bruttoinlandsproduktes gegenüber dem Vormonat bekanntgegeben. Außerdem dürften die wöchentlich veröffentlichten Arbeitsmarktdaten Schwung in die Börse bringen.

Börse aktuell Teil 1: Dax – die Käufer wittern ihre Chance!

Der Dax hat in der vergangenen Handelswoche das Range-Hoch im Bereich 11.250 – 11.300 Punkte getestet. Von diesem Niveau habe ich mit einsetzendem Verkaufsdruck gerechnet. Dieser ist allerdings ausgeblieben. Lediglich am Freitag startete der Dax schwächer. Diese niedrigen Kurse haben direkt aggressive Käufer genutzt. So konnte die Börse am Freitag ihre Tore mit einem Wochengewinn von 5,8 Prozent schließen.

Börse - Dax im Chartverlauf

Damit bleibt das bullische Bild seit dem Corona-Tief bestehen. Für den Wochenstart sehe ich den Dax weiter auf hohem Niveau zwischen 10.800 und 11.300 Punkten seitwärts laufen. Ab Mitte der Woche kann es dann im deutschen Leitindex zu einem Ausbruch über 11.300 Punkte kommen. Dieser wird im Idealfall mit hohem Handelsvolumen im Dax Futures begleitet. Anschließend wäre ein weiterer Anstieg über 11.600 Punkte, bis zur runden 12.000er Marke und maximal bis 12.300 Punkte möglich. Fällt der Dax unter 10.800 Punkte, muss mit einer weiteren Abwärtsbewegung bis 10.200 Punkte gerechnet werden.

Börse aktuell Teil 2: S&P 500 – die Bullen wollen weiter grasen

Im S&P 500 ist deutlich zu erkennen, wie die Käufer am charttechnischen Widerstand zwischen 2.960 – 2.984 Punkten knabbern. Ich vergleiche derartige Situationen gerne mit einem Vulkan. Das Magma steigt auf und bildet Druck unter der Erdkruste. Diese ist zuerst noch sehr fest und hält das flüssige Gestein zurück. Irgendwann wird die Erdkruste brüchig und kann dem Druck nicht mehr standhalten. Es erfolgt ein Vulkanausbruch.

Je mehr hungrige Käufer an dem Widerstand knabbern, desto dynamischer erfolgt wahrscheinlich der Ausbruch. Im S&P 500 wartet die nächste Hürde zwischen 3.080 und 3.135 Punkten. Danach wird die Luft für die Käufer immer dünner.

Börse aktuell Teil 3: Goldpreis – Unentschieden zwischen Käufern und Verkäufern

Der Goldpreis konnte in der vergangenen Handelswoche wenig glänzen. Der Angriff auf den „Bollwerk-Widerstand“ beim Gold Futures im Bereich 1.780 – 1.800 USD wurde von den Verkäufern weiterhin verteidigt. Damit hat die Seitwärtsbewegung im Futures Bestand. Solange sich der Goldpreis über der „Make or Break“ Unterstützung bei 1.670 – 1.690 USD hält, bleibt das Chartbild aber bullisch.

Gold Chart - Entwicklung der Börse im Chart

Im Gold Spotpreis haben wir zuletzt einen Ausbruch über den Range-Widerstand zwischen 1.735 – 1.748 USD gesehen. Die Stärke konnte allerdings nicht aufrecht gehalten werden. Der Spotpreis ist zurück in die vorherige Range gefallen. Seit Ende Februar sehen wir lediglich leicht höhere Hochs. Damit wird eine Korrektur immer wahrscheinlicher. Im Goldpreis erwarte ich, dass sich die Korrektur eher über den Faktor Zeit abspielt. Die Börse bewegt sich zu 80 Prozent innerhalb einer Seitwärtsbewegung. Genau diese erwarte ich auch für den Goldpreis.

Teil 4: Der Ölpreis stößt an seine Grenzen

In der letzten „Börse AKTUELL“ hatte ich über den Ausbruch über die markante Hürde zwischen 27,30 – 28,40 USD berichtet. Erwartungsgemäß haben wir einen Anstieg bis zum nächsten Widerstand gesehen. Knapp über der 34-Dollar-Marke ist es zu einem ersten dynamischen Einbruch gekommen. Daran ist die Wirkung des Widerstandes zu erkennen. Für die nächste Woche erwarte ich maximal einen Anstieg bis 36,40 USD. Der obere Gap-Widerstand stellt für mich ein interessantes Short-Niveau dar.

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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Aktuell: Warum der Goldpreis fällt

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Ein Stapel Gold-Barren

Der Goldpreis fällt seit gut zwei Stunden. Zuletzt ging es noch etwas steiler bergab. Vom Zwischenhoch bei 1.741 Dollar um 14:30 geht es runter auf aktuell 1.719 Dollar (aktuell 1.723 Dollar). Was ist passiert? Schauen wir auf den Chart, der den Goldpreis-Verlauf seit heute früh in rot-grün zeigt. In blau sieht man den US-Dollar Index (Währungskorb des Dollar gegen andere Hauptwährungen). Ab 14:30 Uhr fällt Gold, und der Dollar steigt. Es gab Arbeitsmarktdaten aus den USA im Rahmen der Erwartungen, und später danach einen etwas besser als erwarteten Einkaufsmanagerindex. Es ist grundsätzlich schlecht für Gold, wenn sich die Konjunkturwolken aufhellen. Aktuell hört man aus chinesischen Staatsmedien schärfere Töne gegen die USA, was den US-Dollar stärkt, und damit auch gegen Gold drückt. Aber mal ehrlich. Es kann mit dem Goldpreis schnell wieder bergauf gehen. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Gold sich robust halten und tendenziell weiter steigen konnte.

Goldpreis vs US-Dollar

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