Folgen Sie uns

Aktien

Das wichtigste Ereignis in dieser Woche: Die TV-Debatte in Frankreich mit Le Pen

Heute Abend um 20.30Uhr findet das wohl für die Finanzmärkte wichtigste Ereignis dieser Woche statt: die TV-Debatte der französischen Präsidentschaftskandidaten beim Sender TF1. Es wird die erste von insgesamt drei TV-Debatten sein, wobei traditionellerweise die erste Debatte die größte Einschaltquote hat und daher gewissermaßen den Ton setzen wird für den weiteren Wahlkampf..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Heute Abend um 20.30Uhr findet das wohl für die Finanzmärkte wichtigste Ereignis dieser Woche statt: die TV-Debatte der französischen Präsidentschaftskandidaten beim Sender TF1. Es wird die erste von insgesamt drei TV-Debatten sein, wobei traditionellerweise die erste Debatte die größte Einschaltquote hat und daher gewissermaßen den Ton setzen wird für den weiteren Wahlkampf.

Dabei sind fünf Kandidaten: Le Pen, der unabhängige Kandidat Macron, der zuletzt stark gebeutelte Konservative Fillon, der Sozialist Benoît Hamon und der weit links stehende Jean-Luc Mélenchon. Insgesamt soll die Debatte zweieinhalb Stunden dauern, Themen sind Frankreichs Sozial- und Wirtschaftsmodell sowie die Stellung Frankreichs in der Welt. Dabei hat Le Pen vielleicht einen wichtigen Vorteil: weil sie laut Umfragen auf die meisten Stimmen kommt im ersten Wahlgang, wird sie in der Mitte sitzen und damit rein optisch im Zentrum des Geschehens sein. Macron dagegen, derzeit von Berlin hofiert, hat viel zu verlieren: als mit 39 Jahren jüngster Kandidat hat er bislang überschaubare Medien-Erfahrung, er muß sich trotz seines jungen Alters als reifer Kandidat präsentieren.

Von dieser Debatte wird daher vor allem für Macron viel abhängen. Dazu kommt, dass knapp die Hälfte aller französischen Wähler noch unentschlossen ist, wen sie wählen werden, sodass die heutige Debatte maßgeblichen Einfluß haben wird. Le Pen dagegen hat eine vergleichsweise konstante Wählerbasis, für sie wird es darauf ankommen, sich als seriöse Alternative zu präsentieren.

Laut einer heute veröffentlichten Umfrage von Kantar Sofres-Onepoint käme Le Pen im ersten Wahlgang auf 26,6% der Stimmen, Macron auf 25,6%, Fillon auf 18,6%, der Sozialist Hamon auf 12,8%, nur ganz knapp hinter Hamon liegt Mélenchon mit 12,0%. Im zweiten Wahlgang hätte Macron laut Umfragen die Nase vorne mit 60% vor Le Pen mit 40%.

Aber das kann sich nach der Debatte heute ändern: als ehemaliger Investmentbanker dürfte sich Macron scharfen Angriffen der linken Kandidaten ausgesetzt sehen, die ihn, den ehemaligen Rothschild-Banker, als typischen Vertreter der Elite erscheinen lassen wollen. Dazu wird Macron begründen müssen, was er denn anders machen will, nachdem er bereits unter Holland Wirtschaftsminister gewesen war.


Emmanuel Macron
Foto: Claude Truong-Ngoc / Wikimedia Commons

In der Summe bedeutet das: sollte Macron keine gute Figur abgeben, dürften die Märkte morgen empfindlich reagieren und Risiko-Assets abverkaufen. Umgekehrt könnte eine starke Vorstellung von Macron die Auffassung stärken, dass der ehemalige Investmenbanker der nächste französische Präsident werden wird – und Staatschefs, die aus dem Finanzbusiness kommen, dürften den Glauben der Märkte bestärken, dass in Europa doch noch alles gut wird, oder?

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona belastet die Aktienmärkte

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Verschärfung der Coronakrise belastet heute die Aktienmärkte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Volkswagen meldet 10 Milliarden Euro Gewinn – dazu noch ein interessanter Vergleich

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Volkswagen Logo

Volkswagen hat vor wenigen Minuten per Ad Hoc-Meldung vorab Daten für das Gesamtjahr 2020 veröffentlicht. Trotz der beispiellosen andauernden Covid 19-Herausforderungen habe Volkswagen im 2. Halbjahr 2020 seine Robustheit bewiesen. Die Auslieferungen an Kunden des Volkswagen-Konzerns erholten sich im 4. Quartal weiter stark, überstiegen sogar die Auslieferungen des 3. Quartals 2020. Die Umsatzerlöse stiegen entsprechend ebenfalls erheblich. Auch der ausgewiesene Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft entwickelte sich sehr positiv, so das Unternehmen in seiner Mitteilung.

Basierend auf vorläufigen Zahlen erwartet man für das Geschäftsjahr 2020 ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen (Dieselthematik) von rund 10 Milliarden Euro, dazu einen ausgewiesenen Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft von rund 6 Milliarden Euro. Die gesamten finanziellen Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Ausblick wird Februar veröffentlicht. Die Volkswagen-Aktie reagiert positiv mit einem Kurssprung von 158,60 Euro heute Vormittag auf aktuell 169,28 Euro.

Interessant zum Thema Autohersteller ist folgende Grafik. Sie zeigt den gigantischen Börsenwert von Tesla (links) in Relation zu den anderen großen Autobauern, die natürlich weitaus größere Mengen produzieren. Tesla hat derzeit mehr Börsenwert als die folgenden acht größten Autobauer zusammen. Sind das noch gesunde Dimensionen bei Tesla? Da muss Elon Musk noch ganz schön viele Autos verkaufen, um mit realen Umsätzen zur Börsenbewertung aufzuschließen.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage