Folgen Sie uns

Indizes

DAX daily: Dax wieder unter der 13.000 – Fehlausbruch oder Allzeithoch?

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Damit es nicht zum Fehlausbruch kommt, muss der Dax die 13.000er Marke zurückerobern. Ein neues Allzeithoch im S&P500 könnte dabei helfen. Der gestrige Handelstag war geprägt von einem leicht abwärtsgerichteten Seitwärtsgeschiebe. An solchen Tagen sollte man lieber das Wetter genießen, als sich dem trägen Dax zu widmen. Im Gegensatz zu den Vortagen konnten die US-Börsen den deutschen Leitindex nicht mitziehen, hier ging es nämlich auch gemächlich zu. Schließlich hat der Dax den Handelstag mit einem Verlust von 64 Punkten (-0,5 %) bei 12.993 beendet. Das Tageshoch wurde bei 13.075 eingebucht und das Tief lag bei 12.956.

Somit hat es der Dax nicht geschafft die runde 13.000er Marke per Schlusskurs zu halten. Nachdem gestrigen Tag kann man für heute nicht viel erwarten. Der Dax befindet sich mitten im Sommerloch und könnte weiter seitwärts pendeln. Einzig ein Ausbruch des S&P500 auf ein neues Allzeithoch oder eine Überraschung bei den zahlreichen Konjunkturdaten führt folglich zu Schwung in den Märkten. Die wichtigen Marken für den heutigen Handelstag finden Sie etwas weiter unten.

News und fundamentale Daten

Trotz guter Arbeitsmarktdaten aus den USA, schaffen es die US-Indizes und der Dax nicht daraus Profit zu schlagen. Für heute stehen einige spannende Konjunkturdaten auf dem Programm. Aus China wurden zuvor die Industrieproduktion (Jul) und die Arbeitslosenquote veröffentlicht. Überraschenderweise ist die wichtige Industrieproduktion etwas schlechter als erwartet ausgefallen – Prognose war 5,1 %, aktuell bei 4,8 %. Um 11:00 Uhr folgt dann das Bruttoinlandsprodukt (Q2) und die Handelsbilanz aus der Eurozone. Danach geht es um 14:30 Uhr mit den US-Einzelhandelsumsätzen (Jul) weiter. Anschließend erscheinen um 15:15 Uhr die Daten der US-Industrieproduktion sowie um 16:00 Uhr die Konsumentenerwartung und das Verbrauchervertrauen der Uni-Michigan. Bei der Masse an Daten muss daher mit mehr Volatilität als gestern im Dax gerechnet werden. Es könnte sogar zu einem neuen Allzeithoch im S&P500 führen.

Die Telekom hat am gestrigen Donnerstag gute Quartalszahlen präsentiert. Insbesondere die Milliardenübernahme in den USA bringt die Aktie trotz Corona-Pandemie auf Erfolgskurs. Der Kurs hat in einem schwachen Umfeld etwas mehr als 1 % zugelegt und war damit einer der wenigen Gewinner im gestrigen Handel. Die RWE konnte sogar 2,8 % zulegen, nachdem das Unternehmen starke Zahlen gemeldet hat. Infolgedessen ist der Kurs wieder auf das Vorkrisen-Niveau angestiegen. Im Gegensatz dazu schmiert die Aktie von Wirecard nach der Bekanntgabe des Dax-Ausschlusses weiter ab, hier ging es über 10 % runter. Auch bei Thyssenkrupp sieht es weiterhin schlecht aus, die Aktie verlor 16 % aufgrund eines finsteren Quartalsberichts und eines noch schwächeren Jahresausblicks. Heute gewähren Hapag-Lloyd und Varta einen Blick in ihre Bücher. Die gestrige Jahresprognose von Varta war schon mal eine positive Überraschung.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Nachdem der Dax gestern die 13.000er Marke nicht halten konnte, ist die Aufgabe diese wieder zurückzuerobern. Sonst mehren sich die Zeichen für einen Fehlausbruch. Dafür muss er die erste Hürde bei 13.020 nehmen. Darüber liegen der Pivot Punkt R1 bei 13.063 und das gestrige Tageshoch bei 13.075.  An dieser Stelle könnte der Dax bereits wieder den Rückwärtsgang einlegen. Schafft er es jedoch darüber anzusteigen, dann folgt der Widerstand bei 13.100. Ein überschreiten führt in zu den nächsten Fibo Extensionen bei 13.138 (138,2 %) und 13.193 (161,8 %). Danach muss er noch die 13.220 überwinden, bevor es zum Juli-Hoch bei 13.310 geht. Der Dax ist dafür auf die Hilfe der US-Indizes angewiesen und auf ein neues Allzeithoch im S&P500.

