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Märkte

Ölpreis mit -22% im Bärenmarkt – Amerikaner pumpen sich ins Verderben

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Ölpreis befindet sich nun offiziell im Bärenmarkt. Nach allgemein gültiger Betrachtungsweise ist das an der Börse der Fall, wenn ein Asset vom Top aus 20% gefallen ist. Und das ist am Ölmarkt jetzt der Fall. Diese Bewegung wird immer atemberaubender. Von knapp 77 Dollar am 3. Oktober sind wir bis heute auf aktuell 59,66 Dollar gefallen im WTI-Ölpreis.

Fallender Ölpreis jetzt im Bärenmarkt

Das ist ein Minus von 22,1%, und damit sind wir im Bärenmarkt. Wir hatten die Argumente dafür gestern erneut aufgelistet. Die Amerikaner pumpen wie wild mit alleine 400.000 Barrels pro Tag zusätzlich in der letzten Woche. Jetzt sind es 11,6 Millionen Barrels pro Woche, die von den USA gefördert werden. Die Nachrichtenlage hat sich über Nacht nicht groß geändert, nur der Ölpreis ist dennoch immer weiter gefallen von gestern früh 61,70 auf jetzt 59,66 Dollar.

Die gestrige Fed-Entscheidung hat den Ölpreis-Verlauf nicht beeinflusst, wie kurzfristige Charts ganz klar zeigen. Es sei denn der Markt hätte über Nacht gut 14 Stunden gebraucht um die Fed-Verkündung negativ auszulegen – das ist aber natürlich nicht der Fall. Die letzten neun Tage ist der Ölpreis durchgängig gefallen. Und heute fällt er weiter. Das wäre eine Premiere, wenn er es schafft zehn Tage am Stück zu fallen!

Wir können unsere Bedenken der letzten Tage nur wiederholen. Wer in den letzten Tagen short im Öl dabei war, hat zwar gutes Geld verdient. Aber das Risiko steigt. Der Markt wirkt bei dem Abwärts-Charts eindeutig überverkauft. Eine plötzliche sprunghafte Gegenreaktion (technische Korrektur) ist jederzeit möglich, aber nicht präzise vorhersehbar!

Fracker pumpen sich ihr eigenes Grab

Warum haben wir in unserer Headline geschrieben, dass die Amerikaner sich ins Verderben pumpen? Nun, vorweg möchten wir erwähnen, dass Donald Trump sich über die niedrigeren Benzinpreise freuen dürfte, die er seinen Wählern als Erfolg verkaufen kann. Denn er hatte in den letzten Monaten mehrmals gefordert für einen sinkenden Ölpreis zu sorgen. Diese Aufforderung ging an die OPEC-Staaten.

Die haben aber mit dem aktuellen Preissturz kaum etwas zu tun. Das haben die Fracker in den USA zu großen Teilen verursacht mit ihrer starken und schnellen Fördermengen-Ausweitung. Die stark fallenden Preise sorgen aber auch dafür, dass einige beziehungsweise zunehmend mehr Fracker wieder mit dem Rentabilitätsproblem konfrontiert werden. Während die Saudis ihr Öl ganz locker aus dem Boden pumpen für ein paar Dollar Produktionskosten pro Barrel, liegen diese Kosten beim Fracking in den USA dramatisch höher. Die Kosten variieren je nach Öl-Feld und Unternehmen gewaltig. Mal hört mal von 40, 50 oder 60 Dollar Rentabilitätsschwelle.

Wichtige Marke bei 59 Dollar

Geht es weiter so mit dem Ölpreis-Verfall, geraten wieder mehr Fracker in die Verlustzone, was die Fördermengen-Ausweitung in den USA bremsen könnte. Was den Ölpreis beim Absturz im Hintergrund mit befeuert hat, war im Oktober der tendenziell stärker werdende US-Dollar. Der Dollar-Index stieg heute Nacht nach der Fed-Entscheidung durchgehend weiter an. Direkt in Verbindung steht sein Anstieg nicht mit dem aktuell fallenden Ölpreis, weil der sich wie gesagt nach der Fed-Verkündung nicht bewegte. Aber tendenziell befeuert der stärkere Dollar die Öl-Schwäche. Im WTI-Ölpreis ist die von uns gestern schon angesprochene sehr wichtige Chart-Marke von 59 Dollar fast erreicht. Wird er dort halten? (Chart seit Ende 2017).

Ölpreis WTI seit Ende 2017

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