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Dank der EZB: Banken in NRW fusionieren, Filialschließungen dürften die Folge sein

Die Kölner Bank eG und Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG wollen sich zusammenschließen. So weit eine aktuelle relativ harmlose Meldung. Aber nachdem vor Kurzem eine kleine Volksbank am Tegernsee…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Kölner Bank eG und Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG wollen sich zusammenschließen. So weit eine aktuelle relativ harmlose Meldung. Aber nachdem vor Kurzem eine kleine Volksbank am Tegernsee Negativzinsen für Kunden einführte, zeigt gerade der Konzentrationsprozess im Raum Köln-Bonn, was vielen anderen Regionen noch bevorsteht. Und das alles mit Dank an die EZB. Negativzinsen, keine Zinserträge mehr für Banken. Da die meisten Banken ihren Kunden keine Negativzinsen antun wollen, müssen sie einerseits die sonstigen Gebühren kräftig raufsetzen. Andererseits reicht das aber oft nicht um die Ausfälle bei der Zinsmarge zu kompensieren.

Jetzt geht es also an den großen Posten der Filial- und Personalkosten. Am Einfachsten geht das immer durch Fusionen mit anderen Banken und Sparkassen. Agiert man in der selben Region, kann man wunderbar doppelte Filialen schließen. Das wird zwar nicht offen ausgesprochen, aber dass Überschneidungen da sind, kann man herauslesen, Zitat aus der Mitteilung:

„Die Geschäftsgebiete beider Institute liegen in einer Metropolregion und ergänzen sich optimal. Ein
Zusammenschluss ist auch betriebswirtschaftlich sinnvoll, da beide Banken wirtschaftlich gesund und für ihre Ertrags- und Vertriebsstärke bekannt sind.“

Auch vorher in der offiziellen Mitteilung übertreffen sich diese beiden Banken in ihrer gemeinsamen Mitteilung mit tollen Worten wie „leistungsbereite Mitarbeiter“ oder „neue identitätsstiftende und wahrnehmbare Genossenschaftsbank“. Zum wohl tatsächlichen Grund der Fusion kommt man dann zum Ende der Mitteilung, Zitat:

„Seit Ausbruch der Finanzkrise, markiert durch den Zusammenbruch der Investmentbank Lehman
Brothers im Jahr 2008, hat die Politik auf globaler, europäischer und nationaler Ebene eine große
Zahl von Maßnahmen getroffen, die das Bankenwesen neu regulieren sollen. Erschwerend kommt
hinzu, dass das wirtschaftliche Umfeld durch eine in dieser Form historisch einmalige Niedrigzinsphase geprägt ist, was die Ertragssituation der Banken insgesamt in erheblichem Umfang beeinträchtigt. Diese Gemengelage lässt zahlreiche Geldhäuser über Fusionen nachdenken. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) prognostiziert, dass sich die Zahl der aktuell rund 1.000 selbstständigen Volks- und Raiffeisenbanken in den nächsten Jahren deutlich reduzieren wird. Deshalb befürwortet der BVR den Konzentrationsprozess und empfiehlt seinen Mitgliedsbanken schon seit geraumer Zeit, innerhalb einer Wirtschaftsregion Zusammenschlüsse durchzuführen, um eine „Bündelung der Kräfte“ zu erreichen.“

Also, diese beiden tun nur, was der Dachverband angeregt hat. Es ist eine nachvollziehbare Notwendigkeit, die letztlich ausgelöst wurde von ein paar Damen und Herren im EZB-Tower in Frankfurt. Dass zum Beispiel ältere Menschen statt um die Ecke jetzt in weit entfernte Orte fahren müssen um überhaupt zu einer Bankfiliale zu kommen, und damit oft den ganzen Tag zubringen, egal. Denn inzwischen benutzen ja sowieso immer mehr Menschen Onlinebanking!? Gerade im Großraum Köln nimmt die Konzentration auf immer weniger Flächenbanken weiter zu. Erst hatten die Stadtsparkassen Köln und Bonn fusioniert, dann die Kreissparkassen Köln und Rhein-Sieg. Jetzt geht es bei den Volksbanken in der selben Region weiter.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    isntit