Schafft es der Dax nicht, den Pivot Punkt bei 12.992 und die 13.020 nachhaltig zu überwinden, dann könnte es in Richtung des gestrigen Tagestiefs bei 12.956 gehen. Darunter liegt bei 12.922 das nachbörsliche Tief . Hier sollte der Dax drehen, um erneut einen Angriff auf die 13.000  zu versuchen. Schafft er es nicht, dann könnte sich die Abwärtsbewegung beschleunigen. Weitere Unterstützungen folgen an den Pivot Punkten S1 12.896 und S2 12.825. Darunter liegt auch schon die Oberkante der vorherigen Range bei 12.800. Ein Unterschreiten würde ihn zurück in die Range befördern und zum 61,8 % Retracement bei 12.720 führen.

Dax Unterstützungen (US):

12.956 – Tagestief 13.08.

12.922 – nachbörsliches Tief

12.896 – Pivot Punkt S1

12.825 – Pivot Punkt S2

12.800 – Oberkante Range

12.720 – 61,8 % RT letzte Aufwärtsbewegung

Dax Widerstände (WS):

13.020 – 15-Minutenchart

13.063 – Pivot Punkt R1

13.075 -Tageshoch 13.08.

13.101 – Tageshoch 12.08.

13.138 – 138,2 % Extension

13.193 – 161,8 % Extension

13.220 – 4-Stundenchart

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

DAX daily: Dax wieder unter der 13.000 - Fehlausbruch oder Allzeithoch?

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Indizes

Wall Street: Der gestrige Abverkauf – und die weiteren Aussichten

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Der gestrige Hanelstag verlief für die Wall Street nicht gerade optimal: nach starkem Start (Stimulus-Hoffnungen!) ging es dann doch dynamisch bergab. Dow Jones und S&P 500 nun in vier der letzten fünf Handelstag negativ, der Nasdaq 100 sogar mit der längsten Verluststrecke seit dem August 2019.

Wall Street – warum der Abverkauf?

Was ist da passiert? Von den elf Sektoren des S&P 500 war kein einziger im Plus (hier ein gute Übersicht). Auffallend ist zunächst einmal, dass trotz der Schwäche der Wall Street der Dollar nicht wirklich zulegen konnte – ungewöhnlich, denn zuletzt waren schwache Aktienmärkte meist gleichbedeutend mit einem starken Dollar. Hinzu kam, dass ich der Nebenwerte-Index Russell 200 besser hielt als die anderen US-Indizes der Wall Street – und das obwohl gerade dieser Index von einem Scheitern der Stimulus-Gespräche in den USA besonders betroffen wäre.

Stärker vom gestrigen Abverkauf der Wall Street betroffen waren dagegen die Tech-Werte – möglich ist, dass die Broker nach dem kleinen Verfall letzten Freitag Absicherungspositionen (Kleinanleger kaufen Calls auf Aktien wie Apple, die Broker müssen ihr Risiko minimieren durch den Kauf der Aktie) aufgelöst haben.

Aber hören wir zunächst einmal die Einschätzung von markus Koch, der ein Tagesfazit zum geschehen an der Wall Street gibt:

Wie geht es heute weiter? Sehen wir, wie so oft, einen „turnaround tuesday“? Kommt es heute zu einer Einigung in Sachen Stimulus – nachdem Nancy Pelosi für heute eine Deadline gesetzt hat?

Michael Silve sieht sich die Ausgangslage auf verschiedenen Ebenen an – was spricht für eine Fortsetzung des gestrigen Abverkaufs, und was für eine Erholung?

Die Wall Strete nach dem gestrigen Abverkauf - wie geht es weiter?

weiterlesen

Anleihen

Anleihen und Zinsen – eine weltweite Vernichtung der Anlegergelder

Avatar

Veröffentlicht

am

Für viele Großanleger gibt es seit Jahrzehnten eigentlich nur zwei große Anlageklassen – Anleihen oder Aktien: Um das Anlagekapital langfristig zu vermehren, oder um regelmäßig Zinsen oder Dividenden einzunehmen, wie es zum Beispiel Pensionsfonds tun, um die Kunden im Alter zu versorgen. Und gerade dieser ehemals so sichere und zuverlässliche Renditebringer ist durch die Interventionen der Notenbanken geradezu marginalisiert worden. Dabei müssen viele Institutionelle wie Versicherungen sogar ihren Hauptanteil der Finanzanlagen in Anleihen positionieren. Dort geschieht derzeit weiterhin viel Absurdes mit weitreichenden Konsequenzen.

