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Dax: Der deutsche Leitindex ist noch nicht über dem Berg

Der Dax konnte sich zuletzt erholen – aber geht dieser Anstieg nun wirklich weiter?

Die Börse handelt bekanntlich die Zukunft. Während sich die einen noch in der Präsenz-Panik befinden, denkt das große Kapital schon weiter und handelt. Eines ist aber sicher: Es vergeht bisher kein Tag, ohne dass sich die Lage in der Corona-Krise nicht verschlechtert.

Dennoch hat der Dax ein starkes Bestreben, sich wieder über die bekannte Widerstandsmarke von 10.000 Punkten zu begeben. Auch die gestrigen Aussagen der berühmten fünf Wirtschaftsweisen in Deutschland, schildern ein gar nicht so düsteres Bild für die Zukunft. Nur 2-5 % Wirtschaftswachstum soll unsere Wirtschaft in der klar erklärten Rezession verlieren. Vielleicht sind unsere Weisen schon ein wenig vergreist oder leben in einem anderen Land. Unsere gesamte Volkswirtschaft fällt mehr oder weniger für einen ganzen Monat aus und 50% unseres Mittelstandes kämpft mit einem möglichen Konkurs. Unsere Wirtschaftsweisen aber sprechen von nur 2% Wirtschaftsschrumpfung! Die Auswirkungen werden sich lange und wesentlich härter gestalten als gedacht. Wir sprechen von anstehenden Verstaatlichungen. Auch wird der Staat mit möglichen neuen Schulden den ganzen  Schaden nicht auffangen können.

Der Dax ist in den letzten Jahren immer aus einer Krise wieder gut herausgekommen und konnte langfristig steigen. So wird es vermutlich auch dieses Mal sein. Der Schaden wird sich aber wahrscheinlich wesentlich größer gestalten als gedacht, daher wird ein weiterer Aufschwung nach über 10 Jahren Anstieg auf sich warten lassen.

Der Dax hängt an der Zeit

Jeder Tag, der ohne positive Nachrichten vergeht, wird der deutschen Wirtschaft viele Milliarden kosten. Es ist daher eine Frage der Zeit, wann der normale Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Es gibt aber den berühmten Punkt des „no returns“: Er ist der Knickpunkt, wann eine Krise ohne großes Aufsehen überwunden werden kann oder nicht. Ist dieser jedoch überschritten, dann diskutiert man über Langzeitfolgen, die nur wieder schwer wettgemacht werden können. Dies ist das realistische Abbild der aktuellen Situation. In der heutigen Zeit benötigt der Bürger Mut und Zuspruch – und keine düsteren Aussichten.

Was die wirtschaftliche Lage angeht, kann derzeit keine Entwarnung geben werden. Es ist so, die restlichen Worte sind für die Volksseele und für die Beruhigung. Der Zeitfaktor ist also mehr als nur entscheidend. Es geht hier um Tage – und das ist den meisten gar nicht bewusst.

Dax hadert mit der 10.000er Marke

Neben der psychologischen 10.000er Marke gibt es auch noch den Widerstand des EMA 420 (exponential moving average). Im Chart ist deutlich das Scheitern des Dax an dieser Linie mehrmals zu erkennen. Da dies ein dynamischer Widerstand ist und sich aufgrund des Zeitfaktors nach unten zieht, bildet sich dadurch ein doppelter Widerstand in dem Bereich von 9.950 und 10.000 Punkten. Um diese zwei Marken nachhaltig durchbrechen zu können, bedarf es starker Argumente. Zugegeben, diese können jeden Moment auftreten – aber geht man vom kurzfristigen Geschehen aus, dann können beim Dax noch bessere Einstiegskurse gesehen werden. Viel besser für den längerfristigen Investor ist die Jäger- und Sammler-Strategie: Den Nagel in die Wand schlagen und eine kleine Anfangsposition kaufen. Dann bei guten Gelegenheiten im kleinen Stil nachkaufen und einen guten Mischkurs bilden.

