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Dax: Der Versuch, das Schlimmste zu verhindern

FMW-Redaktion

Heimische Dax-Investoren haben derzeit schlechte Laune angesichts des Dax-Verlaufs – anders dagegen Investoren aus dem Dollar-Raum! Wenn man bedenkt, dass der Euro in diesem Jahr fast 11% aufgewertet hat zum US-Dollar, kann ein Investor mit dem Rücksetzer des Dax bislang noch gut leben, aber für heimische Anleger ist das nun schon durchaus relevant, was hier an Kursverlusten zu verzeichnen ist!

Der Dax ist ja gewissermaßen in der Doppel-Zange: einmal die Taper-Drohung durch de EZB, die Mario Draghi nicht entkräftet hat. Vor allem, dass Draghi sich nicht besonders besorgt zeigte über den Anstieg des Euro, hat die Gemeinschaftswährung weiter nach oben getrieben, und solange Draghi oder die EZB nicht plötzlich gegenteilige Signale gibt, steht die Gemeinschaftswährung weiter unter Aufwertungs-Druck. Und ein starker Euro ist eben Gift für den Dax, nicht nur, weil sich damit die Exportchancen deutscher Unternehmen verschlechtern, sondern weil das ein Anreiz mehr ist, für Investoren aus dem Dollar-Raum Gewinne mit zu nehmen.

Wichtig wird nun, wie die Amerikaner auf die gestrigen Google-Zahlen reagieren werden. Das sah ja auf den ersten Blick alles ganz gut aus, aber eben nur auf den ersten Blick. Beim zweiten Hinsehen zeigte sich, dass das Kerngeschäft, nämlich das Geld, das Google pro Klick auf Werbelinks verdient, erneut rückläufig war. Und damit ist einer der FANG-Werte erst einmal „angestochen“ – sollte morgen Facebook nach Vorlage seiner Zahlen ein ähnliches Schicksal erleiden, wird es ungemütlich an der Wall Street.

Ein heute wichtiges Thema ist die für heute geplante Abstimmung über die Abschaffung von Obamacare (nicht deren Ersetzung, die ja schon mehrfach gescheitert ist). Bekommt Trump die dafür erforderlichen Stimmen, würde das den Dollar stärken, weil es ein Hinweis darauf wäre, dass Trump in der Lage sein könnte, die Steuerreform eines fernen Tages umzusetzen. Scheitert Trump dagegen, bedeutet das verstärke Dollar-Schwäche, also Euro-Stärke – mit den dann absehbar negativen Folgen für den Dax.

Charttechnisch ist ja alles beim Alten geblieben: oben wartet der ehemalige Doppel-Boden bei 12310 Punkten als Widerstand, unten das gestrige Tagestief bei 12140 Punkten als erste Unterstützung, bevor dann die untere Kante des Macron-Gaps in den Fokus rückt:

Aus unserer Sicht entscheidend wird heute der Verlauf beim Nasdaq sein!



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