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Das „smart money“ hat die Rally nicht gekauft – kommt die Jahresendrally dennoch?

Wenn die Kurse fallen, wird die Chance auf eine Jahresendrally immer kleiner – und umgekehrt! Eine Art selbsterfüllende Prophezeiung..

Markus Fugmann

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am

Der Smart Money Index ist ein guter Maßstab dafür, was die „großen Player“ am Markt machen. Der Index vergleicht die letzte halbe Stunde des Handels an der Wall Street mit der ersten halben Stunde – wobei man davon ausgeht, dass die großen Investoren (Pensionsfonds etc.) eher in der letzten halben Stunde agieren, während kleinere Investoren eher in der ersten halben Stunde investieren.

Seit Jahresbeginn ist auffällig, dass das smart money auf der Verkäufer-Seite steht:


(Chart: zerohedge.com)

Auffallend ist im kürzeren Zeitfenster weiterhin, dass die Umsätze bei stark steigenden Märkten schwach sind – so wie am Montag (20% unter Durchschnittvolumen), Dienstag (60%) und Mittwoch (32%; auffallend aber war, dass das smart money am Dienstag Abend gekauft hatte – also kurz vor der Wahl-Rally am Mittwoch!). Wenn bei steigenden Märkten das Volumen gering, bei fallenden jedoch deutlich höher ist (wie das im Jahr 2018 fast durchgängig der Fall ist), kann das durchaus als Wanrzeichen gelten!  Das Jahr 2018 ist ohnehin das erste Jahr seit der Finanzkrise mit zwei Korrekturen von -10%.

Nun ist derzeit ja viel die Rede von einer Jahresendrally – aber diese kann nur kommen, wenn die Aktienrückkäufe die US-Aktienmärkte stützen. Dabei tendieren die Firmen, die ihre eigenen Aktien kaufen, dazu, diese gleich zur Markteröffnung zu kaufen. Kritiker halten diese Aktienrückkäufe für „dummes Geld“ („dumb money“): die Firmen kauften besonders dann ihre eigenen Aktien, wenn diese teuer sind – aber nicht, wenn sie günstig sind. Das zeigt sich etwa in den ersten Jahren nach der Finanzkrise: damals kaufte kaum ein Unternehmen seine eigenen Aktien zurück, obwohl diese fast durchgängig viel tiefer standen als heute. Kurz vor der Finanzkrise aber hatten die Aktienrückkäufe einen neuen Rekord erreicht..

Nun haben viele Unternehmen eigene Aktien auf Kredit gekauft – aber das wird immer teurer aufgrund der steigenden Renditen. Und das könnte bedeuten, dass sich nur die großen Firmen Aktienrückkäufe leisten können, die sie aus ihrem Cash auch bezahlen können. Faktisch würde das bedeuten, dass etwa größere Indizes, die Blue Chips enthalten (wie etwa der Dow Jones Industrials) zum Jahresende hin besser laufen könnten als etwa Nebenwerte-Indizes (wie etwa der Russell 2000).

Aber: was, wenn die die Kurse an der Wall Street weiter fallen? In der Regel werden dann eben auch die Investoren risikoaverser, schrecken also die US-Konzerne eher vor Aktienrückkäufen zurück als wenn die Kurse steigen würden. Faktisch bedeutet das: wenn die Kurse fallen, wird die Chance auf eine Jahresendrally immer kleiner – und umgekehrt! Eine Art selbsterfüllende Prophezeiung..

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    pigeon

    9. November 2018 14:00 at 14:00

    Das Argument, Firmen sollten ihre eigenen Aktien billig zurückkaufen ist m.E. ein Missverständnis. Denn sie stehen ja auf der anderen Seite des Trades. Je teurer sie zurückkaufen, desto besser für ihre Aktionäre, die auf diese Weise ihren Ertrag aus dem Investment ziehen. Die Firma agiert nicht als Aktionär, ihr Tradingziel mit den eigenen Aktien ist also der Verlust, nicht der Gewinn auf Kosten der Aktionäre von denen sie billig kaufen.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      9. November 2018 16:08 at 16:08