Weiter volatil

Die Meinungsvielfalt ist noch sehr groß, daher müssen wir auch diese enormen Tagesschwankungen beobachten. Geht man von dem technischen Zustand des Dax aktuell aus, dann wird der Deutsche Leitindex an seinen angesprochenen Widerständen aufgehalten. Diese zu brechen, sollte schwer sein. Die ersten Verkaufssignale (rote Kreise) sind bereits ausgebildet. Es ist eine Korrektur bis in den Bereich von 9.360 Punkten zu erwarten. Sollten wider Erwarten die Widerstände bis in den Bereich von 10.000 Punkten genommen werden, dann ist noch viel Luft auf der Oberseite. Dieses Szenario ist aber eher als unwahrscheinlich einzustufen. Der Markt benötigt klare Fakten, um klare Entscheidungen zu treffen. Diese sind noch nicht gegeben, daher wird die Volatilität im Dax & Co weiterhin hoch sein.

Der Dax steht wahrscheinlich vor einer Abwärtsbewegung

 

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Der Dax hat sich erholt, aber die nächste Bewegung dürfte nach unten gehen



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6 Kommentare

  1. Ich frag mich immer wieder, weshalb so viele Top-Analysten genau wissen wo der Markt hingeht und einen riesigen Aufwand betreiben, dies gegen Bares an die Leute zu verraten. Wäre es nicht viel intelligenter so ein Geheimnis im Lehnstuhl sitzend für sich zu nutzen, anstatt täglich sich mit all den Unwissenden herumzuschlagen?

    1. Hallo Mike,
      Auch die „Top-Analysten“ wissen es nicht. Sie tun nur so und unterstreichen ihre scheinbare Hellsichtigkeit mit Stistiken, mit Linien und und allerlei Hokuspokus.
      Im übrigen besteht ein gravierendes Fehlurteil über die Zunft der Analysten.
      Deren ureigene Aufgabe ist es, die jeweils betreuten oder zu analysierenden Firmen hinsichtlich ihrer Geschäftsentwicklung zu beurteilen und darüber eine Aussage zu machen.
      Dies machen sie in der Regel recht ordentlich.
      Man kann das übrigens in Vergleichen und Untersuchungsergebnissen belegen,

      Ich musste doch mal eine Lanze brechen für jene, die sehr ordentlich arbeiten und Grundlagen liefern, wie man die Lage einer Firma beurteilen kann.

      Das Wort „Analyst“ hat im umgangssprachlichen Gebrauch leider etwas sehr negatives, weil man damit jene assoziiert, die Kursziele prognostizieren und damit die Zukunft.
      Und:
      Aber ich muss auch alle „Analysten“ in Schutz nehmen, die Kurse vorhersagen :-)
      Sie bedienen die Nachfrage von Heerscharen die nicht willens oder in der Lage sind sich selber ein Urteil zu bilden.
      Der Glaube an falsche Propheten ist zu jeder Zeit gang und gäbe und seit je ein gutes Geschäft. Noch heute boomt das Geschäft mit Kartenlegerinen, Handlesern oder Kaffesatz.
      Wenn die Menschen sich selbst ein Bild machen würden und von dem Irrglauben wegkämen, die Zukunft genau vorhersagen zu können.. ja dann –
      Dann bräuchten sie all die Analysten gar nicht mehr.
      Das allerbeste Geschäft mache jene „Analysten“ die anderen für mindestens vierstellige Summen lehren, selber „Analyst“ zu werden.
      Namen nenne ich hier besser keine ;-)

      „So lehren’s die Schüler allerorten – Sind aber keine Weber geworden“
      (Faust, Schülerszene)
      Liebe Grüsse.

  2. Der VIX ist in einem gigantischen Dreieck gefangen. Sollte er nach oben aufgelöst werden, wird es ziemlich ungemütlich für die Indizes.

  3. Dollar-Basket ist auch in der Aufwärtstendenz. Wird langsam eng für das tote Kätzchen.
    Short ist angesagt!

    1. 2/3 Shortpositionen vom Markt genommen. 300 Pkt. im DAX vola sei Dank!

  4. Wirtschaftsweisen, Analysten….Wenn ich schon so etwas höre!
    Diese werte Herren kann man allenfalls als Kontraindikator nehmen.
    Meinen Humor haben sie, wenn es lautet: Wenn diese und diese Marke überschritten wird, könnte es bis da und da aufwärts gehen, wenn dann nicht eine Bullenfalle eintritt und bla bla bla..

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