    16. September 2016 16:58 at 16:58

    In München schließt die Hypovereinsbank leider eine Filiale nach der anderen, ebenso die Commerzbank. Es geht also auch ganz ohne Fusion!
    Aber ob das wirklich nachhaltig ist? Bald wird auch der letzte Privatkunden merken, dass es keinen Grund mehr gibt, nicht zu einer gebührenfreien Online-Bank mit besseren Tagesgeldzinsen zu wechseln.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      16. September 2016 17:04 at 17:04

      @isntit, fragt sich nur, wie lange die Konten bei den Online-Banken noch kostenlos sind..

  2. Avatar

    Feedback

    17. September 2016 00:20 at 00:20

    Schöner Nebeneffekt für die EZB. Bring die Banken dazu die Filialen zu schließen und du hast das Bargeld mittelfristig im Griff, um es abzuschaffen oder glaubt wirklich jemand eine online Bank würde kostenlose Geldautomaten aufstellen? Noch können die schon die Infrastruktur der anderen nutzen. Fällt dies weg, hat die EZB Politik mal Wirkung gezeigt. ;)

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Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

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Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

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Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

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Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

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Daniel Stelter: Die Zeitbombe tickt für Deutschland! Was jetzt passieren muß

Markus Fugmann

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Daniel Stelter zählt fraglos zu den besten Köpfen in Deutschland: Er zeigt immer wieder, dass das scheinbar so reiche Land in Wirklichkeit gar nicht so reich ist – und vor allem ab dem Jahr 2030, wenn die Babybommer in Rente gehen, die demografischen Probleme faktisch zu einer Unfinanzierbarkeit der Rentenversprechen führen.

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe Deutschlands

Was also tun? Als Pionier das Klima retten, wie Bundesregierung und EU propgaieren durch eine „Klimaplanwirtschaft„? Überall mehr Staat angesichts der massiven Einbrüche der Wirtschaft in der Coronakrise? Daniel Stelter plädiert für das Gegenteil: für einen funktionierenden Kapitalismus – denn die weiter ausgreifenden Versuche des Staates, die Wirtschaft zu lenken, wird die Wirtschaftstätigkeit bremsen statt zu beschleunigen.

Kürzlich hat Thorsten Polleit in seinem Buch  „Der Antikapitalist: Ein Weltverbesserer der keiner ist“ genau darauf aufmerksam gemacht: der Kapitalismus ist nicht unser Problem, sondern die Lösung – wenn man ihn denn funktionieren lassen würde. Aber der Ruf nach staatlicher Lenkung wird gerade in der Coronakrise immer lauter, immer tiefer mischt sich die „Obrigkeit“ in die Wirtschaft ein (etwa indem man die Insolvantragspflicht aussetzt und damit Zombie-Firmen weiter durchschleppt). Man kauft Zeit durch staatliche Rettungsmaßnahmen, ohne diese Zeit für Reformen zu nutzen. Alle reden „vom Verteilen und Besteuern“, statt die Wohlstandmehrung im Fokus zu haben – so formuliert es Daniel Stelter.

Fakt ist: „Die Lasten steigen, während unsere Wirtschaftskraft sinkt“, so der Ökonom. Also müsste die Struktur geändert werden – etwa bei der tickende Zeitbombe, der Rente. Hier schlägt Daniel Stelter einen Staatsfonds im Stile Norwegens vor, bei dem der Staat jedem Bürger unter 65 Jahren 25.000 Euro schenkt, die dann in die Finanzmärkte investiert werden. Auch in der EU müsste sich einiges ändern – und hier hat Stelter einen ungewöhnlichen Vorschlag: Deutschland und die andere Euro-Länder sollten sich auf Kosten der EZB entschulden können!

In folgendem Video fasst Stelter das zusammen, was für Deutschland und die Lösung seiner Probleme jetzt zwingend notwendig wäre:

 

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe in Deutschland

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