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Dax & Co: Wenn Draghis Türöffner schon nicht hilft – was dann?

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Die Aussagen Mario Draghis schienen ein echter „game changer“ an den Aktienmärkten zu sein: sie öffnen gewissermaßen die Tür für eine Ausweitung des QE – und genau das war das Signal, das sich die Märkte erhofft hatten. Der Dax stieg denn auch und lief punktgenau bis zur Widerstandszone 10360/80 – dann kam der erstaunliche sell-off erst der US-Märkte, dann in Japan. Was sagt uns das über die Marktverfassung?

Ohne Frage wären noch vor der China-Krise die Aktienmärkte fast explodiert vor Freude über derartige Aussagen, wie sie Draghi gestern machte. Zwar ging es gestern nach oben, aber ohne jene Bullen-Kraft, die in den letzten Jahren so oft greifbar war (es war wohl eher die Eindeckung von Short-Positionen, die aber jetzt aus dem Markt sind). Irgendwie ist es diesmal anders – aber die Optimisten, das zeigen die Umfragen klar, meinen, dass sich das Muster der vergangenen Jahre wiederholt, also jede Korrektur ein wunderbarer Anlass für Nachkäufe ist. Solange diese Denken dominiert, wird eine größere Erholung oder Rally nicht kommen.

Vielleicht ahnen die Märkte ja, dass das QE der EZB bislang nicht viel gebracht hat – was soll dann noch mehr QE bringen? Dieser Zweifel unterminiert den Glauben an die Notenbanken, und der Abschied vom Glauben ist immer ein schmerzhafter Prozess mit großen Erschütterungen!

Und dann heute die US-Arbeitsmarktdaten. Nach meiner Auffassung – und ich kann mich natürlich täuschen, wie in ca. 98% aller Fälle – können die Aktienmärkte hier nicht viel gewinnen. Sind die Daten zu stark, wird der Markt davon ausgehen, dass die Fed im September die Zinsen anhebt. Je stärker die Daten, umso größer dann auch die Wahrscheinlichkeit, dass nach einem ersten Zinsschritt auch ein zweiter kommen könnte. Das wäre klar negativ für die Aktienmärkte. Sind die Daten wie erwartet, bleibt die Unsicherheit, wie es weiter gehen wird – und auch das ist nicht besonders positiv.

Und sind die Daten schlecht, würde das zwar die Zinssorgen mildern, aber eben auch die Verunsicherung erhöhen, dass es auch in den USA mit der Konjunktur nicht zum Besten steht. Letzterers dürfte wirkmächtiger sein als nachlassende Zinssorgen.

Es ist also irgendwie keine Perspetive erkennbar, warum heute die große Rally starten sollte, nachdem diese gestern so abrupt abgebrochen war. Übergeordnet bleiben auch die Chartilder negativ – und das bei ziemich großem Optimsumus nicht der Privatanleger, sondern auch der Institutionellen (bei beiden sind knapp über die Hälfte bullisch). Da kommt also noch was, wenn ich mich nicht irre – wie in 98% der Fälle..

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