      @Pigeon. Ehrlich gesagt, kann ich Ihrer Argumentation nicht folgen, bzw. verstehe ich Sie nicht.
      Nach einerm Wirtschaftseinbruch sind die Aktien einer Firma billig, aber das Unternehmen braucht das Kapital zum Investieren oder zum Umstrukturieren, oft auch für Sozialpläne. Mit steigenden Gewinnen werden die Aktien natürlich teurer und es können auch Aktien zurückgekauft werden, bei noch niedrigen Zinsen auch auf Pump. Am Ende eines Zyklus finden die Firmen oft keine lohnenden Investments mehr und die Rückkäufe steigern sich
      a) um das Führungspersonal durch oft üppige Bonusprogramme zu belohnen und um
      b) die Belegschaft durch s. g. Belegschaftsaktien am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen. Zusätzlich
      können Aktionäre die hohen Kurse zu Verkäufen nutzen und zum anderen werden die Aktienkäufe die Kurse stützen, weil man die Zahl der ausstehenden Aktien senkt und damit auch das KGV. Das dies eigentlich nicht langfristig gedacht ist, indem man in guten Zeiten Reserven für den Abschwung schafft, steht auf einem anderen Blatt – aber das ist der Kapitalismus. Haben Sie an einen anderen Zusammenhang gedacht?
      Gruß

      • Avatar

        pigeon

        9. November 2018 16:45 at 16:45

        @Wolfgang M.
        Das ist alles richtig, was Sie sagen und insofern bin ich auch kein Freund dieser Rückkäufe. Was ich meine ist Folgendes: Es wird den Konzernlenkern oft vorgeworfen, sie würden die Aktien immer dann zurückkaufen, wenn sie sehr teuer sind, also ein schlechtes Geschäft machen (nach dem Motto: Wäre doch besser gewesen, sie hätten sie an Tiefpunkten gekauft, dann hätten sie einen besseren Trade gemacht). Und nur hierin meine ich, liegt ein Missverständnis vor, weil eben die Firmen nicht wie Aktionäre handeln, sondern wie der Gegenpart dazu. Es ist also aus Firmensicht kein schlechter Trade, dieses buy high, sell low. Aber alles, was Sie dazu sagen ist in praktischer Hinsicht genau meiner Meinung entsprechend.

  2. Avatar

    Beobachter

    9. November 2018 21:01 at 21:01

    Aktienrückkäufe sind nicht dummes Geld, aber Geld von dummen Besitzern.Bei einer Diskussion über Aktienrückkäufe hat es einer klipp u.klar gesagt:
    Diese sind nur sinnvoll wenn die Aktien unterbewertet sind , egal wo des Geld herkommt, sei es aus Rückführungen aus dem Ausland oder sei es vererbt oder geschenkt.Genau aus diesem Grund haben dann die dummen Käufer kein Geld mehr nach Kursrückschlägen.Aber Wolfgang hat mir ja schon mehrmals erklärt warum die dummen Manager handeln wie Anfänger.
    Aber ich halte die These von M.Fugmann trotzdem für wahrscheinlicher, dass sie bei Absturzgefahr vorsichtiger werden , u.dass eine von drei Hirnzellen dieser Manager sagt, dass man die gleichen Aktien
    Innert 2/3 Monaten vielleicht 20bis 30% billiger haben könnte. Jeder Vieh- Ross- oder Schrotthändler
    würde das so machen!

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Aktien: „Janet Yellen macht euch reich!“ Marktgeflüster (Video)

„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Wirklich?

Markus Fugmann

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„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Die Logik dahinter: Yellen und die Fed würden Dollar ohne Ende drucken, daher werde der Dollar stark fallen, daher sei die einzige Möglichkeit sich davor zu schützen und sogar reich zu werden, Aktien oder Assets wie Bitcoin zu kaufen. Solche Aussagen kommen häufig unmittelbar vor Korrekturen – Korrekturen wie heute etwa bei Bitcoin. Auffallend: auch heute laufen die Tech-Werte wieder besser, der „Reflations-Trade“ erleidet den nächsten Rückschlag. Ist das ein Zeichen dafür, dass die Erholung der Konjunktur vielleicht doch nicht so bombastisch ausfallen könnte wie erhofft?

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Rüdiger Born

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Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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