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Coronavirus: Lasst den Markt das Maskenproblem lösen!

Im Kampf gegen das Coronavirus gibt es ein riesiges Maskenproblem

Schutzmasken stellen weltweit ein knappes Gut dar in Zeiten des Coronavirus. In zahlreichen Ländern können sich selbst Ärzte nicht mehr schützen, weil es keine Masken mehr gibt. Die Preise für verfügbare Masken schießen in die Höhe. eBay und Amazon verbieten den Verkauf. Landesweit empören sich Menschen und Politiker über die bösen Verkäufer, die aus der Krise mit angeblich überhöhten Preisen Profit schlagen wollen. Staaten beschlagnahmen daher lieber Masken, statt den Markt das Problem lösen zu lassen!

Ja, man bekommt ein ungutes Gefühl, wenn man hört, dass ehemals Centartikel inzwischen für mehrere Euro angeboten und auch verkauft werden. Und ja, es wäre natürlich schöner, wenn sich weltweit Krankenhäuser für Centbeträge mit beliebigen Mengen Schutzmasken  zum Schutz gegen das Coronavirus eindecken könnten. Doch die Wahrheit ist, dass die derzeit durch die Decke schießenden Preise für Masken letztendlich dafür sorgen werden, dass die Versorgungskrise schnellstmöglich gelöst wird. (taugt Südkorea grundsätzlich als Vorbild im Kampf gegen das Virus?)

Hohe Preise garantieren schnellstmögliche Deckung des Bedarfs

Gerade jetzt, in diesem Moment, arbeiten wahrscheinlich hunderttausende Menschen daran, schnellstmöglich eine größtmögliche Anzahl Schutzmasken herzustellen im Kampf gegen das Coronavirus. Dafür werden neue Maschinen angeschafft, bestehende Maschinenparks umgerüstet oder auch ganze Armeen von Arbeitern in Asien an die Nähmaschinen gesetzt. In manchen Fällen geschieht dies sicherlich, weil die Anbieter helfen wollen. Doch glauben Sie mir: Der Großteil tut es, weil es ein wahnsinnig profitables Geschäft ist, eine 5-Cent-Maske für einen Euro zu verkaufen. Und das ist phantastisch.

Der hohe Marktpreis der Masken führt zu einer rapiden Aufstockung der Produktionskapazitäten. Das führt zu einer schnellstmöglichen Deckung des kurzfristigen Bedarfs. Und anschließend führt es auch zu einer schnellstmöglichen Reduzierung der Preise, die aller Wahrscheinlichkeit nach weit unter das Niveau sinken werden, das vor dem Ausbruch des Coronavirus bestand. Und ja, dabei werden die Käufer in der Anfangsphase deutlichst mehr bezahlen müssen als vor einem Jahr. Doch dafür kann der Weltmarkt jetzt mit (fiktive Zahlen) 50 statt 5 Millionen Masken pro Tag versorgt werden. Und sobald der akute Bedarf, der um jeden (!) Preis so schnell wie möglich gedeckt werden muss, befriedigt wurde, werden die Käufer genauer auf den Preis achten und nicht jedes Angebot annehmen.

Große Produktionskapazitäten garantieren schnellstmöglich sinkende Preise

Und da derzeit die meisten Hersteller mit enormen Gewinnmargen operieren, werden sie sehr schnell Rabatte anbieten und sich gegenseitig unterbieten, wenn nicht mehr jede Tagesproduktion mühelos absetzbar ist. Auf einem freien Markt wird sich der Preis für eine Maske daher sehr schnell den Grenzkosten annähern – also den Kosten, die durch die Produktion einer zusätzlichen Maske entstehen. Am Ende haben zwar alle für die ersten dringend benötigten Masken mehr bezahlt als früher. Dafür wurde dieser erste dringende Bedarf aber auch schneller befriedigt als früher und kurze Zeit danach waren deutlich mehr Masken zu üblichen oder sogar niedrigeren Preisen verfügbar.

Sollte der Staat nun aber dazu übergehen, Bestände zu beschlagnahmen oder Preisobergrenzen einzuführen, dann wird dieser Marktmechanismus außer Kraft gesetzt. Welcher Zwischenhändler kauft auf eigene Gefahr Masken in Asien auf Vorkasse, wenn er Gefahr läuft, dass die Ware anschließend beschlagnahmt wird? Ebenso dumm ist die Idee von eBay und Amazon, in Zeiten des Coronavirus Angebote für Masken samt der dazugehörigen Accounts zu löschen. Jetzt sitzen tausende Anbieter auf Masken, die sie aber nicht mehr auf den beiden größten Marktplätzen Europas verkaufen können, nur weil die Preise gegen eBays und Amazons „Moralvorstellungen“ verstoßen. So finden Anbieter und Verkäufer nicht mehr zusammen und den Schaden haben beide Parteien. Diejenigen, die Masken benötigen, kriegen keine und diejenigen, die Masken haben, können sie nicht verkaufen.

