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Dax als Spielball der Mächte – Druck von allen Seiten

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Unser Dax, ein Call auf die Weltwirtschaft – so wurde der Aktienindex aufgrund seiner Exportlastigkeit schon oft bezeichnet. Oder ein Seismograf für den Zustand der globalen Wirtschaftsströme, wenn das Barometer fällt, folgen in geraumen Abstand auch andere Indizes. So geschehen seit dem Frühjahr 2018, wo man noch von einem synchronen Aufschwung in den verschiedensten Volkswirtschaften sprach. Demzufolge ist der Stand unseres Leitindex in der Phase großer weltwirtschaftlicher Verwerfungen, gut 15 Prozent unter seinem damaligen Hoch, durchaus nachvollziehbar. Aber es gibt noch ein paar Besonderheiten, die ihn zu einem Spielball der Investoren machen.

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Die Belastungsfaktoren für den Dax

Wie oft wurde schon von der Abhängigkeit Deutschlands speziell von der Automobilindustrie gesprochen, die in diesem Jahr weltweit um 5 Prozent schrumpfen soll, mehr noch als während der Rezession 2009, als es 3,6 Prozent nach unten ging? Gestern kamen auch noch die neuesten Zahlen vom Verband Deutscher Maschinenbauer VDMA, die zutage brachten, dass die Auftragseingänge für Deutschlands Schlüsselindustrie im ersten Halbjahr um 9 Prozent gegenüber dem Jahr 2018 gefallen sind.

Eigentlich Ungemach genug für den deutschen Leitindex, aber dazu kommt auch noch die ungewöhnliche Aktionärsstruktur des Index. Der deutsche Kapitalmarkt reagiert deshalb oft so heftig, weil er eine vergleichsweise geringe Marktkapitalisierung aufweist und nur eine schwache Basis bei deutschen Investoren hat. 55 Prozent der größten deutschen Aktien befinden sich in der Hand ausländischer Anleger, fast 10 Prozent allein im Schnitt in der Hand des US-Riesen BlackRock. Die Ausländer sehen natürlich den Einbruch der Wirtschaftsdaten für das Exportland. Sollte sich die Situation im Handelsstreit weiter eskalieren, könnten diese ihr Geld lieber nach Hause bringen.

Gerade weil deutsche Firmen stark von China abhängig sind, außerdem gibt es die Befürchtung, dass Trump einen Handelskrieg mit Europa anzettelt, wenn er mit China fertig ist.

 

Kurzfristige interne Faktoren beim Dax

Aber auch von Seiten deutscher Investoren kommt Gegenwind auf. Das von der Privatuniversität Frankfurt School of Finance and Management erhobene Insiderbarometer, welches die Käufe und Verkäufe deutscher Aufsichtsräte und Vorstände misst, fiel jüngst auf ein neues Jahrestief. Nach einer Phase großer Stabilität, in der sich die Führungskräfte gegen die ersten Abschwungtendenzen wehrten.

Aber auch deutsche Kleinanleger sehen immer mehr schwarz für die heimische Konjunktur. Die Erwartungen von Investoren für Deutschland haben sich im August auf das niedrigste Niveau seit zehn Jahren abgeschwächt, wie der von der Beratungsfirma Sentix erhobene Konjunkturindex aktuell aufzeigt.

Dieser sank von minus 4,8 Punkten im Juli auf -13,7 Punkte im August, dem tiefsten Wert seit August 2009. „Eine Rezession ist vorprogrammiert“, so deutete Sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy die Zahlen.

 

Wohin, wenn es zur Rezession kommt?

Der deutsche Rentenmarkt erfüllt im Eurogebiet mehr oder minder die Funktion des sicheren Hafens. Die deutsche Finanzpolitik der „schwarzen Null“ hat zusammen mit den Käufen der EZB auch dazu geführt, dass es es viel zu wenige Anleihen gibt. Die letzten Tage und Wochen haben gezeigt, dass die Rendite schnell in den negativen Bereich fällt, wenn die Anleger kalte Füße bekommen. Deutsche Staatsanleihen fielen in allen Laufzeiten in den negativen Bereich.

Wo also sollen die deutschen Dax-Anleger hin im Falle einer schweren Wirtschaftskrise, die der Rentenmarkt schon lange vorhersieht?

Zuletzt war die Renditedifferenz zwischen zwei- und zehnjährigen Anleihen vor der Finanzkrise im Jahr 2008 so gering. Auch im Jahr 2000, kurz bevor die Dotcom-Blase platzte, war die Renditedifferenz ähnlich gering. Damals gab es aber noch richtige Zinsen zum Überwintern.

Eine verzwickte Situation, die dem Dax aber etwas Unterstützung bietet.

 

Fazit

Für mittel- und langfristige Investoren ist der so genannte Home Bias, also die Konzentration auf die heimischen Märkte, damit ohne Währungsrisiko, keine gute Anlagestrategie. Dies gilt nicht nur in der derzeitigen Lage, die man als Vorstufe zur De-Globalisierung bezeichnen könnte.

Vor gut 10 Jahren startete unser Index im Tief von 3666 Punkten bis auf 11650 Punkte heute, eine gute Verdreifachung. Der US-Leitindex, S&P 500, begann bei 676 Punkte und stand am gestrigen Montag bei 2855 Zählern, eine Vervierfachung und dieser Vergleich liefert sogar noch ein beschönigendes Bild. Schließlich werden beim Dax im Gegensatz zum amerikanischen Index sogar noch die Dividenden mit eingerechnet. Diese ungleiche Entwicklung ließe sich auch beim MSCI World feststellen und vielen anderen Indizes.

Jetzt stellt sich einmal mehr die Frage? Was machen die ausländischen Investoren, falls Sir Donald die Weltwirtschaft aus ihm eigenen Motiven in die Rezession schickt? Quo vadis Dax?

 

Der Dax ist mit dem Handelskrieg in schweres Fahrwasser geraten

Foto: Deutsche Börse AG

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