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Dax: Der Welt-Handelskrieg

Wer so handelt wie Trump, der zeigt, was ihm wichtig ist: das Ziel, die Agenda, die er verfolgt, ist wichtiger als negative praktische Konsequenzen für die Wirtschaft Im Grunde steht Trump für eine Art konservative Revolution..

Markus Fugmann

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am

Ach, es schien doch alles so gut zu sein für den Dax! Da wollten auf einmal die Amerikaner wieder mit den Chinesen sprechen und fast alle dachten sich: prima, der Trump kommt doch noch irgendwie zur Vernunft, und sei es aus taktischen Gründen aus Sorge um die US-Zwischenwahlen. Aber dem ist nicht so: dass Trump nun offenkundig vor Beginn der Gespräche die Zölle aktivieren will, zeigt, dass eben diese Zölle als Instrument dienen für ein zentrales ideologisches Motiv: das Kleinhalten Chinas als Rivalen um die Hegemonie in der Welt einerseits, die Rückführung der Industrie in die USA andererseits. Wer Zölle als US-Unternehmen vermeiden will, muß eben wieder in den USA produzieren, basta!

Wer so handelt wie Trump, der zeigt, was ihm wichtig ist: das Ziel, die Agenda, die er verfolgt, ist wichtiger als negative praktische Konsequenzen für die Wirtschaft oder die Unternehmen. Im Grunde steht Trump für Art konservative Revolution, die das zerstören will, was sie für schädlich hält. Und es ist nicht weniger als die global etablierten Lieferketten, die zerstört werden sollen mit Zöllen etc.

Glaubt jemand ernsthaft, dass man so etwas tun kann, ohne schwerste Verwerfungen auszulösen? Dass Dinge wie Lieferketten zu etablieren, die Jahre brauchten und viel Geld kosteten, bis sie aufgebaut waren – nun einfach zerstört und dann eben wieder aufgebaut werden könnten, nur anders strukturiert?

Die Amerikaner scheinen das in ihrem Selbstzufriedenheits-Rausch ja tatsächlich zu glauben, sonst stünden ihre Aktienmärkte nicht auf Allzeithochs. Dazu kommen in den USA die massiven Aktienrückkäufe, animiert durch die in die USA zurück fließenden US-Dollars nach der US-Steuerreform – diese Kapitalströme sind ein Vorteil, den die US-Indizes gegenüber dem Dax haben. Dazu kommt dann auch noch der Glaube nicht nur der Amerikaner, sondern auch internationaler Investoren, dass die Risiken aus einem Handelskrieg in und für die USA geringer seien als für andere Länder. Das jedoch ist ein herbes Mißverständnis, weil es die Import-Abhängigkeit der USA völlig ignoriert..

So oder so: für den Dax, der so emfindlich ist für den Handelskrieg, ist das eine schlechte Nachricht gewesen am Wochenende. Damit dürfte die Erholung, die am Freitag so seltsam leblos an der 12130er-Widerstandsmarke stagnierte, wieder in sich zusammen fallen. Die Risiken nehmen jetzt wieder deutlich zu: geht Trump gegen China hart vor, wird er auch die Europäer nicht mit Samthandschuhen anfassen. Wenn Trump China den (Handels-)Krieg erklärt, ist das nur der Auftakt für einen Welt-Handelskrieg, und eben nicht nur ein Scharmützel der USA gegen China.

Charttechnisch gilt: der Dax müsste nachhaltig über die 12130er-Marke steigen, um dann weiteres Potential bis zur Juli-Abwärtstrendlinie bei 12250 Punkten ansteigen zu können. Brechen auf der Unterseite die Unterstützungen bei 11890 und 11860 Punkten, wird der Dax im weiteren Verlauf bis in den 11.200er-Bereich absacken..

 


(Chart durch anklicken vergrößern)

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Peter

    17. September 2018 09:49 at 09:49

    Wir sind nicht auf dem Ponyhof. Jeder ist sich selbst der nächste.Das gilt nicht nur für Trump

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