Ohnehin scheint das Problem der Versorgung mit Schutzkleidung weniger ein Angebotsproblem zu sein, als vielmehr ein Bürokratieproblem in Deutschland. Wer auch im Angesicht der Notlage auf umfangreiche Zertifizierungen und für die asiatischen Anbieter untypische Lieferbedingungen wie Versand auf Rechnung besteht, der kriegt eben keine Ware. Zum Zuge kommt dann eben der Zwischenhändler, der das Risiko der Vorkasse trägt und sich dieses getragene Risiko mit einer üppigen Gewinnmarge bezahlen lässt.



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6 Kommentare

  1. Auch in der Notlage sollte keine B-Ware in den Verkehr kommen. Denn man nicht ob das Produkt privat oder in Krankenhaus eingesetzt wird. Im Krankenhaus sollte es keimfrei entspr. Gesetz sein. Eine Sepsis ist kein Spaß.

  2. Sehr schönes, neoliberales Negativbeispiel. Der Markt ist für solche Situationen völlig ungeeignet und hat erst dazu geführt daß für die Gesundheit der Bevölkerung jetzt keine Kapazitäten vorhanden sind. Richtig wäre dagegen, in solchen gesellschaftlich wichtigen Bereichen – ähnlich der Energieversorgung – verteilt Reservekapazitäten und Vorräte zu halten, mithin also das genau Gegenteil der neoliberalen just-in-time Produktion. Die Schönmalerei des „Marktes“ führt im realen Kapitalismus mit seinen enormen Ungleichheiten dazu, daß sich die Reichen problemlos eindecken können während die Armen und – weil „unproduktiv“ – Schwachen dahingerafft werden. Aber vielleicht sehen das ja manche Ideologen hier gerade als weiteren Vorteil für ihre nächsten Investments?

    1. „Richtig wäre dagegen, in solchen gesellschaftlich wichtigen Bereichen – ähnlich der Energieversorgung – verteilt Reservekapazitäten und Vorräte zu halten, mithin also das genau Gegenteil der neoliberalen just-in-time Produktion.“

      Das sehe ich auch so.

      Der Artikel beschreibt nun aber die schlechteste der zwei Welten. Der Staat ist nicht vorbereitet, er tut nichts und kann nichts tun, Bestellungen kommen nicht an usw. und der Markt wird daran gehindert, über die Preisfunktion zu arbeiten.

  3. Guter Beitrag. Die hohen Preise kommen nur zu Stande weil viele Staaten den Handel extrem eingeschränkt haben durch Exportverbote etc. Dadurch werden Lieferketten unterbunden und der Austausch verzögert.

    Für mich ist es dennoch unverständlich, wie es zu einem Mangel an solch einem einfachen Billigprodukt kommen kann. Die Herstellung dürfte nicht schwieriger sein als die von Klopapier, bzw. ist sie noch einfacher. Eine Maske besteht schlicht aus einem Stück Stoff bzw. Papier mit Bändern oder Gummizug.

  4. Was ich wirklich nie verstehen werden ist, dass all die intelligenten Menschen in überfüllten (Todes-) Zügen ohne wirkliche Schutzmassnahmen sich einfach der gewaltigen Gefahr aussetzen. Es wäre so einfach zu verhindern indem man Masken tragen würde.
    Dabei ist zu beachten, dass Studien besagen, dass von Masken dann ein wirklich hervorragender Schutz möglich ist, wenn die angesteckten einen Mundschutz tragen um die Tröpfchen zurückzuhalten. Da man aber nicht weiss, wer bereits angesteckt ist besteht die Lösung darin, dass einfach alle einen Mundschutz tragen – das wären dann einige Tausend Tote weniger. Mundschütze sind ausverkauft? Es gibt genügend Anweisungen im Internet wie man selbst einen basteln kann. Oder wollen den die Leute wirklich sich weiter wie dumme Schafe in Todesgefahr begeben, nur weil zur Zeit keine Mundschütze erhältlich sind?

  5. Pingback: Warum die Coronakrise die Inflation anheizen wird! – FINANZEN – MESSEPOST ONLINE

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