Anleihen: Lage an den Rentenmärkten wird immer skurriler

In Europa schütteln viele Ökonomen nur noch den Kopf über die Kapitalmarktzinsen, speziell im Bereich der Staatsanleihen.

Zinsen um die ein Prozent für Langläufer in hoch verschuldeten Ländern, wie Griechenland oder Italien, liegen auf Höhe mit den amerikanischen Pendants. Einem Land (USA), welches trotz der eminent hohen aktuellen Verschuldung in seiner 244-jährigen Geschichte noch nie einen Staatsbankrott erleben musste und welches noch einen absoluten Ausnahmestatus innehat, da der US-Dollar als Weltreservewährung einen Sonderbonus genießt.

Aber auch für die am längsten laufenden Anleihen der Staaten im Zentrum Europas – Österreich, Schweiz und Deutschland – müssen für die 30- oder 50-jährigen Staatsanleihen fast keine Zinsen mehr gezahlt werden.

Die ultimative Begründung für die derzeitige Ausnahmestellung der Aktienmärkte

Diese wird von einer Erhebung durch die US-Großbank JPMorgan geliefert:

Weltweit gibt es für 17 Billionen Dollar an Anleihen keine oder sogar Minuszinsen
Berücksichtigt man die jeweiligen Inflationsraten, so beträgt die Summe der Anleihen, die eine negative Realrendite abwerfen 32 Billionen Dollar, oder 76 Prozent aller Staatsanleihen von Industrieländern
Woher sollen die vielen Kapitalsammelstellen, die auf Einnahmen angewiesen sind, eine Rendite erwirtschaften?

Fazit

Die Zinslandschaft in großen Teilen der Welt ist fast schon als brutal zu bezeichnen – für die Halter der Papiere.

Man kann täglich hundert Indikatoren heranziehen, um die Überbewertung der Aktienmärkte zu begründen. Vom Shiller-KGV, dem Buffett-Indikator, historischen Vergleichen zur Bewertung von Aktien zur Gesamtwirtschaft und vieles mehr. Aber wir haben auch eine historisch einmalige Situation. Wenn allein die drei großen Notenbanken (Fed, EZB, BoJ) in ihren Bilanzen schon über 20 Billionen Dollar stehen haben, die zum großen Teil von Käufen von Anleihen herrühren, kann es das Regulativ Anleihemarkt zu Aktienmarkt in alter Form nicht mehr geben.

Anders ausgedrückt: Was juckt ein KGV der Aktienmärkte von 20 bis 30, wenn selbst die großen Anleihemärkte ein mindestens dreistelliges aufweisen?

Und noch sieht es nicht nach einer Wende aus – weder bei den Käufen von Anleihen, noch bei den Kapitalmarktzinsen. Die Kapitalsammelstellen stehen täglich vor dem Problem, einerseits neue Gelder anlegen zu müssen, andererseits ihren Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Dies ist für mich der Hauptgrund dafür, warum die Aktienmärkte einfach nicht größer korrigieren wollen. „There is no alternative!“ (TINA).

Zwar gab es den brutalen Einbruch wegen Corona im Februar/März, aber damals musste jeder Aktieninvestor mit dem Schlimmsten rechnen und seither hat die „Zerstörung“ der Zinsmärkte erst so richtig Fahrt aufgenommen. Wie könnte dieser Zustand sich zumindest etwas ändern? Schon öfters erwähnt: Ein substanzieller Anstieg der Inflation, der zu einem Anstieg der Kapitalmarktzinsen führt – nicht zu einem Anstieg der Leitzinsen.

Werden neue Schuldenprogramne 2021 bei einer Erholung der Wirtschaft dazu führen? Wenn es zumindest wieder etwas positive Realzinsen gibt? Wir werden es sehen, zunächst an den Zins-Charts.

Die absurde Entwicklung bei Anleihen - oder warum die Aktienmärkte so hoch stehen

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Heute ist die letzte Chance! Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Heute ist die letzte Chance für den so lange erwarteten und erhofften Stimulus noch vor der US-Wahl – wie reagieren die Aktienmärkte, wenn die Verhandlungen doch scheitern? Vieles deutet darauf hin, dass es in Sachen Stimulus keine Einigung geben wird, und das dürfte der zentrale Grund für den gestrigen Abverkauf an der Akttienmärkte an der Wall Street gewesen sein. Bis zur US-Wahl ist eine hohe Volatilität wahrscheinlich. Am Donnerstag kommt es zum zweiten Fernsehduell zwischen Trump und Biden – und dass der US-Präsident einem Format zustimmt, bei dem ihm der Ton abgedreht werden kann, zeigt, dass man im Wahlkampf-Team Trump nervös wird angesichts der jüngsten Umfragen..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen